Rabenmutter 2.0

Mutti ist fit … gefälligst!

Eigentlich heißt es ja immer: Die Natur macht keine Fehler! Und wer will sich da schon erdreisten, etwas anderes zu behaupten?! Schließlich geht’s um Mutter Natur! Der pinkelt man nicht ans Bein! Soweit, so klar. Aaaaaaber eventuell muss ich es dennoch wagen, der guten Frau ein winziges Fehlerchen anzukreiden. Möglicherweise hatte sie ja einen miesen Tag bei der Planung oder sie hat nicht richtig nachgedacht oder auch einfach so ein bisschen „geschlampt“ … denn anders kann ich mir nicht erklären, WARUM ZUM TEUFEL MÜTTER KRANK WERDEN KÖNNEN!!!! Ernsthaft! Was soll das? Mamis haben weder die Zeit, noch die Nerven selbst krank zu werden. In den meisten Fällen haben sie nämlich weder eine „Vertretung“ parat, noch auch nur für ein paar Stündchen einen (Urlaubs-)Anspruch geltend zu machen – so zur schnelleren Genesung.
Ergo: Was passiert wenn Mamis krank werden? Hm … mal überlegen … ach ja, NICHTS! Alles geht seinen gewohnten Gang – nur das Mutti dabei den Kopf unter dem Arm und den Kreislauf in der Hosentasche hat. Na, danke auch, Mutter Natur!

Das letzte Mal …
„gemütlich“ krank war ich in der Schwangerschaft mit Klein-Ella. Der Bauch war schon recht imposant (der Arsch auch ;) ), es war Hochsommer, irre heiß und mein Temperaturempfinden das eines Eisbären. Himmel, hab ich geschwitzt! Normalerweise nehme ich zum Kamelreiten in der Wüste noch eine Strickjacke mit … aber in der Schwangerschaft war mit alles über 20 Grad schon sowas von zu heiß, dass ich gefühlt beinahe geschmolzen wäre! DAS in Kombination mit einem Hormongestörten Gehirn führte zu der wenig cleveren Idee, mich direkt nach dem Duschen – also noch nass – vor einen Ventilator zu stellen. Keine 8 Stunden später lag ich (wenig überraschend ;) ) total flach: Fieber, Husten, Hals- und Kopfschmerzen … das ganze Programm. Ich war das personifizierte Elend auf Latschen und habe es natürlich gehasst. Allerdings konnte ich da ja auch noch nicht ahnen, dass dieses tagelang auf der Couch abhängen und jammern eigentlich ein wahrer Luxus war! Klar, mir ging’s mies. Aber das durfte es auch! Ich DURFTE krank sein! Ich DURFTE liegenbleiben! Ich DURFTE jammern! Heute – mit einem Kleinkind am Rockzipfel, das maximal eigenes Unwohlsein wahrnimmt – klingt das für mich nach Urlaub :D .

Vor ein paar Tagen …
habe ich mich im Badezimmer nach Ellas Handtuch gebückt. Ich habe keine irre Verrenkung gemacht, ich war definitiv nicht zu schnell in der Bewegung und ich habe nichts Schweres gehoben. Und dennoch kam eine Hexe vorbei und schoss mir ins Kreuz (miese Sch….. !!!) Mein Instinkt und mein Schmerzempfinden rieten mir im Duett, mich umgehen zu Boden sinken zu lassen und dort auf der Badematte zu verharren, bis Hilfe käme oder der erlösende Tod einträte. Mein KIND hingegen war anderer Meinung. Sie stand sofort neben mir, blickte mich an, sah mein schmerzverzerrtes Gesicht, sagte: „Mama, auf!“ und zog an meiner Hand. „Mama hat gerade mächtig großes Aua, Süße!“, flüsterte ich unter Schmerzen und versuchte damit noch ein paar SEKUNDEN Auszeit rauszuhauen. „Mama AUA? Hmmmm, Mama AUF!“ Tja, was willste da machen? Genau: Aufstehen. Schmerztablette schlucken. Weitermachen. Und ab und zu gequält fürs Mäuschen lächeln, damit sie sich keine Sorgen um die Mama macht. So. Sieht’s. Aus! Exakt!

Mein Favorit …
unter den unerträglichen, unerwünschten und dennoch erstaunlich oft bei uns eintrudelnden Familien-Erkrankungen sind allerdings Magen-Darm-Infekte – ein Spaß für Klein und Groß! Meistens fängt „Klein“ an, kotzt mal gepflegt zwei Tage lange alles voll (vorzugsweise das Elternbett, weil das zu Beziehen am meisten Arbeit macht), amüsiert die Mami mit vollen Windeln im Minutentakt, rappelt sich dann urplötzlich wieder hoch und ist im null-komm-nichts fit wie ein Turnschuh. Dann jedoch, wenn Zwergnase wieder ganze 150 % geben – und natürlich auch nehmen – kann und will, setzt das virale Diätprogramm (oder wahlweise jede andere freudenspendende Erkrankung, die man so in Kitas, Familiencafés und auf Spielplätzen abgreift) bei den Erwachsenen ein. Und das sieht dann in den meisten Familien so aus:

Papa legt sich ins Bett und jammert beinahe ohne Unterlass, dass man sich doch bitte schon einmal um ein Bestattungsunternehmen kümmern solle, weil es definitiv mit ihm zu Ende ginge. Kein noch so nett gemeintes Angebot der Gattin kann in solch einer dunklen Zeit noch einen Silberstreif an den Horizont des Dahinsiechenden zaubern … denn das Ende ist nah!
Mami: „Soll ich dir vielleicht ein wenig Cola und ein paar Salzstangen bringen, Schatz? Du musst doch wenigstens ein bisschen was zu dir nehmen!“
Papi: „Nein, danke, das lohnt nicht mehr … ich STERBE doch eh an dieser teuflischen Krankheit!!! Am besten ist es wohl, ich bleibe einfach erst einmal (soll heißen: drei Tage) im Bett und schaue Games of Thrones zu Ende. Ich will dir ja auch nicht zur Last fallen mit meinem Leid. Aber … kannst du mir noch einen Tee bringen? Und vielleicht eine Waffel? Eine Waffel würde ich eventuell vertragen … danke :-* “

Na, wer kennt diese Art von Gesprächen mit dem Göttergatten, wenn er mit Magen-Darm daniederliegt oder von einer Erkältung „gepeinigt“ wird? ;)
(NATÜRLICH gibt es Ausnahmen! Mein Mann zum Beispiel ist ja so ein ganz harter Knochen … der jammert nie! Ich kenne diese etwas wehleidigen männlichen Exemplare selbstverständlich ausschließlich vom Hörensagen!!! *hüstel*)

Papa legt sich also hin, wenn er krank ist. So weit, so gut. Und was macht die Mutti, die ja zu diesem Zeitpunkt ebenso zwischen Klo und Eimer hin und her pendelt, weil der Virus so ein echter Familien-Typ ist? Richtig! Die macht erst einmal die Wäsche, weil ja alles noch voller Babykotze ist! Außerdem desinfiziert sie schön alle Türklingen und immer wieder das komplette Bad, damit sich das Kind nicht erneut infiziert. (Vorzugsweise, ohne sich dabei aufgrund der starken, widerwärtigen Gerüche direkt weiter zu übergeben … obwohl, wenn man schon mal da ist … ;) ) Dann geht’s zur Apotheke, um die Vorräte im Medikamentenschrank aufzufüllen und den Mann mit lebensrettenden Pillen und Säftchen zu versorgen. Eventuell wirft Mama sogar selbst mal eine kleine Vomex ein (für mich persönlich gar nicht empfehlenswert, da ich danach kaum noch verhindern kann, umgehend in ein tiefes Koma zu fallen) oder gönnt sich wenigstens ein paar Globolis gegen Übelkeit (eher für mich geeignet, obwohl es mit manchmal am „wahren“ Globoli-Glauben fehlt), weil die nicht so müde machen. Müde hilft nämlich nicht besonders, wenn man krank den Alltag einer Mutter stemmen muss.

Joa, und dann wird mit dem kleinen „Glücksbringer“ gespielt, mit Lego gebaut (kann man sogar in der Horizontalen), Windeln gewechselt (mit Übelkeit: Igitt), Essen zubereitet (mit Übelkeit: MEGA IGITT) und womöglich sogar ein bisschen spazieren gegangen. Mit einem dekorativen Rewe-Tütchen am Arm (für den Notfall) und natürlich fern ab von Spielplätzen oder sonstigen Kinder-Sammelstellen, um nicht noch weitere Familien ins Brech-Elend zu stürzen. Dazu wird ohne Unterlass der Diebels Werbespot-Song gesummt, um die Stimmung hochzuhalten: „Ein schöner Tag … die Welt steht still … ein schöner Tag …“. Ja, Magen-Darm-Infekte finde ich wirklich ganz, ganz PRIMA!

Letzten Winter…
hatten wir zweimal das Vergnügen einer solch „tiefgreifenden Körper-Innenraum-Reinigung“. ES WAR MIR EIN FEST! Aber ich fand auch die ca. 5-8 grippalen Infekte (wer zählt schon mit) glänzten mit ihrem ganz eigenen Charme. Eine wie auch immer geartete Apotheken-Krise wird es wahrscheinlich schon allein aufgrund der sehr zuverlässigen und extrem hohen Abnehmer-Qualitäten von Familien niemals geben. Da ich aber nicht in dieser Branche arbeite, hilft mir das wenig dabei, mich auf den kommenden Winter zu freuen. Ich kann nur hoffen, dass wenigstens mein Immunsystem etwas gelernt hat und sich nicht wieder bei jedem kleinsten Huster, Nieser oder Pupser in meiner Gegenwart zu Boden wirft und „toter Hund“ spielt.

In diesem Sinne: Hatschiii und Gute Besserung an alle Mamis, die gerade EIGENTLICH krank sind, aber fit sein müssen :-*

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6 Kommentare für “Mutti ist fit … gefälligst!

  1. Ich kann das nur teilweise bestätigen. Mütter nehmen viel mehr auf sich, weil zu allererst bei Missständen auch die Mütter kritisiert werden (meinen Mann hat jedenfalls noch nie einer schief angeguckt, wenn im beim Kiga-Basar der Kuchen nicht selbstgebacken war, dabei sind wir beide berufstätig) – von anderen Müttern! Dabei müssten gerade die es ja verstehen, Verrat aus den eigenen Reihen!! Aber es ist ja auch bequem, mit dem Finger mal von sich weg zu zeigen!
    Dennoch ist es eine Erziehungssache, die Männer mehr mit in die Verantwortung zu nehmen! Wenn Du ihm einen Tee bringst, und er Games of Thrones zu Ende gucken darf – selber Schuld!!

  2. Du sprichst mir mal wieder sowas von aus der Seele. Ich lieg mit ner “harmlosen” Erkältung flach. Meine Kinder interessiert das natürlich in keinster Weise.
    “Mama, geh’n wir zu Oma?”
    … “Nein”
    “…oder A. (seine Freundin)?”
    … “Nein, wir geh’n nirgendwo hin, Mama ist krank.”
    “Krank?” als wäre das ein Wort das bzw. dessen Bedeutung mein cleverer Sohnemann noch nie gehört hätte.
    Noch nicht einmal zu einem Spaziergang kann ich mich aufraffen. Wenigstens habe ich eine gute Ausrede dafür: Es stürmt, so heftig, dass reihenweise die Rosenmontagsumzüge abgesagt werden (natürlich der bei dem mein Mann mit läuft nicht) und ich den Teufel tun werde in meinem gesundheitlichen Zustand bei diesem Wind einen Zwillingsbuggy durch die Gegend zu schieben.

    1. Ne, bleib mal schön zu Hause! Ich hab aus einer schlichten Erkältung gerade mal ne dreiwöchige Nebenhöhlenentzündung gemacht, weil ich trotz Kopp unterm Arm ständig auf Spielplätzen rumgestanden hab. Fakt ist: Mamis dürfen nicht krank werden … da hat die Natur echt geschlampt ?

      1. Ernsthaft jetzt? Dito!!!
        Ich war den ganzen Dezember erkältet und bin dann ein Tag vor Heiligabend mit Ohrenschmerzen zum HNO mit der Befürchtung ne Mittelohrentzündung zu haben. Nö, Ohren waren in Ordnung, statt dessen “eitrige Nasennebenhöhlenentzündung”. Was besser ist, sei mal dahin gestellt, lustig war es jedenfalls so oder so nicht. Das einzig Positive war, dass mein Mann in der Zeit Urlaub hatte.