Rabenmutter 2.0 Top 15

Rabenmutter 2.0: Das Zweite macht (ein bisschen) cooler!

Das erste Kind verändert alles, heißt es immer (das stimmt 😉 ). Und: Beim zweiten Kind wird alles anders (das stimmt auch 😀 ) . Jetzt könnte man natürlich vermuten, dass diese ganze Familien-Nummer ziemlich stressig ist und dass man sich als Elternteil am besten an nichts gewöhnt und vor allem nie dazu verleiten lässt, zu denken, man hätte endlich kapiert, wie der Hase mit Kindern läuft. Jaaaaa, stimmt ebenfalls irgendwie. Allerdings kann man es auch positiver ausdrücken. Nämlich so: Mit Kindern wird es niemals langweilig und man bekommt immer wieder aufs neue die Chance, sich weiterzuentwickeln, über sich hinaus zu wachsen und die Welt plötzlich mit anderen Augen zu sehen. SO klingt die Sache doch eigentlich ganz gut, oder 😀 .

Die Mausemaus ist gerade ziemlich genau 3 Jahre und 7 Monate alt. Und das Krümelchen ist (schon – herrje, es geht so schnell!) 8 Monate ein Teil unserer Familie. Wenn ich nun vergleiche, welche Art von (Baby-) Mama ich vor drei Jahren war, und welche ich jetzt beim Söhnchen bin, dann kann ich ganz klar sagen: GOTTSEIDANK bin ich cooler geworden 😀 .

Wenn der Schnuller „Bodenkontakt“ hatte

Meine Kinder haben beide ziemlich direkt einen Schnuller bekommen, da eventuell ein bisschen „Zecke“ im Genmaterial vorhanden ist. Soll heißen: Sie haben sich beim Stillen immer gleich so dermaßen festgesaugt, dass ich theoretisch hätte aufstehen und rufen können: „Guckt mal … ohne Arme!“ Entsprechend unrealistisch war eine potenzielle Saugverwirrung ;). Trotz dieser Gemeinsamkeit hat sich unser Umgang mit der Nuckel-Hilfe irgendwie ein bisschen verändert…zum Beispiel, wenn er Bodenkontakt hatte:

Bei Kind 1: „Oh nein, der Schnuller ist KONTAMINIERT! Der kommt erst wieder in den Mund, wenn er frisch desinfiziert wurde!“

Bei Kind 2: „Huch, ist der Schnulli runtergefallen? Ach, dass macht doch nix. Mama pustet schnell die Flusen weg und dann bekommt das Baby ihn schon zurück!“

Der arme Krümel … so richtig super-saubere Schnuller bekommt er nur, wenn ich einen neuen aus der Packung nehme 😀 😀 😀

Die elendige Schreiphase am Abend

Die meisten Babys „amüsieren“ ihre Eltern ja irgendwann im Laufe der ersten drei Monate mit dieser allseits gefürchteten abendlichen Schreiphase. Wodurch die ausgelöst werden, ist ja noch immer nicht ganz klar. Die einen sprechen von Koliken, die anderen von Stress, dann gibt’s noch die Version mit den Verarbeitungsprozessen und natürlich könnten auch irgendwelche Phasen der Grund sein. Ich persönlich möchte zudem nicht ausschließen, dass es an einem Mangel an Feenstaub durch vorbeireitende Einhörner liegt. Aber wer weiß das schon 😉 . Fakt ist: Die Zeiten, in denen ein Baby schreit wie am Spieß, sich aber durch nichts beruhigen lässt, bedeuten für die Eltern eine wahre Grenzerfahrungen. Zumindest beim ersten Kind.

Bei Kind 1: „Oh mein Gott, es zerreißt mir das Herz!!! Was können wir tun? Wann hört es auf? TU DOCH WAS, SCHATZ!!! Ich versuche mal den Gymnastikball … nein, Massage … oder stillen … eine frische Windel … ins Bett gehen … ahhhhhhhh, vielleicht sollten wir ins Krankenhaus fahren? Oh Gott, wann hört das nur auf????“

Bei Kind 2: „SCHATZ, GIBST DU MIR BITTE DIE BUTTER?“

Als der Krümel damit begann, jeden Abend ein paar Stunden zu schreien, wussten wir, dass wir kaum etwas dagegen tun konnten. Also band ich mir das brüllende Baby um und wir versuchten so normal wie möglich unser Abendprogramm durchzuziehen. Wir aßen gemeinsam, unterhielten uns (nur lauter) und bewahrten Ruhe. Für uns, für den Krümel, aber vor allem auch für die kleine Madam, damit sie sich keine Sorgen um ihren Bruder machte und auch nicht auf ihre Rituale verzichten musste. Und siehe da: Das Baby schlief irgendwann einfach ein. Ob es aber an unserem geänderten Verhalten lag, weiß ich allerdings nicht 😉 .

Die Sache mit der Beikost

Ganz egal ob man nun schon nach dem 4. oder erst nach dem 6. Lebensmonat mit Beikost beginnen will – die meisten Babys machen es ihrer Mutter am Anfang nicht gerade leicht. Sie würgen und spucken, sie weinen und treten um sich, manche verweigern die feste Nahrungsaufnahme auch komplett – ganz diabolische Kinder allerdings erst, nachdem sie bereits einige Tage brav die Schnute für die Löffelchen aufgemacht haben und ihre Mama damit in Sicherheit wiegten. Und dann?

Bei Kind 1: „Verdammt, die Babys meiner Freundinnen essen alle schon Brei oder Stückchen oder Wurst vom Grill. Nur meines nicht! Was mache ich falsch? Ist mein Baby vielleicht krank? Was kann ich tun? Ich lese am besten noch einen Ratgeber.“

Bei Kind 2: „Ach, egal. Irgendwann essen sie alle. Versuchen wir es in ein oder zwei Wochen nochmal!“

Tja, Krümelchen, wer nicht will der hat schon! Esse ich die ganzen Leckereien eben alleine 😉 . 

Die heimische Boden-Hygiene

Ich hab ja da diesen Staubsaug-Tick. Aber selbst mir ist es unmöglich, IMMER einen krümelfreien Boden vorzuweisen. Das war vor drei Jahren, als die kleine Madam anfing zu kriechen und zu krabbeln echt anstrengend für mich. Aber heute …

Bei Kind 1: „Nein, Schatz, setz das Baby noch nicht auf den Boden! Ich muss erst noch staubsaugen … und wischen … und igitt, guck doch mal … da sind KATZENHAARE!!!“

Bei Kind 2: „Schatz, gibst du mir mal die Fusselrolle? Das Baby ist wieder unter den Schrank gerollt und hat jetzt Fell! Ach, warte, erst ein Foto machen, dann säubern wir das Kind 😀 .“

Die neue Lockerheit, die man als Elternteil bei Kind 2 entwickelt, sorgt nicht nur für schöne Erinnerungsfotos, sondern KANN sogar richtig praktisch sein. Wenn nämlich das Baby unter dem Hochstuhl des großen Geschwisterchens die heruntergefallenen Essensreste aufsaugt. Womit wir auch wieder bei der veränderten Beikost-Einführung wären 😉 .

Der heilige Babyschlaf

Was man als Mama nach der Geburt des ersten Kindes ziemlich sofort lernt: Babyschlaf ist heilig! Man weckt ein Baby NICHT. NIEMALS! UNTER KEINEN UMSTÄNDEN! Stattdessen genießt man die Ruhe, legt sich selbst hin oder wuselt ein bisschen im Haushalt rum. Denn nichts ist wichtiger als der Babyschlaf. Außer … man hat noch ein Kind 😉 .

Bei Kind 1: „Sorry, ich muss leider unsere Verabredung absagen. Das Baby schläft noch und ich will es natürlich nicht wecken. Ja, genau, du weißt ja: Babyschlaf ist heilig!“

Bei Kind 2: „Tja, Krümel, es hilft nichts. Wir müssen jetzt deine Schwester einsammeln. Du kannst später nochmal ein Nickerchen machen.“

Tja, so ist es leider. Der Babyschlaf ist bei Kind 2 nur noch so heilig, wie der Tagesablauf von Kind 1 es erlaubt. Das Gute ist: Die Zweiten sind meiner Erfahrung nach sowieso etwas pflegeleichter was das angeht … sie haben aber auch keine andere Wahl 😀 .

Der passende Lesestoff

Ich liebe Bücher. Und wenn ich jemals wieder Zeit dazu haben werde, dann lese ich alles „nach“ was ich in den letzten Jahren an Veröffentlichungen meiner Lieblingsautoren verpasst habe! Und weil ich Bücher so großartig finde, will ich natürlich auch, dass meine Kinder so empfinden. Natürlich immer ihrem Alter entsprechend 😀 .

Bei Kind 1: „Hier, mein Liebling, dass ist ein tolles Buch für dich. Habe ich extra in der Abteilung 3-6 Monate gefunden. Es bietet dir genau die Anreize, die du jetzt für deine Entwicklung brauchst!“

Bei Kind 2: „ Hier, Süßer, ein altes Pixie-Buch deiner Schwester. Geschmacksrichtung Klopapierrolle. Du wirst es lieben!“

Hahahaha, beim Krümel geht die zukünftige Liebe zu Büchern also eher durch den Magen, nicht über die Augen. Armes, unterfordertes Kerlchen 😉 .

Die Nummer mit dem Duschen und Zähneputzen

Nichts schmerzt das Herz einer Mutter mehr, als das eigene Kind weinen zu hören. Nach wenigen Sekunden stellen sich gefühlt die Nackenhaare hoch, die Haut kribbelt, einige Mamis empfinden sogar regelrecht körperliche Schmerzen, wenn ihr Baby haltlos weint. Da ist es mehr als nachvollziehbar (und eigentlich auch absolut richtig!), wenn man sofort alles stehen und liegen lässt, sobald der Nachwuchs losbrüllt. Und dennoch …

Bei Kind 1: „Die Mama muss jetzt mal eben duschen, Schätzchen. Och, bitte nicht weinen! Ich bin sofort wieder da! Ich mach ganz schnell! Ach, hör doch bitte auf zu weinen! Kann ich wenigstens die Zähne putzen? Ganz kurz? Nein? Oh man, du armes Würmchen, komm schnell auf Mamas Arm! Ich mach das später … oder morgen. Kein Problem!“

Bei Kind 2: „Ich MUSS jetzt mal schnell duschen, Schatz! Nur drei Minuten! Du schaffst das! Du hörst mich! Alles ist gut, Krümel! Gleich ist es geschafft! So, guck, alles halb so wild. Mama ist schon fertig.“

Beim zweiten Kind wird man nicht herzloser als Mutter, aber ein bisschen tapferer vielleicht. Weil man bereits aus Erfahrung weiß, dass man sich selbst auch nicht völlig vernachlässigen darf. Und weil man gelernt hat, irre schnell zu duschen, die Zähne zu putzen oder aufs Klo zu gehen. UND weil das Baby ja nicht allein gelassen wird, sondern nur mal drei Minuten nicht auf dem Arm sein kann, weil Mama gerade duscht … dafür aber danach sofort wieder zur Stelle ist und sich besser fühlt, wovon dann auch der Nachwuchs profitiert.

Auf dem Spielplatz

Spätestens wenn das erste Kind krabbeln und sitzen kann, treibt es Mutti und Vati zum ersten Mal auf einen Spielplatz, um dem Nachwuchs die Freuden des „Kuchenbackens“ und Rutschens näher zu bringen. Und ab da wird dieser Ort – ob man will oder nicht – zu einer festen Konstante im Leben, denn die Kids LIIIIIEBEN Sand, Schaukel und Co. Ich persönlich jedoch hatte zu Anfang mit der kleinen Madam etwas Schwierigkeiten, so etwas wie Sympathie für diesen Zeitvertreib zu entwickeln 😀 .

Bei Kind 1: „Nein, nicht den Sand anfassen! Und schon gar nicht in den Mund! Bitte, lass das Stöckchen los! Das ist so eklig! Igitt, igitt, igitt, ich brauche ein Feuchttuch!!!“

Bei Kind 2: „Na, wie schmeckt der Sand? Darf ich dir einen Schluck Wasser zum Nachspülen reichen?“ 

Ja, man wird cooler beim zweiten Kind. Gerade was die Kombination „Baby und jegliche Form von Dreck“ angeht, bin ich persönlich sehr viel entspannter geworden. Zugunsten des Krümelchens, denn der genießt es sehr, sich bei jeder Gelegenheit zu suhlen wie ein kleines Ferkel 😉 .

 

Ich bin sicher, es gibt auch Mamis, die gleich beim ersten Kind von Anfang an die Lockerheit in Person waren, sich nicht wegen jedem Kleinscheiß bekloppt gemacht haben und zu keinem Zeitpunkt versuchten, in irgendetwas mit Perfektion zu glänzen. LEIDER gehörte ich nicht zu denen. Und wenn ich ganz ehrlich bin, gibt es immernoch – trotz Kind 2 und deutlich mehr Mutti-Coolness als noch vor drei Jahren – so einige Baustellen an und in mir, die mal einen heftigen Tritt in den Arsch und ein höflich gebrülltes „Herrgott, jetzt lass es doch einfach mal und mach dich nicht selbst so kirre!“ bräuchten, um das nächste Level der Eltern-Entspannung zu erreichen. Ich stresse mich da aber nicht … ich kenne ja meine Kinder … der nächste Tritt kommt garantiert 😀 .

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Comments

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12 thoughts on “Rabenmutter 2.0: Das Zweite macht (ein bisschen) cooler!

  1. Ja!Ja! JAAAAAA! Genauso. Och ich könnte mich kringeln, wenn ich deine Texte lese. Eine „Ist- halt-so“-Stimmung gabs erst zum zweiten Kind dazu. Und inzwischen ist man ja auch routiniert. Gechillt. Sorry, Bübele, ist halt so.
    Liebe Grüße aus einem ähnlich aufgebauten Haushalt 🙂

  2. Bei mir ist es andersrum! Ich bin beim ersten Kind tatsächlich ziemlich entspannt, und meine Tochter darf gerne Dreck essen und vom Klettergerüst plumpsen. Haber aber größte Sorge, dass ich beim zweiten Kind auf einmal durchdrehe! Denn: auf nichts ist so wenig Verlass wie auf die Natur wenns um Mütter geht!

  3. Toller Beitrag.
    Ich hoffe, ich nehme mir das bei meinem 1. Kind zu Herzen und werde auch einiges locker sehen.
    Das mit dem duschen, nehm ich mir jedenfalls fest vor. 🙂 Mal gucken ob es klappt.

    Lieben Gruß

    Melli

  4. Oh ja… Obwohl der Kleinkindmittagsschlaf immer noch heilig ist, sonst brauchen wir spätestens abends Oropax UND Ohrenschützer.

    1. Der Mittagsschlaf der Mausemaus war hier auch laaaange heilig. Mal schauen wie es mit dem Krümel läuft, wenn er nicht mehr in der Trage schlafen kann 😜

      1. Die kleine Motte kann erstaunlicherweise überall schlafen. Auch allein. Ich habe immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich mich um die Große kümmern muss und die kleine sich inzwischen einfach selig in den Schlaf genuckelt hat.
        Von der Ersten kenne ich aber gut das Gefühl Matratze und Tragemama zu sein. Und wehe ich habe mich mal drei Meter entfernt. 😊

        1. Meine sind BEIDE so 😂 Wobei es bei der Großen langsam besser wird. Allerdings schläft sie immernoch ausschließlich in meinem Beisein ein. Und nur im selben Zimmer wie die Mama. Aber was solls … Hauptsache sie schläft 😂

          1. Ja, mein aufrichtiges Mitgefühl. Die Zweijährige bevorzugt das Einschlafstillen. Und nachts wandert sie regelmäßig ins große Bett zum Kuscheln. So ist das mit den lieben Kleinen.😎

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