Krümel-Chroniken

Krümel-Chroniken: 9. (Lebens-)Monat

Während ich das Gefühl habe, die Geburt des Krümelchens liegt MAXIMAL eine Woche zurück, macht sich der junge Mann auf, endlich die Welt am Schlawitschen zu packen und zu SEINEM persönlichen Spielplatz zu machen. Schluss mit rumliegen, in die Luft starren und entspannt den Tag genießen. Jetzt gehts ab hier! Nichts ist mehr sicher vor dem Baby-Forscherdrang, denn … der Krümel krabbelt! (Beweisvideo anbei 😉 )

BABY-STATUS:

Körperchen: Laut meiner mittelmäßig hochwertigen Waage wiegt der Krümel aktuell so ca. 9,5 Kilo und ist – von mir dilettantisch anhand seiner Klamotten geschätzt 😉 – um die 74 cm lang. Die neuen Sommer-Bodys hab ich daher schon in 80 bestellt, denn ich ahne, da kommt bald wieder ein Wachstumsschub. Und selbst wenn nicht, ist zu groß bei Hitze immernoch besser als zu klein.
Von mir aus könnte der Schub eigentlich sehr gerne noch etwas auf sich warten lassen, weil wir uns schon soooo sehr mit der Zahnerei amüsieren. Wie auch seine Schwester damals, arbeitet das Karlchen pro Zahnpaar so zwischen 2–3 Monaten am Durchbruch – und ist in dieser Zeitspanne vor allem abends wirklich, wirklich ganz arm dran. Das zumindest lässt sein ohrenbetäubendes, sehr schrilles Geschrei (von der Art und Frequenz würde ich auf junger Flugsaurier tippen 😉 ) vermuten. Natürlich leide ich mit ihm, gebe ihm dann was Kühles zu lutschen und wenn alles nichts hilft sogar mal ein kleines Zäppchen. Nichtdestotrotz war ich etwas erschrocken, als mir letzte Woche die Nachbarin von gegenüber (andere STRAßENSEITE!) schrieb: „Oh weh, was ist denn bei euch schlimmes los?“ Dass es SO laut ist, hätte ich nicht gedacht. Naja, wenn das Jugendamt demnächst vorbeischaut, biete ich höflich ein Kaltgetränk an – ist ja Sommer jetzt 😉 .
Können/Verhalten: Am 1. Juni fand das Krümelchen endlich den Vorwärtsgang (und stieß sich direkt den Kopf … er konnte ja auch nicht ahnen, dass es plötzlich in DIESE Richtung geht) und nur 10 Tage später machte er seine ersten Krabbelversuche (weil ich eine nervig-Handy-süchtige Mutti bin, gibt’s dazu weiter unten ein gaaaaaaaaanz süßes Video 😉 ). Zur Perfektionierung bedurfte es noch einmal 6 Tage, aber seit dem sind die Bauwerke der Mausemaus echt nicht mehr sicher vor der kleinen Abrissbirne. Noch trägt sie es mit Fassung, aber auch nur, weil ich ihr versprochen habe, ihr einen Babysicheren Bereich einzurichten. Den muss ich dann wahrscheinlich bis zur Zimmerdecke hoch einzäunen, da das Karlchen jetzt, wo der Knoten geplatzt ist, den Hals nicht voll bekommt von neuen Bewegungsabläufen und nun auch direkt sitzt, klettert und sich hochzieht. Bezaubernd finde ich, dass er zu mir gekrabbelt kommt und mich dann höchst liebevoll ableckt 😉 . Nicht so geil finde ich, dass er das Schuhregal entdeckt hat 😀 .
Schlaf-Elend: Was sich mittlerweile beinahe gänzlich geändert hat, ist die Art, wo und in welcher Position der Krümel schläft. Denn er pennt (vom Einschlafen abgesehen) nicht mehr in meinem Arm, sondern entweder neben mir auf meiner Matratze oder sogar neben mir in SEINEM Bett. Zum einen liegt das sicher daran, dass es einfach zu warm für dauerhaften Körperkontakt ist. Zum anderen ist es vielleicht ein Zeichen dafür, dass sein kleines Gehirn Fortschritte beim Thema Schlafpotenziale macht. Er schläft auch nicht mehr ruhig auf der Seite, sondern turnt rum, geht in Krabbelposition, spielt Kompass im Bett … und rollt sich irgendwann auf den Bauch, um so weiter zu schlummern. Ich muss zugegeben, dass bereitet mir manchmal Sorgen (mal davon abgesehen, dass die ganze Action eine LEICHTE Unruhe verbreitet 😉 ), weil ich immernoch Angst vor dem plötzlichen Kindstod habe … aber ich kann das Baby ja auch nicht auf dem Rücken festbinden. Und wenn er SO gut schläft, dann ist es ja schön (mit GUT meine ich bis zu zwei Stunden am Stück … ich freue mich ja über jede kleine Verbesserung 😉 ).

MAMA-STATUS:

Gewicht: 61,5 Kilo. Stillstand. Tja, schade. Nach Ellas Geburt wog ich zu diesem Zeitpunkt deutlich weniger. Allerdings … habe ich damals auch weniger gegessen 😉 . Es ist aber ok so. Ich weiß, ich habe Glück, dass mein Körper dieses rauf und runter von mehr als 25 Kilo bereits zweimal gut weggesteckt hat. Ich bin fast wieder auf meinem Startgewicht und darüber freue ich mich sehr. Ich passe in alle meine alten Sachen und solange ich die anhabe, sehe ich beinahe aus wie vor den Schwangerschaften. Ohne Kleidung ist das natürlich anders, aber wenn ich ernsthaft etwas an meiner neuen, eher schwammigen „Körper-Konsistenz“ ändern wollen würde, müsste ich mich eben zu einer sportlichen Betätigung aufraffen. Und DAS wird wohl eher nicht passieren.
Und sonst so: Körperlich geht’s mir eigentlich wirklich gut, wenn man mal von der Dauermüdigkeit absieht und dem Umstand, dass sich meine Periode irgendwie so gar nicht normalisieren will. Ich glaube, die letzte ist mittlerweile so 6 Wochen her. Seit dem hatte ich mal ganz leichte Blutungen, aber eher diese Schmiervariante, als die echte. Manchmal frage ich mich, ob das ein Zeichen von frühen Wechseljahren sein könnte (liegt bei mir in der Familie) oder ob es daran liegt, dass ich immernoch voll stille. Irgendwann weiß ich es genauer.
Mental hingegen merke ich, dass ich so ein bisschen am Limit laufe. Das bekommt weniger das Baby, als die (eigentlich ja auch noch kleine) große Tochter zu spüren. Vor allem abends – nach Einkaufs-Touren, Spielplatz-Sessions und 3-10 Trotz- oder Schmollanfällen auf offener Straße – bin ich oft so durch, dass ich mehr schimpfe, als gut und nötig ist. Das tut mir dann schrecklich leid, aber komplett abstellen kann ich es trotzdem nicht, obwohl ich es mir jeden morgen aufs Neue vornehme. Ich arbeite dran.

Mit jeder Woche, jedem Monat der verstreicht, wird klarer: Das Krümelchen ist anders als die Mausemaus 😀 . Nicht, dass ich wirklich damit gerechnet habe, hier einfach noch einmal das selbe „Model“ Kind bekommen zu haben, aber irgendwie ist man ja dann trotzdem überrascht, wenn Baby Nummer 2 so ganz anders funktioniert, als man das von Baby Nummer 1 gewohnt war. Wobei ich finde: Das Karlchen lässt sich deutlich leichter „handhaben“ als die Mausemaus in diesem Alter. Er ist viel genügsamer und braucht nicht jede Minute meine VOLLE Aufmerksamkeit, sondern spielt durchaus schon mal 10 Minuten ganz alleine, während ich Wäsche falte oder Frühstück mache. Auch lässt er sich viel einfacher ablenken … zum Beispiel wenn er eigentlich gerade weint, weil er umgeplumst ist oder die große Schwester ihm das verschluckbare Kleinteil, das aber doch so köstlich aussah, wieder abgenommen hat. Dann brauche ich ihm nur etwas neues, am besten Knisterndes oder extrem Buntes unter die Nase zu halten und schon hört er auf zu schreien, grabscht nach dem Spielzeug und ist wieder glücklich.
Zugegeben: Abends, wenn er schon sehr müde ist, wird es ein bisschen schwieriger, seine Stimmung positiv zu beeinflussen … dann muss ich nämlich singen 😉 . Und zwar das Igel-machen-Sonntags-früh-eine-Segelboots-Partie-Lied. DAS ist sein absoluter Lieblingshit, was – vor allem, weil es ja von mir vorgetragen wird – leider nicht für einen guten Musikgeschmack seinerseits spricht. Aber vielleicht wächst sich das ja noch aus 😀 .
Einzig wenn der kleine Mann Zahnschmerzen hat, ist Hopfen und Malz verloren und selbst knuddeln und knutschen mit der Mama hilft kaum mehr. Ansonsten aber ist er in diesem Punkt wirklich pflegeleicht – und da bin ich MEGA dankbar für!!!

Ebenso dankbar bin ich dafür, dass seine Abneigung dem Kinderwagen gegenüber langsam schwindet. Natürlich trage ich den Krümel immernoch echt viel rum, aber vor allem längere Strecken (wie die Kita-Abhol-Nummer) machen wir jetzt meistens schiebend – zumindest einen der beiden Wege. Gottseidank, denn wenn ich ehrlich bin: Bei 35 Grad im Schatten habe ich andere Träume, als mit dem Baby zusammenzuschmelzen (Ödipus wäre sicher anderer Meinung gewesen 😀 ).

Tja, läuft also alles. AUßER … das Thema Beikost. War ja klar, ne? 😉 Echt, ich gebe es dran mit dem doofen Mist, warte die nächsten beiden Zähnchen ab und reiche dem Krümel dann ein Butterbrot mit Wurst, Käse und KRUSTE. Brei ist offenbar einfach nicht sein Ding, denn er will sein Essen nicht nur richtig anfassen und anschauen, sondern auch damit irgendwo draufhauen können 😀 . Allerdings isst er das, was er gut halten kann, dann trotzdem nicht. Manchmal schabt er was ab, lutscht an den „Partikelchen“ rum, kehrt die Krümel, Stückchen und Bröckchen jedoch postwendend wieder aus der Schnüß heraus, wenn er sie genug erforscht hat. Runterschlucken gibt es nicht. Bei NICHTS! Außer … Eis. Eis mag der feine Herr Naschkater. Die Geschmacksrichtung ist dabei sogar völlig Latte. Hauptsache, es ist kalt und kommt aus der Waffel, die Mutti in der Hand hält und vor seinen flinken Speckhändchen zu verteidigen versucht. Wie ein kleines Vögelchen reißt er dann (meist ja in der Trage sitzend) sein Schnäbelchen auf und schaut dabei sowas von schnuckelig drein, dass ich seinem Wunsch entsprechen MUSS und ihm was abgebe. Mehrfach. Ach, ich bin eine schlechte Mama. Bei der Mausemaus habe ich so sehr darauf geachtet, dass sie im ganzen ersten Lebensjahr keinen Zucker zu sich nimmt (also keine bösen weißen Zucker!) und beim Karlchen knicke ich schon nach 8,5 Monaten ein L . Aber er liebt es so sehr! Und ich ja auch! Wenn’s heiß ist, will ich ein Eis essen. Logisch, dass das Sohnemännchen dann auch was will. Es wäre halt nur schön, wenn er den gleichen fordernden und SCHLUCKENDEN Einsatz ebenfalls bei anderen Nahrungsmitteln zeigen würde. Hmmm, vielleicht geht es bei ihm gar nicht um die Konsistenz, sondern um die Temperatur?! Möglicherweise muss ich den Karottenbrei einfrieren?! Tja, wenn das hier noch lange dauert, versuche ich es wahrscheinlich … dann gibt’s Karotten- und Brokkoli-Eis fürs Baby 😉 😀 .

 

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10 thoughts on “Krümel-Chroniken: 9. (Lebens-)Monat

  1. Unser Bübele ist auch ein Bauchschläfer. Seit er sich umdrehen konnte, hat er nachts so lange rumgewirscht, bis er endlich auf dem Bauch, alle 4e von sich gestreckt und die Nase in die Matratze gebohrt, weitergeschlafen hat. Mittlerweile leg ich ihn auch nur noch auf den Bauch oder auf die Seite, sonst zetert er ewig rum. Er ist auch kein wirklicher Breifreund – außer Schmelzflocken ohne alles *bäh*- und immer noch zahnlos, weshalb es bei uns auf Ernährungsmischmasch hinausläuft. Allerdings mach ich mir bei 9 kg keine Sorgen, dass er demnächst verhungert – er offenbar schon.
    Dein Karlchen ist wirklich ein ganz süßer^^ und so niedlich, wie die Schwester ihm helfen will 😀

  2. Ich bin so erleichtert zu erfahren, dass es auch andere Kinder gibt die sicb mit den Zähnchen so plagen! Ich werde immer doof angeguckt wenn ich erzähle dass unser Kleiner bis zu 8 Wochen braucht bis er einen Zahn durch hat – das glaubt mir kein Mensch! Da heißt es immer nur „Ach ja das Baby war mal eine(!) Nacht ein wenig(!) quengelig und am nächsten(!) Morgen haben wir dann gesehen ein neuer Zahn ist da… Beneidenswert! Für alle Beteiligten 😉 Und unser Lütte (ohnehin leider kein guter Esser) verweigert dann auch immer konsequent jegliche Nahrungsmittel – und Flüssigkeitszufuhr… Außer MuMi, wril die geht natürlich immer! 😃 (zum Glück wenigstens das)

  3. Das mit dem Brei-verweigern und Essen anfassen wollen kenne ich ! Meine Madame liebt dagegen Erdbeeren! Es gibt nur kein Geschrei bei Erdbeeren! Gut, dass man beim 2. echt gelassener ist/sein muß.

  4. Ich bin gerad echt verwirrt ob du oder ich Zwillinge bekommen haben. Jedenfalls ist das karlchen und Leo sich so ähnlich das sie einem Ei entsprungen sein könnten. Nur das Leo 2.5 Monate jünger ist. Und bei Leo 10 kleine Zappelmänner noch vor Igels hoch im Kurs steht.

    Das schöne deine leideslieder sind meine Motivationsschübe das ich nicht alleine bin.

    Ich freue mich über jeden Bericht vom Karl Beziehungsweise dir. 🙂

  5. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass du von mir schreibst 😁
    * Gewicht gleich
    * Kinder im gleichen Alter
    * Brei ist bäääh… Gleiche Komponenten unpüriert schmecken der Lütten (8 Monate) oder sie will gleich was ORDENTLICHES und bloß nix für Babys 😂🙈😉
    * rotierendes Baby im Bett und entsprechend unruhige Nächte
    * Müdigkeit
    * kurze Zündschnur je später der Tag und irgendwie am Limit…

    Es ist so tröstlich, wenn man liest, dass andere Mamas mit im gleichen Boot sitzen. Manchmal denkt man ja komischerweise alle anderen machen es besser 🙈

    Ganz liebe Grüße von einer „Leidensgenossin“ 😘

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