Krümel-Chroniken

Krümel-Chroniken: 10. (Lebens-)Monat

Während ich mit dem Krümel schwanger war, habe ich mich oft gefragt, ob es wirklich möglich ist, NOCH einen Menschen so sehr zu lieben wie das erste Kind. Mittlerweile weiß ich: Ja, das ist möglich. Und mehr noch! Oft habe ich sogar das Gefühl, dass sogar meine Liebe zur Mausemaus noch ein bisschen gewachsen ist, weil ich nun sehe, was für eine fabelhafte große Schwester sie ist. DAS lässt mir wirklich das Herz aufgehen <3 .

BABY-STATUS:

Körperchen: Der Sohnemann bringt immernoch (mit voller Windel 😀 ) ungefähr 9,5 Kilo auf meine wahrscheinlich etwas ungenaue Waage. Das ist, wenn man bedenkt, wie viel ich den Krümel immernoch trage, gar nicht mal so wenig. Allerdings ist er jetzt auch nicht besonders speckig. Ich hab halt nicht wirklich eine Ahnung, wie lang er gerade ist, doch ich meine, dass die Mausemaus zu dieser Zeit durchaus etwas kürzer und dafür ein bisschen mehr Michelin-Mädchen war. Tja, aber wer NUR Milch will, der kann in Sachen Baby-Knubbel-Look eben auch nicht ganz vorne mit dabei sein. Macht aber nix. Er ist knubbelig genug, um zuckersüß und gesund zu sein. Mehr braucht es von mir aus gerade nicht.
Ansonsten konzentriert sich der kleine Knopf gerade in erster Linie auf seine Bewegungsabläufe und nicht so sehr aufs körperliche. Die nächsten Zähne zum Beispiel lassen immernoch auf sich warten. Aber ehrlich gesagt … solange ich noch so viel stille, finde ich weniger Zähne ja gar nicht so schlimm 😉 .
Können/Verhalten: Ungefähr seit Anfang des Monats geht der Krümel mit wachsender Begeisterung in den Vierfüßlerstand. Und weil ihm das so viel Freude macht, mag er seit ungefähr dem 12. Juli auch hin und wieder richtig stehen. Natürlich nicht frei, sondern an meinen Händen oder in meine äh, etwas faltige Haut am Oberschenkel gekrallt 😀 . Er findet es mega!!! Und ich bin erstaunt, denn der Kleine setzt direkt die Füße richtig flach auf. Da die Mausemaus das bei ihren ersten Versuchen nicht machte, sondern irgendwie etwas komisch über die Seiten ging, mir aber gesagt wurde, ihre Art wäre normal, habe ich nicht damit gerechnet, dass es auch Babys gibt, die einfach direkt den richtigen Stand finden. Jetzt fürchte ich mich etwas, dass er womöglich doch früher läuft, als seine Schwester. Ich wollte doch ein gemütliches Söhnchen!!!!
Schlaf-Elend: Irgendwie lustig, aber tatsächlich habe ich so langsam ein Gefühl von „es wird besser“! Dabei schläft der Krümel immernoch maximal zwei Stunden am Stück … aber gemessen am letzten Monat ist DAS eben trotzdem eine Verbesserung 😀 . Man wird eben genügsam und leicht glücklich zu machen mit der Zeit. Wobei … jetzt, wo ich das aufschreibe, beschleicht mich der Gedanke, dass es sich möglicherweise bei der ganz unterirdisch Schlecht-Schlaf-Phase um einen perfiden Plan des Babys handelte, mich einmal so RICHTIG fertig zu machen, damit ich mit seinem normal-mies Schlaf besser klar komme und nicht mehr so rumjammere deswegen. Tja, alles möglich bei diesen kleinen „Glücks“-Bringern in Windeln 😉 .
WAS mich aber echt ein bisschen nervt, ist, dass ich abends nicht von seiner Seite weichen darf, selbst wenn er längst eingeschlafen ist. Ja, stimmt, dass bin ich eigentlich bereits von der Mausemaus gewöhnt, die mich ja auch immer gleich mit heftigem Gebrüll und vielen Tränen zurückgepfiffen hat, wenn ich mich mal kurz bis zum Klo gewagt habe. Aber irgendwie hatte ich gehofft, dass der Krümel mich etwas früher als erst nach 2 Jahren mal wieder auf die Couch zum Rumgammeln ließe. Aktuell sieht es in diesem Punkt allerdings noch sehr schlecht aus. Ergo: Ich sitze jetzt mit dem Laptop im Bett … zwischen den schlafenden Kindern … denn mein Getippe stört das Krümelchen weitaus weniger, als meine Abwesenheit. Bitte sehr, dann eben so. (Erstmal – ich geb noch nicht auf!!! 😉 )
 

MAMA-STATUS:

Gewicht: 61 Kilo. Wie heißt es so schön: Mühsam diätet das Eichhörnchen … oder so. Wobei ich ja gar nicht wirklich diäte. Ich habe mein Startgewicht wieder und fühle mich tatsächlich einigermaßen normal und wohl in meinem After-zwei-Babys-Body. Außer … ich beuge mich nackig nach vorn. Das ist dann leider nicht mehr so schön in der Bauch-Region 😉 . ABER muss ich ja auch nicht machen. Und wenn doch – zum Beine eincremen oder so – kann ich ja auch einfach die Augen zumachen. Frei nach dem Motto: Guckt sich weg 😀 . Ach, was solls. Ich bin jetzt 40 Jahre alt (Guckt sich diese Zahl eigentlich auch weg???). Da wäre mein Bauch wahrscheinlich auch ohne die beiden Schwangerschaften nicht mehr so straff wie mit Mitte 20. Nicht nur, weil ich URALT bin, sondern vor allem weil ich keinen Sport mache und viel zu viele Chips esse. Selber schuld, große Madam! (Ich kann und will das aber nicht ändern!)
Und sonst so: Warum auch immer: Ich verfüge aktuell über überraschend viel Elan – obwohl meine Nächte ja immernoch kacka sind und mein Akku daher EIGENTLICH um Notstrom betteln sollte. Dennoch hab ich Bock was zu tun … zu schreiben, zu kommunizieren, rauszugehen, eben aktiv zu sein. Komisch. SEHR komisch! Das sieht mir so gar nicht ähnlich 😀 . Quatsch, doch, sieht es schon … ich war schon immer eher der Typ, der nochmal aufgedreht hat, wenns eigentlich schon anstrengend war. Ich darf mich in solchen Phasen nur nicht hinsetzen – sonst schaltet mein ganzer Körper sofort ab und ich purzel Kopfüber in einen langanhaltenden Dornröschen-Schlaf! Und da ich mir DEN gerade so gar nicht leisten kann, rödel ich einfach weiter, lächle dabei und winke mit meinem schwabbeligen Winkearm (GRÄSSLICH!!!) fröhlich hinterher.

NICHT. ZU. FASSEN! Mein doch eben erst geschlüpftes Krümelchen ist schon 10 Monate alt … und entwickelt Zusehens eine ganz eigene Meinung 😀 . Zum Beispiel beschwert er sich jetzt lautstark, wenn ich ihm etwas wegnehme, das ER ganz super spannend findet (die komplette Klopapierrolle, die dreckigen Gummistiefel der großen Schwester, verschluckbare Kleinteile jeglicher Art, fieses, im Spielplatzsand gefundenes, undefinierbares Ekelzeug), ich aber lieber nicht in seiner Schnute sehen mag. Da wird richtig wütend gebrüllt! Und ich muss dann ernst bleiben, obwohl er so putzig aussieht – voll schwierig! 😉 Die Mausemaus war in diesem Alter ein anderer Typ … nämlich kaum aus der Ruhe zu bringen. Durfte sie eine Sache nicht behalten, hat sie sich halt etwas Neues gesucht, ohne groß zu jammern. DAS macht sie erst seit sie in der Kita ist. Fazit: Ich habe hier aktuell zwei Kinder, die beide lieber alles für sich behalten würden. Soll heißen: Ich bin völlig in der Geschwister-Kinder-Nummer angekommen 😀 .
Ich mag mich aber eigentlich gar nicht über diese wirklich noch schnuffelig kleinen Auseinandersetzungen zwischen den beiden beschweren, denn ich weiß schließlich erstens aus eigener Erfahrung mit meiner kleinen Schwester, dass da noch ganz andere Phasen kommen und zweitens, dass die Geschwisterbeziehung bisher meiner Meinung nach überhaupt nicht besser sein könnte. Niemand sonst bringt das Krümelchen so dermaßen zum Strahlen und Gackern wie die große Schwester. Und auch umgekehrt ist die Liebe immens groß. Morgens wird der kleine Mann von der Mausemaus regelrecht abgefeiert … schon allein fürs wachwerden. Sie gibt ihm freiwillig Hirsekringel ab (zugegeben, die sind eigentlich eh für ihn gedacht, aber was solls 😉 ) und knuddelt ihn manchmal sogar mehr, als ihm recht ist. Sie jubelt wie ein Groupie, wenn er an der Couch STEHT, weil sie es kaum erwarten kann, mit ihrem Bruder an der HAND nach draußen zu gehen. Jedem, den wir treffen, erzählt sie von ihm … was er gerade gelernt oder blödes gemacht hat. Sie singt für ihn, tanzt für ihn und vor allem macht sie Quatsch für ihn. Denn wenn sie irgendetwas herumwirbelt, hochschmeißt oder erfundene Worte brüllt, lacht der Krümel sich schier kringelig. Manchmal denke ich: ER ist das Publikum, auf das sie gewartet hat. Und sie ist sein absoluter Star. Hach, ganz ehrlich: Mein Herz quillt geradezu über vor Liebe und Glück, wenn ich die beiden zusammen sehe. Sogar dann noch, wenn der Spaß, den sie lauthals lachend haben, darin besteht, dass die kleine Madam ihren Bruder mit kleinen Bauhölzchen bewirft. „Na gut, bis einer heult,“ denke ich dann, weil ich das wilde Gekicher nicht ständig mit einer Mami-Floskel wie „Nicht so wild!“ abwürgen möchte (vorausgesetzt, es besteht tatsächlich keine ernstzunehmende Gefahr … das lerne ich noch einzuschätzen 😀 ) . Ich finde es gerade wirklich, wirklich wunderschön, die Mausemaus und das Krümelchen als Duo zu erleben und hoffe, dass die beiden – von den üblichen, Entwicklungs- und Streitbedingten Ausfällen der Geschwiesterliebe mal abgesehen – auf Dauer so ein Dreamteam sind.

Immernoch kein (und wahrscheinlich niemals) Dreamteam hingegen sind das Krümelchen und Brei. Ich weiß eigentlich auch gar nicht, warum ich es weiter versuche. Vielleicht, weil er MANCHMAL doch drei bis vier Löffelchen isst. Oder weil in mir (trotz besseren Wissens) ab und zu eine doofe Stimme flüstert: „Es liegt an dir! Du gibst dir nicht genug Mühe und bist zu inkonsequent mit der Brei-Nummer!“ ODER weil ich so verdammt viel selbst gekochten Brei eingefroren habe! Ist natürlich alles Quatsch. So wie es aussieht, mag der Krümel einfach nicht. WAS er mag, ist Obst in großen Stücken bzw. am besten gleich die ganze Nektarine … oder Melone. Eis geht auch fast immer. Und dieses komische Knäckebrot, dass im Grunde nichts anderes ist als ein viereckiger Hirsekringel. Zwei sehr matschig gekochte Stückchen Zucchini hat er letztens mal aus Versehen geschluckt – ich glaube, dass Zeug war einfach zu flutschig, um es wieder auszuspucken (was er ja sonst im Prinzip mit allem macht, das sich nicht freiwillig im Mund auflöst). Koche ich also jetzt öfter 😀 😀 😀 .

Ich glaube langsam wirklich, dass das Karlchen der Typ Baby ist, der bloß auf sein Werkzeug wartet und nach Erhalt von Zahn drei und vier in ein Käsebrot mit Rinde beißt, kaut und das Futter runterschluckt ohne eine Miene zu verziehen. Mir soll’s recht sein 😉 .

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8 thoughts on “Krümel-Chroniken: 10. (Lebens-)Monat

  1. Ich will dir keineswegs etwas madig machen, aber du weißt doch, dass „es ist gerade besser/es funktioniert/kann mich nicht beschweren“ geradezu eine Einladung an alle mögliche potenziellen Phasen und Schübe sind? 😀 Niemals laut aussprechen, wenns gerade läuft! Niemals! 😀
    Wir haben das gerade hinter uns.
    „Oh, ich war noch nie mit meinem Kind in der Ambulanz“ – BING!- abgetrennte Fingerkuppe
    “ Maus schläft immer alleine ein und durch“ – BING! – täglich 2 Stunden Einschlafbegleitung und Besuche im Elternbett….

    Trotzdem les ich deine Texte sooo gerne <3

  2. Wenn man will kann man auch ohne Zähne kauen, diese Regel lehrt mich mein Sohn. Also sollte ich mal auf die dritten angewiesen sein, sch…. drauf ich mach es wie die mini Kopie von mir nur mit schnippenl und kaue auf der blanken Leiste.

    Leo verweigert auch weiter jede Form von Brei. Ich habe es aufgegeben. Dafür bekommt er sämtliche Geschmacksrichtungen von „Freche Freunden“ Alles andere Dampfgare ich so lange tot bis man nicht mehr erkennt was es ist. Nein ehrlich. Fleisch geht super, mit Obst brauche ich ihm nicht kommen. Nur in der Nähe seines Mundes dreht er den Kopf zur Seite und sollte ich mich Freude strahlend darüber freuen das er es doch im Mund hat, schiebt er es postwendend mit der Zunge wieder raus. So clever…..

  3. Als unsere Maus 4 Monate alt war, haben wir ein nettes Paket von einem Breigläschen-Hersteller bekommen mit einem netten Brief „Glückwunsch, ihr Kind ist nun bereit für Beikost“. Ich habe das nicht so gesehen und das Päckchen zur Seite gestellt. 6 Wochen und zwei Zähne später, nachdem wir die neidischen Blicke auf unsere Teller nicht mehr ignorieren konnten, wollten wir es also einfach mal ausprobieren. Also Päckchen auf, das Glas „Weiße Karotte“ aufgewärmt, der Maus vorsichtig einen Löffel voll hingehalten und schwuppdiwupp war alles leer. Wir waren glücklich und freuten uns über unsere gute Esserin… Nur um ein paar Tage später realisieren zu müssen, dass sie aber eben auch nur „Weiße Karotte“ isst. Bei allem anderen wird der Mund zu einem Strich, und wir ernten einen bösen Blick. Seit nun vier Monaten… Ok, sie isst morgens ihr Brot seit ein paar Tagen. Und abends mag sie auch Grießbrei, wenn man ordentlich Obst reinkippt. Und sie mag Gurke im Fruchtsauger (Ok, ich merke gerade, sie isst doch einiges anderes). Aber mittags muss es „Weiße Karotte“ sein. Zum Glück haben wir gemerkt, dass es auch geht, wenn wir irgendwas kochen und es mit einem halben Gläschen „Weiße Karotte“ mischen. Wir fragen uns aber, wieso es unbedingt dieses „exotische“ Gemüse sein muss. Es ist ja nicht so, dass es das mal am Gemüsestand gibt. Oder als Gläschen von einem anderen Hersteller. Pastinaken, Kürbis, normale Karotte… Keine Chance, es muss die weiße Karotte sein. Also ja, wir haben keinen Grund zur Beschwerde, sie isst brav Brei. Trotzdem fühlen wir uns ein bisschen abhängig… und fragen uns, welchen Deal der Hersteller mit unserer Maus abgeschlossen hat. Es würde uns nicht wundern, wenn Weihnachten ein großes Paket für sie vor unserer Haustür steht.

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