Krümel-Chroniken

Krümel-Chroniken: 11. (Lebens-) Monat

Obwohl mein BABY erst nächsten Monat Geburtstag hat, ist es schon jetzt ein Thema für mich, das mich regelrecht gefühlsduselig und manchmal sogar etwas melancholisch werden lässt. Wieso wachsen die eigentlich so schnell? Ist doch Käse! Vielleicht liegt es daran, dass ich den Krümel als besonders „easy“ zu Händeln empfinde. Bis auf nachts stresst er mich wirklich so gut wie gar nicht. Und DAS gefällt mir ziemlich gut! Ich weiß aber natürlich, dass das nicht so bleibt 😉 . Aber noch ist es die meiste Zeit einfach nur schön mit ihm.

BABY-STATUS:

Körperchen: Fast genau 10 Kilo wiegt das Krümelchen jetzt und ist … keine Ahnung wie lang. Ich bekomme es einfach nicht hin, den Sohnemann anständig zu vermessen, kann aber trotzdem mit Sicherheit sagen: Der Jung ist gewachsen, denn er hat in allen 74 Hosen mittlerweile Hochwasser 😉 . Ich habe also damit begonnen, Klamotten in 80 zu kaufen und zwar in erster Linie eher herbstliche Outfits, denn der Sommer macht schließlich ständig Winter-Ferien (was soll der Kack eigentlich????)
Im Gegensatz zu seiner Schwester in dem Alter, hat der Krümel schon richtig Haare. Der Style ist zwar nur so medium-cool ( er trägt aktuell so eine Ingo Appelt-Gedenk-Frisur 😀 ), aber ich finds trotzdem zum Fressen schnuffig, dass ich schon so ein bissl wuscheln kann!
Können/Verhalten: Weil ich es so krass finde, wie schnell das alles geht, habe ich tatsächlich damit begonnen, richtig die Daten aufzuschreiben. Daher kann ich genau sagen: Am Samstag, den 5. August hat der Krümel festgestellt, dass man die eigenen Füße nicht nur zum drauf stehen nutzen, sondern auch noch bewegen kann. Er war allerdings überraschenderweise nicht halb so begeistert wie ich und seine große Schwester, als er seine ersten Schritte am Couchtisch entlang lief und wir beide das abfeierten, als wäre er gerade kurz zum Mond geflogen. Doch als er nur 3!!! Tage später den Hochstuhl der Mausemaus durchs komplette Wohnzimmer schob, konnte er auch nicht mehr anders und ist vor stolz fast geplatzt 😀 . Man, echt, er war total von sich selbst beeindruckt, wie er da plötzlich fast genauso cool wie alle anderen RUMLIEF. Gut, er brauchte (und braucht) natürlich noch einen Stuhl (an den Händen traut er sich noch nicht – Mutti erscheint offenbar nicht ganz so verlässlich wie ein Ikea-Stuhl 😀 ), aber es ist schon ein beachtlicher Sprung nach vorn. Und obwohl die Mausemaus in eben diesem Alter auch mit der Lauferei begonnen hat, glaube ich, dass der Krümel es schneller perfektionieren wird als sie damals. Frei gelaufen ist sie nämlich erst mit 15 Monaten. Aber SIE hatte ja auch keine große Schwester, die es zu verfolgen galt 😉 . Ach, von mir aus könnte er ja trotzdem ruhig mal ein bisschen langsam machen…mein kleiner Flo <3
Schlaf-Elend: Also wenn der Krümel nicht gerade unter einem heftigen Männerschnupfen mit verstopfter Nase und leichtem Husten leidet (wie Mitte des Monats), und deshalb alle halbe Stunde wach wird, um wie am Spieß zu schreien, DANN kann ich doch endlich mal von einer kleinen Verbesserung berichten: Manchmal (so einmal die Woche) schafft das Karlchen drei Stunden Schlaf am Stück!!!! BÄM! Geht doch! Zugegeben: Das ist immernoch mächtig weit entfernt von einer Gut-Nacht-Version, in der man das Wort „Durchschlafen“ verwenden könnte, aber meine Ansprüche sind nach jahrelanger Folter durch die Tochter und die ebenso bescheidenen ersten Monate mit dem Krümel ja sehr gering. Drei Stunden am Stück schlafen zu dürfen, finde ich schon recht erholsam. Und nach dem Stillen schläft der Sohn ja auch immer sofort wieder ein … also nix mit endlosen Wachphasen wie bei der großen Schwester. DIE haben mich richtig geschlaucht und ich mache drei Kreuze, dass mir dieses nächtliche Elend beim zweiten Kind erspart bleibt. Zumindest sieht es aktuell so aus. Allerdings …. jetzt habe ich es ja ausgesprochen! Schlimmer noch: Ich habe es niedergeschrieben! Oh Gott, Murphy, pack dein Law ein und lass mich in Ruhe!!!!

MAMA-STATUS:

Gewicht: Irgendwie pendel ich gerade zwischen 59 und 60 Kilo (was ja ohne Frage mega super ist!!!). In welche Richtung der Pfeil gerade eher tendiert, hängt davon ab, wieviel Käsekuchen und Pasta ich brauche, um trotz des ständigen Regens die Sommerferien der Tochter einigermaßen – und zwar lächelnd – zu überstehen. Echt jetzt: Ich lege schon wieder ein Essverhalten wie im Winter an den Tag. Das ist schlecht! Denn mein Plan sieht eigentlich vor, über den Sommer etwas UNTER mein normales Gewicht zu rutschen, um so eine Art Pufferzone für das Abstillen und die damit verbundene GewichtsZUnahme zu gewinnen. Ich erinnere mich schließlich an meinen ersten „Abstill-Vorgang“ vor drei Jahren: Da kamen ratzfatz ein paar Pfund zurück, die ich dachte dauerhaft losgeworden zu sein. Blöd, aber leider nicht zu ändern. Wenn ich weniger Kalorien verbrauche, aber weiter so viel Chips und Nudeln esse … tja, dann wird’s eben eng in der Röhren-Jeans. Klar könnte ich auch weniger essen. Oder Sport machen 😉 . Aber das finde ich ja bekanntlich alles doof. Ach, naja, mal abwarten, wie es diesmal tatsächlich läuft. Und bis dahin am besten vorsorglich … WENIGER KÄSEKUCHEN ESSEN!!!
Und sonst so: Mir geht’s gut. Körperlich wie seelisch fühle ich mich gerade richtig im Einklang mit mir selbst, wenn man das so sagen kann, ohne ein bisschen gaga zu klingen. Ja, es ist manchmal anstrengend mit den beiden Monsterkindern und JA, der Schlafmangel nervt. Doch davon mal abgesehen, bin ich gerade einfach nur schrecklich glücklich und dankbar dafür, die Mama von zwei so bezaubernden Kindern zu sein. Man kann ja auch nicht immer nach einem Haar in der Suppe tauchen 😉 . WENN ich jedoch eines finden wollen würde, dann wäre es wohl die kleine OP, die mir wegen diesem blöden Nabelbruch, der behandelt werden muss, Anfang September bevorsteht. Ich stehe nicht so besonders auf OPs (wer tut das schon) und es erfüllt mich ein wenig mit Sorge, dass ich den Krümel dann einige Zeit nicht einfach so hochheben bzw. rumtragen soll – laut Arzt soll ich wochenlang nicht mehr als 5 Kilo heben. Pffft, als Mama ja wohl ein Unding. Ich hoffe einfach mal, er ist ein Schwarzseher und übertreibt maßlos mit seiner Vorsicht 😀 .

Auch wenn ich es wirklich absolut nicht glauben kann, nähern wir uns mit großen Schritten dem ersten Geburtstag des Krümelchens und damit auch dem Ende der offiziellen Babyzeit (wobei er für mich natürlich noch einige Zeit mein Baby bleiben wird … so ungefähr 30 Jahre 😀 ). ICH! KANN! ES! NICHT! FASSEN!!!! Wie konnten die ersten Monate denn bloß so schnell vergehen??? Echt, ich bin jedes Mal völlig perplex, wenn mich jemand fragt: „Na, wie feiert ihr denn den ersten Geburtstag vom Krümel?“ KEINE AHNUNG!!! Ich will nämlich eigentlich gar nicht. Ich WILL nicht, dass die Babyphase schon vorbei ist. Ich weiß, voll bescheuert … ist doch schließlich so toll und süß und einfach entzückend, wie der kleine Mann hier unterwegs ist, mit wachen Augen die Welt erkundet, seine ersten Schritte macht und so voller Tatendrang und Neugierde steckt, dass ich schon allein vom Zusehen müde werde 😉 . Ich fühle mich auch echt mies, wenn ich ihm abends ins Ohr flüstere: „Bleib noch ein bisschen länger klein … ich genieße es so!“, aber ich kann es nicht abstellen. Wenn ich Mamis mit ganz frischen Säuglingen im Arm begegne, werde ich schon beinahe etwas melancholisch, weil ich bereits vergessen habe, wie der Krümel sich in MEINEM Arm anfühlte, als er nur die Hälfte wog. Hach, bescheuert. Dabei kenne ich durchaus Frauen, die es kaum erwarten können, dass ihre Minis endlich etwas größer und aktiver werden, damit sie mehr mit ihnen „anfangen“ können. Ist ja auch großartig, keine Frage! Aber die ersten Monate mit Baby sind dennoch – zumindest für mich – besonders wertvoll. Denn gemessen an allen anderen Phasen der Kinder, ist das die wahrhaft kuscheligste Zeit. Und auch die, die am schnellsten wieder vorbei ist. Sie entwickeln sich so rasant, dass man als Mutter kaum hinterher kommt. Schon jetzt sitze ich oft neben dem schlafenden BABY im Bett und schaue mir auf dem Handy die knapp 1 Million Fotos von ihm an, auf denen er noch winzig war und rein gar nichts konnte außer trinken, pupsen und schlafen. Das ist noch gar nicht so lange her – und irgendwie doch bereits eine Ewigkeit.

Wenn ich mich recht erinnere, ging es mir bei der Mausemaus aber genauso. IHREN ersten Geburtstag habe ich mit Tränen begonnen, weil ich so grässlich rührselig war. Kaum vorzustellen, was mit meinem „Wasserhaushalt“ passiert, wenn sie in die Schule kommt oder mal alleine wegfährt oder auszieht. Am Wochenende habe ich schon fast geheult, weil wir sie zum ersten Mal in so einem Möbelhaus-Spiele-Paradies abgegeben haben … für vier Minuten, denn dann fiel der Mausemaus auf, dass sie lieber doch nicht alleine dort bleiben wollte. Das tat mir irgendwie gut, weil ich so verstanden habe, dass selbst meine GROßE, die immer losstapft wie John Wayne persönlich, aktuell so viel schimpft und zetert, doch auch noch klein ist und die Mama braucht. GOTTSEIDANK!!! Bin ich deshalb eine doofe Glucke? Ne, ich glaube nicht. Ich halte meine Kinder ja nicht davon ab, ihren Weg zu gehen, sich zu entwickeln und zu beweisen – ich schniefe nur heimlich neben ihnen ins Kissen, wenn sie bereits eingeschlafen sind und von neuen Abenteuern träumen 😉 .

Fast gar nicht mehr die Tränen in die Augen treibt mir das Thema Beikost. Das liegt zum Einen daran, dass wir gaaaaaanz langsam Fortschritte machen und zum Anderen, dass ich komplett kapituliert habe 😀 . Wenn der Krümel irgendwas nicht isst, dann kommt es halt weg. Scheiß drauf! Er nimmt aktuell null Gemüse … weder als Brei, noch als Stückchen. Ja bitte, dann ist das halt so. Dafür mag er Obst. Und zwar wahllos alles. Erdbeeren werden im Prinzip mit Stumpf und Stil verspeist (jawoll … MIT RUNTERSCHLUCKEN!), alle anderen Sorten spuckt er zwar wieder aus, aber erst nachdem er sehr ausgiebig darauf rumgekaut oder dran gelutscht hat. Geschmacklich ist er also zumindest in Sachen Obst sehr aufgeschlossen, nur schluckt er halt immernoch nichts, was ihm Konsistenz-mäßig fragwürdig erscheint. Selbst Melone kommt größtenteils wieder raus. Aber hey, ist mir jetzt auch egal! Das er nicht mehr alles verweigert, ist ja schließlich ein guter Anfang. Vom Abendbrei nimmt er mittlerweile sogar manchmal ein paar Löffel und Quetschis gehen auch ab und zu ganz gut. Alles darüber hinaus wird sicher von ganz alleine kommen, wenn denn dann endlich mehr Zähne das Licht der Welt im Babymund erblicken. So lange stille ich halt. Was solls … 😀

Ohne Frage die allerschönste „Neuheit“ ist: Der Baby-Sohn folgt jetzt immer seiner Schwester, wenn diese schmollend und/oder weinend den Raum verlässt (was dank ihrer sehr ausgeprägten Trotzphase gar nicht mal so selten passiert 😉 ). Er krabbelt dann flott hinterher, setzt sich zu ihr und spielt neben ihr. So als wollte er sagen: „Ich hab zwar keinen Schimmer, was hier gerade abgeht und wie ich dir helfen kann, aber ich bin einfach mal für dich da!“ Und sie nimmt dann manchmal seine kleine Hand in ihre … und weint dann so noch ein bisschen weiter. Oh man, ich könnte jedes mal zerfließen vor Liebe zu meinen Kindern (wenn ich nicht gerade sauer bin) und freue mich so sehr zu sehen, dass schon so früh eine richtige Geschwisterbeziehung entstanden ist, wo die Große den Kleinen mitnimmt und der Kleine versucht die Große zu trösten. Die zwei gehören wirklich zusammen … ach, dat is so schön! <3

 

Dieser Text ist ebenfalls erschienen auf eltern.de

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2 thoughts on “Krümel-Chroniken: 11. (Lebens-) Monat

  1. Jaaa, bald ist das erste Jahr rum! Es ist so krass, wie wahnsinnig schnell die Zeit mit 2 Kindern verpufft.
    Das mit dem Essen kennen wir! Unsere Kleine ist im Vergleich zum großen Bruder sooooo schwierig. Ob und was ich selber koche oder kaufe, ist alles bäh, nur Brot findet sie echt geil (jaja, Gluten, lmaA) und Gläschen mit weißer Möhre oder was mit Fisch. Und die dann auch nur, wenn sie zwischendurch am Nuckel lutschen darf.
    Ansonsten geht Obst auch -fast- immer. Ist mir inzwischen auch dermaßen Würstchen! Auch was andere Muttis dazu sagen…“Du kochst gar nicht selber???Ich mach ja alles im Dampfgarer, gleich mehrere Portionen“…Ach was…,denk ich dann, krieg du mal dein 2.

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