Herzensangelegenheit(en)

DKMS – Ich bin registriert. Ganz bewusst!

Vor etwas mehr als drei Jahren, als ich die damals ungefähr einjährige Mausemaus gerade abgestillt hatte und sich dadurch das Gefühl in mir breit machte, endlich wieder allein über meinen Körper verfügen zu können, empfand ich es als passenden Zeitpunkt, mich bei der DKMS als Stammzellenspender registrieren zu lassen. Ich habe vorher eigentlich gar nicht viel darüber nachgedacht … ich empfand es einfach plötzlich als ungemein wichtig und richtig, das zu tun. Sicher lag es zum Teil daran, dass ich als immernoch einigermaßen frischgebackene, eventuell etwas nah am Wasser gebaute Mama jedes Mal vor Empathie in Tränen ausbrach, wenn in meinem Facebook-News-Feed DKMS-Hilferufe von Familien an Blutkrebs erkrankter Kinder erschienen. Aber nicht nur. In erster Linie war es etwas anderes, das mich dazu veranlasste, endlich das Registrierungs-Set zu bestellen … und auch zu benutzen: Krebs ist ein Arsch. Immer. Jede Krebs-Art! Aber Blutkrebs können wir besiegen. Wenn wir alle GEMEINSAM dagegen kämpfen! Was für eine fantastische Chance!

Trotzdem: Wirklich informiert habe ich mich erst einmal nicht … ich habe es einfach gemacht. Was auf mich zukäme, wenn mein „genetischer Zwilling“ erkranken und meine Hilfe brauchen würde, war irgendwie kein Thema für mich. Diese Gedanken habe ich mir erst vor Kurzem gemacht, als es zum Kontakt zwischen der DKMS und LÄCHELN UND WINKEN kam. Ich wollte gern wissen, was ich neben meiner Registrierung und gelegentlichen Spenden noch tun könnte und die DKMS lud mich auf eine Veranstaltung ein, bei der sie ihre Arbeit und ihre neue Social-Media-Aktion #eineStoryfürdieDKMS vorstellte. Denn WAS der Organisation – und damit auch all den an Leukämie erkrankten Menschen – neben der Registrierung immer hilft, ist Präsenz … in unseren Köpfen und Herzen.

Also habe ich mich endlich einmal ernsthaft mit dem Thema Stammzellenspende auseinandergesetzt. Und das hat meine ja nun längst getroffene und bereits umgesetzte Entscheidung für die Registrierung nur noch bestärkt. Jetzt kann ich sagen:

Ich bin mir darüber bewusst, dass …

  • mein genetischer Zwilling eines Tages vielleicht meine Hilfe braucht.
  • er oder sie womöglich kein Baby von einem Plakat ist, sondern einfach nur ein Mensch, der ohne meine Spende nicht weiterleben darf.
  • die Verantwortung, ein Leben retten zu können, durchaus manchmal nicht nur positive Gefühle hervorruft.
  • das Medikament, welches ich mir einige Tage spritzen muss, um meine rettende Stammzellenspende überhaupt erst möglich zu machen, Nebenwirkungen haben kann, die im Normalfall aber nicht unangenehmer sind als ein grippaler Infekt.
  • wenn ich kurzfristig von meiner Einwilligung zur Spende zurücktrete, mein genetischer Zwilling wahrscheinlich sterben muss.
  • eine Spende nicht nur körperlichen „Einsatz“ sondern auch – ganz profan – ein paar Stunden meiner Zeit erfordert.

Tja, ich denke, wenn es dazu kommen sollte, werde ich mit diesen Anforderungen leben können – damit mein genetischer Zwilling WEITERleben kann. <3

PS: Wer noch nicht registriert ist, es aber in Erwägung zieht, dem möchte ich einen „Bummel“ über die Homepage der DKMS ans Herz legen. Hier werden die häufigsten Fragen beantwortet, alle Möglichkeiten der Hilfe vorgestellt und natürlich wird auch der Weg zum registrierten Stammzellenspender erklärt. Und dann: Registriert euch einfach! 😉 Gemeinsam treten wir dem Blutkrebs in den Arsch! 😀

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5 thoughts on “DKMS – Ich bin registriert. Ganz bewusst!

  1. Schön den Bericht zu lesen. Ich selbst bin auch seit einiger Zeit bei der DKMS registriert. Und wer weiß, vielleicht braucht irgendwann mal ein Mensch meine Hilfe. Und das Anmelden geht ganz leicht und schmerzfrei. Sollte jeder mal drüber nachdenken. Und wer möchte, kann auch gerne auch meinen Blogbeitrag zu dem Thema lesen, ich würde mich freuen: http://mama-geht-online.de/index.php/2015/09/05/ich-in-der-knochenmarkspenderdatei/
    LG Anke

  2. Komisch, das war bei mir ähnlich. Nachdem die Große abgestillt war, hatte ich das irre Bedürfnis, mich dort anzumelden – zumal wir schon Blutkrebs in der Familie hatten. Wurde zwar zwei Monate später wieder eingefroren, weil das Bübchen unterwegs war, aber sobald es wieder möglich ist, steh ich wieder bereit.

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