Krümel-Chroniken

Krümel-Chroniken: 13. (Lebens-)Monat

Schon vier Wochen ist der erste Geburtstag des Krümelchens her und ich habe mich immernoch nicht ganz mit dem Gedanken arrangiert, dass er nun kein Baby mehr ist. Aber es wird besser. Anders gehts ja auch gar nicht. Erstens, weil er schließlich immer größer wird und zweitens, weil er einfach die meiste Zeit so herzallerliebst ist (ich übertreibe echt nicht! 😉 ), dass ich mit ihm im Arm (oder am Bein) gar nicht traurig werden kann. Ein bisschen genervt vom Zahnen waren wir beide zwischendurch, weil es so langwierig war … aber wir leben halt nicht bei Alice im Wunderland – perfekt gibts nirgendwo und wär auch laaaaangweilig! 😀

BABY-STATUS:

Körperchen: Während meine Waage ja bereits letzten Monat davon sprach, dass der Krümel mehr als 10 Kilo wiegt, sagte die beim Kinderarzt, dass er die Markierung zur zweistelligen Gewichtsklasse doch noch nicht überschritten hat. Was ich daraus schließe, ist sicher klar: Auch ICH wiege weniger, als meine Waage mir weiß machen will (das doofe Ding lügt – ich wusste es!!! 😉 ). Tatsächlich bin ich irgendwie ein bisschen beruhigt, denn er nicht nur leichter, sondern auch noch etwas kürzer als ich dachte. Aktuell bringt er es auf 77 cm Länge und liegt damit – genau wie mit seinem Gewicht – voll auf der Kurve. „Sie haben da ein echtes Durchschnittsbaby,“ sagte mir die Ärztin bei der U6 und ich fand das null unhöflich. Natürlich möchte jede Mutter, dass ihr Kind etwas besonderes ist (ist es ja auch 😀 ) aber wenn ich bedenke, wie viel der Krümel sich noch tragen lässt, brauche ich in Sachen Größe und Gewicht eher keine „Extras“. Davon mal abgesehen, schrieb die nette Frau Doktor in unser U-Heftchen, dass der Krümel ein freundliches und gesundes Kind sei. Na, welche Mama hört das NICHT gern?!
Können/Verhalten: Langsam glaube ich, der Krümel ist einfach so ein Typ, der beherzt und motiviert etwas anfängt … und dann erst einmal Pause macht (ein bisschen wie sein Vater 😀 ). Hat er ja schon bei der Geburt so gemacht: Blase gesprengt, Wehen im 3 Minuten Takt „gestartet“ und dann … 12 Stunden Pause gemacht, denn der feine Herr hatte es sich überlegt und wollte lieber doch noch nicht raus. Und so handhabt er es bei so ziemlich allem. Bereits seit mindestens einem Monat steht er frei und seit zwei Wochen läuft er manchmal sogar schon zwei bis drei Schritte ohne sich festzuhalten. Das aber weiter forcieren? Ach nö, lieber nicht, scheint er beschlossen zu haben und legte seine Bemühungen in dem Bereich förmlich auf Eis. Stattdessen richtet er seinen Entwicklungs-Fokus aktuell erst einmal auf andere Abendteuer. Zum Beispiel auf die Sprache. ELLA und MAMA sagt er jetzt ganz klar und auch einige andere Wort-ähnliche Geräusche bahnen sich immer öfter den Weg über die kleinen, immer vor Sabber triefenden Lippen nach draußen. Außerdem fügt er plötzlich Dinge zusammen … Deckel und (passende) Flaschen, Stab und Ringe, sogar das Prinzip Lego hat er verstanden. Das finde ich echt krass, denn die Mausemaus hat sich für soetwas ihre kompletten ersten zwei Lebensjahre fast null interessiert – schon allein deshalb micht, weil es ihr an der Geduld mangelte, ein bisschen herumzuprobieren (ganz meine Tochter 😀 ). Der Baby-Sohn hingegen scheint da anders gestrickt. Er bleibt dran und lässt sich von Rückschlägen nicht aus der Ruhe bringen. So deutlich habe ich es bisher noch bei nichts empfunden: Meine beiden Kinder sind tatsächlich ganz unterschiedliche Menschen, mit ganz individuellen Schwerpunkten und Talenten. Sehr aufregend! Und sehr spannend zu beobachten!!!
Schlaf-Elend: Bis vor wenigen Tagen dachte ich, ich würde an dieser Stelle wieder schlimm jammern müssen, denn der kleine Mann litt auch nachts so sehr unter der Zahnerei, dass wir wochenlang keinen Schlaf fanden. Jede Stunde (zum Teil sogar öfter) wurde er weinend wach und war manchmal sogar nicht einmal mit Stillen zu beruhigen. Doch jetzt scheint es geschafft zu sein: Die beiden oberen Schneidezähne sind durch (jetzt also NUR NOCH 16 Zähne!!!) und der Krümel schläft endlich etwas besser. Es kommt sogar vor, dass er sich ganze drei Stunden nicht rührt!!! Ich genieße als neuerdings nächtliche Wellness-Urlaube 😀 . Jetzt hoffe ich nur, ich löse kein böses Tschutsch aus, weil ich es hier aufschreibe. Also: Pssst, ich hab nichts gesagt 😉 .

MAMA-STATUS:

Gewicht: 61,8 Kilo. DAS ist gar nicht gut. Ich muss echt die Reißleine ziehen und mal auf meine heißgeliebten Chips verzichten … und auf Kuchen … und auf Schokolade. Na gut, dass ist völlig unrealistisch. Aber ich sollte ernsthaft die Menge überdenken!!! Denn noch während ich stille wieder zuzunehmen ist eher kontraproduktiv und wird mich sehr bald, sehr ärgern!
Und sonst so: Den Großteil des Monats habe ich mich aufgrund des sehr heftigen Schlafentzugs wie der Tod auf Latschen gefühlt … aber aktuell geht’s eigentlich. Ich habe jetzt ein paar Tage in Folge mehr als zwei Stunden am Stück schlafen dürfen und fühle mich tatsächlich einigermaßen fit. Was mich ein bisschen stört, ist, dass ich ziemlich heftig Haare verliere. Obwohl ich doch noch auf Still-Hormonen bin! Extrem unpassend dazu, hat meine Friseurin beim letzten mal meine Haare zu stark ausgedünnt UND sie irgendwie komisch geschnitten, so dass ich der Lage auf meinem Kopf kaum Herr werde und ziemlich unzufrieden damit bin. Aber ansonsten … geht’s mir aber gut 😉 .

Ich habe das Gefühl, das Krümelchen „steht“ gerade an der Schwelle zu vielen großen Veränderungen. Noch während ich diesen Eintrag in den Krümel-Chroniken verfasse, macht er Fortschritte an allen Fronten (vielleicht liest er hier ja mit 😉 😀 ). Ab und zu versucht er nun doch, mehr als nur zwei oder drei Schritte ohne Mamas Hand zu laufen … und freut sich dann so irre darüber, wenn er mir mit Laufschwung in den Schoß plumpst, dass ich ihn glatt auffressen könnte vor Liebe. Eigentlich stimmt es mich ja immernoch oft etwas melancholisch, dass mein Baby gar kein Baby mehr ist, doch wenn ich sehe, mit wie viel unbändiger Freude er jeden noch so kleinen Erfolg feiert, bin ich damit versöhnt. Babys sind herzallerliebst. Aber Kleinkinder genauso! Und ich denke, dieses Gefühl begleitet einen als Mutter … bis zur Pubertät des Nachwuchses. Dann hört es vorübergehend auf, hab ich mir sagen lassen 😀 .

Sogar beim Thema Essen geht’s bei uns zwischendurch mal vorwärts. Allerdings verwirrt mich das dann total, weil ich ja eigentlich längst daran GEWÖHNT bin, dass der Krümel schon „abwinkt“, bevor ich mit dem Löffel auch nur in der Nähe seines Mundes angekommen bin. Während der ganz harten Zahnungsphase (über drei Wochen!!!) hat er im Grunde sogar wahllos alles abgelehnt. Und zwar selbst die Lebensmittel, die wir eigentlich zu meiner großen Begeisterung ENDLICH als Abwechslung zur Mama-Milch-Bar in den täglichen Speiseplan integriert hatten: Abendbrei, Fruchtgläschen, Joghurt, Knäckebrot, Hirsekringel, Obststücke. Mochte er auf einmal alles nicht mehr. Es durften mittags maximal 2-3 Nudeln mit Soße auf seiner Zunge „probeliegen“ – aber dann mussten sie wieder raus. Ausschließlich Laugengebäck wurde akzeptiert. Also einigermaßen zumindest. Es war zum Kotzen, echt!

Doch plötzlich … vor ein paar Tagen … aß mein Baby-Junge zu meiner enormen Überraschung eine Handvoll Brokkoli!!! Ungewürzt, bisschen labbrig (weil aufgetaut ) und GRÜN natürlich ;). Und als wäre das nicht irre genug, beförderte er das Gemüse selber mit der GABEL in seinen Mund!!! Ich war so perplex, dass ich am liebsten gefragt hätte: „Sach ma, willst du mich verarschen???“ Hab ich aber natürlich nicht. Stattdessen hab ich ihm schnell auch noch ein bisschen Zucchini untergejubelt 😀 .
Der „Spuk“ hat nicht lange gehalten und am nächsten Tag hat er sich den Brokkoli wieder wie gewohnt mit der Hand in die Haare geschmiert. Aber hey, was soll?! Wenn’s einmal klappt, dann klappt es auch wieder! Ich bin voller Hoffnung 😉 .

Grundsätzlich versuche ich weiterhin locker zu bleiben und mich auf diese mega Futter-Erfolgs-Momente zu konzentrieren, selbst wenn es danach wieder schlechter wird. Es geht dem Söhnchen ja gut. Selbst die Kinderärztin war nicht schockiert, als ich erzählte, dass ich noch so wahnsinnig viel stille. „Von mir aus können sie das so in dem Stil weitermachen, bis er eingeschult wird“, sagte sie und grinste, weil sie durchaus weiß, dass das definitiv NICHT mein Plan ist. Aber mir tut das Bewusstsein gut, dass es dem Baby an nichts fehlt und ich mir bzw. uns keinen Stress machen muss.

Ach ja, es ist verrückt, wie sich die eigene Einstellung mit Kindern ändern kann. Ich hätte mir früher niemals vorstellen können, so lange zu stillen. Oder als komplette Familie in einem Raum zu schlafen. „Nach einem Jahr stille ich ab und das Baby zieht in sein eigenes Zimmer“, erklärte ich noch in der Schwangerschaft mit der nun vierjährigen Tochter jedem, der mich fragte. Und nun? Nun schläft die Mausemaus immernoch bei uns. Zwar an unserem Fußende im eigenen Bett, aber dennoch bei uns. Und den Krümel stille ich garantiert noch einige Monate, also deutlich länger als ein Jahr, wenn auch hoffentlich bald nur noch nachts und wenn’s geht NICHT bis zur Einschulung. Kinder verändern eben tatsächlich alles. Ganz besonders die Pläne und Einstellungen ihrer Eltern 😉 .

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