Leser-Geburtsberichte

Leser-Geburtsbericht: Stephanie erzählt

Um ca. halb sechs Uhr Abends am 09.06.09 (ausgerechneter Geburtstermin) hatte ich das Gefühl Moritz hätte mich getreten. Ich dachte mir nix dabei und bin erstmal aufs Klo. Als ich grad wieder raus wollte machte es nochmal „Plop“ und „Schwab“ und ich dachte mir „Okaaaay, du setzt dich besser nochmal aufs Klo.“ Ich ganz doof meinen Schlüppi angeschaut der leicht Nass war und nach zwei Minuten „Schaaatz… ich glaub wir können ins Krankenhaus fahren, meine Fruchtblase ist grade geplatzt“. Der werdende Papa ging dann zur Nachbarin um ein Auto zu organisieren und ich hab mich auf die Suche nach nem dicken Handtuch gemacht.
Um kurz nach 18 Uhr waren wir dann auch schon im Krankenhaus. Die haben mich dann Untersucht und ans CTG angeschlossen. Leider war das Fruchtwasser grün, hätte also mit viel Pech auch ein Kaiserschnitt werden können. Machte mir bis dato aber noch keine Sorgen, Wehen hatte ich auch noch keine „spürbaren“.
Um kurz vor 20 Uhr fingen diese dann holter die Polter an, seeeehr übel, gefühlt von null auf hundert. Die kamen direkt alle 2 min, ich bin fast gestorben vor Schmerzen. Aber die Schwestern schickten mich „spazieren“. Weiter als ums Bett im Kreissaal kam ich aber nicht mehr und wollte ich auch nicht. Wenn ich Schmerzen hab bin ich wie ein bissiges Tier, wehe jemand kommt mir zu nah (mein Mann tat mir im nachhinein sehr leid). Roland fragte irgendwann vorsichtig ob er nochmal nach einer Schwester gucken soll – die ließen mich nämlich alleine meine Wehen ausbaden – ich fluchte nur ein „jaa bitte“ und er tat sein bestes. Die nette Damen kam dann auch „irgendwann“ und versuchten mit mir meine Wehen durchzuatmen. Mein Muttermund wollte sich aber einfach nicht bewegen. (Nein einen Schwangerschaftskurs hatte ich natürlich nicht besucht, war ja der festen Meinung ich schaff das schon „irgendwie“. Ich glaub auch immer noch das mir ein Hechelkurs nicht hätte helfen können, es tat einfach weh.)
Naja, nach einer gefühlten Ewigkeit durfte ich dann doch den Papierkram für die PDA ausfüllen „ist das beides ihre Unterschrift?“ wurde ich ernsthaft während meiner Wehen gefragt.
Weil die Schwestern grad Übergabe machen musste dauerte das Setzen der PDA aber wieder eine gefühlte Ewigkeit. Als die Dame die dafür zuständig war aber endlich kam und nach drei Versuchen erfolgreich war konnte ich meinem Krümel in aller Ruhe helfen seinen Weg nach draußen zu finden. Die Presswehen kamen dann auch recht bald und ich fauchte den werdenden Papa an bitte nach einer Hebamme oder Ärztin zu suchen sonst würde ich unseren Sohn alleine bekommen.
Um kurz vor 01 Uhr meinte die Ärtzin dann „Na, schaffen wir das bis um viertel nach eins?“ (Sehr Witzig). Joaaaaa…. um 01´14 Uhr war er dann da. 6 Presswehen und es war vorbei. Alles in allem knapp 5 Stunden hats gedauert.
Die Schmerzen VOR der PDA waren viel schlimmer als die „kleine“ Honigmelone letztendlich auf die Welt zu bringen.

Das grüne Fruchtwasser hat sich bei Moritz dann am nächsten Morgen bemerkbar gemacht. Sein erstes Frühstück endete damit das man ihn wieder mitnahm mit den Worten „er ist vorhin blau angelaufen, wir müssen jetzt gucken wieso.“
Da saß ich dann ziemlich traurig. Grad versucht man sich mit dem Mamasein anzufreunden und dann ist das kleine Paket wieder „weg“. Drei Blutabnahmen hat es gedauert bis fest stand das er eine Neugeborenensepsis hat aufgrund des grünen Fruchtwassers. Zwei Wochen musste er mit Antibiotika auf der Station bleiben bis ich ihn endlich mit nach Hause nehmen durfte.

Diesen spannenden Geburtsbericht hat Stephanie geschrieben 🙂

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