Neu Rabenmutter 2.0

Rabenmutter 2.0: Was Kinder tatsächlich zum Kuscheln mit ins Bett nehmen

Wie die meisten werdenden Eltern habe ich damals, als ich mit der Mausemaus schwanger war, mächtig viel tolles Zeug geshoppt, von dem ich absolut sicher war, dass ich bzw. unser Baby es mega dringend brauchen würde. Kiloweise kleinen und großen Krimskrams schleppte ich an … vom Nasensauger in Pinguinform (die können ja mal gar nichts!) über ein super-duper praktisches Babybettchen (hat die Mausemaus nie drin geschlafen, war aber als Ablage schier unverzichtbar für mich 😉 ) bis hin zu stapelweise WEIßEN Bodys (nur brauchbar, wenn man einen Werbevertrag mit einem Gallseife-Hersteller hat, um den niemals enden wollenden grell-gelben Baby-Milch-Schiss wenigstens ansatzweise wieder herauszubekommen 😀 ).

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Ganz besonderen Wert legte ich auf die Wahl der richtigen Kuschelfreunde für mein Mini-Kind … den ersten Teddy zum Beispiel, das auf jeden Fall TOTAL notwendige Schnuffeltuch und die natürlich unbedingt beschmusbare Spieluhr. Mit sehr viel Liebe suchte ich die Stofftiere aus, die meinen Nachwuchs in Zukunft (mit mir gemeinsam) in den Schlaf begleiten, es beruhigen und ihm ein Gefühl von Geborgenheit vermitteln würden. Schließlich WUSSTE ich: Babys mögen es weich und plüschig! Öhm … tja … falsch!!! 😉

Irgendwie ist es – für mich tatsächlich immernoch oft etwas verblüffend – ja so: Babys sind „ab Werk“ mit einer richtigen, echten, durchaus schon starken und definitiv nicht zu ignorierenden Persönlichkeit ausgestattet. Das ist toll … hat aber Nachteile für Mama und Papa 😉 . Denn: Die Zwerge nehmen nicht einfach alles freudestrahlend entgegen, was wir ihnen bieten – sie haben stattdessen zu allem und jedem eine eigene Meinung und teilen diese auch lautstark bzw. mit Überzeugungskraft mit. Zum Beispiel:

  • Mama findet, das Baby sieht sehr müde aus und sollte daher mal ein Nickerchen machen. Das Baby ist aber anderer Meinung, WEIL da gerade voll spannend Blätter im Wind schaukeln oder ein neuer Geruch an der Nase vorbei weht oder das Geschwisterkind SOOOO lustige Sachen macht oder, oder, oder. Dann wird nicht geschlafen. Dann wird sich gewehrt! Und gebrüllt! Und aus Wut gepupst! (Echt, das können die! 😀 )
  • Mama hat was mega Gesundes und auch Leckeres mit viel Liebe für das Baby zubereitet, serviert und via Löffel-Flugzeug auf den Weg zum Schnütchen geschickt … da fällt dem Baby auf, dass es JETZT gerade eigentlich überhaupt nichts essen will, das Futter sowieso extrem fragwürdig riecht und grundsätzlich SEINER Erfahrung nach grüne Lebensmitteln IMMER kacke schmecken. Also haut es der Mama den Löffel aus der Hand … und beobachtet sehr interessiert, wie sich das Essen mit Vollspeed über den Esstisch bis zur (ehemals) weißen Wand durch die Luft bewegt! Faszinierend! 😉
  • Papa (der soll ja auch seinen Spaß haben) möchte dem Baby seine Lieblingsmusik näher bringen, wählt mit großem Bedacht Interpreten und Songs aus und hofft, seinen Nachwuchs positiv beeinflussen zu können. Das BABY brüllt allerdings schon bei den ersten Noten los, als würden Papas Lieblingslieder in seinen nagelneuen Gehörgänge brennen wie Feuer. Nur bei Helene Fischer (oder was die Eltern sonst so richtig gruselig finden) lächelt es wohlig und freut sich seines Lebens. Geschmäcker sind echt voll früh total verschieden!

Und genauso verhält es sich eben auch in Sachen „Bett-Begleiter“! Während viele Mamas schier in Verzückung geraten, wenn sie ihrem Liebling ein zauberhaft reizendes Schmusetierchen schenken, reagieren einige (und meiner Erfahrung gar nicht mal so wenige) Babys und Kleinkinder wie folgt: Sie starren kurz auf das Objekt für Muttis Glückseligkeit, pieken einmal höflich in dessen Auge und schieben es dann desinteressiert zur Seite, um an die weitaus spannendere Verpackung zu gelangen. SO machte es meine Tochter die kompletten ersten beiden Jahre ihres Lebens … und mein Söhnchen scheint ihr in diesem Punkt nacheifern zu wollen.

Natürlich gibt es Kids, die von Anfang an ganz vernarrt sind in ihre Plüsch-Gesellen, die keinen Schritt ohne sie tun und schon gar nicht ohne sie einschlafen würden. Meine Kinder hingegen scheinen für derlei „tiefgründige“ Beziehungen erst ein gewisses Alter erreichen zu müssen. Und BEVOR sie das nicht erreicht haben, wandern andere „Begleiter“ mit in die Federn. Denn was mitnehmen … muss natürlich trotzdem sein 😉 !

Hier mal ein paar „Schmuse“-Highlights meiner Kinder:

  • Creme-Dosen (ich erinnere mich gar nicht mehr so genau, von welchem Hersteller die Lieblings-Creme-Dose der Mausemaus war … ich weiß nur noch, dass ich während des kompletten Einschlaf-Rituals dachte: „Hoffentlich geht die nicht auf! BITTE NICHT AUFGEHEN!“ 😀 )
  • Waschlappen (DAS passiert, wenn Waschlappen aussehen wie Kuscheltiere. Könnte aber echt schlimmer sein … NASSE Waschlappen zum Beispiel 😉 )
  • Bauklötze (Bauklötze sind definitiv schon deutlich schlimmer im Bett als Waschlappen … vor allem, wenn es mehr als nur einer sein muss, man später nicht mehr alle findet und sich im Endeffekt nachts selber auf einen draufrollt. Autsch!)
  • Springseil (Der Opa hatte es der Mausemaus geschenkt, da musste es natürlich mit ins Bett. Ich war semi-begeistert, weil ich grundsätzlich der Meinung bin, dass besser NICHTS mit Strangulations-Potenzial ins Kinderbett gehört. Aber was weiß ich schon. Ich bin ja nur die Mama 😉 )
  • Windmühle (Super am Fahrrad, nicht so super beim Einschlafen in der Babyhand. Obwohl ich sagen muss, dass die Kratzer auf meinem Dekolleté doch recht schnell wieder abgeheilt sind 😀 😀 😀 )
  • Plastikschüsseln (Was in Gottesnamen ist denn bitte SO toll an unseren hässlichen, alten Rührschüsseln, dass sie die Ehre verdienen, ANSTELLE eines voll schönen, kuscheligen Teddys als Einschlaf-Begleiter dienen zu dürfen??? Ich verstehs nicht!)
  • Taschenlampen (UNBEDINGT aus dem Kinderbett entfernen, bevor man selbst ins Bett geht – es ist nämlich echt voll ätzend, wenn man nachts mit einem Lichtstrahl direkt in die Pupille geweckt wird!)
  • Kochlöffel (Ähnlich wie die Windmühle nur so medium-geil, wenn das Baby beim Stillen einen Holzlöffel hin und her schwingt. Mamas Reflexe werden mit zunehmender Müdigkeit nämlich schlechter. Ich spreche da aus Erfahrung 😀 )
  • Bilderrahmen mit Fotos (Beim Aufräumen haben die Mausemaus und ich mal ein Kinderfoto vom Papa in einem unterirdisch hässlichen Bilderrahmen gefunden. „Ohhhh, ist das söööön!“ säuselte sie damals und legte das Ding nicht mehr aus der Hand. Zwei Tage und Nächte lang!)
  • Zahnbürste (WTF?! Aber Zähneputzen trotzdem Kacke finden … logisch!)
  • Papier (Ich spreche hier nicht von Bildern oder Notizen oder Zeitschriften. Nein, ich meine einfach nur leeres Papier!!! Das Kind ist echt komisch!)
  • Luftballons (Die Gas-Version finde ich besonders nervig, weil sie mir während der Einschlaf-Begleitung immer gefühlt 1.000 x ins Gesicht fliegen. Normale Ballons gehen da fast noch. Außer sie tauchen im „Rudel“ auf. Dann wird’s eng und quietschig im Bett.)
  • Gießkanne (Pro-Tipp: Immer nur leer erlauben! 😉 )
  • Ohrschützer (Ja, ich finde es auch nervig, wenn der Papa mal schnarcht … aber man kanns auch übertreiben 😀 )
  • Hand-Staubsauger (Mein persönlicher Favorit unter den „Schmuse-Freunden“ der Tochter. Als der Hand-Staubsauger zum ersten Mal ZWINGEND mit ins Bett musste, habe ich ca. 50 Fotos davon gemacht, weil ich dachte, dass glaubt mir der Mann sonst im Leben nicht 😉 )

Tja, was soll ich sagen: Der Kuschel-Geschmack meiner Kinder lässt mich auch nach mehr als vier Jahren mit ihnen abends noch oft ein bisschen wie ein Vollidiot aus der Wäsche gucken. Dann lasse ich den Blick – je nach Schmuse-Objekt-Wahl des Tages – maximal irritiert zwischen meinem Nachwuchs, den sooooo knuddeligen Stofftieren (die ich ja trotzdem kaufe, weil ICH die toll finde) und dem TATSÄCHLICHEN aktuellen Herz- und Lieblingsteil hin und her schweifen, seufze und nicke den Wunsch im Endeffekt zustimmend ab (wenns sich jetzt nicht gerade um ein großes Fleischermesser oder den Feuerlöscher oder sonst was BESONDERS unpassendes handelt). Denn was ich in dem „Mutti-Job“ ganz schnell gelernt habe, ist: In erster Linie zählt, dass das KIND glücklich einschläft, denn nur dann darf auch die Mama schlafen :D. Und … sobald der Zwerg eingepennt ist, kann man Springseile, Handstaubsauger oder (neue und trockene) Klobürsten ja eben schnell vom Kopfkissen entfernen. Man muss am Morgen dann nur rechtzeitig den Ich-weiß-von-Nichts-Blick aufsetzen und eine Geschichte von schlafwandelnden Staubsaugern erzählen können … dann ist alles gut! 😉 😀

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4 thoughts on “Rabenmutter 2.0: Was Kinder tatsächlich zum Kuscheln mit ins Bett nehmen

  1. Ich habe gerade auch herzlich gelacht, bzw. es gleich wieder versucht zu unterdrücken, da es mit frischer Kaiserschnittnarbe Recht schmerzhaft ist. Habe ich geschafft, bis ich zu einem weiteren Punkt deiner Kuschelliste. Trotzdem toll geschrieben 😉

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