Neu Rabenmutter 2.0

Rabenmutter 2.0: Der fragwürdige Humor der Papis

Ich liebe meinen Mann sehr. Und ich kann mit absoluter Bestimmtheit sagen, dass ich dieses Abenteuer, zwei Kinder großzuziehen, mit niemandem sonst auf der Welt erleben wollen würde, außer mit ihm. Ich HOFFE, das sagen viele Frauen mit Kindern über ihre Partner und Ehegatten … denn das ist der einzige Grund, warum wir so VERDAMMT LANGE über ihren Quatsch lachen, anstatt abends im Bett via Google einen Bulldoggen-ähnlichen Scheidungsanwalt ausfindig zu machen, weil der „Herr des Hauses“ konsequent und hochmotiviert versucht, uns mit diesem ganz speziellen, wahrscheinlich so ziemlich jeder Mutter bekannten „Familienvater-Humor“ in den Wahnsinn zu treiben :D.

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Da mein Göttergatte während der Woche nur wenig zu Hause ist und daher an Werktagen leider nicht so viel Zeit hat, mich an seinem überragenden (seine Wortwahl, nicht meine 😉 ) Humor teilhaben zu lassen, bündelt er all seine Spaßigkeits-Energie an den Wochenenden und schießt dann eine Salve Kracher nach der anderen ab. Und ich bin ziemlich sicher, er ist nicht der einzige seiner Gattung, der sich dieser Technik bedient. Ebenso wenig wie er wohl als Individualist aus der Papa-Masse hervorsticht, was die Art seiner „Scherze“ angeht … vermute ich jetzt mal so 😉 .

Hier eine kleine Auswahl der „amüsantesten“ Comedy-Einlagen meines Mannes:

Ausschlafen wollen

Soweit ich weiß, ist das eines dieser ungeschriebenen Kinder-Gesetze: MÜSSEN die Kleinen früh raus, pennen sie selbst dann noch wie ein Stein, wenn Mutti sie bereits aufgrund von Zeitmangel im Bett anzieht und ihnen die Zähne putzt. Am Wochenende jedoch, wenn wirklich so gar kein Termin auf dem Programm steht, werden sie gegen 5:30 Uhr wach, sind topfit und gröhlen ihren Eltern lautstark ihr aktuelles Lieblings-Kinderlied ins Ohr, bis diese medium-freudestrahlend kapitulieren und sich Zombie-gleich aus der Kuschelzone wälzen. Mein Göttergatte stellt sich dann allerdings immer erst einmal tot und hofft, wir vergessen, dass er da ist. Wenn ich ihm dann die Decke wegziehe und die Große auf ihn hetze („Ohhhh, ich glaube, der Papa will wachgekitzelt werden!!!“), jammert er JEDES Mal: „Können wir nicht mal ausschlafen … alle vier … nur so bis 9 Uhr vielleicht???“ HAHAHAHAHAHAHAHA, der olle Scherzkeks! Bei unseren Kindern wird das wahrscheinlich erst möglich sein, wenn uns bereits aufgrund biblischen Alters die senile Bettflucht plagt. 😀 😀 😀

Pünktlich essen mögen

Da der Mann jeden Tag arbeiten geht, hat er natürlich einen „normalen“ Erwachsenen-Rhythmus. Und der beinhaltet – gerade im klassischen Büro-Alltag – dass zwischen 12 und 13 Uhr der Gong zur Mittagspause ertönt. Und so fragt er mich samstags meist schon am späten Morgen: „Schatz, es ist ja gleich schon 10 und gar nicht mehr lange bis zum Mittag … wann essen wir denn?“
Wenn ich gute Laune habe, lache ich, lege mein Croissant ab und weise darauf hin, dass wir erstens gerade noch frühstücken und uns zweitens WIE IMMER ein wenig nach den Kindern bzw. nach den Schlafenszeiten des Baby-Sohns richten müssen und werden! Abgesehen davon leben wir (noch nicht) in einem Senioren-Stift und können daher am Wochenende durchaus mal voll crazy erst NACH der offiziellen deutschen Mittagszeit … einen Döner holen ;).
Habe ich eher nicht so gute Laune – und das kommt durchaus vor, wenn man mich um 5:30 Uhr mit „ Hmmmm Bähhhh macht der grüne Frosch im Teich!“ aus dem Bett krakeelt – tja, dann lache ich nicht. 😀

Reinkommen und sich erst einmal hinsetzen

In unserem Wohnzimmer steht ein alter, schon ziemlich abgehalfterter (weil Familien-Erbstück), nicht mehr super schöner, aber dafür sau bequemer Leder-Club-Sessel. Und in den lässt sich der Mann stets als allererstes (aus tiefstem Herzen seufzend) sinken, wenn wir von irgendeinem „Ausflug“ heimkehren – noch vor dem Schuhe ausziehen oder Händewaschen. Ich muss dann immer laut (und je nach meinem persönlichen Stressfaktor möglicherweise etwas gehässig) lachen und gebe ihm zeitgleich via wilder Handzeichen zu verstehen, dass er doch LIEBER mal die Tochter aus ihren Klamotten pellt und mit ihr Händewaschen geht, anstatt sich ein Päuschen zu gönnen, während ich den Sohn „verarzte“. Ich muss sicher nicht betonen, dass sein Seufzen dann erst einmal lauter wird. Hör ich aber nicht, weil ich ja lache. 😉

Beim Wickeln nicht zuhören können

Wir wickeln in diesem Haushalt seit bereits mehr als vier Jahren. Trotzdem fange ich immernoch an zu giggeln, wenn mein Mann mal wieder – hochkonzentriert auf seinen „Arbeitsbereich“ blickend – sagt: „Schatz, ehrlich: Ich KANN dir gerade nicht zuhören! Du siehst doch, dass ich wickel!“ Als er das zum ersten Mal sagte, dachte ich, er scherzt und lachte schallend. Er lachte allerdings kein bisschen, denn er meinte und MEINT es bierernst. Ja, ja, ich weiß … es ist keine Weltneuheit, dass Männer nicht multi-tasking-fähig sind. Aber das es meinen Göttergatten so dermaßen fordert, einen Kinder-Popo sauber zu machen, dass er parallel nicht mal ZUHÖREN kann, finde ich schon SEHR ulkig 😀 😀 😀 .

Sich selbst als erstes den Schirm öffnen

Männer und Prioritäten sind ja auch so ein Thema, dass mich immer wieder herzlich lachen lässt. Wobei … vielleicht geht es eigentlich gar nicht um Prioritäten, sondern eher darum, dass vor allem „Anfänger-Daddys“ manchmal so ein bisschen auf dem Schlauch stehen. Der Papa der Mausemaus jedenfalls stand gerade im ersten Jahr als Vater oft sogar beidbeinig drauf – zum Beispiel, wenn es plötzlich anfing wie aus Kübeln zu schütten. Ganz selbstverständlich spannte er SEINEN Regenschirm als erstes auf … und sah dann wie in Trance dabei zu, wie ich hektisch versuchte, den Kinderwagen mit unserem Baby darin in Folie zu verpacken. Da sein Gesichtsausdruck allerdings sehr deutlich Verwirrung zeigte, sah ich damals davon ab, ihn mit MEINEM noch geschlossenen Schirm zu vertrimmen und gab stattdessen liebevolle Anweisung dazu, VERDAMMT NOCHMAL SEINEN ARSCH ZU BEWEGEN UND MIR ZU HELFEN! Ach ja, war schon witzig … wir (ich) lachen heute noch oft darüber. 😀

ALLEINE aufs Klo gehen (wollen)

Wenn ICH sage: „Kinder, ich bin gleich wieder da … ich geh nur mal eben aufs Klo“, springt die Große auf, ruft „Au ja!“, schnappt sich ein Buch und flitzt noch VOR mir ins Badezimmer. Und sogar der Kleine lässt sich vor Begeisterung für diesen offenbar fulminanten Familien-Ausflug kaum bremsen, legt den Wackel-Turbo ein, um schon mal schnell das KOMPLETTE Klopapier abzurollen … und will im Endeffekt auf meinem Schoß sitzen, während ich Pipi mache. SO sehen private Momente auf dem Pott eben für Mütter aus. Ganz normal. Der Mann jedoch bittet die Tochter, bei der Mama zu bleiben und wirft mir dann diesen Rette-mich-Hundeblick zu: „Schatz … echt, ich brauche ein bisschen Privatsphäre!“ HAHAHAHAHAHAHAHA, Privatsphäre 😀 😀 😀 . Ich habe der kleinen Madam jetzt beigebracht, dass sie es dem Papa immer SOFORT zeigen darf, wenn sie was schönes gemalt hat. Ergo: Sie packt schon die Stifte aus, wenn er Richtung Toilette geht 😀 .
(Ja, ja, ich weiß, ich komme in die Hölle! Aber es ist soooo witzig 😀 😀 😀 )

Was soll ich sagen … mein Mann hat einen FABELHAFTEN Humor 😉 . Und er verargumentiert seine besonderen „Papa-Scherze“ des Öfteren damit, dass er mir doch nur Ideen für LÄCHELN UND WINKEN liefern will. Deshalb möchte ich ihm an dieser Stelle sehr gern und von Herzen sagen: „Vielen Dank, Schatz, dass du so toll mitdenkst und mich unterstützt … dieser Text ist für dich :-* ! Und jetzt: HÖR AUF DAMIT!“ 😉
(Tsss, als wüsste er nicht, dass den Job der Ideen-Lieferanten bereits die Kinder bravorös erfüllen 😀 )

PS: Ich liebe dich trotzdem, du Spinner! <3
PPS: An meine männlichen Leser: Das ist alles nicht bös gemeint! Wirklich! Und ja, ich bin mir darüber bewusst, dass ich ein gemeine Frau bin! 😉
PPPS: Nein, keine Sorge, meine Ehe ist nicht in Gefahr … wir sind einfach beide bescheuert und haben einen schrägen Humor, der auch Lacher auf Kosten des anderen verträgt – das passt also schon 😀 .

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Übrigens: Ich freu mich immer, wenn ihr meine Texte (zum Beispiel via Facebook) teilt 😀 :-* 

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Comments

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7 thoughts on “Rabenmutter 2.0: Der fragwürdige Humor der Papis

  1. Wundervoll! Vor allem die Prioritäten und das Totstellen kommen mir sehr bekannt vor. Allerdings kostet es manchmal echt viel Energie, darüber zu lachen (der Schlafmangel 😅), aber klar, lachend lässt sich einiges leichter ertragen 😜

  2. Das erste Jahr mit unserer Maus, musste mein Mann immer mit aufstehen. Da ich die kleine vor der Arbeit zwar fertig gemacht habe (mit füttern, wickeln und anziehen). Er aber ja dann bis Abends mit der Maus alleine war. Aber die Scherze sind teilweise nicht witzig. Bin mal gespannt wie das jetzt mit dem zweiten wird, wenn ich dann zu Hause bleibe.

  3. Ja, habe hier auch einen Totsteller. Allerdings einen , der mir ab und an morgens die Kinder abnimmt, damit ich Ausschlag ausschlafen kann. Wenn ich dann aufstehe, ist er dann zwar fix und alle und die Wohnung sieht aus wie im Krieg, aber dafür hab ich Schlaf bekommen.

    Das mit dem Wickeln ist echt super lustig! Vor allem seit wir Stoffwindeln benutzen. Er ist soooo maßlos überfordert
    Ich find’s toll!

  4. Sehr humorvoll geschrieben und so wahr. Mein Mann bringt nach einer durchwachten Nacht mit dem Baby auch gerne Folgendes: „Du, Schatz, heute Nacht schlafe ich mal auf der Couch. Ich brauche dringend Schlaf, denn ich arbeite ja.“ Ach so? Finde es sehr lustig, dass Mamas anscheinend keinen Schlaf brauchen und auch nicht arbeiten. 😉

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