Krümel-Chroniken

Krümel-Chroniken: 15. (Lebens-)Monat

Wenn ich diesen Monat mit dem Krümelchen in Stichworten zusammenfassen wollen würde, dann klänge das wohl ungefähr so: Rennt, wach, Bade-Stress, aua, schlecht, Kinder-Notfallpraxis, igitt, müde, Magen-Darm-Virus, gähn, Liebe, Glück, schnarch. Eine sehr ausgewogene Mischung also, die prima widerspiegelt, wie das Leben mit Kindern ist: Chaotisch, aber trotzdem schön <3

Neu: Du hast keine Lust oder Zeit, zu lesen? Dann scrolle einfach bis zum Ende des Textes runter und hör dir den PODCAST an!  

BABY-STATUS:

Körperchen: 10,4 Kilo. Ich gehe eigentlich davon aus, dass der Krümel zwischenzeitlich ein bisschen mehr gewogen hat, allerdings amüsierten wir uns in der Woche vor Weihnachten hier alle mit einem sehr aggressiven Magen-Darm-Virus, unter dem der Kleinste der Familie wahrscheinlich am meisten litt, obwohl er zwischen den Brech- und Durchfall-Attacken ganz normal unterwegs war. Kinder sind da ja mega hart im Nehmen. Die kotzen dir beherzt im Schwall über die Couch, schlucken kurz und schieben dann ein Spielzeugauto durch ihren Mageninhalt. Ihhhhhhgitt! 😀
Naja, Hauptsache ist, dass er es überstanden hat und endlich wieder ein bisschen zunimmt. Und auf die Gefahr hin, dass ich mich damit wiederhole: Ich bin so froh, dass ich noch stille – das ist in solchen Situationen echt Gold wert!
Können/Verhalten: Der junge Mann läuft wie ein Weltmeister. Mittlerweile natürlich sogar in Schuhen … also zumindest draußen … und das mit einer Begeisterung, die ich faule Sau kein Stück nachvollziehen kann 😉 . Es ist zauberhaft! Ganz besonders, wenn er hier abends den Turbo einlegt und RENNEN übt. Wie ein aufgezogenes Duracell-Häschen rennt er vom einen Ende des Wohnzimmers zum anderen; manchmal in meine Arme, meist aber lieber nicht, denn die Mama bremst ihn dann immer mit Knuddlern und Küsschen aus … ist ja voll doooof 😀 .
Total beeindruckend finde ich, dass man ihm jetzt kleine Aufgaben geben kann. Zum Beispiel: „Bring das mal in den Mülleimer!“ oder „Mach bitte mal die Toniebox aus!“ Klappt! Echt krass! Ich kann mich leider nicht genau erinnern, wann derlei Dinge bei der Mausemaus funktionierten, deshalb war ich wirklich völlig baff, als der Krümel zum ersten Mal VERSTAND, um was ich ihn bat und er es dann auch noch bravourös ausführte. Am Tollsten daran: Er ist anschließend stolz wie Bolle und stolziert herum wie ein Hahn … ich könnt mich wegschmeißen 😀 😀 😀 .
Schlaf-Elend: An seinem Schlafverhalten ändert der Baby-Sohn aktuell nichts. Er wird weiterhin beinahe stündlich wach und begeistert mich nur sehr selten mit einem 2 oder 3 Stunden-am-Stück-Schlaf-Geschenk. Neu ist allerdings, dass er nun auch das Einschlafen nervig gestaltet. Denn er kann sich offenbar nicht mehr entscheiden, ob er in Mamas Arm oder lieber in seinem Bett mit Mamas Hand an der Wange einschlafen will. Ergo: Es geht an einem Stück hin und her. Durchschnittlich eine Dreiviertelstunde. DAS MACHT MICH BEKLOPPT! Manchmal so sehr, dass ich ihn sogar irgendwann anschnauze, dass es mir jetzt reicht und er endlich einschlafen soll. Dann lächelt der fiese Möpp, kuschelt sich in meine Armbeuge und ist binnen 30 Sekunden eingepennt. Da frage ich mich doch: Ja, will der mich verarschen??? 😉 

MAMA-STATUS:

Gewicht: Eigentlich wollte ich diesmal sagen: Ich möchte nicht darüber reden!!! Aber dann hatten wir ja hier diesen überaus effektiven Magen-Darm-Virus und zack waren die zwei Kilo, die mich gestört haben, wieder weg. Sehr praktisch. Aber trotzdem keine so wirklich empfehlenswerte Diät … ist einfach zu ekelhaft, so ein Virus.
Grundsätzlich habe ich während der Adventszeit aber mal wieder erkannt: Meine Selbstbeherrschung ist popelig! Wenn ich mich geradezu dauerhaft neben bunten Tellern voller Weihnachts-Süßigkeiten aufhalte, knicke ich ein wie ein Blatt Papier, kaue im Prinzip durchgehend – und das ist dann überraschenderweise ziemlich mies für meinen Bauch. Dank der Schwangerschaften nehme ich dort nämlich als erstes zu, habe ich das Gefühl. Nicht so toll. Im Gesicht wäre es mir lieber. Aber mich fragt das doofe Fett ja nicht!
Und sonst so: Wenn ich bedenke, wie wenig ich schlafe und wie viel ich trotzdem schaffe, muss ich sagen: Es geht mir erstaunlich gut. Klar bin ich müde. Und manchmal sitze ich abends zwischen den schlafenden Kindern im Bett und habe Schwierigkeiten, „runterzukommen“ und zu entspannen. Aber ich fühle mich dennoch gut. Ich bin gerade rundum zufrieden und glücklich mit meinem Leben … selbst dann noch, wenn ich doofe Sachen mache wie: den Schlüssel innen auf der Wohnungstür stecken lassen, sie dennoch zuziehen und dann 213 Euro abdrücken müssen, um wieder reinzukommen. Ich bin so zufrieden mit meiner momentanen Gesamtsituation, dass mich das zwar nervt, aber nicht wirklich ärgert. Wow … jetzt hab ich echt Schiss vorm nächsten Jahr 😀

(Ich klopfe zur Sicherheit mal eine halbe Stunde auf Holz 😉 )

Den Krümel zu baden ist aktuell ein Desaster und ich weiß echt nicht warum. Ich kenne das gar nicht, dass ein Kind nicht ins Wasser will. Also … ich kenne natürlich durchaus Mütter, deren Kids da keinen Bock drauf haben und spätestens beim Haare waschen so schreien, dass die Nachbarn das Jugendamt anrufen, aber ich kenne es nicht persönlich! Die Mausemaus war schon immer – bis auf eine ganz kurz Phase, in der sie Haare ausspülen doof fand – völlig jeck auf Wasser. Und zwar unabhängig davon, ob sich das Wasser in einer Wanne, einem Schwimmbecken, unter der Dusche oder in einem Schlammloch präsentiert. Bei der kleinen Madam gibt es nur eine einzige Reaktion darauf: Rein! Wenn möglich mit Schwung 😉 .
Der Krümel hingegen ist da anders. Ich befürchtete es schon mal ganz am Anfang, als er in seiner Babywanne brüllte wie am Spieß, anstatt das Badezimmer hochmotiviert zu fluten. Dann ging es aber eine Zeitlang einigermaßen, wenn er mit seiner großen Schwester gemeinsam ins warme Nass durfte. Doch irgendwann begann er damit, sich nicht mehr ins Wasser SETZEN zu wollen. Fand ich zwar doof, aber zumindest konnte ich ihn noch gut waschen.
Seine Abneigung steigerte sich allerdings in den letzten Wochen von Gebrüll IN der Wanne zu Gebrüll schon VOR der Wanne. Ich habe dann erst einmal das Publikum bzw. die Mitschwimmer auf mich allein reduziert – das hat mir EINE Waschung in Ruhe beschert. Allerdings ließ sich der Erfolg nicht wiederholen. Stattdessen wurde sein Unwillen so groß, dass ich mit rein musste und ihn nur säubern konnte, während ich im Wasser stillte. Geht natürlich … aber ist meines Erachtens jetzt nicht auf Dauer die beste Lösung für die Zukunft ;). Auch das er nach jedem Bad (wenn er dann wieder abgetrocknet, aber noch nackig davor steht) herzhaft gegen die Wanne pinkelt, deutet für mich eher nicht darauf hin, dass sich an dieser Abneigung zu Wasser in der nächsten Zeit etwas ändern wird. Deshalb geriet ich leicht in Panik, als dem Krümel von einer Kinderärztin in der Notfallpraxis Sitz-Bäder verordnet wurden … ZWEI MAL TÄGLICH!!!!

Ja, wir waren SCHON WIEDER in der Kinder-Notfallpraxis. Und der Grund war echt ein ziemliches Minus-Highlight: Freitagsabends öffnete ich die Windel meines kleinen Söhnchens und sah … das sein Penis EITERTE! Ich hab’s erst gar nicht gerafft, dachte nur: „Was ist das denn da vorne drauf?“ und wischte den gelblichen Schmand vorsichtig mit einem Tuch weg. Sogleich quoll neuer Eiter hervor. Zudem war der Penis feuerrot und geschwollen. Dass musste fies weh tun, aber er hatte sich nichts anmerken lassen. Tapferer Krümel.
Ungefähr zehn Minuten später kam der Mann heim. Ich begrüßte ihn höflich mit den Worte: „Du wirst es nicht gern hören, aber der Penis deines Sohnes eitert!“ und konnte dann dabei zusehen, wie er vor Mitgefühl kurz zusammensackte. Ich befürchte, er litt augenblicklich genauso wie der kleine Mann und hatte in der Folgenacht Alpträume. Wenn’s um den „Lümmel“ geht, spüren Männer ja offenbar alle immer den gleichen Schmerz … egal wen es gerade betrifft 😀 .

Da die Mausemaus UNBEDINGT mitfahren wollte, packten wir iPad plus Abendessen ein und fuhren alle zusammen zur Kinder-Notfallpraxis. Mann und Tochter warteten im Endeffekt allerdings draußen im Auto auf dem Parkplatz – es müssen ja nicht alle Familienmitglieder auf Viren-Fang in der Notaufnahme gehen 😉 . Und dann lief es eigentlich erstaunlich glatt für einen Freitagabend: Ich traf im Wartezimmer eine Spielplatzbekanntschaft (Köln ist so ein Dorf!), musste gerade einmal eine halbe Stunde warten und die Kinderärztin war nett und diagnostizierte sehr flott, ohne den Krümel zu ärgern. Ich drücke das Ergebnis mal umgangssprachlich aus (weil ich den Fachbegriff schon längst wieder vergessen habe 😉 ): Es hatte sich eine Entzündung UNTER der Vorhaut breit gemacht. Nicht schön, aber wohl nicht besonders selten bei so kleinen Jungs und gut mit einer antibiotischen Salbe zu behandeln. Das ich diese vorsichtig einführen müsste, bereitete mir allerdings nicht mal halb so viel Sorge, wie die Nummer mit den Sitz-Bädern. „Wie soll ich das denn bitte anstellen“, fragte ich meinen Mann im Auto. „Ich bekomme den Krümel doch nicht mal mit den Füßen ins Wasser … geschweige denn seinen kleinen Popo!!!“
„Dir fällt schon was ein!“ war die vorerst wenig hilfreiche Antwort. Recht hatte er trotzdem. Ich packte am nächsten Morgen einfach die bereits als Wäschekorb umfunktionierte Babywanne wieder aus, füllte eine gerade so ausreichende Pütze Wasser ein, mischte das komische Pulver unter … und setzte das Söhnchen mit Schnuller im Mund und singender Schwester an der Hand hinein. Und siehe da: Nach 3 Minuten Gegenwehr stellte er fest, dass es eigentlich gar nicht so schlimm war und ließ es geschehen. Zwei mal täglich. Puhhh, Schwein gehabt.

Nach nur wenigen Tagen war die Entzündung verschwunden UND das Badeproblem zumindest vorerst gelöst. Denn ich bade den Krümel jetzt natürlich weiterhin in der Babywanne. Vielleicht macht es nicht nur bei Beikost-Start-Schwierigkeiten Sinn, einfach mal einen Schritt zurückzugehen … sondern auch bei anderen „Hürden“, die uns Mamis den letzten Nerv rauben. Ich werde das mal beobachten 😉 .

 

▼ Jetzt den PODCAST anhören!  ▼

PLEASE SHARE:

Comments

comments

4 thoughts on “Krümel-Chroniken: 15. (Lebens-)Monat

  1. Zu gut ???????????
    Und bei Abnehmen durch Magen-Darm-Virus muss ich irgendwie immer an den Film „Der Teufel trägt Prada“ denken: „Ich bin nur noch einen Magen-Darm-Infekt von meinem Wunschgewicht entfernt“ ?
    Aber schön, dass es euch allen wieder gut geht ??????

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.