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Wird die Liebe echt mehr mit mehr Kindern?

Ein Kind zu bekommen ist ein Abenteuer. Ist es wirklich! Man stolpert irgendwie hinein – selbst wenn man zuvor dachte, alles durchgeplant und im Griff zu haben – und hangelt sich dann mehr oder weniger elegant von einer völlig überraschenden Situation zur nächsten. Die meiste Zeit hat man keinen Schimmer, was gerade abgeht und WARUM, aber das ist eh egal, weil es sowieso keinen Ausgang gibt und daher nur die Flucht nach vorn als Option besteht :D . Reicht auch, denn wenn es sich nicht gerade um einen Familien-Magen-Darm-Infekt mit extrem flüssigem Stuhlgang handelt, hat man eigentlich immer recht gute Chancen (sogar völlig ahnungslos und nur dem Bauchgefühl folgend), sauber das nächste (Eltern-)Level zu erreichen. ;)

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Es sind aber natürlich nicht nur die vielen skurrilen (z.B. vollgeschissene WÄNDE), lustigen (z.B. vollgeschissene WÄNDE ;) ) … oder auch weniger lustigen Momente (z.B. vollgeschissene WÄNDE :D ), mit denen man vor der Geburt des Kindes im Leben nicht gerechnet hätte (und in denen man oft auch gar nicht sofort weiß, ob man nun lachen oder weinen soll), die einem signalisieren: Jetzt ist alles anders! Sondern vor allem – ganz profan und eigentlich total vorhersehbar – ist es diese unfassbar riesige, ungefähr von Minute eins an nicht mehr wegzudenkende Liebe zu dem Mini-Menschlein, das man doch eigentlich noch gar nicht kennt und ohne das man dennoch nie wieder sein möchte. Hach, es ist echt Wahnsinn. Vor allem, dass diese Liebe, die so allumfassend ist, von Tag zu Tag auch noch wächst. Zugegeben: Sie ist nicht ganz frei von Nachteilen … wenn man mal an die häufig daran gekoppelte, etwas unrealistisch und zuweilen übertrieben wirkenden Ängste von Eltern denkt (wie beim Aussteigen aus der Dusche aufs Baby zu treten, das Baby fallen- oder den Kinderwagen aus Versehen auf die Straße rollen zu lassen), die aber halt dazugehören und einfach nur ein Zeichen dafür sind, wie sehr wir uns davor fürchten, diese große Liebe wieder zu verlieren. ABER sie ist trotzdem noch deutlich imposanter, als zumindest ich es je für möglich gehalten hätte. Deshalb bin ich auch erst einmal in Tränen ausgebrochen, als der Mann ungefähr ein Jahr nach der Geburt der Mausemaus fragte: „Und … wollen wir langsam an ein zweites Kind denken?“ Ich konnte mir weder vorstellen, NOCH EINMAL so lieben zu können, noch dieses große Gefühl mit einem weiteren Kind TEILEN ZU MÜSSEN. Dabei wollte ich durchaus ein Geschwisterchen für die kleine Madam … aber es trieb mir mit Schwung das Wasser in die Augen, wenn ich auch nur darüber nachdachte, dass sie – würden wir vier werden – nicht mehr mein (alleiniger) Lebensmittelpunkt sein würde.

Nein, ich war zu diesem Zeitpunkt keine sich an das Kind kettende Helikoptermutter … denke ich (naja, vielleicht ein bisschen ;) ). Ich war einfach nur immer noch total geflasht davon, plötzlich Mutter zu sein und noch nicht bereit, es noch einmal zu werden. Glücklicherweise fallen Babys aber ja nicht plötzlich vom Himmel, sondern bedürfen in den meisten Fällen einer gewissen „Produktionszeit“. Und währenddessen wurde die Mausemaus größer, unabhängiger UND stapfte im Rahmen der Trotzphase durch mein Nervenkostüm wie Godzilla durch Tokio. Vor allem letzteres half mir, mein Herz für ein weiteres Kind vorzubereiten … das dann bitte ohne Trotzphase auskäme :D .

Unvorstellbar, aber es funktioniert!

Trotzdem … selbst hochschwanger mit dem so sehnlichst gewünschten und erwarteten Krümelchen fragte ich mich manchmal noch, ob es wohl tatsächlich gehen würde, ZWEI Kinder einigermaßen gleich stark zu lieben und ihnen beiden (vor allem emotional) gerecht zu werden. „Klar, geht das“, bestätigten mir die Mehrfach-Mamis in meinem Bekanntenkreis. „Allerdings liebt man sie unterschiedlich. Sind ja unterschiedliche Menschen.“ Aha, dachte ich dann immer, gefolgt von: Ich kann’s mir trotzdem nicht vorstellen. :D Doch dann … lag auf einmal der frisch herausgepresste Krümel in meinem Arm, nach einer verdammt ätzenden Geburt und endlosen Stunden ohne Schlaf. Und ich wusste sofort: Es geht! Man kann mehrere Kinder lieben – alle mit ganzem Herzen und doch jeden für sich ein wenig anders. Es ist verrückt … und irgendwie genauso ein Wunder wie die Kinder selbst.

Die anderen Mamis hatten also Recht. GOTTSEIDANK! <3 . Was mir aber vorher niemand gesagt hatte (irgendwas bleibt ja immer geheim ;) ), ist, wie unterschiedlich man sich den Kindern gegenüber verhält – nicht nur, weil sie eben Individuen sind, sondern vor allem, weil sie aufgrund ihres voneinander abweichenden Alters in ganz verschiedenen Mutti-Nerv- … äh, Entwicklungs-Phasen stecken und wie schwierig das fürs Mama-Herz sein kann. DARAN habe ich oft zu knabbern. Denn es gibt Tage, da schimpfe und motze ich gefühlt durchgehend mit meiner Großen, während der Kleine ein Lächeln nach dem anderen erntet. Das liegt aber natürlich nicht daran, dass ich den Baby-Sohn mehr liebe als die kleine Madam, sondern ist ausschließlich der aktuellen „Phase“ geschuldet, in der das jeweilige Kind gerade residiert. Da die Mausemaus mich im Umgang mit 1-jährigen ausgesprochen gut ausgebildet hat, kann der Krümel nichts tun, was mich ernsthaft überrascht bzw. aus der Haut fahren lässt. Die Tochter hingegen bewegt sich gerade in frühe Vor-Pubertäts-Gefilde, die mich wahrhaft das Fürchten lehren und an die Grenzen meines eh schon recht dürftigen pädagogischen Fachwissens treiben. Oft DENKE ich: „WTF, hat sie das jetzt wirklich gesagt / getan??? Ich glaub ich spinne!!!“, mache meinem Ärger Luft und werde zum Dank von der vor Selbstbewusstsein nur so strotzenden Vierjährigen auch noch mit einem milden Lächeln bedacht (Teufelsbraten! ;) ) DAGEGEN ist der Krümel selbst dann noch ein Engelchen, wenn er gerade mit meiner Zahnbürste den Duschwannen-Abfluss gereinigt hat. :D

Da blutet das Mama-Herz.

Trotzdem liege ich abends oft neben meinem doch auch noch kleinen Töchterchen im Bett und könnte platzen vor Liebe zu ihr, bewundere ihre wunderschönen Gesichtszüge, lausche ihrem ruhigen Atmen und bin gleichzeitig ein wenig traurig, weil wir gerade so wenig Zeit für uns allein haben … ohne Streitereien und Tränen, meine ich … so wie früher eben, als ich nur ein Kind liebte. Aber ich weiß, es liegt tatsächlich (meistens) nicht am zweiten Kind, dass wir beide gerade häufig aneinander krachen, sondern schlicht am Alter (ihrem, nicht meinem ;) ). Auch ohne das Krümelchen würde sie versuchen, mich in den Wahnsinn zu treiben, ständig Wiederworte geben oder gar nicht erst zuhören, schmollend Spielsachen durch die Bude treten, Türen knallen, flunkern und fremde Menschen um die 40 in der Bahn als alter Opa bezeichnen … unabhängig vom Geschlecht. Sie muss das alles tun, denn sie ist vier. Und ich muss ihr Grenzen aufweisen – manchmal mit lauter Stimme – denn ich bin ihre Mutter. Das wir den Krümel haben, mag das Handling der nervigen Situationen hier und da noch ein kleines bisschen schwieriger gestalten, weil er so vehement die Mama-Aufmerksamkeit einfordert, wie es für SEIN Alter normal ist … aber vor allem macht er alles noch schöner, als es eh schon war! Ganz einfach, weil er als zweites Kind tatsächlich noch mehr Liebe in unsere kleine Familie gebracht hat. <3

 

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4 thoughts on “Wird die Liebe echt mehr mit mehr Kindern?

  1. Danke!! Es gibt Zeiten, da fühl ich mich wie der letzte Dreck, weil ich die Große nur anbrülle, während sie mich irre giggelnd mit Kacka beschmiert, mit Stiften beschmeißt oder ums Verrecken nicht ins Bett geht. Und der Kleine ist so süß, duftend kuschelig und so viel einfacher, liebzuhaben.

    Aber ich liebe sie trotzdem beide über alle Maßen und wenn das dritte dazukommt, wird auch das geliebt :D und zwar heiß und innig!

    Danke nochmal!

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