Leser-Geburtsberichte

Sarah erzählt

Der 28.09.2017 fing eigentlich ganz normal an.
Abgesehen von einem leichten ziehen im unterleib, was ich aber schon seit Tagen immer mal wieder hatte.
So bin ich also mit unserem Nachbarn noch die übliche arbeitsstrecke gefahren. (mein Freund will ihn nicht alleine fahren lassen nach dem er im Krankenhaus war mit Verdacht auf herzinfakt)
Gegen Nachmittag waren wir noch eben einkaufen. Als ich jedoch im Rewe auf die Kundentoilette merkte ich das irgendetwas nicht stimmt.
Mein schleimpfropf ging ab und kaum hätte ich meine Hose wieder oben fühlte es sich alles sofort wieder feucht an.
Ich rief meinen Freund an damit er die Tasche packt und danach meine Hebamme um sie zu fragen was ich tun soll, ihr Rat ab ins Krankenhaus.
Nagut so haben wir meine stiefmutter und meinen freund abgeholt und sind ins Krankenhaus gefahren. Ich hatte noch immer nur ein leichtes ziehen im unterleib.um 18 uhr Beim kreißsaal angekommen müssten wir noch eine Stunde warten bis ich ans Ctg konnte da alle Räume belegt waren.
Auch in der Stunde wurden die Schmerzen nach meinem Gefühl nicht stärker doch ich war froh als ich endlich ans Ctg angeschlossen wurde.
Am Ctg waren schon wehen im Abstand von 4 Minuten zu sehen die immer stärker wurden und auch die herztöne von meinem Kleinen waren super. Nach einer kurzen Untersuchung hieß es mein Muttermund ist Finger durchlässig das würde noch nicht für eine stationäre Aufnahme reichen aber ich solle erst mal noch zum Ultraschall. Auf dem Weg zum Ultraschall musste ich zwischendurch kurz stehen bleiben und meine wehe abwarten damit ich nicht weiter laufe als würde ich versuchen einen Tennisball zwischen meinen Knien zu halten.
Im Ultraschall war alles super und der Test auf Fruchtwasser war positiv so musste ich also doch im Krankenhaus bleiben. Meine Stiefmutter fuhr wieder nachhause und mein Freund und ich kamen auf ein Zimmer. Um halb 11 sollte ich zum nächsten Ctg.
Die wehen waren mittlerweile um einiges stärker und das reden fiel mir immer schwerer aber Mein Freund hätte Hunger und ging somit los um sich von irgendwo eine Pizza zu holen. Um halb 11 waren die wehen soweit das ich nicht mehr laufen konnte und mein Freund mich mit dem Rollstuhl in den Kreißsaal schob.
Dort wurde ich auf dem großen Bett ans Ctg angeschlossen. Dort habe ich erst mal in einer wehe meinem Freund den Daumen ausgekugelt was er aber glücklicherweise vor Aufregung nicht merkte.
Kurz vor Ende des Ctgs platzte meine Fruchtblase und die wehe brach ab.
Schockiert schaute ich meinen Freund an und sagte “Schatz meine Fruchtblase ist geplatzt
Und für seine Worte hätte ich ihm am liebsten noch mal den Daumen ausgekugelt “sicher dass das die Fruchtblase war?” ?
Die Hebamme kam rein und fragte ob ich mir bevor ich zurück ins Zimmer muss eine andere Hose anziehen möchte. In dem Moment fiel mir ein das ich vergessen habe Hosen ein zu packen. Zum Glück bekam ich aber eine der grünen OP Hosen, nicht bequem aber erfüllen ihren Zweck.
Die Hebamme untersuchte mich noch einmal schnell und der Muttermund war auf 2 cm.
Ich sollte wieder kommen wenn es gar nicht mehr geht. Maximal 20 min später standen wir wieder vor dem kreißsaal und ich bettelte darum in die Wanne zu dürfen.
Die Hebamme ließ mir das Wasser ein und half mir mich aus zu ziehen und in die Wanne zu steigen.
Das warme Wasser tat gut auch wenn es die Schmerzen verstärkte so konnte ich in den Pausen wenigstens so entspannen das ich teilweise einnickte.
Nach einiger Zeit wurden die Schmerzen so stark das ich nach der PDA verlangte trotz dem das ich ohne Schmerzmittel entbinden wollte.
Dazu musste ich aus der Wanne heraus damit sie mich noch einmal untersuchen konnte.
Die Hebamme konnte allerdings nur kurz Tasten da ich dauerhaft wehen hatte. Für eine PDA war es zu spät, denn mein Muttermund war bei 6-7cm laut der Hebamme. Nur wenige Sekunden später drehte ich mich ruckartig um in den vierfüßlerstand und sagte nur immer wieder ich muss pressen. 10 min lang sollte ich die presswehen veratmen ohne zu pressen. Was aber unmöglich war. So presste ich nach Gefühl mit wärend die Hebamme hinter mir den Hocker vorbereitete. So saß mein Freund hinter mir als lehne und streichelte in den Pausen meinen Bauch und ich presste um mein Leben. Nach der 7. Presswehe kam die Ärztin dazu und hockte sich seelenruhig vor mir auf den Boden. Wenig später beobachtete ich wie sie die Schere vor sich her schob und sagte nur noch “sie werden keinen dammschnitt machen!”
Sie versuchte drum rum zu reden und sagte es müsste sein. Das letzte was ich sagte vor der nächsten wehe war “Nein!!” Und anscheinend war ich so sauer das der Kopf nach der presswehe da war. Total glücklich fing ich an den kleinen Kopf zwischen meinen Beinen zu streicheln bis mein Freund mich fragte ob ich auch noch mal Presse. Nach der nächsten wehe war mein kleiner Schatz da es war 02:04 Uhr. Die Nabelschnur hatte er einmal um den Hals gewickelt was aber nicht weiter dramatisch war. Sofort bekam ich meinen Kleinen auf den Arm wärend mein Freund die nabelschnur Durchschnitt. Ohne größere Verletzungen habe ich meinen Kleinen Mann mit einem Kopfumfang von 34,5cm einer körperlänge von 50cm und einem Gewicht von 2870g auf die Welt gebracht nur ein paar Schürfungen haben mich noch Tage danach an dieses wundervolle Erlebniss erinnert.
Nach 2 Stunden langem stillen noch im kreißsaal übergab ich den Kleinen meinem Freund und ging unter die Dusche.
An dieser Stelle möchte ich meinen größten Respekt an alle Hebammen aussprechen die ihren Job mit so viel liebe machen. ❤ ihr seid uns frischgebackenen Müttern eine unglaubliche Hilfe ❤
Die Hebamme half mir meine blutverschmierten Klamotten auszuziehen und in die Dusche zu steigen.
Immer wieder schaute sie nach mir ob alles in Ordnung ist und half mir auch mich wieder an zu ziehen und schon mich mit meinem kleinen auf dem Arm in unser Zimmer. Nur eine Nacht später ließ ich mich entlassen. ❤

Diesen schönen Geburtsbericht hat Sarah geschrieben :)

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