LÄCHELN UND WINKEN https://www.laecheln-und-winken.com Der ehrliche FamilienBlog aus Köln Wed, 19 Sep 2018 19:35:41 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.8 https://www.laecheln-und-winken.com/wp-content/uploads/2015/09/cropped-favicon-32x32.png LÄCHELN UND WINKEN https://www.laecheln-und-winken.com 32 32 Wie ist es, mit einem gehandicapten Kind unterwegs zu sein? 13 Mamis erzählen. https://www.laecheln-und-winken.com/2018/09/17/wie-ist-es-mit-einem-gehandicapten-kind-unterwegs-zu-sein/ https://www.laecheln-und-winken.com/2018/09/17/wie-ist-es-mit-einem-gehandicapten-kind-unterwegs-zu-sein/#comments Mon, 17 Sep 2018 19:00:11 +0000 https://www.laecheln-und-winken.com/?p=4437 Wenn wir auf dem Spielplatz, im Supermarkt oder einfach auf der Straße „besonderen“, also gehandicapten Kindern begegnen, reagiert mein Nachwuchs exakt so, wie man das von Kids im jeweiligen Alter nun mal erwarten darf: Dem Krümel ist es komplett Latte, außer sein Gegenüber ist extrem laut. Dann bleibt er stehen und wartet ab, ob „der […]

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Wenn wir auf dem Spielplatz, im Supermarkt oder einfach auf der Straße „besonderen“, also gehandicapten Kindern begegnen, reagiert mein Nachwuchs exakt so, wie man das von Kids im jeweiligen Alter nun mal erwarten darf: Dem Krümel ist es komplett Latte, außer sein Gegenüber ist extrem laut. Dann bleibt er stehen und wartet ab, ob „der Interpret“ noch mehr zu bieten hat. :D Die Tochter ist mit ihren fast 5 Jahren natürlich schon etwas weiter was das Erkennen von Unterschieden zu ihrer eigenen Person angeht und stellt mir sofort Fragen: „Mama, warum brüllt das Kind so?“ oder „Warum sitzt der Junge im Rollstuhl?“ oder „Kann das Mädchen nichts sehen? Wieso denn nicht?“ Meist muss ich mir gar nicht die Mühe machen, ihr zu sagen, dass sie die Frage am besten an das Kind selbst oder dessen Mama richtet, da meine Tochter SO laut ist, dass es eh bereits alle mitbekommen haben :D . Dennoch schiebe ich die Aufforderung schnell noch hinterher, damit ihre offen bekundete Neugierde nicht gar so plump und unverschämt wirkt. Und da haben wir dann auch schon das Problem: Mich. Denn eigentlich ist es gar nicht das Verhalten der Mausemaus, das in irgendeiner Form negativ gewertet werden kann – schließlich zeigt sie einfach nur wunderbar ehrlich und vor allem wertfrei Interesse an ihren Mitmenschen – sondern mein Drang, nicht UNVERSCHÄMT zu wirken oder eine Grenze zu überschreiten. Warum eigentlich? Warum denke ich, dass man fremde Menschen nicht einfach so ansprechen sollte, schon gar nicht, wenn sie offensichtlich eine Behinderung oder ein „Problem“ haben? Ich habe keine Ahnung, aber ich weiß, dass dieser Gedanke weit verbreitet ist. Klar, ein Grund wird sicher sein, dass wir Erwachsenen oft weder Lust noch Zeit haben, uns ernsthaft mit dem Leben anderer zu befassen; wir haben mit unserem eigenen schon genug zu tun. Aber es ist eben auch dieses Gefühl, das uns sagt, dass GERADE die Eltern von behinderten Kindern so einen spontanen, indiskreten Kontakt nicht wollen. Die Frage ist nur: Stimmt das überhaupt? Vor allem so verallgemeinert?

Vor kurzem bekam ich von einer lieben LÄCHELN UND WINKEN-Leserin eine E-Mail, in der sie mir ein bisschen von sich selbst und ihrem gehandicapten Sohn berichtete. Sie schrieb unter anderem davon, wie schwierig sie es manchmal fände, mit den Blicken und UNAUSGESPROCHENEN Kommentaren von Fremden umzugehen. „Ich habe dann fast das Gefühl, gesellschaftlich zu versagen“, schrieb sie, weil sie sich eben anders verhalten MUSS als die Mütter der gesunden Kinder, aber alle immer nur glotzen, ohne mal nachzufragen. Alle wahren die unsichtbaren Grenzen – außer die Kinder natürlich, wenn man sie lässt.

Durch diese Mail, diese Geschichte und die damit verbunden Fragen, wie wohl andere Eltern von besonderen Kindern mit ihre „Außenwirkung“ umgehen und was sie sich als Alternative zum Schweigen und Wegsehen wünschen würden, entstand die Idee, einfach mal nachzufragen … in Kurz-Interviews mit LÄCHELN UND WINKEN-Leserinnen, die täglich mit solchen Situationen konfrontiert sind. <3

Drei Fragen an Mamis mit besonderen (gehandicapten) Kindern:

  1. Für was ernten du und dein Floh gefühlt die unangenehmsten Blicke oder Reaktionen von Fremden?
  2. Wie gehst du damit um?
  3. Was war deine schönste Begegnung mit einem Fremden? Oder (falls dir keine einfällt): Welche Art der Begegnung würdest du dir wünschen?

 

Steffi & Felix
Steffi 29 Jahre alt mit Felix 6 Jahre alt aus dem Hohen Norden .

Zu 1.) Wir ernten dafür Blicke, dass Felix der rechte Unterarm fehlt.

Zu 2.) Es stört uns nicht, dass die Leute mal einen kurzen Blick auf Felix werfen. Mich stört es, wenn erwachsene Menschen ein Kind angucken und das Kind es nicht versteht. Ich würde mir wünschen, wenn den Leuten etwas unklar ist, dass sie uns fragen. Wenn Felix auf seinen Arm angesprochen wird, dann sagt er ganz klar, dass er so geboren ist und dann ist es auch gut. So ist es auch, wenn wir als Eltern angesprochen werden. Wir sind froh, wenn Leute uns fragen und nicht einfach nur gucken.

Zu 3.) Die schönste Begegnung für mich war, als ein Kind seine Oma fragte, was der Junge hat. Die Reaktion darauf war, dass sie es nicht beantworten konnte und sagte: Wir können ja mal fragen. Wir waren sehr glücklich über diese Situation.

  

Janine & Söhnchen
Mein Name ist Janine, ich bin 38 Jahre alt, aus Essen und Mutter von fast 4 jährigen Zwillingen. Aufgrund eines Sauerstoffmangels kam unser 2. Sohn mit Apgar 0 zur Welt und musste wiederbelebt werden. Dadurch ist mein Sohn mehrfach schwerbehindert und sitzt im Rollstuhl. Er kann weder sprechen, noch  alleine essen oder sitzen. Er ist aber ein aufgewecktes, glückliches Kerlchen und versteht alles.

Zu 1.)  Eigentlich gibt es keine bestimmte Situation, allerdings gibt es immer wieder Erwachsene, die meinen Sohn dermaßen anstarren, dass es echt unangenehm ist. Mal kurz gucken ist ja völlig in Ordnung. Auch bei Kindern stört es mich nicht, wenn sie meinen Sohn anstarren, aber der Unterschied ist, diese fragen meistens, was er hat. Viele Erwachsene trauen sich nicht und das finde ich schade. Ich werde lieber darauf angesprochen. Noch bekommt mein Sohn es nicht mit. Aber das wird sich im Laufe der Jahre ändern und ihn dann traurig machen.

Zu 2.) Wenn sie zu lange starren, frage ich ob ich ihnen helfen kann. Die meisten sind dann sehr verlegen.

Zu 3.) Schöne Begegnungen sind immer die, in denen Fremde einfach offen auf einen zukommen und Fragen stellen oder vielleicht auch von ihren Kindern oder Verwandten mit Handicap erzählen.

 

Katharina & Motte
Katharina, 30 Jahre, Motte (Kosename), 4,5 Jahre, aus NRW, Raum Dortmund

Zu 1.) Ich habe das Gefühl, die meisten Blicke ernten wir, weil Motte sehr laut und unruhig ist, er kennt keine Distanz und spricht alle Leute an und fasst sie auch gleich an, was manchen natürlich auch mal unangenehm ist. Er ist sehr unkonzentriert und sprunghaft, dadurch müssen wir manchmal sehr laut nach ihm rufen/brüllen, da er es sonst nicht schafft, seinen Fokus auf das zu lenken, was wir gerade von ihm wollen (z.B. zurück zu kommen). Er spricht zwar alle Kinder an, aber spricht eben auch noch sehr schlecht und spielt nicht “normal” mit anderen Kindern, sondern beobachtet da mehr, weil er auch oft die Situation nicht ganz einschätzen kann.

Zu 2.) Ich freue mich, wenn ich mit anderen Eltern ins Gespräch komme. Ich gehe ganz offen mit seiner Entwicklungsverzögerung und seinem Hang zum Autismus (ist eben noch nicht diagnostiziert) um. Trotzdem bin ich unsicher. Ich will damit offen umgehen, aber ich will auch nicht die Mutter sein, die auf dem Spielplatz alle mit ihrem “kranken” Kind volljammert. Ich kann jetzt – nach über einem Jahr wo es klar ist, dass etwas mit ihm nicht stimmt – gut damit umgehen. Ich sehe es nun so, dass er anders ist und ich denke, es ist auch gut darauf hin zu weisen, weil es eben nicht so eindeutig ist, wie ein fehlender Arm, ein Trisomie-Form (die man ja oft am Gesicht erkennt) oder andere Einschränkungen. Er hat eben kaum körperliche Merkmale, sodass viele sein Verhalten auf unerzogen sein schieben könnten.
Ich weiß, es ist Schwachsinn, aber trotzdem denkt man als Mutter darüber nach, was die anderen denken könnten, dass man sein Kind nicht richtig erziehen kann oder zu nachlässig oder, im Falle des Brüllens, zu Autoritär ist und man mal lockerer werden sollte. Aber Kinder wie er brauchen feste klare Regeln.

Zu 3.) Wir hatten eine wunderbare Begegnung im Urlaub, wo eine Frau im mittleren Alter von Anfang an offen und fröhlich mit Motte umgegangen ist. Als ich erklären wollte, was ist, sagte sie nur, dass wäre schon ok und sie sehe das. Ich denke im Nachhinein, dass ihr Sohn (glaub ich) ähnlich war.

Trotzdem finde ich es generell gut, wenn Menschen Interesse zeigen, was mit Motte ist. Man muss nicht gleich fragen, was nicht mit dem Kind stimmt, denn das kann ja auch nach hinten los gehen, aber wenn man einfach mit offenen Augen und Ohren damit umgeht und auch mal einfach dran denkt, dass das Kind eine Einschränkung haben könnte, dann geht man vielleicht ganz anders damit um, wenn das Kind sehr laut und wild ist.

Mir hilft es auch sehr, wenn andere mit auf meine Kinder achten, da ich ja auch noch den Kleinen habe und nur zwei Augen. Und wenn ich mich darauf verlassen kann, dass derjenige was sagt, wenn ihn etwas bezgl. Motte stört, denn dann habe ich nicht das Gefühl, ich muss Motte bei jeder Kleinigkeit zurecht weisen.

 

Maria & Elsa
Maria (35) & Elsa (5) aus Thüringen

Zu 1.) Elsa quietscht sehr gern und ohrenbetäubend, natürlich auch im Bus oder kürzlich zur Schuleinführungsfeierstunde ihres großen Bruders Otto. Sie hat total Spaß dabei und lacht sich gleichzeitig schlapp… Wir können sie nicht “abschalten” oder dies unterbinden, da sie auf “Pssst, nicht so laut” mit noch lauterem Gequietsche reagiert.

Zu 2.) Meist steckt uns ihr Schlapplachen an, wir versuchen sie abzulenken mit Buch anschauen oder in lauterer Umgebung lassen wir sie und unterhalten uns weiter, als wäre alles normal. Wenn Blicke uns durchbohren, sagen wir “Elsa, nicht so laut”, was sie entweder nur anstachelt oder einfach freut. Dann hab ich wenigstens etwas getan und bin meiner Mamapflicht nachgekommen. Hilft nicht immer, darum sind wir in den letzten Jahren eigentlich resistent geworden, der Meinung Fremder gegenüber. (Zum Glück ist Elsa ein hübsches und fröhliches Mädchen, dem man die “Besonderheit” nicht ansieht – Fluch und Segen zugleich)

Zu 3.) Wir haben unserem Großen Otto bei einem Ausflug gerade erläutert, dass Elsa behindert ist (was er nicht verstand, er kennt sie nur so und findet sie normal), also beschränkten wir die Erklärung darauf, weil Elsa nicht sprechen kann.

Wir kamen im Eiscafé an und der freundliche Italiener befragte uns nach unseren Wünschen, dabei versuchte er mit Elsa ins Gespräch zu kommen. Als ihm das nicht gelang, fragte er mich, ob Elsa heute zickig wäre… (Stille, da mir gar nix dazu einfiel)… da sagte Otto zu ihm: “Die ist behindert!” Wieder Stille… er hat sich entschuldigt und offensichtlich sehr geschämt. 

 

Nancy & Fynn
Mein Name ist Nancy (34J), mein Sohn heißt Fynn Mischa (4J) und ist Autist. :) Wir wohnen in einem Ortsteil einer kleinen Stadt im Landkreis Göttingen.

Zu 1.) Wenn wir z.B. beim Einkaufen sind und Fynn sensibel auf die vielen Reize reagiert, indem er unruhig wird, evtl. mit Schimpfwörter um sich wirft oder Sachen durch die Gegend werfen will. Man sieht sie genau! Die strafenden und anklagenden Blicke der anderern.

Zu 2.) Ich versuche sie zu ignorieren. Kommen blöde Sprüche oder Besserwisser-Kommentare, sage ich denen, dass mein Sohn eine andere Wahrnehmung aufgrund des Autismus hat. Werden Leute richtig frech in ihrer Art, bin ich nicht mehr freundlich und sage ihnen, sie mögen bei sich anfangen. (Aber mal ehrlich: Viele interessiert es ja eh nicht. Stempel drauf, Kind ist schlecht erzogen.) 

Zu 3.) Bisher gab es keine netten Reaktionen. Ich wünsche mir OFFENHEIT. Dass die Menschen mich einfach fragen, warum und wieso mein Sohn sich so verhält. Dass niemand auf Abstand geht, als wären wir eine Seuche. Einfach offen sein und reden.

 

Jutta & Milo
Ich heiße Jutta, bin 45 Jahre alt und mein jüngster Sohn Milo ist 3,5 Jahre alt. Milo ist ein sogenanntes Extremfrühchen. Er musste nach 23 + 1 SSW zur Welt kommen. Aufgrund einer Unterversorgung hatte er im Mutterleib keine Chance zu überleben. Er wog bei seiner Geburt 240g und war 21 cm groß. Milo ist heute in allen Bereichen seiner Entwicklung stark verzögert, ansonsten bis auf Kleinigkeiten körperlich gesund.

Zu 1.) Milo fällt zuerst durch seine teilweise sehr ungelenken Bewegungen auf. Er ist sehr zierlich und wirkt sehr zerbrechlich. Wenn er läuft, schwankt er sehr und wirkt sehr instabil. Das fällt auf jeden Fall auf. Gerade im Sommer, mit T-Shirts und kurzen Hosen, kann man die dünnen Arme und Beine nicht verstecken. Dafür bekomme ich des Öfteren auch gerne den ein oder anderen Kommentar, gerne von älteren Menschen. Mütter mit Kindern im gleichen Alter sind eher zurückhaltend mir gegenüber. Man merkt, dass sie die Defizite erkennen, aber nicht wissen, ob sie was sagen sollen, fragen können… man lässt dann lieber alles sein und wendet sich den Müttern mit normalen Kindern zu. Schwierig halt.

 Zu 2.) Auf Kommentare wie „ Och, du hast aber dünne Beinchen“ oder Ähnliches, reagiere ich nur noch mit einem „ Ja, das stimmt, da haben sie Recht.“ Ich rechtfertige mich nicht mehr, so wie ich es Anfangs tat. Blicke und Getuschel sind mir sehr unangenehm. Da sind mir dann die direkten Kommentare von den meist älteren Menschen lieber. Da habe ich wenigstens eine Chance zu reagieren.                            

 Zu 3.) Da hab ich jetzt echt lange überlegt, aber es fällt mir leider keine Begegnung ein, die wirklich so schön war. Ich würde mir wünschen, dass Mütter / Väter keine Angst vor einer Antwort auf ihre Fragen haben, dass sie den Mut haben, mich doch einfach nett zu fragen, warum er so wackelig ist … so dünn ist … das kann man durchaus nett verpacken und nett ansprechen. Und ich glaube am meisten würde ich mich freuen, wenn mich mal jemand fragt, ob wir morgen/ übermorgen/ nächste Woche auch wieder da sind. Wir sind nämlich echt nett!  Und man kann bestimmt auch von uns eine Menge lernen. Toleranz und Offenheit zum Beispiel. Und jemanden einfach so zu nehmen, wie er nun mal ist. Die Kinder untereinander können das meistens übrigens sehr gut. Keine Angst vor behinderten Kindern und ihren Familien! Ein Blick über den Tellerrand lohnt sich durchaus! Wir haben andere Probleme vielleicht, aber ansonsten… (Ich hätte selber vermutlich auch nie den Mut gehabt oder gar das Interesse, aber man kann echt sagen, dass ist durchaus eine Bereicherung.)

 

Sylvia & Paul
Wir sind Paul (19) und Sylvia (48). Paul hat das Down Syndrom. Wir wohnen in Schwerin, im wunderschönen Mecklenburg Vorpommern.

1.) Tja…in der Tat ist es so, dass es unangenehme Blicke nicht in bestimmten Situationen gibt. Es ist eher so, dass die Leute glotzen, wenn wir auftauchen. Manchmal merken sie wahrscheinlich gar nicht, dass es ihnen dabei der Mund offen steht. Wir hatten allerdings eine Situation, die so unangenehm war, dass ich sie wohl nie vergessen werde. Im letzten Winter haben wir Urlaub im Erzgebirge gemacht und dabei einen Besuch im Bergwerk geplant. Das gestaltete sich ein bisschen schwierig, weil wir einiges, nicht bedacht hatten. Paul hat ein paar mal rumgeeselt. Aber nach ein bisschen hin und her kamen auch wir ans Ziel. Der Gruppenleiter empörte sich dann vor uns bei seinen Kollegen, dass er ja den BEHINDERTEN dabei gehabt hätte. Dazu konnte ich nichts spontanes sagen … das war einfach nur gemein.

Zu 2.) Wir sind dazu übergegangen, den Leuten einfach offen entgegenzutreten. Wenn sie glotzen, lachen wir ihnen entgegen. Das kann Paul durch sein sonniges Gemüt besonders gut. Damit hat er schon manchen in Verlegenheit gebracht. Besonders schön ist es, mit ihm im Stau zu stehen. Früher hat er den Gaffern im Nachbarauto immer zugewunken. Jetzt ist er dazu übergegangen Peace zu zeigen. Das ist wirklich sehr lustig manchmal.

Zu 3.) Mir fällt spontan keine besondere Begegnung ein. Schön ist es, wenn ihm Fremde auch und besonders Jugendliche ein High Five zurückgeben, das er angeboten hat. Das rührt mich dann zu Tränen.

Am letzten Wochenende war er mit seinem Buddy auf einem Materia Konzert. Da hatte er so viel Spaß und es gab keine Gaffer. Er war einfach Teil des Ganzen. So würde ich mir das immer wünschen. Paul und auch uns einfach SEIN lassen, wie wir sind … mit all unseren Andersartigkeiten.

 

Mama & Kind
(7 Jahre) mit einem seltenen Gendefekt (erst vor kurzem entdeckt, da äußerlich für Nicht-Humangenetiker nicht erkennbar)

Zu 1.) Die unangenehmsten Blicke ernten wir zum Beispiel beim Einkaufen im Supermarkt. Mein Zwerg geht gerne mit mir einkaufen und saust dann durch den Laden, am Liebsten erst einmal Richtung Wursttheke. Er kann einfach nicht langsam gehen. Genauso wenig, wie er leise sprechen kann. Also wenn er mich dann nicht sieht, brüllt er durch den Laden: „MAMAAAAAA! KANN ICH DIE WURST KAUFEN??? MAMAAAAAA!!!“ Zudem macht er gerne auch Töne. Es ist kein Singen und auch kein Sprechen. Es sind einfach sich wiederholende Töne oder manchmal auch Wörter. (Und ganz ehrlich: Manchmal treiben mich die Töne auch auf die Palme und ich kann es schlecht aushalten). Naja, letztens ging eine Frau an uns vorbei und hielt sich demonstrativ die Ohren zu.

Zu 2.) Ich gehe damit unterschiedlich um. Häufig bitte ich den Zwerg leiser zu sein, damit die anderen auch in Ruhe einkaufen gehen können und verspreche ihm, dass er sich danach auf dem Spielplatz austoben kann. Das funktioniert manchmal. Wenn ich nicht so viel Energie habe, alle zwei Minuten zu erklären, warum wir ein bisschen leiser sind, dann ist es für den Moment unseres Einkaufes eben Mal kurz lebendig in der Hütte. Das schöne ist, wir sind Stammkunden und das Personal sehr lieb zu ihm.

Zu 3.) Wir wohnen in einem kleinen Dorf und nebenan ist ein Seniorenheim. Das heißt, auf jedem Weg trifft man Bewohner des Seniorenheims. Da mein Zwerg auch sehr kommunikativ ist, spricht er die Leute immer gleich an, die er auf seinem Weg trifft (Wir müssen für den Fußmarsch zur U-Bahn immer ein paar Minuten mehr einplanen :D). Und tatsächlich freuen sich die meisten älteren Leute, dass er sie anspricht und die unterhalten sich mit ihm. Die meisten sind sehr freundlich und nehmen sich die Zeit. Mein Zwerg hat manchmal Schwierigkeiten Nähe und Distanz angemessen einzuschätzen. Einmal haben wir ein älteres Pärchen getroffen. Mein Zwerg ist auf den Mann zugelaufen und hat ihn einfach umarmt. Der Mann war so gerührt, dass er geweint hat. 

 

Nicole & Tristan
Nicole, 43 Jahre alt mit Tristan , 3,5 Jahre alt aus Leipzig mit CFC Syndrom (geistig und körperliche Behinderung auf jeder Ebene, Entwicklungsverzögerungen, motorische Einschränkungen, keine Sprache, Verhaltensauffälligkeiten, Ess- und Trinkstörungen, Wahrnehmungsstörungen, alleinerziehend, berufstätig.

Zu 1.) Wenn er in der Öffentlichkeit bockt, sich unangemessen (für die anderen) artikuliert, wenn ich sein Trinken mit dem Löffel füttern muss … aber eigentlich am meisten wegen seinen Verhaltensauffälligkeiten.

Zu 2.) Je nach eigener Tagesform, manchmal heule ich innerlich, manchmal werde ich angesprochen und bedauert, manchmal kommt ein gutes Gespräch zu Stande, wo ich erklären kann.

Zu 3.) Tristan trägt Orthesen, dadurch muss er Orthesenschuhe tragen. Aber manchmal passen auch normale Schuhe von Deichmann. Ich habe letztens welche bei Deichmann gekauft. Die Verkäuferin war sehr geduldig und suchte mit mir solange, bis wir den passenden Schuh gefunden haben. Dieser muss leicht über die Orthese anzuziehen sein, darf keine Geräusche machen, wegen der Wahrnehmungsstörung. Croocs gehen nämlich nicht, die quietschen. ;-) In diesem Moment sagte sie zu mir: „Respekt, wie toll sie das meistern. Man hat ja selten solche Kinder als Kunden. Aber Respekt, auf was sie alles achten müssen und wie ruhig sie dabei bleiben!“ ;-)

Es gibt aber auch andere Begegnungen. Tristan schreit sehr viel, er kann sich ja nicht anders äußern. Mietshaus… Fenster auf im Sommer… dann brüllt es übern Hof…. RUHE! Find ich nicht lustig. Ich kann ihn ja nicht in den Keller stecken.

Tristan nimmt sehr grobmotorisch zu anderen Kindern Kontakt auf, patscht ihnen ins Gesicht, er möchte aber nur “Hallo” sagen. Kommt gar nicht gut an, weder bei den Eltern, noch beim anderen Kind. Hatte diese Szene an der Kasse, entschuldigte mich beim Vater für die Behinderung meines Kindes … da unterstellte er mir, ich würde es mir ausdenken, weil Tristan nicht behindert aussehe. Ich fragte ihn dann, ob er den Schwerbehindertenausweis sehen möchte. Da war dann Ruhe!
Innerlich habe ich mich so geärgert, dass mir der Hintern voller Tränen stand.

 

Nicole & Marie
Nicole (39 Jahre), Jannik (11 Jahre) gesund, Marie (8 Jahre) schwerst-mehrfach-behindert ohne Diagnose, nach unauffälliger Schwangerschaft so wie Entbindung. Marie ist in allen Bereichen eingeschränkt, kein Laufen, Essen und Trinken nur mit Hilfe, keine Sprache, nur Lautieren und Mimik und Gestik, die alle verzaubert und ihr gegenüber irgendwann doch versteht, was sie möchte. Marie ist Fremden gegenüber freundlich und zieht sie mit ihrem Lachen und (sie möchte mit allen und jedem Klatschen) in ihren Bann . 

Zu 1.) Wenn Marie in der Öffentlichkeit laut quietscht (macht sie sehr gerne, wenn sich ein Familienmitglied von der Gruppe entfernt ), sind sofort alle Blicke auf uns gerichtet, da es schon recht laut ist. So wie der Umstand, dass Marie noch aus einer Baby-Flasche trinkt und ein Spucktuch trägt (aufgrund des Sabberns). 

Zu 2. ) So gehen wir mit dem Thema um: Es war bei uns ein schleichender Prozess, da alles erst mit Fortschreiten der Entwicklung aufgefallen ist. Und wir schon merkten: Ok, hier stimmt was nicht. Nur über das Ausmaß waren wir uns noch nicht im Klaren .
Naja, nach vielen Untersuchungen und Umstrukturierungen unseres Lebens sind wir jetzt bei: „So ist es“ angekommen.
Der Abschied vom Normalo-sein ist nicht einfach. Ich hab meinen Job aufgegeben als Nachtschwester, da Marie einfach zu oft krank und zu pflegeintensiv ist und alles auf Kosten der Familie ging. Mittlerweile ist es so, dass uns Blicke echt nicht mehr stören.

Zu 3.) Wir haben das große Glück gehabt, Jean Pierre Krämer von den PS Profis zu treffen und kennenzulernen. Der einfach ganz normal mit Marie – so wie mit uns – umgeht, egal ob sie quietscht, sabbert oder sonst was macht. Diese Momente zwischen den beiden sind immer wieder schön zu sehen und zeigen auch, dass man keine Worte zum Reden braucht.

 

Mama Steffi
Mein Name ist Steffi, ich bin 33 Jahre alt, wohne im Bezirk Amstetten (NÖ) und habe das Asperger Syndrom.

Zu 1.) Komische Blicke oder Reaktionen erhalte ich so gut wie nie, da man es einem ja nicht ansieht. Das “Problem” ist ja rein geistig, wobei es für mich ja eigentlich keines ist, sondern eher für meine Mitmenschen. Weil sie meine Denkweise einfach nicht verstehen, wir Asperger Ticken halt nun mal anders als der Rest. ;)

Zu 2.) Als Kind wurde meine Andersartigkeit einfach mit der Trotzphase abgetan bzw. war ich einfach immer “spinnad”. Ich habe den Fehler auch immer bei mir gesucht, da mir immer das Gefühl gegeben wurde, ich sei nicht richtig. Seit der erneuten Diagnose im Erwachsenenalter (ich weiß mittlerweile, dass es als Kind diagnostiziert, aber von meiner Mutter verheimlicht wurde. Denn wenn man es einem nicht ansieht, gibt man ja nicht zu, dass das eigene Kind eine Krankheit/Behinderung hat) habe ich dieses Gefühl zum Glück nicht mehr.

Zu 3.) Ja ich bin anders und habe in zwischenmenschlichen Sachen so meine Probleme, aber das ist nicht (mehr) schlimm. Meine Schwestern, mein Mann und meine Freundinnen versuchen auf mich und meine Bedürfnisse einzugehen. Das ist nicht immer leicht, denn es ist einfach schwer jemand zu erklären wie und was in meinem Kopf so vorgeht. Vor allem, da ich mich mit Worten echt schwer tue.
Die meisten Leute die ich neu kennenlerne, denken einfach ich sei komisch, schräg oder schrullig…

Mein Tipp an Eltern, deren Kinder an einer Störung des Autismus Spektrums “leiden” (Asperger gehört da ja auch dazu) oder wo nur der Verdacht besteht:
• Versucht auf eure Kinder einzugehen.
• Lasst euch die Welt aus ihrer Sicht erklären.
• Bemüht euch, die Denkweise eurer Kinder zu verstehen.
Ihr macht euch und euren Kindern das Leben damit vielleicht nicht leichter, aber ihr gebt ihnen damit das Gefühl das sie richtig sind genau so wie sie sind. Das habe ich in meiner Kindheit und Jugend vermisst und hätte es definitiv gebraucht!

 

Daniela & Tamara
Ich, Daniela habe eine 11jährige Tochter Tamara mit Cerebralparese. Wir wohnen in einer Mietwohnung im Bezirk Amstetten. Da sie kognitiv voll fit ist, geht sie mit Stützkraft in die 2. Klasse einer “normalen” Mittelschule.

Zu 1.) Man erkennt auf den ersten Blick nicht, dass sie grob- und feinmotorisch stark beeinträchtigt ist. Wenn sie geht oder redet, zieht sie oft starrende Blicke auf sich….es wird getuschelt ( vorw. Kinder)…oder gar eine Extrarunde im Supermarkt gedreht , damit man sich dieses ” Geschöpf” noch mal genauer ansehen kann.

Zu 2.) Ich spreche die Person dann immer an…ob sie irgendwelche Fragen hätten…oder kläre sie oft gleich auf.

Zu 3.) Ich würde mir von den Erwachsenen wünschen, welche in Begleitung solch “gaffender” Kinder sind, seien es Eltern oder Lehrer, dass sie in Kontakt mit mir treten und sich über meine Tochter informieren. Oder gleich bei ihr selber.

 

Christiane & Amilia
Christiane und Amilia (4) aus München. Amilia hat eine ICP und läuft – noch – nicht.
Zu 1.) Bis März habe ich Amilia noch im Reha-Buggy durch die Gegend gefahren. Für ungeübte Augen sieht so ein Reha-Buggy – je nach den Bedürfnissen des Kindes – aus, wie jeder andere Buggy. Da Amilia für ihr Alter auch noch sehr groß ist, wird sie meist um ein knappes Jahr älter geschätzt. Ich denke, ihr könnt euch die Blicke vorstellen, die man erntet, wenn man ein augenscheinlich gewiss schon mindestens fünfjähriges Kind im Buggy schiebt! Da sie ein Fliegengewicht ist, trage ich sie auch oft auf dem Arm, wenn es gerade praktischer ist. Beispielsweise im Zug. Einmal schaute ein Schaffner sie an und fragte sie, ob sie nicht ein bisschen zu groß wäre, sich noch von Mama tragen zu lassen und meinte, sie solle doch lieber selber laufen…

Zu 2.) Blödes Gucken ignoriere ich. Wenn jemand was dazu zu sagen hat, soll er es tun. Dann erkläre ich auch gerne, warum. Im Falle des Zugbegleiters habe ich tief Luft geholt und einfach klargestellt, dass sie nicht laufen kann. Tat ihm dann leid. Ansonsten denke ich immer an die Zeit zurück, als ich sie im Tragetuch hatte. Da haben auch viele abfällig geschaut und das erinnert mich daran, dass die Leute einfach so sind und das nichts mit einer Behinderung zu tun hat. An richtig schlechten Tagen denke ich kurz an die ersten Monate nach der Diagnose und der Geburt zurück und bin dann einfach nur dankbar dafür, dass mein Kind lebt und für das, was sie seitdem alles erreicht hat, was ich in meinen dunkelsten Stunden nie für möglich gehalten hätte :)

Zu 3.) Kürzlich kam in der Eisdiele eine Mama mit ihrer Tochter auf uns zu und sagte, ihre Tochter wüsste gerne, warum Amilia im Rollstuhl sitzt. Also habe ich es ihr erklärt.
Ich wünsche mir einfach mehr Offenheit und Mut. Kinder wollen die Welt verstehen, sie machen sich Sorgen um Menschen im Rollstuhl. Sie sind nicht sensationslustig. Eltern sollten ihre Kinder ermutigen, die Betroffenen selbst zu fragen. Oder die Eltern müssen eben fragen. Wenn ihr das irgendwie hin bekommt, vermeidet dabei am besten Formulierungen, die Ausdruck von Mitleid sind. Beispielsweise ist ein Kind nicht “an dem Rollstuhl gefesselt”, der Rolli macht es unabhängig! Auch “Was hat die Arme denn?” ist nicht angebracht, so arm ist die nämlich gar nicht ;-)  Und am besten immer mit dem Betroffenen sprechen. Oft werden Menschen mit Behinderungen nämlich total unterschätzt. Bloß, weil jemand sie begleitet, heißt das nicht, dass sie nicht selbst für sich sprechen können. Das gilt auch für Kinder.
Und sagt euren Kindern bitte bitte nicht, sie sollen weg schauen! Menschen mit Behinderung gehören in die Mitte der Gesellschaft. Das gelingt aber nicht, wenn ihnen keine Beachtung geschenkt wird. Außerdem sind Behinderungen weder gruselig, noch ansteckend ;-)

 

Fazit: Auch wenn es diese Interviews vielleicht nicht mit einer professionellen Umfrage unter 10.000 Familien aufnehmen können, ziehe ich jetzt trotzdem mal kackendreist ein Resümee daraus. Nämlich folgendes: Offenbar können wir es ruhig wagen, auch bis zu diesem Zeitpunkt fremde Mamis mit (besonderen) gehandicapten Kindern einfach mal anzusprechen bzw. unsere neugierigen Sprösslinge dazu ermutigen, ihre Fragen zum Verhalten oder Aussehen anderer direkt zu stellen. Es ist sicher allemal besser, als doof zu starren oder – schlimmer noch – unseren Nachwuchs wegzuzerren und ihm beizubringen, „nicht hinzusehen“. Klar, es kann sein, dass wir für unseren Vorstoß in die fremde Privatsphäre mal NICHT mit einem Lächeln belohnt werden, aber das liegt dann wahrscheinlich eher an einem schlechten Tag unseres Gegenübers (kennen wir schließlich alle, unabhängig vom Gesundheitsstatus unserer Kinder ;) ), als daran, dass es grundsätzlich als ätzend empfunden wird, wenn wir höflich Interesse bekunden. Also: Ich für meinen Teil werde in Zukunft öfter mal über meinen doofen Schatten hüpfen und meine Kinder dabei direkt an die Hand nehmen. Wobei … die hüpfen ja eh – also lass wohl eher ICH mich von IHNEN an die Hand nehmen! Schaden kann es garantiert nicht! <3

PS: Vielen Dank an alle, die sich die Zeit genommen haben, meine Fragen zu beantworten, uns so einen kleinen Einblick in ihr Leben gewährten und dadurch sicher in vielen Mami-Herzen eine Veränderung hervorgerufen haben! :-*

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Lisa B. erzählt https://www.laecheln-und-winken.com/2018/09/15/lisa-b-erzaehlt/ https://www.laecheln-und-winken.com/2018/09/15/lisa-b-erzaehlt/#respond Sat, 15 Sep 2018 20:00:54 +0000 https://www.laecheln-und-winken.com/?p=4202 Ich war ca. In der 38 schwangerschaftswoche als ich meine ersten naja, direkt Wehen konnte man es nicht nennen. Eher starke Vorwehen. Mein Mann und ich spazierten jeden Tag. Man muss ja auch was dafür tun, das die schwangerschaft nicht allzu lange dauert z.b bis 42 Woche wie bei meiner Mutter :D sie sagte mir […]

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Ich war ca. In der 38 schwangerschaftswoche als ich meine ersten naja, direkt Wehen konnte man es nicht nennen. Eher starke Vorwehen. Mein Mann und ich spazierten jeden Tag. Man muss ja auch was dafür tun, das die schwangerschaft nicht allzu lange dauert z.b bis 42 Woche wie bei meiner Mutter :D sie sagte mir das es beim ersten Kind eh länger dauern würde. Sie bekam ihr erstes baby in der 42 ssw. Mit einleitung. Und ich hatte die befürchtung das es bei mir genau so lange dauern könnte. Also habe ich ab ca der 38 ssw. Alles dafür getan das mein baby pünktlich auf die Welt kommt. Und ich muss sagen, es hat sich gelohnt. Naja auf jeden Fall waren wir gerade unterwegs und wollten uns ein Eis holen. Davor hatten wir noch gekuschelt. Wenn ihr versteht. Und ich glaube das war ausschlaggebend für die Vorwehen denn als wir unterwegs waren fing es ganz klein an und entpuppte sich zu riesen Schmerzen mit hartem bauch. Ich musste wirklich fast jede 5 Minuten Pause machen und an dem Tag hätte ich wirklich gedacht,dass es so weit ist. Es fühlte sich übrigens bei mir an wie eine Welle , die ganz leicht aber schnell kommt und immer stärker wird und langsam kleiner wird.Wir waren weit von zuhause weg. Und es war für mich nicht wirklich leicht wieder nachhause zulaufen. Zuhause angekommen stieg ich erstmal in die Badewanne um zusehen ob die Wehen sich verschlimmern oder besser werden. Ich sagte zu meinem Mann: Schatz, pack schon mal das restliche Zeug in die Tasche und was du so brauchst, vielleicht geht es heute schon los. Fehlalarm!!! Nach ca 1 Stunde waren die schmerzen wie vom Erdboden verschluckt. Ich war etwas enttäuscht aber zum einem auch erleichtert. Denn ich hatte das Gefühl das ich noch nicht dazu bereit war. Ab diesem Tag qählte ich mich fast jeden Abend mit kleineren Wehen. Ich lag immer auf dem Sofa mit Wärmflasche um zugucken ob die schmerzen schlimmer wurden. Man kann ja auch nicht jeden Tag ausgiebig 2 Stunden in die heisse Wanne. Das hätte mein Kreislauf auch garnicht geschafft. Himbeerblätter-tee,Zimt, Ingwer,scharfes essen, viel laufen und Sex. Das habe ich auch noch in den letzten 2 wochen vor der geburt gemacht. Der errechnete Geburtstermin meiner Maus war am 13.05.18 {am Muttertag:) } und genau einen Tag davor fing es an. Es kamen wieder diese Schmerzen die ich schon vor 2 wochen beim spazieren gehen hatte. Zum Glück waren wir aber zuhause. Ich saß auf dem Sofa mit Wärmflasche und die Schmerzen wurden immer schlimmer und immer regelmäßiger. Es war ungefähr so: oh jetz kommen sie wieder. Diese wehen. Es war wie eine Welle die am Anfang kam und immer größer und gewaltiger und mächtiger wurde. So stieg ich wieder in die heisse Wanne. Nach knapp 15 minuten habe ich es in der Badewanne nicht mehr ausgehalten. Ich rief meinen mann ins Bad er solle mir mein Handy bringen. So rief ich im kreissaal an ob ich vorbeikommen könnte. Ich hatte es im Gefühl. Es geht heute los!!! ,,Schatz Pack nimm die taschen wir müssen ins Krankenhaus. Blöderweiße mussten wir mit dem Zug fahren. Der Bahnhof war von unserem zuhause ca 15 Minuten weit weg. Mein Mann sagte ,,ach das Gepäck hat Zeit. Die Sachen hole och später wenn du im Krankenhaus bist. (Dumme entscheidung) In der stadt in der die geburtsklinik lag angekommen mussten wir nochmal ca 15 Minuten laufen. Für mich waren es gefühlte Stunden. Wirklich jede 4 -5 Minuten musste ich erstmal verschnaufen. Da sah mein Mann eine Eisdiele denn wir mussten durch die Innenstadt. “Komm ich kaufe dir 2 Kugeln Eis ” sagte er. gute Idee dachte ich und hab mich eigentlich gefreut. Denn das war eine kleine ablenkung und stärkung. Wir wussten ja nicht was auf uns zukommt. Etwa auf 3/4 des weges (das Eis war schon aufgemampft) konnte ich wirklich nicht mehr ohne Unterstützung laufen und hab mich dann irgendwann mit Hilfe in den wehen auf dem boden gesetzt und in der pause bin ich weiter gelaufen. Mein mann fragte mich ob wir nicht doch lieber ein taxi rufen sollen. Es waren noch ca 600m bis zum Krankenhaus. Und genau in diesem moment kam ein taxi angefahren und hielt vor unserer nase auf der anderen straßenseite. Wie von den Engeln geschickt. Eine alte Frau stieg aus und mein Mann lief hinüber und winkte mich schnell zu sich. 1 Minute später in der Klinik angekommen liefen wir schnell hoch zum kreissaal. Bitte merkt euch: es war ca 18:30 Uhr. Ich habe an der Klingel geläutet und die Hebamme kam an die Tür. Unglücklicherweiße fand ich diese Hebamme nicht gerade sehr sympathisch. Sie kontrollierte erstmal meinen Mutterpass und guckte dann nach dem Muttermund und nach der Fruchtblase. Der Muttermund war zu dem Zeitpunkt 1cm offen. Dann schloss sie mich gleich ans ctg. Wir lagen also im Wehenzimmer und warteten was nun passieren wird. Das war die längste halbe Stunde meines leben. Denn auch da waren die Schmerzen schlimm. Sie kam zurück,guckte auf’s ctg und sagte ganz entspannt,,achja die sind noch sehr unregelmäßig,dein baby kommt wahrscheinlich erst morgen nacht/früh zur welt. Du kannst solange auf Station runter gehen und den Papierkram für die Anmeldung erledigen.” Ok dachte ich . Dann ist es so. Mein Mann und ich gingen runter und wir erledigten also alles was anstand und als er fertig war ging er los nachhause um die taschen zuholen. Ich pflanzte mich auf das krankenhausbett und schrieb erstmal meiner Mutter. Als ich mein Bein angehoben hatte, machte es plötzlich “flatsch” voller erschrecken stand ich auf und rannte zur toilliette. Ich konnte gerade noch die schwester anklingeln. Ich saß mit offener Tür auf dem Klo und schaute herunter. Alles nass und Grün. Als die schwester kam rutschte ich gleich etwas hektisch mit der Aussage das sie Fruchtblase geplatzt war heraus und ob das normal sei das das Wasser so Grün-bräunlich  wäre. “Oh dann mal schnell hoch in den kreissaal. Nur blöd das mein Mann unterwegs war um meine Sachen zuholen.ich hatte also keine frischen Klamotten dabei. Ich bekam also so einen krankenhaus-kittel und einen Bademantel angezogen und begab mich schnell hoch in den kreissaal. Und da war auch schon eine andere Hebamme. Sie war sympathischer. Gleich ins Entbindungszimmer machte sie bei mir schon ein ctg Und guckte nach dem muttermund:  3 cm wohlgemerkt. Die Schmerzen wurden dadurch, das sich In 45 Minuten soviel tat natürlich auch viel schlimmer. Ich saß auf einem stuhl am ctg angeschlossen. Naja ich lag mehr oder weniger halb auf dem stuhl :D. Ich versuchte auch während den wehen gut zu atmen aber das klappte nicht jedesmal. Es hat sich einfach angefühlt als hätte man ein viel zu enges korsette an. Aufeinmal wurde mir so richtig schlecht. Die hebamme brachte mir so eine pappschale. Sie rief einen Arzt der mir einen Zugang legen sollte.(schmerzmittel ) als die Hebamme dann auf das ctg  guckte,bekam sie schon ganz große Augen und sagte zu mir ich solle mich doch schon mal ins bett legen . Ich dachte mir :ohnein mein mann ist immer noch nicht da.ich legte mich ins Bett und rief ihn schnell an. Als er an sein Handy ging sagte ich “du es geht doch schneller
Als wir dachten. Beeile dich” und somit legte ich auch gleich wieder auf denn ich verspürte plötzlich einen Druck nach unten. Und ich gab der Hebamme Bescheid das ich schon pressen müsste. Sie kam zu mir und es kam noch eine Krankenschwester dazu und hielt meine Hand zur Unterstützung. Als sie mir sagte ich soll tief  Luft holen und dolle pressen tat ich mein bestes und fing an. Mein baby war 2570g schwer un es ging trotzdem nicht so gut. Sagen wir mal  so : es fühlte sich eher an als wog mein baby 4 kg.. Ich musste meine gesamte Kraft nehmen und pressen. Doch anscheinend bekam ich es nicht hin gut zu atmen worauf hin die Hebamme sagte,das wenn ich nicht gut atmen würde ginge es dem baby schlecht und wir müssten einen Kaiserschnitt machen. Das motivierte mich richtig und ausgiebig zuatmen. Und stark zu pressen. Und ich hatte das Gefühl das mein baby nach der presswehe wieder ein stück zurück rutschte. Die hebamme rief schnell einen doktor.”wir müssen eine saugglockengeburt durchführen” sagte sie. Daraufhin kam der doktor und um mich standen 3 Personen. Die hebamme sagte nun ich  solle noch einmal fest drücken, die Krankenschwester hielt meinen Kopf nachvorne worraufhin das pressen leichter ging. Die hebamme nahm die saugglocke,schloss sie dort unten irgendwie an dem Kopf meines babys an und der Arzt drückte fest auf meinen bauch.  Somit fing ich an nochmal tief Luft zuholen und presste um mein  Leben. Und dann war mein baby auch schon da. Mein Mädchen lag da zwischen meinen Beinen und die Hebamme gab sie mir gleich auf die Brust. Ich war so erleichtert das wir es geschafft haben ohne weitere große  Komplikationen. An die eigentliche Geburt kann ich mich gar nicht zu gut erinnern denn sie war so kurz. Wohlgemerkt es war 20:24 wo mein Schatz das Licht der Welt erblickte das waren knappe 2 Stunden. Aber an was ich mich noch ganz genau erinnern konnte ist, an ihre ersten schreie und wie schön warm sie doch war als sie auf meiner brust lag.. es war einer der schönste gefühle der welt und meines Lebens. Kurz darauf rief ich meinen Mann an. Vergeblich versuchte er satte15 mal mich anzurufen. Aber ich hatte leider zutun. Ich sagte ihm das seine Tochter nun schon da wäre. Er lief so schnell in’s  Krankenhaus. Noch 5 minuten dann wäre er da. Angekommen im kreissaal musste er sich erstmal bei mir entschuldigen. Er sagte er hat schnell einen Freund angerufen der ihn hergefahren hat. Trotzdem waren wir beide überglücklich.
Ich hoffe ihr Lieben. Das ihr es trotz meines ausgiebigem Berichtes bis hier hier geschaft habt und nicht schon vorher kein Bock hattet weiter zu lesen :D Danke das ihr euch bis hier hin Zeit genommen habt.
Diesen schönen Geburtsbericht hat Lisa (20 Jahre) geschrieben :)

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Leser-Geschichten: Die Welt des Sports – ist nicht die Meine https://www.laecheln-und-winken.com/2018/09/12/die-welt-des-sports-ist-nicht-die-meine/ https://www.laecheln-und-winken.com/2018/09/12/die-welt-des-sports-ist-nicht-die-meine/#respond Wed, 12 Sep 2018 20:26:17 +0000 https://www.laecheln-und-winken.com/?p=4484 Hier schreibt Franziska: Die ganze Zeit hatte ich schon vor endlich etwas dafür zu tun, dass ich nicht noch Ähnlichkeit mit einem gestrandeten Wal bekomme und Greenpeace versucht mich zu retten. Also habe ich mich heute tapfer auf den Weg zur Aqua Fitness gemacht. Eigentlich sollte es ein gemischter Kurs für Schwangere und Menschen mit […]

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Hier schreibt Franziska: Die ganze Zeit hatte ich schon vor endlich etwas dafür zu tun, dass ich nicht noch Ähnlichkeit mit einem gestrandeten Wal bekomme und Greenpeace versucht mich zu retten. Also habe ich mich heute tapfer auf den Weg zur Aqua Fitness gemacht. Eigentlich sollte es ein gemischter Kurs für Schwangere und Menschen mit Rehabilitationsmaßnahmen sein. Seit der Geburt des Traumsohnes hat mein Freundeskreis ziemlich gelitten und ich war gespannt darauf neue Mamis kennen zu lernen.
So war ich reichlich früh schon an der Schwimmhalle und wunderte mich über den reichlich bevölkerten Parkplatz auf dem außer vielen Fahrzeugen überall Grüppchen von weißhaarigen Menschen standen und fröhlich diskutieren und redeten.
In der Halle bahnte ich mir einen Weg durch Schilder mit vielfachen Hinweisen zum Thema Schuhe an und aus, Badebekleidung an und aus sowie Licht an und aus. Das ist wohl der erste Hindernisparcours für sportlich Fremde, wer sich hier durch findet hat schon mal wenigstens den Teilnahmepokal. Nach dem ich es geschafft hatte mich in den richtigen Bereichen an und aus zu ziehen, sah ich beim ersten Wasserkontakt unter der Dusche zwar viele Bäuche aber keiner gehörte zu einer schwangeren Mama. Es war eher ein Blick in eine nicht mehr ganz so weit entfernte Zukunft. Dafür wurde meine Kugel offen bestaunt und wir, die Kugel und ich, wurden sofort offen begrüßt: Du bist wohl die neue Mama. Tja, die war ich wohl und nach dem ich mich am und im Becken umgesehen hatte, war klar, dass ich auch die einzige Mama war.
Alle fröhlichen weiß- und grauhaarigen Menschen vom Parkplatz füllten jetzt die Halle und schienen sich seit Jahrzehnten zu kennen. Was sage ich jetzt nur? Alles duzt ganz fröhlich und ich kann doch nicht einfach zurück duzen?! Plötzlich war ich nach Jahren wieder „das Mädel“ und „die Kleine“! Fühlte sich aber irgendwie ganz gut an! :)
Zum Glück brachte die Kursleiterin etwas Erhellung: hier duzen sich alle, man sieht sich schließlich nackig. Und ja, es kennen sich wirklich fast alle seit vielen Jahren inklusive aller zu behandelnden Gebrechen.
Als ich dann voller Zuversicht das Nichtschwimmerbecken ansteuerte, mein Bild war schließlich das von hüpfenden Menschen in hüfthohen Wasser, wurde ich ganz schnell gebremst. Das ist nur was für sportferne Menschen und Menschen mit starken Bewegungseinschränkungen. Also doch für mich? Ich bin einer der unsportlichsten Menschen die ich kenne! Nein, ab ins tiefe Becken und dann rauf auf eine Poolnudel. Das klang erstmal leicht und sah bei den anderen auch so aus. Als Bewegungsanfänger auf so eine verdammt wendige und angriffsbereite Nudel zu steigen, fand ich jetzt schon eine Leistung. War es aber nicht. Die nächste Stunde war ich dann damit beschäftigt irgendwie im Reitersitz auf dem Teil vorwärts zu kommen ohne dabei unter zu gehen oder wieder rückwärts zu treiben während die netten älteren Damen versuchten sich mit mir zu unterhalten. Irgendwann hatten sie Mitleid und ich durfte einfach nur zuhören über Hunde, Garten, Ehemänner und Enkelkinder. Nach jeder geschafften Bahn dachte sich die Sportdiktatorin, äh Kursleiterin ein neues Handicap aus. Also nichts mit einfach paddeln. Mal Bahnen ohne Arme dann ohne Beine dann mit zusätzlichen Gewichten dann mit Kreisbewegungen. Nach der Hälfte der Zeit hatte ich dann langsam den Dreh raus und konnte wenigstens mal meine Mitpaddler so richtig wahr nehmen. Obwohl alle erklärten, nicht richtig fit zu sein und eigentlich seien sie viel zu alt, waren die echt zügig und relaxt unterwegs. Vielleicht macht das ja dieses Aqua Fitness. Wenn ich dadurch mit 70 auch noch so unterwegs bin, dann halte ich durch. Solange ich noch im Wasser war, nahm ich mir jedenfalls vor jetzt ganz oft schwimmen zu gehen, jede Woche am Kurs Teil zu nehmen vielleicht ja sogar zweimal die Woche…
Dann war die Stunde um und ich wollte aus dem Becken. Tja, anscheinend hatte jemand Zement in meine gesamten Extremitäten gefüllt. Meine Beine jedenfalls hatten für den Moment genug. Nach gefühlten Stunden war ich endlich unter die Dusche gekrochen. Auf das „bis nächste Woche, wir freuen uns“ Konnte ich nur noch: Mal schauen murmeln.
Ich war nur froh nicht den Schwangeren Yoga Kurs genommen zu haben, da hätte man noch mehr gesehen, dass ich Blut und Wasser geschwitzt habe.
Im Auto rief ich dann meine Oma an und wollte mich einfach nur versichern, dass ihr Aqua Kurs ein anderer wäre. Als meine 87jährige Großmutter erzählte, sie würde die gleichen Übungen machen, habe ich mir ganz fest vorgenommen: ich mache weiter! Und wenn ich schon keine neue Mama-Freundin finde, dann vielleicht eine tolle Ersatz-Oma vor Ort für den Traumsohn und die Babymaus.
Jetzt am Abend fühle ich noch immer jeden Muskel aber es fühlt sich doch ganz gut an und ich glaube ein ganz großes Bisschen freue ich mich doch auf nächste Woche und die Poolnudel und die netten Omis. Der Babymaus hat es wohl gefallen, sie hüpft seit dem zufrieden auf meiner Blase rum und macht den Bauch weiter schön rund.
Mal sehen ob ich morgen die Treppen noch hoch komme.

The Day after – die Nachwirkungen 

Der Muskelkater ist da und schlimmer als nach der Episode, in der ich mich für 15 Minuten in den Spinning-Kurs für Anfänger verirrt hatte. Das Trauma hat lange nachgewirkt und mich sogar von Jogginghosen fern gehalten.
Treppen hoch ging so weit erstmal ganz gut aber reden wir nicht von treppab! Mein Versuch das Erdgeschoss zu erreichen, löste bei Mann und Traumsohn große Heiterkeitsausbrüche aus und ich schwöre, der Traumsohn hat selbst in der Kita noch gekichert und es gleich in seiner ihm eigenen Sprache seinen Freunden erzählt. Jedenfalls glaube ich danach Mitleid und Belustigung in den Gesichtern der Zweijährigen gesehen zu haben. Warte ab Kind, bei deinem nächsten Männerschnupfen werde ich kichern.
Da der Mann nach meinen Abstiegsversuchen befürchtet hat, mich mit Oberschenkel-Halsbruch pflegen zu müssen, typisch Pflegefachkraft, versuchte er mir zu helfen. Mit guten Ratschlägen. Der Mann ist nämlich, warum auch immer, sportlich sehr versiert und Muskelkater-erfahren. Ich solle doch die Treppen rückwärts laufen, das würde helfen. Tja, was soll ich sagen, das funktionierte. Der Mann hatte Recht – das kann und wird er sich wohl im Kalender anstreichen und bei passender Gelegenheit immer wieder anführen. Wer den Schaden hat…
Diese lustige Leser-Geschichte hat Franziska geschrieben :)

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Familienreportagen – mehr als nur Familienfotos vor einer Leinwand https://www.laecheln-und-winken.com/2018/09/11/familienreportagen-mehr-als-nur-familienfotos-vor-einer-leinwand/ https://www.laecheln-und-winken.com/2018/09/11/familienreportagen-mehr-als-nur-familienfotos-vor-einer-leinwand/#comments Tue, 11 Sep 2018 11:00:11 +0000 https://www.laecheln-und-winken.com/?p=4443 (Werbung wegen Verlinkungen) Ich habe schon wirklich, wirklich oft gedacht: So richtige Familienfotos von uns wären langsam mal schön. In Zeiten der Handy-Kameras und Selfie-Sticks haben wir zwar alle Unmengen von Fotos auf unseren Mobil-Telefonen (manchmal sogar MIT der Mama drauf ;) ), aber wenn wir mal ganz ehrlich sind, wissen wir: Bilder, die ein […]

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Ich habe schon wirklich, wirklich oft gedacht: So richtige Familienfotos von uns wären langsam mal schön. In Zeiten der Handy-Kameras und Selfie-Sticks haben wir zwar alle Unmengen von Fotos auf unseren Mobil-Telefonen (manchmal sogar MIT der Mama drauf ;) ), aber wenn wir mal ganz ehrlich sind, wissen wir: Bilder, die ein richtiger Fotograf gemacht hat, sehen noch mal ein bisschen besser aus im Rahmen an der Wohnzimmerwand … oder als Geschenk für die Oma. Nur war uns zum Beispiel immer klar, dass wir weder in ein Studio gehen wollten, um uns vor einer Leinwand ablichten zu lassen, noch in weißen Flatterkleidchen über eine Wiese tanzen würden, um dann auf den Bildern auszusehen wie eine schicke Version von „Unsere kleine Farm“. Denn: Das wären nicht WIR. WIR sind schließlich eine leicht verrückte Stadt-Familie und lieben uns so, wie wir sind. Deshalb wünschten wir uns Fotos, die genau DAS, also unsere Persönlichkeit als jeckes Vierer-Gespann, in unseren Familienfotos wiederspiegeln würde. Als ich dann zufällig die Kölner Fotografin Verena von „Verena fotografiert“ kennenlernte und mir kurz danach ihre Website ansah, wusste ich, dass ich genau das Richtige bzw. genau DIE Richtige gefunden hatte. Endlich! (BÄM, damit sind die Weihnachtsgeschenke für Oma und Opa schon mal gesichert! ;) )

Verena ist nicht nur Hochzeits- und Porträt-Fotografin, sie macht auch Familienreportagen. Das bedeutet nicht, dass sie für Magazine Mutter-Vater-Kind-Fotos knipst (hab ich erst gedacht :D ), sondern dass sie Familien dort fotografiert, wo sie am glücklichsten sind, sie selbst sein können und ganz entspannt sind … also in ihrem Zuhause, manchmal sogar im Familienbett, aber auch am Ufer des Lieblingsflusses oder im Garten. Dadurch entstehen wunderschöne Profi-Fotos, die authentischer nicht sein könnten – eben Familienfotos, wie sie sein sollten. <3

Uns hat Verena auf dem Spielplatz in unserer Straße fotografiert, weil wir zu dem echt oft rüber wackeln, um noch „kurz“ ein bisschen zu schaukeln oder rutschen. Für uns die perfekte Location, denn wir fühlen uns dort zuhause und sie passt optisch wunderbar zu unserem Städter-Dasein. Wir hatten echt einen mega Spaß beim Shooting und ich bin total begeistert vom Ergebnis. Hier mal ein paar Beispiel, damit ihr wisst, was ich meine :D :

Familie Neckar in Action <3

 

 

 

 

 

 

 

Da ich diese Art der Familienfotografie vor dem Kennenlernen von Verena echt nicht auf dem Schirm hatte, gehe ich einfach mal kackfrech davon aus, dass das anderen auch so geht (sonst würde ich ja schön blöd dastehen ;) ) und habe deshalb die Gelegenheit beim Schopfe gepackt, Verena noch zu einem kleinen Interview zu nötigen. Können ja nie schaden … so ein paar Hintergrund-Infos, ne?!

Warum fotografierst du so gerne Familienreportagen? Was macht dieses „Format“ für dich als Fotografin so interessant?

Die Familienreportage ist für mich deshalb so spannend, weil ich eigentlich vor dem Termin nie so genau weiß was auf mich zu kommt. Nach dem Vorgespräch mit der Familie habe ich natürlich eine Idee was mich erwarten könnte und plane das Shooting danach. Aber die Kinder haben dann meist etwas anderes im Sinn – warum auch nicht.
Ich möchte, dass der Spaß im Vordergrund steht. Mit meiner Fotografie schaffe ich für die Familie eine gute Zeit miteinander, die ich wie „zufällig“ mit meiner Kamera begleite. Nur wenn es erforderlich ist, gebe ich hier und da kleine Anweisungen. Meist reicht es aus, wenn ich den Eltern sage: „macht, was ihr immer macht“ und die tollsten Spielereien mit den Kindern kommen dabei heraus.
Ich mag Reportagen, weil sie so nah an der Realität sind. Das Familienleben hat so viele Facetten und ich freue mich über jede, die ich zu sehen bekomme. Jede Familie zeigt sich mir anders, es wird einfach nie langweilig.
Wenn ich dann mit einem Dauergrinsen die Fotos von einem Familienshooting durchsehe und auswähle, freue ich mich über diese kleinen, wertvollen Momente zwischen Eltern und Kindern und bin dankbar, dass ich diese zur Erinnerung festhalten darf.

Ich finde, du bist eine tolle Fotografin und definitiv dein Geld wert! Allerdings ist es für Laien ja manchmal echt schwierig herauszufinden, warum Fotografen oft so viel kosten? Magst du mal erklären, was du bei einer Familienreportage alles so machst … also was du an Leistungen und Zeitaufwand vor und nach dem Fotografieren investierst?

Sieht man nur die reine Fotografie-Zeit, erscheint der Stundensatz eines Fotografen oft horrend. Allerdings steckt in einem Fotoshooting, egal ob in einem kleinen Shooting oder einer Tagesreportage eine Menge Vor – und Nachbereitung.
Nehmen wir als Beispiel ein einstündiges Familienshooting innerhalb Köln, also das, was wir zusammen gemacht haben:

  • 0,5 bis 1 Stunde // An- und Abfahrt zur Location
  • 1 Stunde // Familienshooting
  • 1 – 2 Stunden // Auswahl und Bildbearbeitung
  • 1 Stunde // Upload der Fotos ins Online Album, Prints schön verpacken und zur Post bringen
  • 2 Stunden // Büroarbeit: Erhalt der Anfrage, Mailverkehr, telefonisches Vorgespräch, Terminsuche, Locationsuche, Beratung zur Bildauswahl, Rechnung schreiben

Ich bin also ca. 6 Stunden beschäftigt.
Davon kalkuliere ich folgende betriebliche Ausgaben mit ein:

  • Hardware (Kamera, Objektive, Rechner, Monitor, Festplatten, …)
  • Software zur Bildbearbeitung
  • Werbekosten (Webseite, Flyer, …)
  • Online Galerie
  • Steuern & Versicherungen (Sowohl für meine Kameras als auch für mich)
  • Workshops & Weiterbildung

Und auch ein paar private Ausgaben:

  • Eis & Kaffee
  • einmal im Jahr Berge oder Meer

Hast du eventuell einen Tipp für alle jene Familien, die zwar nicht in der Nähe von Köln wohnen, jetzt aber auch gerne eine Familienreportage von sich hätten, wie sie in ihrer Region einen passenden Fotografen finden können?

Eine Suche startet meist mit der Eingabe in die Suchmaschine. Hier würde ich die Kombinationen mit folgenden Worten ausprobieren: authentisch, natürlich, Familienfoto, Familienfotograf, Familienreportage, Homestory…. . Habt keine Scheu Fotografen aus einer anderen Stadt anzufragen. Auch ich bin für Familien in ganz Deutschland unterwegs.
Ist die Fotografin / der Fotograf gefunden kommt nun mit das Wichtigste: die Chemie sollte passen. Damit sich die Familie vor der Kamera wohlfühlt und natürliche Bilder entstehen, ist es einfach hilfreich, wenn ihr Euch richtig gut versteht. Wichtig ist auch, dass beide Seiten mit den gleichen Erwartungen in das Shooting gehen. Deswegen telefoniert miteinander oder trefft Euch, wenn möglich, sogar zum Vorgespräch. 

Verenas Tipps für die Fotografensuche sind natürlich schon total super, dennoch würde ich die Sache gerne – mit eurer Hilfe – weiter vereinfachen. Und zwar so:

Fotografen-Empfehlungen von Familien für Familien  

Ihr habt tolle Fotos machen lassen und wart mit dem Fotografen absolut zufrieden? Dann postet doch den Link zu seiner bzw. ihrer Website als Kommentar unter diesen Beitrag und schreibt direkt noch die Region und Stadt dazu. Ich baue die Links dann nach und nach in eine separate Seite zum Thema Familien-Fotografen ein, die dann unter Empfehlungen bereit steht für alle Mamis und Papis, die gerade einen Familien-Fotografen in ihrer Nähe suchen! Dort werden sie dann fündig und wissen: Es handelt sich um einen #MoSiA-getesten Profi … dann kann ja nix schief gehen! :D Los geht’s!

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Die 6 Phasen des beliebten Familien-Events „Magen-Darm is in da House!“ https://www.laecheln-und-winken.com/2018/09/10/die-6-phasen-des-beliebten-familien-events-magen-darm-is-in-da-house/ https://www.laecheln-und-winken.com/2018/09/10/die-6-phasen-des-beliebten-familien-events-magen-darm-is-in-da-house/#comments Mon, 10 Sep 2018 12:00:58 +0000 https://www.laecheln-und-winken.com/?p=4223 Ja, ich weiß: Magen-Darm-Infekte sind ein voll ekliges Thema, aber Fakt ist nun mal leider, dass dieser Scheiß (im wahrsten Sinne des Wortes) zum „Mutter- bzw. Familienglück“ dazugehört wie Feuchttücher in jeder Handtasche ;) . Das Gute ist allerdings, dass man mit der Zeit abhärtet. Während uns die erste Runde Familien-Brech-Durchfall noch völlig eiskalt erwischte […]

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Ja, ich weiß: Magen-Darm-Infekte sind ein voll ekliges Thema, aber Fakt ist nun mal leider, dass dieser Scheiß (im wahrsten Sinne des Wortes) zum „Mutter- bzw. Familienglück“ dazugehört wie Feuchttücher in jeder Handtasche ;) . Das Gute ist allerdings, dass man mit der Zeit abhärtet. Während uns die erste Runde Familien-Brech-Durchfall noch völlig eiskalt erwischte und ohne Übertreibung an den Rande des Nervenzusammenbruchs geführt hat, konnte ich unsere letzte 4-köpfige Teilnahme am Badezimmer-Bootcamp kurz vor Weihnachten 2017 schon mit einer ordentlichen Prise Humor betrachten … zumindest die ersten 5 Stunden. Tatsächlich kicherte ich dabei zwischen meinen eigenen Klobegegnungen noch herzlich über meinen Mann, der komplett in Desinfektionslösung schwimmend versuchte, NICHT in direkten Kontakt mit den leider sehr üppig ausfallenden Spuck-Ergebnissen seiner Frau und Kinder zu geraten. Ja, das klingt jetzt auf sehr vielen Ebenen mega fies, aber … es sah wirklich zu ulkig aus, wie er mit erhobenen Chirurgen-Händen Slalom lief zwischen mannigfaltig gefüllten Eimern und Schüsseln. Davon abgesehen hat er die ganze Nummer echt spitzenmäßig gemanagt, bis es ihn einen Tag später selbst dahingerafft und in Embryonalstellung um die Porzellanschüssel gezwungen hat. War aber ok, da ich zu diesem Zeitpunkt – wie es sich für eine Mutter gehört – schon wieder einigermaßen auf dem Damm und trotz Schwindel bestens dazu in der Lage war, 3.000 Maschinen Wäsche zu waschen und die komplette Bude inklusive Kinder höchst professionell zu dekontaminieren.

Du hast keine Lust oder Zeit, zu lesen? Dann scrolle einfach bis zum Ende des Textes runter und hör dir den PODCAST an!  

Zugegeben: Ich befinde mich in der glücklichen Lage, auf 6 Jahre Arbeitserfahrung hinter der Theke einer Metal-Diskothek zurückzublicken, die mich wunderbar abgehärtet haben, wenn es um Körperausscheidungen a la: „Oh, dir läuft da was aus dem Gesicht! Muss das so?“ geht. :D Nichtsdestotrotz muss selbst ich sagen, dass es ganz klar angenehmere Erkrankungen gibt, als diese Magen-Darm-Geschichten. Unzählige sogar. Ganz ehrlich, ich finde diese Viren wirklich von Herzen absolut zum Kotzen. Aber das passt ja ;) .

Trotz meiner persönlichen Abneigung, die wahrscheinlich so ziemlich jeder teilt :D, habe ich mich mal näher mit dem Thema befasst. Gezwungenermaßen, denn vor kurzem hatte uns der Kack schon wieder am Schlafittchen, wobei wir noch Schwein hatten, da NUR EIN Kind, nämlich das Söhnchen, so richtig in die Viren-Snack-Tüte gegriffen hat und alle anderen wie durch ein Wunder verschont blieben. So richtig genießen konnte ich die „Sause“ natürlich trotzdem nicht – zum Einen, weil mein BABY krank war, zum Anderen, weil mein Baby wirklich tagelang so derbe alles vollgekotzt hat, dass ich ihn zeitweise nur in Windel habe rumlaufen lassen, um Waschtechnisch wenigstens mal ein bisschen aufholen zu können.

Witzig war nur eines an dieser Woche: Mir fiel auf, dass solche Infekte erstaunlich UNKREATIV arbeiten und ich mich währenddessen offenbar ebenso wenig um abwechslungsreiches Verhalten bemühe, denn es kristallisierten sich immer wiederkehrende Phasen heraus, die ich hier gerne mal skizzieren möchte (für jene, die noch nicht das Vergnügen hatten und deshalb schon ganz kribbelig vor Neugierde auf ihre erste Runde „Brech-Spaß für alle“ sind):

Die 6 Phasen des beliebten Familien-Events „Magen-Darm is in da House!“

Phase 1: Och nööööö!
Gerade noch hüpfte das Söhnchen fröhlich auf der Couch, während ich davor kniend seine Patschehändchen festhielt, um einen Sturz zu verhindern, als er plötzlich die Schnute öffnete und mich – wie in einem schlechten Splatter-Film – mit seinem gesamte Mageninhalt bekanntmachte. Synchron-Reaktion von uns Eltern: „OCH NÖÖÖÖ!“ Überraschend ungerührt schlüpfte ich an Ort und Stelle aus meinen Klamotten, pellte den Krümel ebenfalls wie eine Kartoffel und taperte mit dem weinenden Kind auf dem Arm ins Bad. Derweil genoss der Mann (für seine Verhältnisse überaus tapfer) die erste Putzrunde des frühen Abends.

Phase 2: Hoffnung
„Das Gute ist, dass wir erst 18 Uhr haben – vielleicht kotzt er sich jetzt mal eben aus, pennt dann und der Spuk ist morgen schon vorbei“, überlegte ich laut und übertrieben positiv gestimmt, erntete dafür von meinem Mann allerdings nicht mehr als eine hochgezogene Augenbraue. Zu recht. Manchmal frage ich mich, wo so ein Quatsch herkommt; als wäre ich erst seit 2 Wochen Mutter und dies hier mein erster Ausflug in den Vorhof zur Kotze-Hölle.

Phase 3: So ein bisschen Panik
In Sachen Magen-Darm-Infekt ist bei uns der Mann der Pessimist. Er rechnet im Prinzip von Sekunde eins an mit dem Super Gau: ALLE Familien-Mitglieder steigen ein und treffen sich zum Kloschüssel-Battle mitten in der Nacht im Bad! Ganz, ganz üble Vorstellung! Wenn man zulässt, dass sich dieses Bild mit all seinen Facetten im Kopfkino breitmacht, ist Panik eigentlich vorprogrammiert. Und selbst wenn es NUR ein oder zwei Kinder betrifft und die Erwachsenen verschont bleiben, weil ihr Immunsystem schon stärker ist, ist einem doch spätestens nach der dritten Kotzattacke im Bett oder mit Dünnpfiff gesprengten Windel auf der Couch klar: Das wird kein Spaziergang. Man braucht definitiv sehr starke Nerven für dieses „Event“. Und UNDBEDINGT eine gut funktionierende Waschmaschine.

Phase 4: Jetzt ist’s auch egal
In diese Phase gleite ich meist soft hinüber, wenn ICH zum wiederholten Male MEINE Kleidung wechseln musste, weil immer noch etwas Leckeres im Kind auf meinem Arm war oder die zugeführte Flüssigkeit einfach nicht drin bleiben mochte. Spätestens dann machen sich bei mir zwei Gedanken breit … so ziemlich gleichzeitig:

  1. Verdammte Kacke, der arme Floh! Wann nochmal muss ich mir über Dehydrierung Gedanken machen?
  2. Ich bekomm es eh. So oft, wie ich jetzt vollgekotzt wurde, habe ich kaum eine Chance, es NICHT zu bekommen – selbst wenn ich mir das Scheiß-Desinfektionszeug über den Kopf schütte!

Ich persönlich mag Phase 4 eigentlich am Liebsten. Ich bin fokussiert auf mein Kind, mache mich nicht mehr verrückt wegen der potenziellen Ansteckung (was gut ist, denn ein krankes Kind klebt schließlich mit all seinen Viren wie ein Pflaster an der Mama) und funktioniere nur noch. Ich präpariere das Bett mit Handtüchern und/oder Wickelunterlagen für die Nacht, das Flöhchen erbricht sich alle halbe Stunde, ich wechsle die Unterlage, tröste und wasche das Kind, wasche mich, gehe wieder ins Bett und warte auf die nächste Runde. Ist doch alles sehr schön berechenbar ;) . Meist bleibe ich 2-3 Tage in Phase 4. Ich bin damit nicht glücklich und mache mir Sorgen, aber ich weiß, es geht vorbei. Zum Arzt gehe ich nur, wenn wirklich nichts mehr in der Windel landet, mein Kind nicht trinken mag, lethargisch wird oder hoch fiebert. Denn ich weiß, es braucht eben Zeit, bis der kleine Körper den Virus besiegt hat. Ich sorge derweil für Flüssigkeit, Zucker und Mineralienzufuhr … und mache jeden Tag, an dem es mich NICHT auch erwischt, ein Kreuzchen im Kalender. Schwein gehabt! :D

Phase 5: Ausrasten
Nach mehren Erfahrungs-Runden im Kotze-Karussell dauert es mittlerweile immer einige Tage, bis ich in Phase 5 ankomme … aber dann krache ich so richtig mit Schmackes rein. Von jetzt auf gleich hab ich die Schnauze voll von dem Scheiß und raste ein klitzekleines bisschen aus. Die pädagogisch wertvolle Version von Phase 5 wäre sicher, HEIMLICH durchzuknallen, NACHDEM man zum 10.000 x die Bettwäsche gewechselt und das weinende Kind abgeduscht hat. Pädagogisch wertvoll liegt mir allerdings nach unzähligen schlaflosen Nächten nicht mehr so richtig, so amüsierte ich Mann und Kind während des letzten Viren-Programms damit, dass ich wie vom wilden Affen gebissen aus dem Bett sprang und wie Rumpelstilzchen schreiend im Kreis hüpfte. Ich bin sehr, sehr dankbar dafür, dass es zu dunkel war für die Erstellung eines Videos und dass mich meine Familie genug liebt, um derlei geistige Aussetzer einfach mal gepflegt zu ignorieren. :D

Phase 6: Hinnehmen
Gerade wenn es sich um einen sehr langwierigen Infekt handelt, stellt sich irgendwann dieses sehr wohlige „Hinnehmen“ der Situation ein. Es kommt vor, dass sich das Gefühl ganz langsam breit macht … beim letzten Mal jedoch war es einfach plötzlich da. Ich hatte dem Krümelchen ein Süppchen gekocht, ihn aufgrund der sommerlichen Temperaturen (und weil mir die Shirts ausgegangen waren) nackt an den Tisch gesetzt und betrachtet glücklich sein lächelndes Gesichtchen, während er total zufrieden seine Brühe mit Nudeln löffelte. Er kam dabei erstaunlich gut voran, wenn man bedenkt, dass er noch keine zwei und echt ziemlich erschossen war. Deshalb sah ich die spontane Magenentleerung über den halben Tisch auch gar nicht kommen. Ich blieb sitzen … genau wie er mit dem Löffel in der Hand … und wartete seine nächste Reaktion ab. Er grinste. Und wendete sich dem Rest Suppe in seiner Schüssel zu. „Ok,“ dachte ich nüchtern „dann esse ich auch erst auf. Die Pfütze läuft uns ja nicht weg.“ Es war ein Moment, über den mein Söhnchen und ich sicher eines Tages sehr lachen werden. Eines FERNEN Tages! :D

Fakt ist: Die Mutterschaft bringt Facetten von einem ans Licht, die man ohne Kinder und deren „Begleiterscheinungen“ wahrscheinlich nie im Leben entdeckt hätte. Und man hält Widrigkeiten stand, die einen früher in Angstschweiß und Ekel hätte ersaufen lassen. Als Mama jedoch gehst du da durch. Oft sogar ohne mit der Wimper zu zucken. Ey, wir Mütter sind einfach die Härtesten! :D <3

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Charlotte erzählt https://www.laecheln-und-winken.com/2018/09/09/charlotte-erzaehlt/ https://www.laecheln-und-winken.com/2018/09/09/charlotte-erzaehlt/#respond Sun, 09 Sep 2018 11:00:46 +0000 https://www.laecheln-und-winken.com/?p=4200 Meine erste Geburt war ähnlich wie ich es mir vorgestellt hatte!!! An meinen errechneten Geburtstermin gingen Nachts um 0.00 Uhr die Wehen los im fünf Minuten Takt! Da ich mir sehr unsicher war wartete ich erstmal ab bis fünf Uhr morgens und rief dann meine Hebamme an. Auf ihre Empfehlung weckte ich meinen Partner und […]

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Meine erste Geburt war ähnlich wie ich es mir vorgestellt hatte!!!

An meinen errechneten Geburtstermin gingen Nachts um 0.00 Uhr die Wehen los im fünf Minuten Takt! Da ich mir sehr unsicher war wartete ich erstmal ab bis fünf Uhr morgens und rief dann meine Hebamme an. Auf ihre Empfehlung weckte ich meinen Partner und wir führen ins Krankenhaus!! Dort angekommen ging es ans CTG mit der Aussage ich solle wieder kommen wenn ich richtige Schmerzen hätte!!! Was sehr aufmunternd und nett ist nach schon 7 Stunden voller Schmerzen! Nun gut also führen wir wieder nach Hause!!
Die Schmerzen blieben gleich, also nahm ich ein Bad und hoffte auf Besserung. Da die Schmerzen gleich blieben rief ich wieder meine Hebamme an. Sie kam zu mir nach Hause untersuchte mich und sagte: „ hey super, wenn ihr jetzt losfahrt schafft ihres noch ohne Krankenwagen!“ Prima, also schnell ab ins Auto und in den Kreissaal!!

Auf Wunsch könnte ich dann gehen 13 Uhr in die Badewanne! Bevor ich reinsteigen konnte bekam ich schon meine erste Presswehe. Die Hebamme hielt es jedoch für unwahrscheinlich und ging erstmal nach draußen. Drei weitere Presswehen in der Badewanne und das Köpfchen war schon zu sehen. Nun wurde mein Partner sehr hektisch rannte raus um die Hebamme zu holen!! Er rief laut: „Es geht los!“ Doch auch dies nahm die Hebamme nicht so ernst und schlenderte gemütlich den Gang entlang, kam zu mir in den Kreissaal und sah schon das ganze Köpfchen was mittlerweile da war.
Panisch rief sie meinem Partner zu er solle einen Arzt holen. Und als er wieder kam war unser kleines Wunder auch schon da und ich hielt es schon in den Armen!! Leider hat er so alles verpasst, was echt nicht schön war!

Nunja, trotzdem ist alles gut gegangen und ich war sehr stolz auf mich, das ich mein Schatz quasi alleine auf die Welt gebracht habe!!

Diesen schönen Geburtsbericht hat Charlotte geschrieben :)

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Wenn Mama (mal) keinen Bock aufs Mama-sein hat. https://www.laecheln-und-winken.com/2018/09/03/wenn-mama-mal-keinen-bock-aufs-mama-sein-hat/ https://www.laecheln-und-winken.com/2018/09/03/wenn-mama-mal-keinen-bock-aufs-mama-sein-hat/#comments Mon, 03 Sep 2018 12:05:23 +0000 https://www.laecheln-und-winken.com/?p=4416 Ohne Frage sind Kinder der absolute Wahnsinn, eine immense Lebensbereicherung und definitiv das größte Glück dieser Erde! Und DAS würden wohl alle Eltern sofort unterschreiben. Zumindest an den meisten Tagen im Jahr. ;) Denn: Kinder zu haben ist nicht nur wunderbar, sondern auch anstrengend und durchaus mit einigen Einschränkungen verbunden, die man VOR der Geburt […]

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Ohne Frage sind Kinder der absolute Wahnsinn, eine immense Lebensbereicherung und definitiv das größte Glück dieser Erde! Und DAS würden wohl alle Eltern sofort unterschreiben. Zumindest an den meisten Tagen im Jahr. ;) Denn: Kinder zu haben ist nicht nur wunderbar, sondern auch anstrengend und durchaus mit einigen Einschränkungen verbunden, die man VOR der Geburt so eines kleinen Würmchens möglicherweise gar nicht auf dem Schirm hatte. Die Nummer mit dem Schlafentzug ist natürlich immer in aller Munde, da das echt ein ziemliches Brett ist, mit dem man sich die ersten Jahre herumschlagen muss. Auch das Aushalten der verschiedenen (Trotz-)Phasen ist oft ein Thema, über das Mütter und Väter zu recht klagen, da die kleinen Monster mit den Nervenenden ihrer Erzeuger wirkliches krasses Zeug anstellen und daher abends häufig mehr als nur ein Stückchen Schokolade zur Heilung benötigt wird. ;) Darüber hinaus büßt man mit Familie erst einmal ziemlich umfassend an Flexibilität ein, sogar dann, wenn man sich vorab ganz ernsthaft vorgenommen hat, dass einem DAS nicht passieren wird, weil man das Kind ja ins eigene Leben integriert und nicht andersherum (immer wieder ein Lacher ;) ) . Und dann sind da natürlich noch die vielen Kleinigkeiten, die zwar wenig glamourös sind, über die aber dennoch locker zu lachen ist: Dass man irgendwie ständig eingesaut ist, aufgrund von Müdigkeit kaum regelmäßigen Zugriff auf das einst schlaue Hirn hat oder dank Zeitmangel eine Ernährung an den Tag legt, die jedem Diät-Couch die Nackenhaare zu Berge stehen lässt. Alles keine allzu große Überraschung, alles ok, denn … wir Eltern haben ja Humor und wissen, wofür wir den ganzen Quatsch mitmachen :D .

Du hast keine Lust oder Zeit, zu lesen? Dann scrolle einfach bis zum Ende des Textes runter und hör dir den PODCAST an!  

Es gibt jedoch auch “Begleiterscheinungen” der Elternschaft, die wir nicht so leicht weglächeln können, weil sie uns zum einen irgendwie unvorbereitet und härter treffen als ein bisschen Kotze im Haar und zum anderen selbst unter Freunden nicht so offen besprochen werden. Zum Beispiel, dass es Momente gibt, in denen wir nicht so gerne Mama sind, unser „altes“ Leben mehr als nur eine Sekunde lang vermissen oder sogar kurz den Gedanken zulassen, vielleicht eine falsche Entscheidung getroffen zu haben, als wir ein Kind in unser Leben ließen. DA lässt sich nur schwer drüber kichern. DA ploppt stattdessen sofort das schlechte Gewissen auf und das Gefühl, die schlimmste Mutter aller Zeiten zu sein mit einer persönlichen Zusage des Teufels für eine Best of Platzierung in der Hölle! Doch eigentlich gehört auch das (in den meisten Fällen) einfach bloß zum Mama-sein dazu. Denn – oh, Überraschung – wir sind weder Maschinen, noch ewig beseelt dreinschauende Werbeblättchen-Muttis!

Mamis sind auch nur Menschen.

Fakt ist: Mamis sind auch nur Menschen. Und Menschen haben schlechte Tage. Alle! Sogar jene, denen normalerweise vor lauter Glück förmlich ein glitzerndes Einhorn auf einem Regenbogen aus dem Hintern trabt. Wir ALLE wachen manchmal morgens auf, haben keinen Bock auf gar nichts und würden uns am liebsten einfach mal komplett eingraben … oder wahlweise irgendwem auf die Schnauze hauen. Nur so. Weil die Laune so finster ist, dass sie eigentlich ein fieses Ventil bräuchte. Aber natürlich sind wir erwachsen und kompensieren unsere miese Stimmung daher lieber anders. Manche gehen zum Sport um sich abzureagieren, andere heulen die beste Freundin voll und wieder andere essen so viel Schokolade wie es eben braucht, um die Grumpy Edition von sich selbst mit Endorphinen in die Flucht zu schlagen. Und hilft alles nichts, geht’s eben früh ins Bett. Das ist dann auch fürs Umfeld angenehmer ;) .

Blöd ist halt, dass wir nicht immer die Möglichkeit haben, die individuell benötigte Strategie gegen dunkle Tage tatsächlich auch aktiv zu fahren. Dem Partner können wir morgens vielleicht noch sagen: „Ich liebe dich, aber heute gehst du mir besser aus der Sonne! Ich hab eine Laune wie Sauron persönlich“, der Chef kann da jedoch wahrscheinlich schon nicht mehr drüber lachen. Noch schwieriger wird’s, wenn man den Großteil seiner Zeit mit einem Baby oder Kleinkind verbringt, das – selbst wenn es wollte – seine Bedürfnisse nicht zugunsten von Muttis Stimmungstief zurückstellen kann und stattdessen noch mehr Aufmerksamkeit einfordert, wenn es merkt, dass es seinem Nabel der Welt nicht gut geht. Denn so ist es oft: Kinder spüren, wenn Mama schlecht drauf oder gar unglücklich ist; sie reagieren darauf eben nur anders als Erwachsene. Meist rücken sie noch näher heran, anstatt weg, wollen noch mehr kuscheln als sonst und am liebsten rund um die Uhr mit der Mama spielen. Ein bisschen wie Katzen, die es sich auf Allergikern besonders gemütlich machen ;) .

Und dann passiert es …

Ergebnis: An einem Tag, der sich einfach nur bekackt anfühlt, kann man sich als Mutter eben nicht zurückziehen, sondern muss oftmals sogar noch präsenter sein. Mit leeren Akkus und einer Zündschnur so kurz wie ein Teelicht-Docht, muss man trotzdem lächeln, spielen und „funktionieren“! Alles, was einen am eigenen Leben vielleicht sonst nur so ein kleines bisschen nervt – wie viel zu lautes selbstständig musizierendes Spielzeug, das eeeewige Einkaufen für die Heuschrecken-Familie, der öde Haushalt im Allgemeinen, die Streitereien der großen Kinder und die Matscherei mit dem Essen der kleinen – nervt plötzlich ganz gewaltig. Vor allem, weil man nicht mal eben kurz eine Auszeit nehmen kann. Mutter ist man immer. Rund um die Uhr. 24 Stunden an 7 Tagen die Woche. Klar, es gibt Babysitter und die Oma … aber die schicken einen nicht wegen schlechter Laune in einen spontanen Kurzurlaub. Zumindest in den seltensten Fällen. Stattdessen sitzen wir an solchen Tagen am Tisch, schauen dabei zu, wie der Nachwuchs irgendeinen Mist anstellt und wissen nicht, ob wir hysterisch lachen, weinen oder schreien sollen, unterlassen aber alles, weil uns sonst das schlechte Gewissen sofort einen derben Klatsch in den Nacken verpasst. „Die Kinder können nichts für meine miese Laune; sie damit zu belasten wäre falsch und unfair noch dazu. Sie sind zu klein“, hören wir die Super-Mutti-Stimme in unserem Kopf sagen und schlucken den Kloß im Hals tapfer runter. DANN passiert es: Wir wünschen uns in der Zeit zurück. Wir wünschen uns, keine Mama zu sein. Wir wünschen uns, allein zu sein, die Freiheit zu haben, uns auf der Couch zusammenzurollen und in eine alte Wolldecke zu weinen. So lange wir verdammt nochmal wollen!!! OHNE das jemand kommt, um was zu essen oder eine frische Windel zu bekommen oder uns vollzuheulen, weil dem kleinen Stinker gerade selbst ein Furz quer sitzt. Und schwupps ist sie uns sicher, die besagte Best of Platzierung in der Hölle! Oder? NEIN!!!

JEDE Mama denkt manchmal so und niemand ist immer komplett glücklich mit seinem Leben. Nicht mal Millionäre, Rock-Stars oder Könige! JEDER zweifelt hin und wieder an seinen Entscheidungen und vermisst etwas, dass er einmal hatte, aber zugunsten von etwas (oder jemand) anderem aufgegeben hat. Das ist NORMAL! Zudem ist es einfach sau-anstrengend, als Mama (aber natürlich auch Papa) die eigenen Bedürfnisse so oft denen der Kinder unterzuordnen und selbst dann noch „fröhlich“ weiterzumachen, wenn Frustration oder Wut die dominanteren Gefühle sind. Wobei ich ja der Meinung bin, dass man auch als Elternteil ruhig mal ein bisschen ausrasten und dem Nachwuchs das bunte Potpourri der eigenen Emotionen präsentieren darf. Sie lernen daraus so viel … auch wenn ihnen Kinderlieder singen natürlich mehr Freude bereitet. Selbst wenn wir uns den Kids gegenüber aufgrund unserer schlechten Laune mal komplett unfair und gemein im Ton vergreifen oder grundsätzlich deutlich schneller aus der Haut fahren, als sie es von uns gewöhnt sind, ist das ok, WENN wir uns anschließend entschuldigen und ihnen erklären, dass gar nicht wirklich SIE der Grund für unsere Grummeligkeit sind, sondern eine echt ätzende Stimmung oder schlicht Erwachsenenkram. Auch daraus lernen sie viel mehr, als aus unserem Schweigen, mit dem wir sie zwar beschützen wollen, aber durchaus in Sorge versetzen können. Kinder verkraften einen schlechten Tag bei Mama. Sogar zwei ;) . Und wir verkraften es auch. Vielleicht findet sich sogar ein gemeinsamer Weg, noch etwas Gutes daraus zu machen?! Mit einem großen, geteilten Stimmungs-Eisbecher oder GEKAUFTEM Kuchen, der keine Arbeit, aber dafür etwas glücklicher macht. MIT Kindern braucht man eben neue Strategien für Tage, die man früher wie der Grinch persönlich allein im Bett oder auf dem Sofa verbringen konnte.

Aber was ist, wenn die düstere Stimmung nicht mehr weggeht?

Miese Tage … auch so RICHTIG miese Tage … sind also selbst als Mama „erlaubt“ und zu verschmerzen, wenn sie auch extrem anstrengend für alle Beteiligten sind. Ich persönlich genieße diesen Zustand mindestens einmal im Monat (scheint an meinen Zyklus gekoppelt zu sein) und hasse es wie die Pest, mich einer nutzlosen und meist unbegründeten schlechten Stimmung ausgeliefert zu fühlen. Und noch mehr hasse ich es, wenn’s nicht sofort wieder weg geht. Wenn ich irgendwie ein bisschen drin steckenbleibe … mit all den doofen Gedanken und dem Bedürfnis, wenigstens mal eine gewisse Zeitspanne irgendwo ganz alleine abzutauchen. Deshalb habe ich mich schon oft gefragt, wie man als Mutter wohl damit umgehen kann, wenn man öfter als nur hier und da mal zweifelt oder gar unglücklich ist? Muss man das hinnehmen und aushalten, weil man nun mal Mama ist, die Kinder doch eigentlich liebt und sowieso keine Chance sieht, irgendetwas zu verändern?

Mein instinktives NEIN auf diese Frage wollte ich gern mit etwas mehr als meiner persönlichen Meinung untermauern und habe mich deshalb nochmal an die liebe Lena vom Blog freudmich gewendet. Sie ist nicht nur eine versierte Kinder-, Jugendlichen- und Familien-Therapeutin, die gerade das Buch Psyche? Hat doch jeder! veröffentlich hat, das völlig zu recht in aller Munde ist, sondern sie hat uns bereits einmal in einem WhatsApp-Interview mit der Beantwortung vieler Mama-Fragen sehr geholfen. Ich konnte also sicher sein, auch diesmal die Richtige für mein Anliegen gefunden zu haben. Abgesehen davon … ist sie sehr nett. Für mich immer eins der wichtigsten Kriterien, wenn ich mir Fach-Unterstützung hole.

Also, liebe Lena, woran erkennt man, dass es sich um mehr als nur eine (absehbare) Phase handelt, die (nur) aus Müdigkeit, Alltagsstress und vielleicht Ärger über die heutzutage ständig an eine Mutter gestellten Ansprüche resultiert?

Ui, das ist schwer so pauschal zu beantworten, weil jeder Mensch anders tickt und sich psychische Erkrankungen immer unterschiedlich zeigen. Erste Anzeichen können Interessenverlust, verminderter Antrieb, gedrückte Stimmung, sozialer Rückzug, verringerter Appetit oder ständiges Grübeln sein. Ich rate meinen Patienten dazu, eine Art Stimmungstagebuch zu führen, dann kann man die Gefühlslage besser einordnen und Zusammenhänge erkennen. Auch ohne psychische Belastung ist so ein Protokoll eine gute Sache: Es ist so wichtig, dass wir darauf achten, wie es unserer Psyche geht. 

Wann sollte man sich um Hilfe von außen bemühen … zum Beispiel in Form einer Therapie?

Generell würde ich bei Unsicherheiten lieber einmal zu früh professionellen Rat einholen, als zu spät. Denn umso länger sich bestimmte Muster einschleichen, desto länger dauert es auch, diese aufzulösen.
Die neue psychotherapeutische Sprechstunde ist dabei eine gute Adresse: Betroffene wenden sich an die Kassenärztliche Vereinigung des entsprechenden Bundeslandes, die dann einen Termin bei einem Psychotherapeuten innerhalb von 4 Wochen nach Anruf vermittelt. Bei diesem Treffen werden die Symptome vom Fachmann oder der Fachfrau eingeschätzt und eine Empfehlung für das weitere Vorgehen ausgesprochen.  

Ich frage folgendes jetzt nur, weil ich weiß, dass sich so ein Gedanke schrecklich schnell einschleichen und dann alles ganz arg verschlimmern kann: Hat es irgendetwas mit Versagen zu tun, wenn man als Mama nicht glücklich mit der eigenen Lebenssituation ist?

Ich sage meinen Patienten immer, dass die Schuldfrage eine Frage ist, die selten wirklich hilfreich ist. Mutterschaft ist eine wahnsinnige Umstellung und eine große Herausforderung. Mamas (und Papas) müssen ihre Bedürfnisse zu Gunsten des Kindes komplett zurückstellen – und das nicht mal eben für ein oder zwei Tage, sondern für jeden Tag! Da ist es vollkommen normal, dass man in diesem Zusammenhang auch negative Empfindungen verspürt. Dass man gestresst ist, übermüdet oder genervt. Deswegen finde ich es super, dass es so tolle Blogs wie diesen hier gibt, in dem man sich ehrlich untereinander austauschen kann. Wer sich ernsthafte Gedanken um die Beziehung zwischen sich und dem Kind macht, wer das Gefühl hat, dass er oder sie in der neuen Rolle Hilfe gebrauchen kann, dem kann ich eine Erziehungsberatungsstelle empfehlen. Eine Beratung dort kostet nichts. Und dann gibt es auch gute Onlineberatungsstellen, zum Beispiel bei der Caritas.

Fazit: Auch Mamas dürfen durchhängen, zweifeln und ihrem alten Leben hinterhertrauern. Das macht sie keinesfalls zu schlechten Müttern, sondern nur zu … Normalos ;) . Mit Kindern „an der Backe“ gilt es eben, neue Strategien für Kack-Tage zu entwickeln, sich von dem Druck, perfekt sein zu wollen, frei zu machen, immer ehrlich zu sich selbst zu sein und sich – falls das nicht reicht – keinesfalls davor zu scheuen, um Hilfe zu bitten. Deswegen ist noch niemandem ein Zacken aus dem Mutti-Krönchen gebrochen; ich spreche da aus therapierter Erfahrung :D .

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Jenny R. erzählt https://www.laecheln-und-winken.com/2018/09/02/jenny-r-erzaehlt/ https://www.laecheln-und-winken.com/2018/09/02/jenny-r-erzaehlt/#respond Sun, 02 Sep 2018 10:04:41 +0000 https://www.laecheln-und-winken.com/?p=4169 Ich bin Mama von zwei wundervollen Jungs und möchte euch heute von der Geburt meines Jüngsten vor 10 Wochen berichten um euch Mädels Mut zu machen, dass Geburten auch ganz toll ablaufen können und vor allem dass man der Natur einfach ihren Lauf lassen sollte. Schon 3 Wochen vor dem Termin sind mein Mann und […]

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Ich bin Mama von zwei wundervollen Jungs und möchte euch heute von der Geburt meines Jüngsten vor 10 Wochen berichten um euch Mädels Mut zu machen, dass Geburten auch ganz toll ablaufen können und vor allem dass man der Natur einfach ihren Lauf lassen sollte.

Schon 3 Wochen vor dem Termin sind mein Mann und ich mit einem vermeintlichen Blasensprung ins Krankenhaus gefahren. Dort hat sich dann rausgestellt, dass es ein Fehlalarm war. Naja was soll ich sagen.. Der Beckenboden ist beim zweiten Mal halt nicht mehr so Bombe ;-) Nun kannten sie uns dort im Krankenhaus aber schon mal und das war beruhigend für mich als nervöse Zweitgebärende.
Ab ET waren wir nun alle 2 Tage zur Kontrolle beim Arzt, ab dem 5. Tag drüber auch im Krankenhaus. Dort wurde dann besprochen, dass wir 7 Tage über ET einleiten werden da meine Plazenta schon eine enorme Verkalkung aufwies und der Kleine schon wieder gut über 4kg geschätzt wurde. Da aber auch der erste schon bei der Geburt die 4kg Marke überschritten hatte, nahm ich es locker. So wurde also für den nächsten Tag für 8:30 Uhr ein Termin für die Einleitung ausgemacht. Eigentlich wollte ich lieber warten bis es von selbst losgeht, zumal der eigentliche ET erst eine Woche später war (dieser aber in der Frühschwangerschaft aufgrund der Kindsgröße vordatiert wurde), aber ich hatte einfach tierisch Schiss, dass die Versorgung über die verkalkte Plazenta recht bald nicht mehr so gut sein könnte..
Mein Mann und ich fuhren also wieder nach Hause und haben mit unserem Erstgeborenen am Nachmittag noch einen größeren Einkaufsbummel gemacht. Da hab ich schon gemerkt dass sich irgendwas tut. Gegen Abend habe ich dann Wehen bekommen, bin unter die heiße Dusche und hab mich nochmal kurz hingelegt um wirklich sicher zu sein dass es “echte” Wehen sind. Mein Mann wurde aber langsam nervös und hat um 23 Uhr darauf bestanden endlich meine Eltern anzurufen damit sie kommen und auf unseren schlafenden Großen aufpassen. Ich hatte natürlich Bedenken es sei wieder Fehlalarm und deshalb lange mit dem Anruf gewartet. Gut dass mein Mann so beharrlich war, denn auf der Autofahrt ins Krankenhaus musste ich schon die ersten Wehen veratmen. Gut dass auf den Straßen um diese Uhrzeit nichts los war, so konnte mein Mann ein bisschen schneller fahren ;-)
Die Wehen wurden im Krankenhaus immer stärker aber waren leider zu kurz um muttermundwirksam zu sein. So wurde ich in die Wanne geschickt damit der MuMu weicher werden konnte. Bis 7 Uhr morgens hab ich es leider mit meinen sehr schmerzhaften Wehen nur auf 4cm gebracht und war schon etwas demotiviert, kurze Heulattacke inklusive. Die Hebamme entschied sich dann mir einen Wehentropf anzuhängen damit die Wehen länger werden und somit mehr bewirken. Gesagt, getan. Gut, dass ich mich zuvor zur Schmerzlinderung für Lachgas entschieden hatte, so konnten mir die Schmerzspitzen etwas genommen werden. Ich hätte mir in diesen Momenten gerne mal von außen zugesehen wie ich da so schmerzerfüllt in meine Lachgas-Maske gejaunert habe ;-) Nunja, so stand ich also nun am Kreisbett und habe tapfer meine Wehen veratmet und ver”tönt”. Um 8 Uhr meinte die Hebamme mein Mann könnte für uns ja mal Frühstück in der Cafeteria holen. Ich hab ihn nur angesehen und instinktiv  gesagt er soll bitte da bleiben. Ein paar Minuten später habe ich dann auch angefangen mir die Seele aus dem Leib zu schreien, da die Schmerzen auf einmal richtig heftig wurden. Der Wehentropf tat seine Arbeit.
Die Hebamme hat daraufhin recht überrascht meinen MuMu kontrolliert und festgestellt: 7-8cm! Juhu! Wenige Minuten später begann es am Po zu drücken und die Hebamme kontrollierte nochmals: MuMu vollständig eröffnet! Recht panisch rannte sie auf den Flur um die Ärztin zu holen – das Kind kommt! Ich habe es also auch nicht mehr geschafft mich hinzulegen und so habe ich 4 Minuten später um 8:38 Uhr im Stehen unseren zweiten Sohn geboren :-) Die Hebamme reichte mir die Maus durch meine Beine durch und es war einfach überwältigend als ich ihn endlich im Arm halten durfte. Dieser Moment der zweiten Geburt war genauso magisch wie bei der ersten Geburt unseres Großen.
Die Ärztin hat es übrigens gerade noch so geschafft zu diesen letzten 4 Minuten dazuzukommen ;-)
Das war wirklich alles eine krasse und schöne Erfahrung und keiner hätte gedacht dass es dann doch so schnell geht. So wurde unser “Kleiner” (er hatte 4.400g was aber für mich körperlich überhaupt kein Problem war) an dem Tag und sogar der genauen Uhrzeit der geplanten Einleitung geboren. Manchmal sollte man den Dingen halt einfach ihren Lauf lassen und nicht versuchen in alles einzugreifen. Denn der Körper und das Baby wissen (wenn gesundheitlich alles okay ist) doch ziemlich gut was sie zu tun haben!
Beide Geburten waren wunderschön und ich denke mit vielen Glücksgefühlen und ganz viel Zufriedenheit an diese beiden magischen Erlebnisse zurück. Ich bin zwar froh dass ich beides hinter mir habe, und es tat auch wirklich weh (hatte aber auch nie eine PDA), aber ich kann von mir selbst nur sagen: Lasst euch drauf ein, vertraut euch und eurem Körper und seid stolz wenn ihr es geschafft habt, sowas ist mit nichts zu vergleichen. Und man fühlt sich hinter her ein bisschen wie Superman äh Superfrau – man ist über sich hinaus gewachsen :-)
Achja.. Die Fruchtblase ist übrigens erst geplatzt als das Köpfchen kam – so viel zum Thema Fruchtwasserabgang 3 Wochen vor Termin. Naja, sowas passiert, hihi ;-)
Diesen schönen Geburtsbericht hat Jenny geschrieben :)

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Krümel-Chroniken: 23. (Lebens-)Monat https://www.laecheln-und-winken.com/2018/08/27/kruemel-chroniken-23-lebens-monat/ https://www.laecheln-und-winken.com/2018/08/27/kruemel-chroniken-23-lebens-monat/#comments Mon, 27 Aug 2018 08:00:08 +0000 https://www.laecheln-und-winken.com/?p=4389 Wenn ich abends im Bett sitze und auf das schlafende Söhnchen zu meiner Linken blicke, kann ich kaum fassen, dass er in vier Wochen zwei Jahre alt wird. Wahnsinn, wie schnell die Zeit für Mamis verfliegt, gefühlt viel schneller als für Menschen ohne Kinder. Zumindest in meiner Erinnerung an die Vor-Kinder-Phase meines Lebens, dauerte ein […]

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Wenn ich abends im Bett sitze und auf das schlafende Söhnchen zu meiner Linken blicke, kann ich kaum fassen, dass er in vier Wochen zwei Jahre alt wird. Wahnsinn, wie schnell die Zeit für Mamis verfliegt, gefühlt viel schneller als für Menschen ohne Kinder. Zumindest in meiner Erinnerung an die Vor-Kinder-Phase meines Lebens, dauerte ein Jahr ETWAS länger … und meist waren die Veränderungen nicht so immens in meinem Langweiler-Leben ;) . Jetzt aber, als Mutter, scheinen die Wochen nur so zu verfliegen und es passiert so irre viel in und mit und dank der Minis, dass ich kaum hinterher komme. Ich mein … der kleine Mann füllt beinahe sein komplettes Kinderbett aus, so lang ist er PLÖTZLICH geworden. Wann zum Teufel ist das denn bloß passiert??? :D

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BABY-STATUS:

Körperchen: 12,8 Kilo. Irgendwie schwankt sein Gewicht immer ein bisschen. Mal sind es 12,5 Kilo, mal ein bisschen mehr. Wobei das wahrscheinlich normal ist … meine Waage zeigt ja auch nicht immer dieselbe Ziffer an. Grundsätzlich hat er aber nach der „Beendigung“ des Magen-Darm-Desasters schnell wieder ein bisschen zugenommen, was ja definitiv das Wichtigste ist. <3 Gefühlt ist er in letzter Zeit auch ordentlich gewachsen, allerdings passen ihm die Klamöttchen in 86/92 immer noch. Naja, einiges davon fiel eh groß aus, daher ist es nun eigentlich gar nicht so erstaunlich. Abgesehen davon reicht es mir, dass ich gerade die große Schwester komplett neu einkleiden muss, weil die Mausemaus wächst, als hätte man sie gedüngt. :D
Schuhe mussten aber auch beim Söhnchen plötzlich neue her. Von einem Tag auf den anderen passten alle seine Schühchen nicht mehr, sodass ich schnell für neue sorgen musste. Ein Kind mal mit zu kurzen Ärmeln rumlassen lassen geht ja – aber zu kleine Schuhe sind halt echt unangenehm.
Wo wir gerade bei unangenehm sind: So wie es aussieht, möchte der kleine Mann so kurz vor seinem zweiten Geburtstag noch die letzten beiden (so hoffe ich zumindest, er lässt mich nämlich NICHT GUCKEN!!!) fehlenden Zähne raushauen. Sie werden gespannt im Unterkiefer erwartet ;) . Da es sich jedoch weder um Backen-, noch um Aug- oder Eck-Zähne handelt, bin ich ja naiv davon ausgegangen, dass er DIE jetzt mal so nebenbei bekommt … ohne größere Schmerzen und Quälerei. FALSCH gedacht!!! Manno! ;)
Können/Verhalten: Das Krümelchen legt den Entwicklungs-Fokus aktuell auf Sprache und Klettern. Er plappert wie ein Papagei alles nach, außer … ich fordere ihn dazu auf. „Sag mal …“, kann ich mir voll sparen – da reagiert er null drauf. Aber wenn ich frage: „Hälst du das für eine gute Idee?!“ antwortet er erschreckend verständlich: „Ja, Mama, gute Idee!“ Ich finde es so krass, wie groß die Entwicklungssprünge manchmal sind! Gerade in letzter Zeit habe ich mich vor Überraschung oft an meinem Kaffee verschluckt, wenn das Söhnchen mir auf einmal mit einem ganzen Satz ankam! :D
Fast genau verblüffend finde ich, wie selbstständig er schon ist … das er sein Taschentuch unaufgefordert in den Mülleimer wirft, seine Schuhe holt und anzieht oder eben eine Leiter hochklettert, als hätte er nie etwas anderes gemacht. ICH sehe in ihm noch viel mehr Baby, als da tatsächlich ist. Und das macht mich froh und traurig gleichermaßen.
Schlaf-Elend: Die beiden bereits erwähnten Zähnchen rauben uns alles, was wir in Sachen Schlaf an Verbesserungen zu verzeichnen hatten … und das war nicht mal viel! Aber zumindest hatte ich damit begonnen, die nächtlichen Still-Einheiten recht vehement einzugrenzen und eben auch einfach mal abzulehnen. Denn, mal ganz im Ernst: der Krümel lässt sich stillen wie ein Säugling! Alle 1,5 Stunden kommt er an und brüllt wie am Spieß, wenn ich nicht „liefere“. Da muss ich langsam sagen: Mir reicht’s! Das muss jetzt anders werden. Also spätestens, wenn die Aua-Zähnchen durch sind!!!

MAMA-STATUS:

Körper: Bereits seit einiger Zeit wachte ich morgens immer mit Rückenschmerzen auf. Nicht mega schlimm, aber trotzdem schon nervig und doof. Nur … dadurch, dass sie nach maximal einer Stunde Alltagsbewegung wie weggeblasen waren, habe ich nie weiter drüber nachgedacht. Jetzt aber! Jetzt hab ich mir eine neue Matratze gegönnt, weil ich plötzlich sicher wusste, dass meine alte einfach zu hart war für meinen armen Mutti-schleppt-ständig-Kinder-rum-Rücken. Damit hatte ich auch absolut recht, denn mit der neuen Liegefläche im Bett ist es von einer Nacht auf die andere besser geworden. Ganz weg ging es aber nicht. Erst, als ich clevere Granate mal den Still-BH nachts ausgelassen und mir zusätzlich verkniffen habe, auf dem Bauch zu schlafen. Siehe da: schmerzfrei! Tja, wie es scheint, war die alte Matratze zu hart, der BH zu eng für die Nacht und die Hupen zu groß, um darauf zu liegen, ohne in ein quälendes Hohlkreuz zu verfallen. HÄTTE ich ja auch mal früher drauf kommen können!
Und sonst so: Das soll jetzt um Gotteswillen nicht fies klingen, aber ich bin tatsächlich etwas froh darüber, dass uns der Alltag längst wieder hat. Die Mausemaus geht wieder in die Kita und der Krümel und ich haben in unseren normalen Rhythmus zurückgefunden. Ich bin zwar sicher, dass der kleine Mann seine Schwester vormittags als Spielgefährtin vermisst, aber ich gebe mir natürlich alle Mühe, ihn ähnlich prächtig zu unterhalten. ;)

Im Moment fühle ich mich in einem Punkt ganz enorm in die Zeit mit der fast zweijährigen Tochter zurückversetzt, denn genau wie damals lichten sich hier jetzt endgültig die Reihen der Mamis, die ihre Kinder wie ich noch zu Hause haben bzw. nicht in eine Betreuung geben. Ich glaube, ich habe tatsächlich keine einzige Mutter mehr in meinem direkten Umfeld, die wie ich den kompletten Tag mit Kleinkind am Bein verbringt … die letzten sind gerade mit der Eingewöhnung beschäftigt und starten in Kürze mit dem Wiedereinstieg in ihren alten Job. Ich sage das völlig wertfrei, es fällt mir nur auf, dass vormittags keiner mehr zum Kaffee kommen mag. ;)
Meine Erinnerungen an dieses letzte Jahr vor der Kita mit der Mausemaus sind so ein bisschen zwiegespalten: Einerseits fand ich es toll, weil es eine wirklich spannende Entwicklungsphase ist zwischen zwei und drei, anderseits fand ich es sehr anstrengend, weil die kleine Madam trotztechnisch kaum zu überbieten war und ich aufgrund meiner Schwangerschaft mit dem Krümelchen eigentlich gerne etwas mehr Ruhe und Zeit für mich gehabt hätte. Da letzteres aber diesmal ja nicht der Fall sein wird und der kleine Mann wahrscheinlich zumindest ein bisschen anders gestrickt ist als die Große, habe ich Hoffnung für mein Nervenkostüm! :D

Was mir in dieser Hinsicht echt zugute kommt – und das bleibt hoffentlich so – ist, dass der Krümel unheimlich schnell von bockig, mies gelaunt oder einfach klassisch „angepisst“ umschaltet auf ALLES IM LACK, wenn man etwas findet, das ihm gefällt. Er suhlt sich nicht so sehr in negativen Gefühlen wie sein Schwesterherz und ist auch nicht nachtragend, was ich als sehr, sehr, sehr angenehm empfinde. Wenn er also zum Beispiel ausrastet, weil er eine Brotdose nicht aufbekommt und diese aus Wut schon einmal durchs halbe Wohnzimmer gepfeffert hat, brauche ich ihm nur einmal zeigen, wie es geht … und schon strahlt er auf, probiert es neu und dackelt verzückt von dannen. Mal ehrlich: Wenn das SO bleibt, hab ich ja wohl das große Los gezogen! <3 :D

Grundsätzlich ist der schnupsige Mini-Typ eh recht leicht glücklich zu machen. Im Notfallen ziehen hier IMMER Bälle und Autos. Keine Ahnung, wann da genau das Testosteron eingeschossen ist, aber mittlerweile wird hier schon mindestens ein Familienmitglied vor dem Frühstück zum Fußballspielen genötigt oder es werden Autos die Rutsche runtergeschossen. Klar, die Mausemaus hat auch schon früh ihre Leidenschaft für Bälle und Karren entdeckt und ist jetzt natürlich froh, endlich jemanden zu haben, der etwas motivierter mitspielt als die faule Mama, aber dennoch ist die Begeisterung ihres Bruders für das runde Leder und alles was Räder hat, noch ein wenig ausgeprägter. Verblüffend, finde ich … scheint echt eine genetische Baustelle zu sein. Mit Baggern. Die kommen nämlich hier ganz klar auf Platz drei. Dann schließt aber auch direkt die erste eigene Puppe auf, die der Floh vor kurzem bekommen hat, weil er „das Baby“ einer Freundin sonst sicher niemals wieder hergegeben hätte. Und Wauwau’s in jeder Form und Größenordnung stehen auch mega hoch im Kurs, genauso wie Bücher … am liebsten mit Geräusch oder so Wimmel-Dinger. Kurz: Der Sohn pflegt ein abwechslungsreiches Interessen- und Spielverhalten, liebt Arztkoffer, Bauklötze und die Kinderküche gleichermaßen und ist im Prinzip wahllos bei allem mit Feuereifer dabei, was die Schwester an Unterhaltungsprogramm so anbietet. Nur mit mir … mit MIR will er IMMER Fußballspielen. Dabei bin ich da echt kein Freund von :D. Riecht er wahrscheinlich; so wie Katzen am liebsten zu Allergikern auf den Schoß klettern.

Hach, was soll ich sagen: Es macht einfach Spaß mit dem Krümel. Außer nachts. Und beim Essen. Da ist es immer noch … wie soll ich sagen … ein bisschen neeeeervig. Aber was soll’s, ich kann mich trotzdem nicht beklagen. In nur vier Wochen wird mein „Baby“ zwei Jahre alt – ich bin sicher, dann ist auch irgendwann ein Still-Ende in Sicht. Jetzt muss ich mir nur noch überlegen, WAS DER KRÜMEL ZUM GEBURTSTAG BEKOMMT??? Ich bin da übrigens für Tipps offen! ;)

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Kati M. erzählt https://www.laecheln-und-winken.com/2018/08/25/kati-m-erzaehlt/ https://www.laecheln-und-winken.com/2018/08/25/kati-m-erzaehlt/#respond Sat, 25 Aug 2018 11:00:52 +0000 https://www.laecheln-und-winken.com/?p=4123 Es ist Montag, der 17.07.2017. Wie in den letzten Tagen auch, hatte ich am Morgen seit halb acht leichte Wehen. Unsere Wohnung ist nach einem Umzug von Stuttgart in meinen Heimatort nahe Berlin fast fertig eingerichtet, die Kliniktasche schon seit Wochen gepackt. Mein Mann ist seit 2 Tagen nun auch endlich in Berlin, heute ist […]

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Es ist Montag, der 17.07.2017. Wie in den letzten Tagen auch, hatte ich am Morgen seit halb acht leichte Wehen. Unsere Wohnung ist nach einem Umzug von Stuttgart in meinen Heimatort nahe Berlin fast fertig eingerichtet, die Kliniktasche schon seit Wochen gepackt. Mein Mann ist seit 2 Tagen nun auch endlich in Berlin, heute ist der erste Tag seines dreiwöchigen Babyurlaubs, danach muss er erstmal wieder nach Stuttgart. Er montiert noch einige Lampen in der Wohnung

Ich stehe auf, mache mich fertig, fahre zum Bäcker. Wir frühstücken ausgiebig auf der Terrasse in der Morgensonne. Ich habe nach wie vor leichte Wehen und langsam wird mir bewusst, dass ich sie jetzt schon deutlich länger habe als in den vergangenen Tagen. Das sage ich auch meinem Mann, der mich zunächst etwas schockiert anguckt, dabei haben wir noch am Vorabend rumgescherzt, dass dies unser letztes Wochenende zu zweit gewesen sein könnte.

Wir räumen noch ein bisschen die Wohnung auf und sind 13 Uhr mit meinen Eltern verabredet, die heute aus dem Urlaub zurückkommen. Bei meinen Eltern sind die Wehen schon so heftig, dass ich sie veratmen muss. Ich versuche aber, mir nichts anmerken zu lassen und gehe jedes Mal in den Garten spazieren, wenn es wieder soweit ist. Gegen 14 Uhr fahren wir noch schnell etwas Obst und Knabberzeug einkaufen, weil wir beschlossen haben, dass wir zu Hause noch kurz meine Kliniktasche holen und dann direkt ins Krankenhaus fahren. Ein Anruf im Kreißsaal bringt Ernüchterung. Ja, alle Kreißsäle sind derzeit frei, aber es klingt, als sei ich die „typische Erstgebärende mit leichter Panik“ und ich sollte es doch erstmal mit einem heißen Bad oder einem Kirschkernkissen probieren. Gesagt getan, aber trotz warmem Kissen im Rücken tritt keine Besserung ein, d.h. es sind tatsächlich echte Wehen. Ich rufe ein zweites Mal in der Klinik an und sage, dass wir jetzt definitiv kommen, weil die Wehen alle 5 Minuten kommen und schon sehr heftig sind. Die Hebamme sagt nur, dass wir dann auch damit rechnen müssen, dass wir wieder nach Hause geschickt werden. Mit diesen schrecklichen Gedanken und immer schlimmeren Wehen fahren wir los. Gegen 15 Uhr sind wir in der Klinik und ich werde direkt ans CTG angeschlossen. Die Wehen sind sehr regelmäßig und mein Mann hilft fleißig beim Veratmen.

Nach einer Stunde allein im Kreißsaal kommt die Hebamme herein, um den Muttermund zu untersuchen. Der Befund: 5 – 6cm. Dann die erlösenden Worte: Sie dürfen bleiben! Offenbar habe ich bei der Anmeldung vergessen zu erwähnen, dass schnelle Geburten bei uns in der Familie liegen.

Ich laufe im Kreißsaal auf und ab, die Wehen sind schrecklich. Eine Ärztin legt mir einen Zugang, sodass ich leichte Schmerzmittel bekommen kann. Irgendwann kommt zu den Wehen das Gefühl, dass ich anfangen will zu pressen. Die Übergangsphase hat begonnen. Es hat also nur eine Stunde gedauert, dass mein Muttermund sich weitere 3 – 4cm geöffnet hat. Ab jetzt wird gehechelt und es gibt kaum noch Wehenpausen. Kurze Zeit später sagt die Hebamme, ich könnte mich schon einmal hinlegen, denn es würde sicherlich bald mit den Presswehen losgehen.

Ich probiere verschiedene Positionen aus, die Rückenlage ist allerdings am entspanntesten für mich. Nach einigen Presswehen sagt die Hebamme plötzlich: „Oh blonde Haare!“, das Köpfchen ist also schon sichtbar und ich kann es sogar schon fühlen, das gibt nochmal einen gehörigen Motivationsschub. Plötzlich angespannte Minen, die Herztöne unseres Sohnes werden schlechter. Man entschließt sich, einen Dammschnitt vorzunehmen, das Baby müsse jetzt raus. Ich hatte gehofft, dass es mich nicht erwischt, aber auch das haben bislang alle Frauen in meiner Familie leider durchmachen müssen.

Kurze Zeit später ist bereits der Kopf geboren. Dann ein kurzer Schreckensmoment: die Nabelschnur ist um den Hals gewickelt! Es klingt aber wohl dramatischer als es tatsächlich ist, da Babys im Mutterleib ja nicht atmen. Nach einer weiteren Wehe ist auch der Körper geboren. Unser kleiner Schatz ist endlich da und wird mir sofort auf die Brust gelegt. Es ist 17:49. Ich zittere am ganzen Körper vor lauter Erschöpfung. Mein Mann hat Tränen in den Augen, ich bin mit der Situation noch etwas überfordert und muss erst einmal realisieren, dass ich tatsächlich soeben Mutter geworden bin. Jetzt beschnuppern wir uns erst einmal zu dritt und sind überglücklich, dass alles so schnell und unkompliziert geklappt hat. Ich werde genäht und anschließend in ein kleines Zimmer nebenan geschoben. Dann wird über zwei Stunden ausgiebig gekuschelt und erste Stillversuche gestartet. Ich war in meinem Leben noch nie so glückselig wie in diesem Augenblick und beim Anblick unseres kleinen Wunders!

Diesen schönen Geburtsbericht hat Kati M. geschrieben :)

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