Krümel-Chroniken

Krümel-Chroniken: 8. (Lebens-)Monat

Es geht sooooo schnell!!! Der Krümel wächst und wächst und wächst … und gefühlt lernt er jeden Tag etwas neues bahnbrechendes. Was heißt gefühlt – es IST so! Ach, dabei ist er doch eigentlich gerade erst geboren. Und doch sehe ich an seinem Blick, dass er kurz davor steht, den nächsten ganz großen Sprung zu machen, sich richtig fort- und gleichzeitig ein bisschen von mir WEGzubewegen. Das muss natürlich so sein. Das ist GUT so! Aber trotzdem denke ich immer öfter: Mein Gott, es geht so schnell! Ich komm gar nicht richtig mit! Bald ist er kein Baby mehr, sondern schon ein Kleinkind!!! UND DANN ZIEHT ER AUS UND LÄSST MICH ALLEIN ZURÜCK!!!! (Na gut, möglicherweise übertreibe ich etwas … aber wenn, schiebe ich die Schuld wie immer auf die doofen Hormone :D )

BABY-STATUS:

Körperchen: Das Baby wiegt aktuell irgendwas um die 9 Kilo, ist mindestens 72 cm lang und …  hat ZÄHNE!!!! Am 2. Mai brach der erste durch, am 12. Mai folgte der zweite. Wenn er in dem Tempo weitermacht, kann er in drei Monaten Steak essen … ohne Messer und Gabel … direkt vom Tier gerissen ;) . Ich muss natürlich nicht betonen, dass die letzten Wochen bis zu diesen „Erfolgen“ ziemlich bekackt waren, der kleine Mann viel geweint und noch mehr genörgelt hat. Und sicher ist es auch unnötig zu erwähnen, dass er TROTZDEM oder vielleicht auch gerade wegen der neuen Zähnchen aktuell noch weniger Interesse an Beikost bekundet, als ohnehin schon. Im Moment schaut er mich an, als wäre ich ein strunz-dummer Vollidiot, wenn ich im ein Stück Brötchen oder Apfel hinhalte. Wenn er könnte, würde er wahrscheinlich sagen: „Mutter, spinnst du? Mir tut die Fresse weh wie Sau! Ich will jetzt nix kauen … geh mir aus der Sonne mit dem Scheiß!“ Brei nimmt er aber natürlich auch nicht. Nichtsdestotrotz behauptet mein Mutterinstinkt steif und fest, dass sich seine Einstellung zum Thema Essen sehr bald ändern wird. Denn: Ich sehe es in seinen Augen blitzen, wenn ich in meinen Döner beiße. Er WILL, er weiß es nur noch nicht ;) .
Können/Verhalten: Die Zeiten, in denen man den Krümel ablegen und Minuten später an derselben Stelle wiederfinden kann, sind ganz klar vorbei. Denn er bewegt sich … rückwärts….ausschließlich :D . Ich persönlich finde das ja ziemlich lustig, wenn ich ihn im Badezimmer zu meinen Füßen platziere, um mal eben Zähne zu putzen und ihm dann dabei zusehe, wie er sich im Rückwärtsgang aus dem Raum, durch die Tür und um die Ecke schiebt. Er hingegen ist nur so medium-angetan davon, denn schließlich will er eigentlich ZUR Mama hin und nicht von ihr weg! Ergo: Spätestens wenn er den Sichtkontakt zu mir verliert, fängt er an zu weinen und strampelt in Bauchlage auf dem Boden herum, wie ein Fallschirmspringer, dessen Schirm sich nicht öffnet. Armes Kerlchen <3 . Aber da ich nun schon einige Male beobachtet habe, wie er – auf rutschfesten Untergründen wie Couch, Bett oder Spielmatte – denn Po anhebt und wippt, gehe ich davon aus, dass er bald den Vorwärtsgang findet und loskrabbelt. Und dann … wird’s hier richtig spaßig :D .
„Sprachlich“ macht der kleine Mann auch Fortschritte. Zu dem immernoch höchst ambitionierten Dadadadada gesellt sich nun das von mir bereits sehnlichst erwartete MAMA. Zumindest bilde ich mir ein, es zu hören ;) .
Schlaf-Elend: Anfang des Monats war es durch das Zahnen SO schlimm, dass ich mir unseren eigentlich doch auch schon sehr grässlichen 1,5 Std-Rhythmus zurückgewünscht habe. Ich habe gefühlt einige Nächte überhaupt keinen Schlaf bekommen, weil das Krümelchen sich nur herumgewälzt und geweint hat. Dann kam noch eine Erkältung dazu und zack: Mami war wieder nur als Zombie unterwegs. Allerdings hatten wir zwischendurch auch schon 2-3 mal eine Nacht mit 2,5 oder 3 Stunden Schlaf am Stück. Für mich natürlich so etwas wie ein kleiner Wellness-Urlaub in rosa Tütchen mit Tüllschleife. ERFRISCHEND!!! Naja, ich gebe die Hoffnung nicht auf. Es wird sicher bald besser. ES MUSS!!!!

MAMA-STATUS:

Gewicht: 61,5 Kilo. Ich mag und kann mich echt nicht (mehr) beschweren. Mein Gewicht ist fast wieder das alte, wenn auch noch nicht mein Lieblings-Wohlfühlgewicht (dazu müssten noch 2,5 Kilo runter, die ich aber nur sehr schwer verliere, wenn ich nicht endlich mal die Flossen aus der Chipstüte lasse!!!). Jedoch muss man ja auch einfach sagen: Ich bin keine 20 mehr (knapp *hust*), ich habe nicht vor, im Sommer in bauchfreien Tops herumzulaufen und auch Hotpants werden in diesem Leben wohl keinen Kontakt mehr mit meinem Arsch haben. Also … scheiß drauf, wenn es nicht mehr ganz auf mein Ideal-Gewicht runter geht. Dann ist das halt so.
Und sonst so: Och, naja, ich warte darauf, dass es richtig warm wird und die Erkältungszeit endlich ein Ende findet. Denn ich bin es wirklich leid, ständig krank zu sein, auf jedem Tisch in unserer Wohnung Klopapier-Rollen stehen zu haben, um dem Familien-Rotz-Aufkommen irgendwie gerecht zu werden und aufgrund von kindlichen Hustenattacken die Nächte in noch kleineren Häppchen serviert zu bekommen, als eh schon. Ich spüre einfach, dass ich so langsam am Limit bin und es endlich etwas aufwärts gehen sollte. Möglicherweise ist das auch der Grund dafür, dass mein Zyklus immernoch so völlig durcheinander ist. Oder es liegt am Stillen … wer weiß das schon ;) .
Und wenn ich ganz ehrlich bin: Langsam leidet mein Rücken manchmal unter der Baby-Tragerei. Noch nicht oft und schlimm, aber ich befürchte, dieses sehr viele Stunden am Stück tragen wird nicht mehr ewig möglich sein. Ich nehme jetzt daher schon öfter den Kinderwagen mit, um den kleinen Mann wenigstens zwischendurch abzulegen und ihn ein bisschen an das „Transportmittel ohne direkten Mutti-Kontakt“ zu gewöhnen. Bisher klappt es so semi-gut. Aber wir starten ja auch gerade erst. Alternativ könnte ich ja auch auf dem Rücken tragen. Das muss ICH allerdings noch üben :D .

Ich habe ganz stark das Gefühl, mit dem Krümel geht alles fließender als damals mit der kleinen Madam. Natürlich liegt das nicht nur daran, dass ich als Mutter diesmal schon geübter und entspannter bin, sondern auch an der allgemeinen Situation. Während ich Ella – mit all ihren Bedürfnissen – immer in den Mittelpunkt stellen konnte, muss das Karlchen oft zurückstecken bzw. einfach mitmachen, was gerade ansteht. Das ist nicht immer supercool und macht auch nicht allen gleichermaßen Freude, aber … es funktioniert! Vor allem aber kristallisiert sich so langsam ein enormer Vorteil für mich heraus: Vieles, was bei der kleinen Madam sehr nervenaufreibend war und mich enorm beschäftigt hat, klappt mit dem Krümel förmlich ganz automatisch. Zum Beispiel die Schlafsituation. Er schläft zwar genauso mies wie seine Schwester (und DARAN kann ich offenbar auch nichts ändern L ), aber mittlerweile NEBEN und nicht mehr auf mir. Dabei habe ich das gar nicht geübt oder ihm beigebracht … unser gemeinsames Schlafverhalten hat sich ganz von allein weiterentwickelt … wir sind wie von selbst im Schlaf ein wenig auseinander gerückt. Ich finde das ehrlich verblüffend, denn mit der Mausemaus hat sich ungelogen GAR NICHTS von alleine weiterentwickelt. Zumindest hatte ich wirklich ständig das Gefühl, etwas „anschieben“ bzw. ihr bewusst näher bringen zu müssen. Das sie von sich aus auf die Idee gekommen wäre, man könne ja auch mal von Mamas Arm heruntergleiten und mit einem horrenden Abstand von 2 cm zu ihr TROTZDEM schlafen, ist einfach nicht passiert. Inwieweit das nun an dem Kind gelegen hat, an mir oder an der Grundsituation … keine Ahnung. Ich weiß nur, dass mir beim Krümel auffällt, wie viel leichter sowas von statten geht. Und es gefällt mir ziemlich gut ;) .

Ich lasse ihn aber auch echt mehr in Ruhe, als die kleine Madam früher. Ich versuche nicht, ihn zu etwas zu drängen … ob nun beim Schlafen oder dem Essen oder der Transport-Nummer. Ich teste vorsichtig an, wie weit er ist und rudere sofort zurück, wenn ich merke, dass ich zu früh dran bin. Ich schaue nicht auf andere Babys, in Bücher oder sonstige Empfehlungs-Pools, sondern ausschließlich auf MEIN Kind und mich. Das erspart uns beiden wirklich eine Menge Stress :D . Hätte ich das doch bloß schon damals bei der kleinen Madam so machen können – es wäre mir viel besser gegangen.

So LOCKER wie es geht, handhabe ich auch den Tages-Schlaf-Rhythmus vom Krümelchen. Natürlich muss er sich in den allgemeinen Familien-Zeitplan einfügen, aber grundsätzlich lasse ich den Kleinen einfach schlafen, wenn er müde ist und flippe nicht aus, wenn aufgrund von äußeren Umständen oder Tagesform mal ein Schläfchen mehr oder weniger zustande kommt (bei der Mausemaus BIN ich ausgeflippt, wenn der Tages-Schlaf-Rhythmus irgendwie gestört wurde :D ). Das klappt allerdings eigentlich auch nur deshalb so gut, weil ich ihn immernoch hauptsächlich in der Trage schlafen lasse. Dadurch bin ich wunderbar unabhängig, kann arbeiten, rausgehen oder irgendetwas im Haushalt brasseln – und der Krümel pennt DABEI. Sehr, sehr praktisch. Wenn er irgendwann nur noch einen Mittagsschlaf braucht (aktuell verteilt er 2-3 Schläfchen über den Tag) und ich ihn dazu aufgrund von mein-Rücken-bricht-sonst-durch in seinem Bett platzieren muss, wird es sicher etwas schwieriger, dass mit der Kita-Abholzeit abzustimmen. Aber … da mache ich mir erst Sorgen drum, wenn es soweit ist ;) .

Unseren Tiefpunkt des 8. Lebensmonats hatten wir an einem Wochenende (natürlich ;) ): Ganz plötzlich hatte das Krümelchen zum ersten Mal richtig Fieber – das Thermometer schoss unvermittelt auf fast 40 Grad und zwang mich, meinem Söhnchen doch mal wieder eines der von ihm so gehassten Zäpfchen zu geben. Seine Schwester hatte dolle Mitleid mit ihm … wegen dem Zäpfchen hauptsächlich, denn die findet sie auch ganz schrecklich. „Mama, nicht! Dann weint der Krümel“, sagte sie und bekam selbst direkt glasige Augen, weil sie so sehr mit ihrem Brüderchen fühlte. Mir schmolz fast das Herz ob dieser großen Geschwisterliebe <3 . Trotzdem musste ich dem Baby das Medikament verabreichen. Und dann schlief er die ganze Sache – zu meiner absoluten Begeisterung – einfach aus. Das war für meinen Rücken zwar nicht das gelbe vom Ei, aber für das Kind und für meine Nerven dafür umso mehr. SO sind kleinere Krankheiten bei Babys bzw. Kinder eigentlich ganz gut zu bewältigen, dachte ich derweil, denn von der kleinen Madam bin ich einen anderen Umgang mit Fieber gewöhnt: Sie schläft weniger, anstatt mehr, jammert aber natürlich die ganze Zeit und braucht entsprechend länger für die Genesung, weil sie eben nicht ausreichend schläft. Das war schon immer so.

Der kleine Mann jedoch macht es richtig. Er pennt, wenn es ihm nicht gut geht. Und ist einen Tag später bereits fast fertig mit dem Infekt oder was immer es war. Ich hoffe, er behält diese „Technik“ bei. Dann werden wir gemeinsam auch all die vielen „Mini-Männer-Schnupfen“-Attacken, die uns in den nächsten Jahren ereilen werden, unbeschadet überstehen. ;)

 

Dieser Text ist ebenfalls erschienen bei eltern.de

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