Rabenmutter 2.0

Mutti-Beleidigungen … unter Müttern

Für Kinder ist es leicht, eine Beleidigung als solche zu erkennen. Denn erstens lassen Beschimpfungen wie „Pups-Gesicht“, „Pipi-Liesel“ oder ein schlichtes „Doofie“ kaum Interpretationsspielraum und zweitens lesen vor allem ganz kleine Monster noch gar nicht zwischen den Zeilen oder legen jedes Wort auf die Goldwaage. Diese eigentlich gar nicht so erstrebenswerte Technik, Sprache zu erleben, zu verdrehen und zu missbrauchen, erlernen wir Menschen ja erst im Laufe der Zeit. Schade eigentlich, denn wie viel leichter wäre unser Leben als Erwachsene, wenn wir einfach weiterhin „Pups-Gesicht“ sagen würden, wenn wir jemanden doof finden, und dann wüssten, dass das von unserem Gegenüber auch genauso und nicht anders verstanden wird. Eine klare Beleidigung, aber ganz ohne tatsächlichen persönlichen Angriff oder die Ausnutzung irgendeiner schmerzbehafteten Schwachstelle, die womöglich ernsthafte Narben hinterlässt, Freundschaften zerstört oder Familien-Fundamente wanken lässt.

Stattdessen lernen wir, immer tiefer in die Beleidigungs-Kiste zu greifen, um wirklich Verletzendes zu Tage zu fördern und subtile, verbale Angriffe zu formulieren, die richtig weh tun. Und gleichzeitig manifestiert sich in uns – als logische Konsequenz unserer eigenen Gemeinheiten – die Überzeugung, dass auch die anderen nur darauf aus sind, uns einen reinzuwürgen. Jedes Wort, dass verschiedene Definitionen ermöglicht (und das sind ja viele), wird auf Herz und Nieren geprüft … und falls man es negativ bewerten kann, wird’s zumindest in Erwägung gezogen, es als Beleidigung zu betrachten. So wird dann irgendwann sogar ein Kompliment nur noch mit Vorsicht genossen. Denn vielleicht ist es ja gar nicht nett gemeint. „Du hast so tolle Kurven!“ könnte schließlich ebenso gut bedeuten, dass einem hier in rosa Plüsch verpackt eine Diät empfohlen wird. Ein: „Du bist immer soooo witzig!“ ermöglich die finstere Sichtweise, dass die emotionale Qualifikation für ein ERNSTHAFTES Gespräch offenbar nicht gegeben ist. Und selbst ein von Herzen kommendes: „Ich liebe dich so wie du bist – mit all deinen Fehlerchen!“ enthält die Sprengkraft für einen beziehungsvernichtenden Streit. Geht alles. Man muss es nur falsch bzw. als Beleidigung verstehen WOLLEN ;) .
Echt jetzt: Kindern würde sowas im Traum nicht einfallen! Die sind wirklich so viel schlauer als wir!

Zugegeben: Ich persönlich bin natürlich prädestiniert dafür, alles negativ zu sehen, weil ich so ein herrlich erfrischender und natürlicher Pessimist bin :D . Aber ich bemerke durchaus, dass ich damit nicht alleine stehe. Ganz besonders in der Mutti-Dimension. Wir Mamis sind oft dünnhäutig, prüfen jedes Wort von anderen auf Fiesheit und fühlen uns irre schnell angegriffen. Nicht nur, weil wir oft erschöpft sind und deshalb eventuell die Nerven ungeschützter blank liegen, als sonst, sondern vor allem, weil wir ständig mit unseren Entscheidungen hadern. Schließlich treffen wir sie nicht nur für uns, sondern auch für unsere Kinder. Die Verantwortung ist also riesig, unsere eigenen Ansprüche an uns selbst sind schier grenzenlos (ganz besonders beim ersten Kind) und die der Gesellschaft an uns Mütter oftmals sogar noch utopischer und schlechter zu erfüllen. Wir streben nach perfekten Lösungen für uns selbst, unsere Familie und unsere Kinder. Doch perfekt gibt es nicht. DAS ist als Mama schwer zu akzeptieren … schwerer noch, als wenn man keine Kinder hat, finde ich. Und so werden wir Mamis immer wachsamer, lesen ständig zwischen, über und unter den Zeilen (ob da nun was steht oder nicht ;) ), und sind allgemein konfrontationsbereiter, wenn es darum geht, uns vor potenziellen Beleidigungen zu schützen und uns umgehend zähnefletschend zu verteidigen, wenn wir angegriffen werden bzw. das GEFÜHL haben, dass uns gerade jemand fies ans Bein pissen will.

Vor kurzem sagte zum Beispiel eine Freundin zu mir: „Du bist so eine richtige Vollblutmutti für mich!“ Das war garantiert nicht als Beleidigung gemeint. Wieso auch, wir sind ja befreundet. Möglicherweise war es sogar ein Kompliment. Oder auch bloß so daher gesagt. Doch mein erster Gedanke war: „Wieso nennt sie mich so? Ist ja voll unhöflich!“ Jeder normal denkende Erwachsene (ohne Kinder) würde jetzt wahrscheinlich vermuten, dass ich einfach einen an der Waffel habe und immer nur das schlechteste von allen denke. Und leider muss ich gestehen: Irgendwie steckt in beidem ein Körnchen Wahrheit ;) . ABER in diesem Fall weniger, als man annehmen mag, denn wenn man sich in der Mami-Dimension bewegt, dann weiß man, dass ein Wort wie „Vollblutmutti“ tatsächlich längst nicht mehr nur Gutes bedeutet – sondern durchaus negativ behaftet ist. Es beinhaltet den leisen Vorwurf, sich (freiwillig) NUR um die Kinder zu kümmern, keinem oder nur stundenweise einem Job nachzugehen und sich selbst sowie die eigenen Träume dadurch womöglich zu vernachlässigen. Und DAS ist ja mal voll das Gegenteil einer emanzipierten, taffen Frau von heute!

Klar … man kann alles übertreiben und schwärzer sehen als es ist. Doch Fakt ist, dass tatsächlich eine starke Rivalität (ich möchte es nicht Krieg nennen) zwischen arbeitenden und nicht-arbeiten Mamis herrscht. Die beiden Parteien sind sich in so vielem uneins … was das Thema Selbstverwirklichung angeht, den weiblichen Wert in der Gesellschaft, den Nutzen – oder Schaden – des jeweiligen Lebensstils für die kindliche Entwicklung usw. Nur eines haben sie wirklich gemeinsam (von der Liebe zu ihren Kindern mal abgesehen): Das schlechte Gewissen, nicht genug zu leisten, nicht alles so zu schaffen, wie es richtig … wie es perfekt für alle Beteiligten wäre. Die einen sorgen sich darum, dass sie ihren Kids nicht gerecht werden, wichtige Entwicklungsschritte verpassen und einfach nicht genug für sie da sind. Die anderen haben Angst, womöglich sich selbst zu verlieren, zu viel aufzugeben, niemals Karriere zu machen und/oder auf ein Hausmuttschen reduziert zu werden (was ja nun mal mächtig uncool ist). Und diese Zerrissenheit auf beiden Seiten führt dazu, dass wir uns alle grundsätzlich schneller angegriffen fühlen und in (fast) jedem Kommentar zu unseren persönlichen Lebens- und Mami-Stil eine Beleidigung vermuten … nur mal besser, mal schlechter versteckt. Natürlich gibt es Frauen, die sich in ihrer Situation so wohl fühlen, dass sie eine kleine, potenzielle Spitze von einer Mutter aus der anderen „Partei“ entspannt übergehen oder sogar komplett ignorieren können. Und meistens bin ich überzeugt, zu diesen zu gehören … aber eben nicht immer ;) .

Meine Freundin ist Teil der arbeitenden Mami-Fraktion und ich bewundere, was sie jeden Tag leistet und frage mich oft, wie sie das alles schafft. Ich hingegen bin ausschließlich für mein Kind da (von LÄCHELN UND WINKEN mal abgesehen). Böse Zungen bezeichnen das dann eben als altmodisch, un-emanzipiert und für die Gesellschaft sogar ineffektiv, schließlich leiste ich keinen Beitrag für die Allgemeinheit und werde auch nicht für meinen Job als Vollzeit-Mama bezahlt. Grundsätzlich stört mich das aber nicht, wenn mir sowas aufs Brot geschmiert wird, schließlich haben mein Mann und ich uns bewusst für dieses Familien-Modell entschieden und ich mag unser Leben, so wie es ist. Ganz verhindern kann ich es trotzdem nicht, dass ich mich mit anderen Mamis messe bzw. vergleiche, wahrnehme, dass es mittlerweile „normaler“ ist, Kind und Karriere gleichzeitig zu wuppen und parallel noch regelmäßig Bastelarbeiten auf Künstler-Niveau abzuliefern, Gourmet-mäßig zu kochen und wenn’s geht noch die Bude im Alleingang zu renovieren (ich übertreibe ein bisschen ;) ). Wobei die Mütter, die alles gleichzeitig schaffen – mal ganz davon abgesehen, dass sie oft gar nicht wissen, wo ihnen der Kopf steht vor lauter to-do’s – vor den Augen anderer ja auch nicht besser dastehen als ich, weil sie sich ja angeblich nicht ausreichend um ihren Nachwuchs kümmern und aufgrund der Doppel- oder Dreifachbelastung alles nur so halb-gut machen (böse Zungen gibt es eben überall). Totaler Kack, beides! Wir geben doch alle unser bestes und versuchen den für uns passenden Weg zu finden! Zudem haben ja nicht mal alle die Wahl! Sich dann auch noch ständig für seinen Lebensstil rechtfertigen zu müssen, ist mega ätzend und schrecklich ermüdend. Und es ist doch so: Auf einem Ponyhof leben die wenigsten. Egal für welches Familien-Modell man sich entscheidet bzw. welches nun mal sein muss, damit die Familie überleben kann: EasyPeasy ist es nie; jeder hat sein Päckchen zu tragen; perfekte Lösungen gibt es nicht. Also alles eigentlich kein Grund sich gegenseitig an die Turnschuhe zu pieseln. Und doch … tun wirs.

Natürlich gibt es noch viele, viele weitere bezeichnende Beleidigungen in der Mutti-Dimension, die eigentlich alle im ersten Moment gar nicht mal so schlimm klingen – aber durchaus böse gemeint sind. Zum Beispiel Karriere-Mum, Fitness-Mutti oder Öko-Mama. Im Grunde nichts, wofür man sich schämen muss – theoretisch – und doch werden solche “Titel” nicht als Ehre verliehen, sondern als Beleidigung. Aus Neid, aus Unverständnis, aus mangelnder Wertschätzung, aus 1.000 und gleichzeitig 0 Gründen. Warum? Ach, keine Ahnung. Vielleicht weil viele von uns zwar älter werden und reifer und dann Mamis und Papis … aber trotzdem immer die selben Pups-Gesichter bleiben, die sie in der Grundschule schon waren. Ich wünschte ehrlich, ich könnte mich davon ausschließen. Kann ich aber nicht. Ich finde Fitness-Muttis grässlich, weil ich mich in ihrer Gegenwart (zu recht) stinkfaul fühle… und mopsig. Mit diesen übertriebenen Öko-Mamas werde ich nicht warm, weil ich persönlich keinen Bock habe, alles selbst zu klöppeln, meine Kinder Windelfrei zu erziehen und mein Gemüse selbst anzubauen (ich übertreibe schon wieder … egal ;) ) Und mit Karriere-Mums messe ich mich manchmal aus Versehen, komme dabei nicht gut weg und mag sie deshalb dann auch nicht mehr so gern … zumindest vorübergehend. Es ist ein Elend mit mir. Und es ist lächerlich. Ich bin echt ein Pups-Gesicht. Aber nicht immer! Ehrlich! :D

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9 Kommentare für “Mutti-Beleidigungen … unter Müttern

  1. Ein super Text zu einem, wie ich finde, brand aktuellen Thema.
    Ich gehöre zu der Fraktion der arbeitenden Mamis, aber ich möchte dringend was zur Verteidigung der “anderen” sagen. In deinem Text sagst du, dass “euch” oft vorgeworfen wird keinen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten. Das ist meiner Meinung nach einer der größten Irrtümer über Vollzeit-Mamis. Denn ihr leistet meiner Meinung nach einen größeren Beitrag als eine Teilzeit-Mami. Während mein Bürojob locker durch eine andere, kinderlose Person ersetzt werden könnte (JA jeder ist im Job ersetzbar), seid ihr es nicht. Eine Mama ist meist die wichtigste Bezugsperson für ein Kind und was kann es da besseres für sie geben als zumindest die ersten Lebensjahre größtenteils mit ihr zu verbringen. Euer riesen Beitrag für die Gesellschaft ist, dass ihr euren Kindern die Aufmerksamkeit gebt die sie brauchen, um zu verantwortungsbewussten, selbstständigen, selbstbewussten und vernünftigen Erwachsenen zu werden. Wir alle wissen, dass gerade die ersten Jahre den Charakter eines Kindes formen und da ist es ja wohl das Beste, wenn man in dieser Zeit von immer der selben Person erzogen wird und gezeigt bekommt was richtig und falsch wird.

    So, das musste ich hier dringend mal loswerden.

  2. Hey, dein text ist mal wieder super!
    ich finde es schrecklich das sich Müter gegenseitig manchmal fertig machen. Ich wünsche mir dass jeder jeden einfach al so akzeptiert wie es ist. Ich sage auch schonmal, dass ich mir ein anderes Modell nicht vorstellen kann, aber ich meine nicht damit, das ich andere Modelle schlimm finde. Ich find es gut, das meine Schwägerin mit 4 Kindern noch arbeiten geht. Ich find es gut was sie macht (sie hilft noch anderen Kindern mit ihrer arbeit) Aber ICH könnte das eben so nicht. Kann man nicht einfach auch mal sagen dürfen: ” Ich könnte das für mich nicht vorstellen” Ohne dass es schlecht klingt?
    Und dann ist da noch die Sache, dass ich für unseren Sohn zu Hause bin. Und ja ich bin den ganzen Tag zu Hause. mein Sohn besucht noch nicht die Kita und das nächste ist gerade unterwegs, und das schlimmste für viele außenstehendenist wohl, das mein mann TROTZDEM viel im Haushalt anpackt. Er bringt abends den großen ins Bett. Er wäscht die Wäsche größtenteils und er hilft beim putzen (Wir haben einen festen Putztag und momentan macht er da das meiste, da ich es körperlich auch nicht mehr so schaffe)
    Ich bin meinem Mann unendlich dankbar, aber muss ich ihm deswegen alle blödheiten verzeihen? Nein ich denke nicht. er hat sich schließlich auch für dieses Modell entscheiden und hilft mir damit (momentan mehr als sonst, klar) Wir haben eben unser Modell gefunden und trotzdem habe ich auch hier schon wieder das Gefühl mich rechtfertigen zu müssen…es ist schrecklich! :-D :-(

    Wir sollten uns alle einfach mehr unterstützden an statt uns gegenseitig (ungewollt oder gewollt) schlechte Gewissen einzureden.

    liebe Grüße

    1. Lass dich nicht bekloppt machen oder dir reinquatschen. Wichtig ist nur, dass es euch gut geht und ihr euren Weg gefunden habt! Sag ich mir auch immer wieder ;)
      Ich wünsche dir eine tolle Rest-Schwangerschaft und eine entspannte Geburt!!!
      Liebe Grüße, Anke

  3. Dieses Thema mit dem “was du bist nur Hausfrau” das wird sich glaub ich auch in HUndert Jahren nicht mehr ändern. Da bin ich immer ganz neidisch auf die Generation meiner Eltern und Großeltern wo es ganz normal war nur Hausfrau zu sein.
    Ich bin immer noch nur Hausfrau und gehe nicht noch Ausser Haus arbeiten obwohl meine Kinder Erwachsen sind und schon lange eigene Wohnungen haben. Ich mag meinen Job als Hausfrau einfach und finde keinen vernünftigen Grund daran etwas zu ändern. Zukunftsängste ala “wenn dein Mann sich von dir trennt dann schlitterst du in Altersarmut” da kann ich nur vielsagend lächeln und die Gegenfrage stellen ” Wer aus unserer Generation wird denn nicht in Altersarmut landen?”
    Ich bereite mich schon mal drauf vor das ich vermutlich mit 80 oder 90 Jahren mit Rollator um die Pfandflaschen mit den anderen Rentnern kämpfe. Ist wenigstens was los im Park :-D

    Ich freue mich jedenfalls immer wenn Frauen nach ihrem Herzen gehen und sich nicht nach dem richten was andere meinen was richtig wäre.

    LG Aurelia

    1. Prima Einstellung, finde ich. Und ich denke, du hast leider absolut echt, mit deiner Vermutung, dass wir uns alle beim Flaschensammeln treffen werden. Traurig … aber ich sehe das auch für uns kommen :(

  4. “Du bleibst 2 Jahre zu Hause??? Na, wer es sich leisten kann…”
    Nein, wirklich leisten KÖNNEN wir uns das nicht, aber wir WOLLEN es uns leisten. Ach, und wir liegen keinem auf der Tasche, wir verlagern eben finanzielle Prioritäten.
    Aber obwohl das anscheinend ein kommender Trend ist, wird man – gerade im Osten – immer noch schräg angeguckt, wenn man sich für die Familie entscheidet, ALS FRAU.
    Jeder darf (und muß, und soll, und möge!!!) sein Leben so verbringen wir er/sie will: Studenten im 34. Semester, Männlein+Männlein/Weiblein+Weiblein, zu dritt, zu viert, mit/ohne Oma, mit 3 Labradoren in einer 2-Raum-Wohnung, auf Hartz4 weil keinen Bock auf Arbeit, Übergewicht/Untergewicht, Kommune, Öko, Yuppi…. JEDER hat ne LOBBY und wehe man sagt was!
    Aber Hausfrau und Mutter (möglicherweise auch mit kleinem Nebenjob), wo kommen wir denn DA hin??? Da sch… wohl jemand auf die Emanzipation!?
    Für mich heißt Emanzipation, dass ich alle Rechte/Pflichten habe, wie alle anderen (Männer) auch. Das heißt, ich habe auch das RECHT, mich für einen von mir gewählten Zeitraum dem Job Mama zu widmen. Ich finde, dass ich damit wie alle anderen auch einen Beitrag zur Gesellschaft leiste.
    (Und ich liebe meinen Job, aber der, den ich jetzt habe als Mutti, den finde ich grad noch geiler und ich habe mir das nach all den Jahren härtester Arbeit echt verdient!)

    Wenn man hinzufügt, dass Frauen in diesem Land immer noch schlechter bezahlt werden als Männer, dass die Politik für hohe Positionen Frauenquoten schaffen möchte und dass die Vereinbarkeit von Familie und Job in diesem Land ein Witz ist (schaut mal nach Dänemark!), sollte man 2x überlegen, ob man mit dem Finger auf andere zeigt. Man zeigt dann nämlich mit mindestens 2 Fingern auf sich selber.

    Gut., dass Du dieses Thema angeschnitten hast!

  5. Eben in der Definition von ‘Emanzipation’ liegt ja das ganze Problem. Es bedeutet ja in erster Linie, dass ich tun kann, was ich will (von Einschränkungen durch den Kategorischen Imperativ und das Strafgesetzbuch mal abgesehen). Dass ich mich also frei entscheiden kann, ob ich Anwältin, Klempnerin oder Vollblutmami werden will, und dass mich niemand daran hindern kann. Es ist traurig, wenn Emanzipation immer noch dahingehend konnotiert wird, dass eine Frau Männerberufe ergreifen soll, und verkennt den ganzen Sinn der Sache, wie ich finde.
    Kopf hoch! Du machst Dein Ding schon ganz richtig so. <3