Krümel-Chroniken Neu

Krümel-Chroniken: 14. (Lebens-)Monat

Ich gebe zu, dass ich manchmal denke: „Och, vielleicht doch noch ein drittes Kind?!“ Und dann werden die Mausemaus und der Krümel gleichzeitig krank oder haben – wie diesmal – beide Läuse, von denen ich netterweise auch noch was abbekommen habe. Das heilt mich meist ziemlich plötzlich von der romantischen Vorstellung, dass mehr Kinder mehr Spaß bedeuten würden. Denn NUR Spaß bzw. Freude, Liebe, Kuscheln und Glück bringen die kleinen Minis ja irgendwie doch nicht mit 😉 . Da kommen auch schon mal unangenehme Sachen zu Besuch. Natürlich definitiv kein Grund, keine Kinder zu haben … aber vielleicht ein Grund für mich, nicht noch MEHR Kinder zu bekommen. Ich hab doch auch nur zwei Hände!!!! 😀

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BABY-STATUS:

Körperchen: Meine schicke Glas-Digital-Waage sagt, der Krümel wiegt genau 10,3 Kilo. Ich glaube ihr das einfach mal 😉 . Wie lang der Sohnemann gerade ist, weiß ich allerdings echt nicht. Messen funktioniert hier nicht besonders gut. Wobei mir gerade einfällt, dass er ja längst stehen kann und ich ihn deshalb auch mal an der Messlatte der Mausemaus platzieren könnte, um ganz easy die Größe abzulesen. Hm, tja, nächstes Mal 😀 . Länger als 80 cm ist er aber wahrscheinlich noch nicht, denn es passen immernoch (knapp) die 74/80 Bodys – die in 86/92 hingegen sind mega zu groß. Ich persönlich finde diese Doppelgrößen ja voll kacke. Die Lücken, in denen meinen Kinder im Prinzip weder die eine noch die andere Größe passt, sind oftmals riesig. Finde ich voll doof!
Können/Verhalten: Am 21.10. ging der kleine Mann los – zum ersten Mal fünf Schritte hintereinander. Am nächsten Tag watschelte er dann aus der Küche bis ins Wohnzimmer und zurück, als hätte er nie etwas anderes gemacht. WIE KRASS IST DAS DENN??? Da kommt man als Mama ja kaum mehr mit 😉 . Außerdem hat er angefangen „zu singen“ … oder so. „Heeeeba, heeeeba“, summte er tagelang, bis ich endlich kapierte, dass er den Gesang der Schwester nachahmte, die an einem Stück: „Im Schnee da, im Schnee da, im Schnee da saß ein armer Mann…“, sang. Ich hab mich schlappgelacht, so süß fand ich das. UND er hat Bücher für sich entdeckt und trägt sie jetzt den halben Tag durch die Wohnung, blättert darin herum oder bringt sie mir, damit ich ihm daraus vorlese. Wirklich herzallerliebst <3 . Hach, ich bin so verliebt in ihn 😀 .
Schlaf-Elend: Beim Thema Schlaf wechseln wir zwischen zwei Versionen. Die eine wird bestimmt durch Zahnungsschmerzen, die gefühlt alle paar Tage etwas schlimmer sind, und uns Schlaf-Intervalle von maximal einer Stunde bescheren, die ausschließlich in Mamas Arm genossen werden. Nicht so richtig prickelnd. Alternativ gibt’s aber jetzt auch immer öfter Nächte, in denen der Krümel bis zu 2,5 Stunden am Stück schläft. Dann wache ich nachts um 4 Uhr auf und denke: „Jut, dann steh ich jetzt mal auf und baue draußen ein Haus. Mit meinen eigenen Händen. Aus Bruchsteinen so groß wie Türen!“ Kurz: Ich fühle mich ausgeschlafen wie Superwoman. Ja, es ist schon spektakulär, wie pupsig klein die Ansprüche werden können, wenn man … keine Wahl hat 😀 . Ne, Quatsch, alles gut so. Ich weiß ja dank der Mausemaus, dass es absehbar ist und auch mein Söhnchen irgendwann richtig gut schlafen wird. Ich warte einfach – ich hab ja Geduld 😉 .

MAMA-STATUS:

Gewicht: Aktuell pendle ich – je nach abendlichem Chips-Bedarf – zwischen 61 und 62 Kilo. Eigentlich nervt mich das, weil ich lieber wieder auf meinen Wohlfühl-59-Kilo-festkleben würde. Allerdings denke ich im Moment auch oft: „Scheiß drauf. Es ist Winter. Du bist 40. Deine Klamotten passen. Im Gesicht siehst du eh immer aus wie ein rosiger Junkie. Und auf die abendlichen Chips zu verzichten, stresst dich zu sehr.“ Ich einige mich daher mit mir selbst auf ein … ich lasse MANCHMAL die Chips weg und esse nicht mehr SO OFT Kuchen. Muss reichen, bei dem hässlichen Wetter! 😉
Und sonst so: Also wenn ich ganz ehrlich bin: Ich fand vor allem die letzte Woche ETWAS anstrengend. Wenn man sich fragt, inwieweit sich das Leben mit einem weiteren Kind nochmal verändert, dann denkt man natürlich durchaus auch über Schattenseiten nach … aber wie schattig es zwischenzeitlich tatsächlich werden kann, AHNT man natürlich maximal. So ging es mir jedenfalls. Nach besagter letzter Woche muss ich sagen: Die Kombination bzw. die sehr knapp aufeinander folgenden Familien-Highlights aus Läusen für (fast) alle und Brech-Durchfall für den Krümel fand ich nun doch ein bisschen nervig. Meine Waschmaschine übrigens auch. Sie ist nicht so für Überstunden 😉 . Ich hoffe jetzt einfach mal, dass sich wenigstens die Magen-Darm-Nummer nicht auch noch auf die anderen Familienmitglieder ausbreitet … sonst muss ich wohl oder übel mit der Kündigung der Waschmaschine rechnen 😀 .

Ich finde es wirklich, wirklich ganz arg irre, dass der Krümel so schnell so super laufen gelernt hat. Das ging echt rasant. Soweit ich mich erinnere, war das bei der Mausemaus vor drei Jahren ein bisschen Mama-Herz-verträglicher – sie hat ein paar Schritte gemacht, dann ein paar mehr und irgendwann ist sie frei EIN PAAR SCHRITTE gelaufen … aber nicht einfach in der Küche losgelatscht und eine Runde durch die ganze Bude gewackelt. Echt jetzt: MIR geht das hier gerade etwas zu schnell! Aber mich fragt der kleine Mann ja nicht 😉 .
Naja, so sind sie wohl, die Zweitgeborenen; machen alles schneller als das erste Kind, weil sie den personifizierten Ansporn vor der Nase haben. Werde ich offenbar einfach mit leben müssen. Allerdings habe ich alte Spaßbremse den ersten Schuhkauf vier Wochen auf die lange Bank geschoben. Man soll die Neu-Läufer ja eh erstmal nur barfuß, in Socken oder Lederschläppchen gehen lassen. Und ich wollte es zudem noch ein bisschen genießen, dass der Krümel im Kinderwagen sitzen bleibt, weil er noch gar nicht weiß, dass er theoretisch auch draußen laufen könnte 😉 . Denn haben die Zwerge einmal begriffen, dass sie diesen verdammt coolen Trick mit dem auf zwei Beinen die Welt erobern auch außerhalb der heimischen vier Wände vollführen können, sind die meisten der Meinung, dass sie DAS jetzt IMMER machen. Und dann heißt es für alle anderen: SpazierenSTEHEN ist angesagt 😀 . Mir war natürlich von Anfang an klar, dass ich das nicht ewig vermeiden könnte, aber ich glaube so ungefähr zwei Wochen … habe ich es versucht. Gleichzeitig habe ich mich aber mit der Problematik beschäftigt, dass es bereits zu kalt ist, um den kleinen Floh in Lederschläppchen über den Spielplatz torkeln zu lassen … vor allem bei feuchtem Wetter und entsprechend nassem Sand. Deshalb habe ich – sozusagen als Übergangslösung bis zum ersten richtigen Schuh – gefütterte Regen-Überzieher bestellt und immer „mitgeführt“, damit der Krümel zumindest zwischendurch mal an der Hand der Schwester die Kita verlassen durfte. Und MEINE GÜTE war das schnuckelig. Der Stolz in seinen Augen … und denen der Schwester. Was für ein Dream-Team auf vier Füßen. „Guck mal, mein Bruder kann laufen!“ ruft die kleine Madam immernoch jedem entgegen, dem wir begegnen, während der Krümel neben ihr strahlt, als hätte er gerade das Konzept für den Weltfrieden erarbeitet. Sooooo süß! Naja, deshalb habe ich jetzt doch – nach vier Wochen freiem Lauftraining – die ersten richtigen Schuhe für ihn gekauft. Aber ganz, ganz weiche, gefütterte Lauflerner. Und er liebt sie wie jeck! <3

Das Negativ-Highlight dieses Monats hingegen bekommt von mir kein Herzchen, ließ selbiges in meiner Brust allerdings mächtig an Speed zulegen … vor Ekel: Wir hatten nämlich Läuse „in da House“. Jippieeeee! Es ist ja noch gar nicht so lange her, dass ich zu diesem grässlichen Thema einen Artikel inklusive Interview mit einer Kinderärztin veröffentlichte, der die Kernaussage enthält, dass Läuse heutzutage gar nicht mehr so schlimm sind. Als sie dann jedoch auf meinem Kopf und dem der Kinder unterwegs waren, bin ich trotzdem erst einmal kurz ausgerastet. „Die gehen doch gar nicht auf Babyköpfe“, sagte mir letztens noch jemand. Ähm … doch! Es krabbelte auch in des Krümels Flaum-Haar. Fand ich gar nicht so richtig witzig, vor allem weil es ja nun nicht so super einfach ist, so einen kleinen Herrn mit einem Läuse-Killer-Präparat zu behandeln, auf dem steht: Auf keinen Fall darf das Mittel in Augen oder Ohren gelangen. Hm, gut, und wie soll ich das dann ausspülen, fragte ich mich und musste wirklich ein bisschen darüber nachdenken, bevor mir das Waschbecken als geeignete Lösung einfiel. Ich hielt den Baby-Sohn also auf dem Rücken liegend unter den Wasserhahn und spülte ihm so die Haare aus. Er fand das zwar nur so medium lustig, aber es ging. Mein Mann war nämlich leider nicht zugegen, sondern noch im Büro, als ich zwei Kinder entlausen musste. Tja, Männer … was die immer an Spaß verpassen, die Armen 😉 .

Und als wäre dieser Event nicht ausreichend Spaß für den 14. Lebensmonat gewesen, gönnte der Krümel sich und damit auch mir noch flott einen kleinen Magen-Darm-Virus im Anschluss an die Läuse-Nummer. Ungefähr 14 Stunden wurde alles ausgebrochen, was ich in den Sohnemann „einfüllte“ und dann gab es zur Krönung noch eine Durchfall-Bombe. Ein Träumchen. Naja, wenigstens hat sich niemand sonst angesteckt, was mich irgendwie vermuten lässt, dass es vielleicht gar kein Virus war. Wer weiß, Hauptsache, wir haben es überstanden, denn so langsam habe ich wirklich gar keine Lust mehr zu waschen. Ich habe gefühlt eine Woche nichts anderes getan als die Waschmaschine ein- oder auszuräumen. Erst bergeweise Handtücher und Bettwäsche, weil ich diesen Rappel bekommen habe. Und dann noch so ziemlich jedes Kleidungsstück vom Krümel und mir. Denn natürlich brechen die kleinen, armen Mäuse nicht ins Klo oder einen Eimer, sondern in diesem Alter vorzugsweise auf die Mama, weil sie sich dort ja nun den ganzen Tag aufhalten … AUF der Mama.
Er hat aber auch sehr gelitten, der kleine Mann, weil er sich so elend gefühlt hat und einfach nichts bei sich behalten konnte. Da leidet das Mama-Herz schon dolle mit, ganz ohne Ärger darüber zu empfinden, dass man mehrfach am Tag ordentlich vollgekotzt wird. Ich persönlich finde die Läuse aber auch echt deutlich fieser, als ein bisschen Kotze von einem meiner Kinder. Viele Jahre Joberfahrung hinter dem Tresen einer Metal-Discotheke haben mich in Punkto Körperausscheidungen wunderbar abgehärtet 😀 .

Abschließend kann ich diesen Monat sagen: WIE GUT, dass der Krümel immernoch lieber gestillt wird, als sich die Mühe zu machen, selber zu kauen. So war ich in der Lage, mein armes Hascherl mit allem zu versorgen, dass er braucht (auch wenn’s einen Tag lang nicht drin geblieben ist) und ihm gleichzeitig extra viel Nähe geben. Tja, hat vielleicht doch sein Gutes, dass wir ins Sachen abstillen so gar nicht richtig vorwärts kommen 😉 .

 

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6 thoughts on “Krümel-Chroniken: 14. (Lebens-)Monat

  1. Wenn dann dicke, gel?!
    Ich drück die Daumen für mehr Schlaf am Stück, ehrlich, Ihr Muttis mit so einem Schlafdefizit, Ihr verdient einen Orden, oder zwei!!!

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