Rabenmutter 2.0

Kleine Gemeinheiten

Kinder sind das größte Glück auf Erden. Zumindest die meiste Zeit über … oder besser gesagt: so ganz im Allgemeinen ;) . Denn im „Besonderen“ bringen Kinder ja nicht nur grenzenlose Liebe und die totale Erfüllung mit ins Leben ihrer Eltern, sondern auch viiiiiel Arbeit, zahllose Entbehrungen und (auf Dauer) den gänzlichen Verbrauch sämtlicher vorhandener Nerven. Das soll um Gotteswillen nicht heißen, dass ich es auch nur im Ansatz bereue, mich für ein Kind entschieden zu haben. Absolut nicht – ich will ja sogar ein zweites! Ich liebe mein Kind wirklich von Herzen und ich liebe es, Mutter zu sein. Ich vermisse auch nichts … also nicht so richtig (oft ;) ). Eigentlich ganz im Gegenteil sogar: Ich könnte sogar auf noch mehr verzichten! Zum Beispiel auf das niemals endende Chaos in meiner ehemals immer tip-top-aufgeräumten Wohnung, das ständige frühe Aufstehen, den täglichen Kampf mit der Mausemaus beim Gemüse essen, die komplette Trotzphase der kleinen Madam, das allabendliche Dilemma mit dem Milchzähne-putzen und sämtliche Kontakte mit Über-Muttis. ABER all das – und noch so viel mehr ähnlich Amüsantes – gehört eben einfach zum Leben-mit-Kind-Paket dazu. Da ist nicht dran zu rütteln. Und das ist eigentlich auch völlig ok. Vor allem, wenn man – wie ich – zur persönlichen Entspannung und Erheiterung abends im Bett an einem spaßigen, die Stimmung enorm auflockernden „Kleine Gemeinheiten-Plan“ für die Kinds-Zukunft arbeitet. :D

Denn: Irgendwann wird das Töchterchen groß sein, ausziehen und ein eigenes Leben führen (wollen). Als gute Mutter werde ich natürlich auch dann noch für sie da sein – wenn sie Liebeskummer hat, bei irgendetwas Hilfe braucht, einfach nur reden will, wichtige Entscheidungen treffen muss … und auch, wenn alles so richtig toll läuft und sie rundum glücklich und zufrieden ist. DANN werde ich sogar ganz besonders da sein. Denn DANN ist es Zeit für die Umsetzung meines …

 

„KLEINE GEMEINHEITEN-PLAN“ FÜR DIE KINDS-ZUKUNFT:

SELBST GEKOCHTES ESSEN WÜRDIGEN

Es kommt der Tag, da wird die kleine Madam mich und meinen Mann zu sich nach Hause einladen. Sie wird uns etwas gekocht haben. Und sie wird stolz darauf sein, weil sie sich so richtig Mühe gegeben hat. Und ich werde es brav probieren, lächeln … und es dann auf den Boden spucken und BÄHHHHH rufen! :D
Jaaaa, voll gemein! Ich weiß! Aber ich finde es manchmal so irre frustrierend, wie schlecht die kleine Mausemaus isst, dass mir ein solch fieses Zukunftsziel zumindest ein bisschen hilft, nicht auszurasten. Ella mag wirklich so ziemlich gar nichts, was ich ihr serviere. Und wenn doch, dann isst sie bloß ein Häppchen und matscht mit dem Rest nur rum oder verfüttert es an die Katzen. Außerdem neigt sie dazu, auf dem Spielplatz bei anderen Müttern zu schnorren, spukt mir die geschenkten Leckereinen allerdings kurze Zeit später – für alle sichtbar – mit einem angewiderten Gesichtsausdruck in die Hand. DAS! IST! SEHR! UNANGENEHM! Gut, möglicherweise ist es einfach Karma, weil ich als Kind in Punkto Essen sogar noch schrecklicher war als Ella, und es deshalb verdient habe, aber … DAS IST HIER NICHT DAS THEMA! ;)

MIT GUTEM BENEHMEN GLÄNZEN

Wenn man schon mal dabei ist, sich so ein bisschen zu revanchieren, kann man es auch gleich richtig machen, oder? Deshalb werde ich nach dem Essen aufstehen, ins Bad gehen und beim wieder Rauskommen laut und ohne Reue sagen: „Oh, Schätzchen, mir ist da wohl ein kleines Malheur passiert!“ Kommt sicher nicht nur beim Töchterchen gut an, sondern auch bei potenziellen weiteren Gästen wie dem neuen Freund oder Arbeitskollegen :D . Ich würde natürlich nicht – wie Klein-Ella aktuell beinahe jede Woche – auf die Badematte pinkeln (ich bin ja nicht irre!), aber ich kann es mir durchaus belustigend vorstellen, eine Mini-Flut zu veranstalten, in der eventuell das ein oder andere Make-up-Highlight den Wasser-Tod sterben könnte. So ganz aus Versehen.
NATÜRLICH ist mir klar, dass die kleine Madam im Moment noch sehr klein ist, nichts wirklich aus böser Absicht kaputt macht und ich oftmals selbst schuld bin, weil ich für 30 Sekunden das Badezimmer verlasse, obwohl mein Kind noch den mit Wasser gefüllten Zahnputzbecher in der Hand hat. Nichtsdestotrotz lässt mich die Vorstellung, eines Tages für einen Moment in IHREM Badezimmer allein zu sein, beim wiederholten Aufwischen der Pfützen unter dem Waschbecken lächeln!

REGELMÄSSIG VORBEISCHAUEN

Um diesem Punkt meiner Liste wirklich gerecht werden zu können, werde ich Opfer bringen müssen. Aber das wird es mir wert sein! Ich werde JEDEN Sonntag um 6:30 Uhr vor ihrer Tür stehen und Sturmklingeln. Anrufen wäre bequemer, aber schon heute haben morgendliche Anrufe ja leider völlig ihren Schrecken verloren, weil kaum noch jemand ein Festnetztelefon benutzt oder sein Handy nachts NICHT stumm schaltet. Also werde ich aufstehen und hinfahren müssen, um mich zu rächen … für all die Jahre frühes Wecken durch ein meist nur selten geflüstertes: „Mama, aufstehen! JETZT! SPIELEN!!!“ Wie gesagt: Dieser Plan hat noch Macken. Aber ich habe ja noch Zeit, daran zu feilen…und ich bin ja immer früh wach.

EIN GUTER BEIFAHRER SEIN

Ui, ui, ui, darauf freu ich mich ganz besonders: Sobald Klein-Ella einen Führerschein hat, darf sie fahren. IMMER! Und ich werde dann entweder hinter oder neben ihr sitzen und PAUSENLOS quatschen, ständig irgendetwas reinrufen, lauthals singen, alle 10 Minuten Pipi müssen und – das ist das absolut wichtigste – in sehr kurzen Abständen mit schön nass gelutschten Snacks werfen :D :D :D .
Ohhhh, ich werde es ENDLICH wieder soooo genießen, im Auto zu sitzen!!! Aktuell macht es ja eher keinen Spaß. Die kleine Madam langweilt sich (ja, ja, nachvollziehbar, aber trotzdem anstrengend), schläft nicht (oder maximal eine halbe Stunde, was bei längeren Strecken kaum Erleichterung bringt) und findet so ziemlich jedes Ablenkungs-Angebot von Mutti nach spätestens 5 Minuten zum Brüllen (nicht vor Lachen, sondern aus Wut). Neustes Highlight im Familien-Auto: Werfen mit Nasch-Resten aus Frustration! DAS merk ich mir, junge Dame! ;)

KOMMUNIKATIV SEIN

Jedes mal, wenn ich meinem Kind in der Öffentlichkeit ins Ohr flüstere, das ich mal kurz auf die Toilette gehe, strahlt sie mich an und brüllt: „ MAMA PIPI? MAMA PUPU? JA? PAPA AUCH PUPU?“ Je nach Situation finde ich das – überraschenderweise – gar nicht mal so klasse. Allerdings weiß ich, dass das nur der Anfang ist. Sobald mein Kind die Welt der Sprache auch nur annähernd komplett für sich erschlossen hat, wird so ziemlich kein Geheimnis mehr vor ihr sicher sein, sie wird ALLES weitererzählen und nichts unkommentiert lassen. Zudem wird sie erst sehr spät lernen, wann man etwas aus Höflichkeit besser für sich behält und mich so lange mit Sätzen wie: „Dein Bauch ist so schön weich!“ oder „Früher warst du richtig hübsch!“ erfreuen. (Wer mir in diesen Momenten mit dem Kindermund-tut-Wahrheit-kund-Spruch kommt, lebt von da an gefährlich. Ich sag’s nur schon mal ;) )
Für all das werde ich ihr in der Zukunft danken … indem auch ich vorübergehend vergesse, einfach mal die Schnüss zu halten. Ein „Öffne doch bitte das Fenster, wenn du Pupu gemacht hast“, hinterher zu rufen, wenn sich die Teenie-Ella zum Frisch machen ins Badezimmer bewegt, während ihr neuer Freund bereits im Wohnzimmer wartet, wird mir einen kleinen Schauer des Vergnügens über den Rücken jagen und mich sicher für den ein oder anderen peinlichen Moment entschädigen :D .

DIE VATER-TOCHTER-BEZIEHUNG FÖRDERN

Wie die meisten Väter findet auch mein Mann die Vorstellung, dass seine kleine Prinzessin irgendwann nicht mehr auf ihn zugeflogen kommt, sobald er die Tür aufmacht, sondern sich stattdessen in die Arme irgendeines (dahergelaufenen) pubertierenden Jünglings wirft, mehr als erschreckend. Es wird aber so kommen. Garantiert. Und dann ist es mein Job als Mutter und Ehefrau, dafür zu sorgen, dass nichts … tja, wie soll ich sagen … UNSCHÖNES passiert und alle Beteiligten den Schritt in die neue Lebensetappe des Töchterchens HEIL überstehen. Das gehört zum Mama-Job dazu. Außer … die kleine Madam wird ein unausstehlicher Teenager. DANN könnte es passieren, dass ich meine Aufgaben in diesem Bereich nicht zu 100% erfüllen kann (will). Eventuell bin ich dann einfach mal nicht Zuhause, wenn der 15-jährige Finn-Kevin unsere Tochter abholen möchte. Vielleicht kann ich meinem Mann dann mal nicht die Hand auf die Schulter legen und kaum merklich den Kopf schütteln, wenn er – sein „Ich war schon mal im Knast und habe keine Angst davor, zurückzugehen!“-T-Shirt tragend –, das Verhör des bereits vor Angst schwitzenden Jungen beginnt, während er lässig seine Axt (die ich ihm mal zu Weihnachten geschenkt habe … mit lustiger Gravur ;) ) in der Hand hin und her schwingt. Als Mutter muss man ja auch Vertrauen in die VATER-TOCHTER-BEZIEHUNG haben. Richtig? :D

Ach, naja, es sind ja nur Ideen. Nichts davon ist ein MUSS. Und wer weiß … vielleicht setzte ich niemals auch nur einen Punkt von diesem Plan um. Womöglich brauche ich ihn nur, um mich ein bisschen besser zu fühlen, während ich mal wieder meine Nervenenden blank in der einen Hand halte und mit der anderen den Haustürschlüssel aus dem Klo angle. Wer weiß … ;)

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12 Kommentare für “Kleine Gemeinheiten

  1. Super Ideen, werde ich wohl auch anwenden ? Ehrlich gesagt hab ich schon, meine Tochter 20 Monate, schreit, als wäre sie auf der Schlachtbank, wenn es um Nägel schneiden geht. Heute habe ich mir gedacht Freulein, heute ist Schluss mit lustig. Ich hab mich auf den Boden gesetzt, sie wollte sofort auf meinen Schoß, ich hab es nicht zugelassen, sie wollte ein Buch vorgelesen bekommen, habe ich ebenfalls nicht gemacht, natürlich habe ich ihr immer wieder erklärt warum Mama etwas nicht macht. Und ihr erklärt und die Schere gezeigt, wenn sie Nägel schneiden lässt bekommt sie Mamas Schoß und eine Geschichte vorgelesen. Nach einer halben Stunde hab ich sie auf mein schoss gesetzt, unter Tränen dürfte ich ihr die Nägel schneiden ohne Gegenwehr. Alles andere, wie im Schlaf die Nägel schneiden und fingerspiele haben nicht funktioniert ? Ach ja und mein Neffe, jetzt 18, bat mich mit 16 ich solle ihn auf der Straße, wenn er mit seinen Jungs unterwegs ist, nicht grüßen und an ihm vorbeilaufen. Da ich aus einer italienischen Familie komme, war das ein Riesen Schock für mich und mein Ego war extrem angekratzt. Meine Antwort darauf war. Wenn er mich auf der Straße nicht grüßt und mich nicht umarmt und küsse, werde ich mich an seinen Hals werfen und zwar nackt. Seitdem kommt er immer, wenn er auf der anderen Straßen Seite ist, rüber gerannt und grüßt mich so wie er soll, denn er kann sich darauf verlassen, dass ich meine Drohung wahr mache ? pubertät wird toll ????

    1. Das mit dem Nägel schneiden kenne ich auch nur zu gut. Das ist eine gute Idee, das werde ich auch mal ausprobieren. Wenn sie schläft bekomme ich das auch nicht hin, sie zieht unbewusst die Füße weg.

      1. Und wenn die kleinen ohne große Gegenwehr die Nägel schneiden lassen übertreiben loben das hilft im Moment bei unserer Maus (wer weiß wie lange ?)

  2. Meine Tochter fängt jetzt an alles zu kommentieren, vor allem wenn sie mal pupst.
    Toll ist das wenn man in einem vollen Möbelgeschäft steht. Sie einen von sich gibt und dann laut Hals ruft “Mia pupst”
    Ich glaube wenn sie mal älter ist, frage ich sie in einem vollen Geschäft mal laut Hals ob sie gerade gepupst hat.

  3. Unser Sohnemann ‘sprayt’ uns zur Zeit gerne ohne Vorwarnung mit einem ‘lustigen Pupsgeräusch’ seinen Speichel ins Gesicht. Oder gibt das Sprayen einfach als Antwort. Haha, lustig! – Nicht. Für meine Antwort, wenn er mal ausgezogen ist und sich z.B. mal Geld leihen möchten, muss ich bestimmt nicht lange überlegen. Oder bei seiner Hochzeit, auf “… Dann möge er jetzt sprechen, oder für immer schweigen”. Ich habe keine Probleme damit, mich selber lächerlich zu machen (solange ICH entscheide, wann und womit)!

  4. Ach, wie erfrischend. Ich lese zu gern bei Dir mit.

    Meine kleine elf Monate alte Tochter schläft meist nur in meinem Arm ein…. Dreimal darfst du raten, was ich einfordere wenn sie in ca. 20 (räusper) Jahren, das erste Mal Jungenbesuch über Nacht hat.

  5. Mir fällt gerade auf, dass ich solche Gemeinheiten meiner damals pubertierenden Tochte Anke gar nicht habe zukommen lassen, aber ich habe ja jetzt Anregungen…..und es ist nie zu spät

  6. auch wenn du evtl gar nichts von all dem umsetzen solltest, ist es doch wunderbar zumindest darüber nachzudenken. ich habe sehr gelacht :). gerne auch beim essen: das brot (oder das gemüse, brötchen, was auch immer…) in die kleine hand nehmen, grinsendes gesicht zum elternteil, hand ausstrecken und ganz unauffällig auffällig das essen fallen lassen… gnnaarf!