Krümel-Chroniken

KRÜMEL-CHRONIKEN: 7. UND 8. (LEBENS-)WOCHE

Mit jeder Woche, die verstreicht, verstärkt sich mein Gefühl, dass diesmal alles noch schneller vorrüber geht als beim ersten Kind, dass sich mein Baby noch schneller entwickelt, schneller an Gewicht zulegt, schneller dem Säuglings-Status entwächst. Fast rechne ich damit, morgens aufzuwachen und ihn loslaufen zu sehen. Ist natürlich völliger Quatsch. Aber Fakt ist eben, dass man beim zweiten Kind tatsächlich nicht mehr so fokosiert ist auf sein Baby, weil da eben einfach noch jemand ist, der bespaßt und geknuddelt werden will, mit dem man Termine hat, die wahrgenommen werden müssen und Rituale, die nicht verändert werden sollen. Ich bemühe mich trotzdem, auch mein zweites Kind “zu sehen” und seinen Bedürfnissen gerecht zu werden. Und im besten Fall sogar meinen. Ich bin ja auch noch da ;) .

7. WOCHE MIT DEM KRÜMELCHEN

BABY-STATUS:
Körperchen: Ich habe den Sohnemann immernoch nicht wieder so richtig gewogen, aber mein Rücken sagt: „Der Jung wiegt locker 5 Kilo … wahrscheinlich schon mehr!“ Und ich glaube ihm, denn an ihm hängt der Krümel schließlich den ganzen Tag.
Können/Verhalten: Also hier tut sich wirklich einiges! Der kleine Mops lächelt jetzt nicht nur mich an, sondern strahlt auch wie die Sonne, wenn ein Mobile in sein Blickfeld gerät. Das hat einen enormen Vorteil: Plötzlich findet er den Wickeltisch gar nicht mehr so zum kotzen, sondern räkelt sich genüsslich unter der Wärmelampe, während er das Mobile darüber bewundert. Finde ich absolut super! Schade nur, dass das mit dem Kinderwagen nicht ebenso fein klappt – trotz Mini-Mobile. Den mag er immernoch nicht und brüllt nach spätestens 15 Minuten darin wie am Spieß. Er will einfach lieber an der Mama festgebunden sein … und (neuerdings) sein Gesichtchen ewig lange an meinem Dekolleté reiben. Das ist nur halb so schnuckelig, wie es klingt. Genaugenommen nervt es sogar ziemlich. UND wir kriegen davon beide so ganz schicke Hitze- bzw. Reibungspickelchen. Die Lösung: Ich häng mir ein Spucktuch um. Hat zusätzlich den Vorteil, dass Milchkotze jetzt nicht mehr ungebremst in meinen BH fließt :D .
Schade, dass es für die abendlichen Schreiattacken keine ebenso einfache Lösung gibt. Langsam zehrt es etwas an den Nerven.
Schlaf-Elend: Keine Besserung in Sicht. Wie gehabt schläft er nur an bzw. auf mir und nicht länger als zweieinhalb Stunden am Stück. Außer natürlich im Tragetuch während ich rumlatsche. DANN ratzt der Krümel wie ein Stein, ohne zu zucken und seelige drei bis zu dreieinhalb Stunden. Und würde er dabei nicht so absolut entzückend aussehen, würde ich ihn wahrscheinlich alle 20 Minuten wecken und sagen: „Siehste! Ist voll kacke, was?!“ ;)

MAMA-STATUS:
Gewicht: 72,5 Kilo. SO! BÄM! GEHT DOCH! Fällt mir aber schwer … ich muss halt wirklich aufs Abendessen verzichten oder mich wenigstens nur auf Obst beschränken. DANN nehm ich auch ab. Allerdings hatte ich ja darauf gehofft, dass die Kilos „wie von Zauberhand“ verschwinden würden, weil ich irgendwie in Erinnerung habe, dass es nach der Geburt der kleinen Mann auch von alleine ging. Bei genauerem Nachdenken fiel mir jedoch ein, dass Ella einfach nie zugelassen hat, dass ich mich setze oder esse. Ergo: VON ALLEINE ging es damals auch nicht ;) .
Umfang: 93,5 cm. Laaaaaaaaangsam ernährt sich das Eichhörnchen, heißt es ja. Und das selbe gilt wohl auch für die Zurückverwandlung einer Nach-Schwangerschafts-Taille in eine einigermaßen normale. Geduld ist eine … ach, kacke, nervt!
Und sonst so: Ich habe meine Hebamme mal gebeten, zu überprüfen, wie schlimm es um meine Bauchmuskeln steht … genauer gesagt, wie groß der Spalt noch ist. „Nur“ 1 cm – ein Ergebnis, mit dem wir beide vorerst durchaus zufrieden sind. Besonders deshalb, weil ich merke, dass es mir körperlich endlich deutlich besser geht. Ich habe wieder Energie, mein Beckenboden festigt sich und ich habe bereits damit begonnen, längere Spaziergänge zu machen, um fit zu werden. Und damit ich abends sehen kann, wie viel ich gelaufen bin, hab ich mir so ein Fitness-Armband zugelegt, dass meine Schritte zählt und meinen Schlaf auszeichnet. Letzteres nutze ich in erster Linie dazu, um meinem Mann morgens das Ergebnis unter die Nase zu halten und zu jammern: „Siehst du! Ich schlafe VIIIIIEEEEEL weniger und schlechter als du!“ Naja, jeder braucht ein Hobby ;) .

Die „Familien-Ferien-Freizeit“ des Mannes ist vorbei. Er hat sich (glaube ich) etwas darauf gefreut, endlich wieder arbeiten gehen zu dürfen; den Tag mal wieder so ganz OHNE Kids, Geschrei und mittelschweren Tobsuchtsanfällen zu verbringen ;) . Ich hingegen hatte ein bisschen Schiss davor, plötzlich allein mit zwei Kindern den Alltag wuppen zu müssen. Vor allem, weil der Mann aktuell nicht jeden Tag Zeit hat, die Mausemaus in die Kita zu bringen und mich die frühmorgendliche Tourerei aufgrund der Strecke, meiner Morgenmuffeligkeit und der mir verhassten Bahnfahrerei doch etwas stresst. Aber muss halt … und was muss, dass schafft man als Mutti auch! Sogar wenn die Termine des Tages mal kreuz und quer in der Stadt verteilt liegen und man deshalb nur noch hin und her hetzt. Spaß ist trotzdem was anderes.

An einem dieser besonders Lauf-Aufwändigen Tage hatte ich meinen After-Baby-Gynäkologen-Check-Termin. Und es verwunderte mich nicht wirklich, dass ich an diesem Morgen nach bereits ca. 6 Kilometern Gewaltmarsch mit Krümelchen im Tragetuch unwesentlich schnaufend beim Frauenarzt landete und die Helferin beim Blutdruckmessen sagen hörte: „Oh, der ist aber etwas erhöht, Frau Neckar. Sind sie etwa hergerannt?“
Von diesem Lacher mal abgesehen, lief der Termin aber gar nicht so schlecht für mich, denn meine Ärztin stellte fest, dass man schon wieder so etwas wie einen Beckenboden bei mir erahnen könne (Hahahaha, ich platze vor Stolz :D ) Und auch sonst scheint mein Körper die Schwangerschaft und die Geburt ziemlich gut überstanden zu haben. „Na, dann steht einem dritten Kind doch nichts im Wege, Frau Neckar! In ihrem Mutterpass ist jedenfalls noch Platz!“ grinste die Gynäkologin nach Abschluss der Untersuchung. Witzig, dachte ich, sooooo witzig! NICHT!

Aber ich beginne tatsächlich schon wieder zu verstehen, warum manche sich dann doch noch für ein drittes Kind entscheiden … es geht einfach so schnell. Gerade bei Säuglingen bzw. im ersten Lebensjahr machen die Minis so irre schnelle Entwicklungsschritte, dass man als Mama doch wirklich ständig das Gefühl hat, nicht genug zu beobachten, nicht genug zu knuddeln, allgemein nicht genug da zu sein, um das Wunder zu beWUNDERN. Mir geht es jedenfalls so. Ich sitze abends im Bett, schaue auf das schlafende Krümelchen in meinem Arm und habe Angst, ihn nicht ausreichend intensiv und bewusst zu erleben. Er hat sich schon jetzt so sehr verändert, so viel gelernt und SO zugelegt, dass man den frisch geschlüpften Säugling in seinem rosigen Gesichtchen kaum noch erahnen kann. Krass! Total krass, wie rasant das geht. Am liebsten würde ich ihn den ganzen Tag nur ansehen, um jede noch so kleine Veränderung live mitzubekommen – aber das geht natürlich. Die kleine Madam würde mir in den Hintern treten! Zu recht! Aber vormittags, wenn die Mausemaus in der Kita ist, mach ich das … so lange ich will :D .

Ich habe es vor ein paar Monaten noch anders gesehen, aber heute empfinde ich den Umstand, dass meine Große jetzt in die Kita geht, echt als Glück. Es fällt mir zwar immernoch schwer, sie morgens dort abzugeben und dann zu gehen, aber ich habe dennoch längst erkannt, wie gut ihr das tut – und mir auch! Sie lernt unheimlich viel, geniest die Zeit mit ihren Freunden und fühlt sich dort wohl. Und ich habe Zeit für das Söhnchen und im Endeffekt mehr Nerven übrig für die Mausemaus, weil ich eben nicht mehr 24 Stunden am Tag ihren Trotz-Launen ausgesetzt bin, sondern nur noch 18 Stunden ;) . Es ist also absolut richtig für uns, dass sie nun ein Kita-Kind ist. ABER ich finde es dennoch nach wie vor genauso richtig, sie beinahe drei Jahre zu Hause betreut zu haben. Ich glaube, es hat uns beiden sehr gut getan und ich bin dankbar, dass ich die Möglichkeit hatte, es so zu handhaben. Mach ich mit dem Krümelchen deshalb wohl genauso … vorausgesetzt, er hat Bock auf so viel Mama-Zeit :D .

Ich bin mal gespannt, wann es überhaupt anfängt, dass er „Bock“ auf irgendetwas (oder auch das Gegenteil) anmeldet. Die kleine Madam war da ja im Grunde von Geburt an ganz groß drin. Der Sohnemann hingegen lässt sich aktuell echt noch gut Händeln. Ist das Tragetuch am Start, ist der Krümel auch begeistert dabei! Mehr braucht es noch nicht, um ihn zufriedenzustellen. Naja, ein bisschen mehr natürlich schon: Die Milchbar muss regelmäßig geöffnet werden. In des Krümelchens Fall gerne alle 2,5 – 3 Stunden. Finde ich ok, da das durchaus schon eine Zeitspanne ist, in der man gut was schaffen kann. Ich versuche mit diesem Wissen so zu planen, dass ich NICHT plötzlich im Supermarkt oder auf dem Spielplatz stillen muss. Denn da ich nicht in der Lage bin, im Tuch zu stillen, müsste ich bei frostigen Temperaturen die Brüste zücken – und die Vorstellung lockt mich kein bisschen. Glücklicherweise kam ich bisher noch nicht in die Verlegenheit, weil unser Timing tatsächlich einigermaßen gut klappt. Ich musste diese Woche zwar einmal in der Kita stillen, weil der kleine Herr wach wurde und UMGEHEND sein Mittagsmenü einforderte, doch sowas ist wirklich die Ausnahme. Bisher. Ich weiß: Die Wachphasen werden ab jetzt länger und daran gekoppelt ist, dass der Krümel sich nicht mehr völlig widerstandslos in den Tagesplan von Mama und Schwester einfügen wird. Schade eigentlich … so ist es doch recht angenehm ;) .

8. WOCHE MIT DEM KRÜMELCHEN

BABY-STATUS:
Körperchen: Ich habe ihn gewogen und die Waage zeigte etwas über 6 Kilo an. DER WAHNSINN! Er ist doch noch nicht mal ganz zwei Monate alt!!!! Habe jetzt auch die letzten 56er Strampler und Bodys in eine schicke Vakuum-Tüte gepackt und von meinem Mann im Keller verstauen lassen. Es ist soooo krass, wie schnell aus meinem Neugeborenen ein richtiges, handfestes Baby geworden ist! Verrückt!
Können/Verhalten: Das Krümelchen hat sein erstes Lieblingsspielzeug für sich entdeckt: seine kleinen Patschhändchen. Er nuckelt, lutscht, leckt und fummelt in beinahe jeder wachen Minute an seine Händen herum, was nicht nur ganz putzig aussieht, sondern dem Baby auch eine neue Duftnote verleiht – ich nenne es mal liebevoll den „Muff-Duft“, der unweigerlich entsteht, wenn man IMMER die Hände nass hat und trotzdem ständig Fäustchen ballt. Zwischendurch lacht der Krümel herzerwärmend und folgt mir bei jeder meiner Bewegungen oder Schritte mit den Augen (meine persönliche Mona Lisa :D ) Ich schmelze im Prinzip den ganzen Tag vor Liebe dahin. Außer … er macht kleine Situps (Mit acht Wochen?! Ist der bekloppt?!) auf dem Wickeltisch. DANN bekomme ich etwas Panik, hier so ein Überflieger-Baby vor der Nase zu haben, das ratzfatz mobil werden will. ICH will das nämlich lieber nicht ;) .
Schlaf-Elend: Es bleibt mies. Dabei haben wir – was die Nasen-Problematik angeht – jetzt alles durch: Kochsalzlösung, echte Nasentropfen, Engelwurzelbalsam und Muttermilch sowie verschiedener Techniken zur Befeuchtung der Raumluft im Schlafzimmer … trotzdem kämpft der Zwerg spätestens ab drei Uhr nachts mit mächtig Schnief, brüllt dann aus Panik, zu ersticken, die Bude zusammen und kann dann erst einmal nicht wieder einschlafen, selbst wenn Mutti die Nase einigermaßen in den Griff bekommen hat. Und wenn nicht die verstopfte Nase seinen Schlaf stört … dann rudert er rum, träumt schlecht oder pupst. Ach ja, Männer, irgendwas haben sie immer :D .

MAMA-STATUS:
Gewicht: 72 Kilo. Geht doch. GEHT DOCH! Warum nicht gleich so? Ich muss ja nicht SOFORT wieder auf meinem alten Gewicht landen, aber etwas Bewegung im Zahlenspiel der Waage muss schon sein, damit ich den Kopf nicht in den Sand stecke und nur noch Kontraproduktiv von Chips und Schokolade lebe. So eine langsame Reduktion meiner Selbst reicht mir ja schon, um nicht zu verzweifeln und dran zu bleiben. Also gibts an dieser Stelle mal ein motiviertes JUCHUUUU!
Umfang: 91 cm. Find ich auch gut. Wobei der Bauch optisch natürlich noch lange nicht wieder so richtig schick ist. Deshalb begegne ich meiner aktuellen Wabbelschwabbel-Körpermitte mit höflicher Missachtung und stelle mich ausschließlich angezogen vor den Spiegel. Funktioniert ausgezeichnet :D .
Und sonst so: Für die kleine Madam hatten wir keine Wippe, für den Krümel haben wir jetzt doch mal eine angeschafft. Es ist einfach saupraktisch und wirklich hilfreich, wenn man doch tatsächlich mal irgendwas machen MUSS, bei dem man das Baby nicht am Körper gebrauchen kann. Duschen zum Beispiel mach ich lieber ohne Tragetuch ;) . Und in dieser kurzen Zeitspanne sitzt (bzw. liegt) der Krümel jetzt in einer Wippe, denn GANZ flach liegen findet das wache Baby zum Schreien. Und das find ich dann blöd. Während des Frühstücks lege ich ihn auch manchmal darin ab, denn ich muss gestehen: Wenn ich schon nicht schlafen darf (und langsam sieht man es an meinen elegant rot geränderten Augen), will ich wenigstens einigermaßen in Ruhe essen dürfen!

Mit der kleinen Madam habe ich vor allem am Anfang Baby-Kurse nur deshalb besucht, weil ich Mamis kennenlernen wollte (hat gar nicht mal so gut geklappt – habe fast nur schräge Mütter getroffen, mit denen ich nichts anfangen konnte/wollte). Diese Begründung zählt heute natürlich nicht mehr, weil ich mittlerweile (GOTTSEIDANK) viele tolle und nette Frauen (hauptsächlich gefunden in Familien-Cafés und auf dem Spielplatz) in meinem Mami-Freundeskreis habe, mit denen ich mich austauschen und die öden Wintermonate totschlagen kann. Nichtsdestotrotz wollte ich dem Krümel den Spaß nicht verwehren, mit anderen Säuglingen in einem überheizten Raum auf Decken zu liegen und dem unterirdischen Kinderlieder-Gesang von hochmotivierten Müttern zu lauschen. Ich habe mich also diese Woche zu einem Baby-Kurs angemeldet. Und amüsiere mich dabei sehr :D !

Baby-Massage wollte ich auch gerne mit bzw. für ihn lernen, weil ich schon länger das Gefühl habe, einen kleinen Genießer geboren zu haben, dem das gut gefallen würde. Allerdings habe ich dazu keinen Kurs gefunden, der in meinen durch die Mausemaus geprägten Tagesplan passt – dafür aber das Angebot einer Hebammen-Praxis, mich einmalig zu Hause zu unterweisen. Geile Sache! Hab ich gemacht. An einem Vormittag besuchte mich eine nette Dame in meinen eigenen vier Wänden und zeigte mir, wie ich mein Baby von oben bis unten durchkneten kann. Das Krümelchen war ziemlich angetan von der Nummer und pinkelte mich zum Dank komplett voll. Wir machen das ab jetzt einmal die Woche nach dem Baden … also massieren, nicht vollpinkeln ;) .

Apropos baden: Ich dachte eigentlich, das Krümelchen wäre im Gegensatz zu seiner Schwester kein Fan des warmes Nass, da er während seinem ersten Bad dermaßen gebrüllt hat, dass wir die Sache wirklich schnell beenden mussten. Allerdings war da auch die ganze Familie dabei. Es wurde fotografiert, gelacht, gequatscht und mit kleinen Geschwister-Händen in der Wanne für Wellengang gesorgt. Als ich es diese Woche erneut versuchte – ganz allein mit dem Krümel und entsprechend ruhig – fand er es super. Ergo: Wir haben ihn einfach gestresst … hätte ich auch früher drauf kommen können, dass der kleine Mann gefälligst seine Ruhe beim Baden haben will ;) .

Naja, manchmal scheine ich etwas zu müde zu sein, um meinen gesunden Menschenverstand einzuschalten und derlei offensichtliche Probleme schnell zu enttarnen. Wobei mein Verstand eigentlich gerade eh eine untergeordnete Rolle in meinem Tun und Denken spielt – mein Mami-Herz sitzt aktuell ganz klar am längeren Hebel. Das ist ok und richtig so, wenn man gerade ein Baby bekommen hat, kann einen aber auch echt ein bisschen bekloppt machen. Zum Beispiel sorge ich mich von Herzen und beinahe körperlich spürbar um den Krümel. Ständig habe ich Angst, er würde plötzlich aufhören zu atmen, mir einfach runterfallen, irgendwie verletzt werden oder gar sterben. Ich erinnere mich, dass es mir bei der Mausemaus ebenso ging, hatte aber gehofft, dass diese Angst-Emotions-Bombe beim zweiten Kind – warum auch immer – etwas weniger intensiv daher käme. Dem ist leider nicht so. Mehrfach am Tag, immer den jeweiligen Situationen angepasst, laufen vor meinem inneren Auge Horror-Kurzfilmchen ab, in denen ich aus Versehen mit dem Köpfchen des Krümelchens an eine Regalecke stoße, er im Tragetuch blau anläuft oder ich stolpere und auf ihn falle. Und jedes Mal bleibt mir kurz die Luft weg vor Angst und mir wird schlecht. Ich weiß, dass diese Ängste normal sind und nur dazu dienen, mich als Mutter besonders achtsam zu machen. Aber es schlaucht. Und es ist absolut unschön … vor allem, wenn man so eine blühende Fantasie hat wie ich L . Doch es gehört dazu – und scheint ein Dauergast im Mami-Hirn zu sein. Denn um die Mausemaus sorge ich mich auch heute noch genauso, obwohl sie doch schon aus dem Allergröbsten raus ist. Ach ja, wahre Angst lernt man eben auch erst kennen, wenn man Kinder hat. Ein Träumchen ;) .

PS: Die kleine Madam ist wirklich eine supertolle große Schwester für das Krümelchen: Sie „liest“ ihm vor, zeigt ihm ihre Bauklötze und baut Türmchen für ihn. Und er … strahlt sie an, als wäre sie eine Göttin. DAFÜR lohnt sich der Stress, den ein zweites Kind mit sich bringt, auf jeden Fall <3 .

Dieser Text ist ebenfalls erschienen auf Eltern.de

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11 Kommentare für “KRÜMEL-CHRONIKEN: 7. UND 8. (LEBENS-)WOCHE

  1. Du machst mir Mut doch noch an die Sache Geschwisterchen für meine kleine Maus zu gehen. Diesmal haben wir uns dafür entschieden das ich zu Hause bleibe.
    Wünsche euch eine schöne Weihnachtszeit.

  2. Ich liebe deine Texte und warte jede Woche sehnsüchtig darauf! Unser kleiner Prinz wird am Samstag 4 Wochen alt und wie schon in der kugelphase finde ich mich bzw. uns in vielen deiner beschriebenen Situationen wieder… ich hab auch ständig das Gefühl jeden wimpernschlag und jedes Stirnrunzeln in mich aufsaugen zu müssen weil es so schnell vorbei sein wird… und ja diese horrorszenen was alles passieren könnte habe ich auch und dachte ich hab aus Schlafmangel ne Schraube locker… beruhigend das das anscheinend nicht so ist …
    Danke für das Lächeln das du mir regelmäßig in mein Gesicht zauberst .

  3. Herrlich immer wieder von dir bzw euch zu lesen. Unser großer macht momentan ne ganz tolle und wunderbare Trotzphase durch mit Provokationen der feinsten Art und der kleine na der findet das natürlich super und lächelt. Aber mal sehen wie lange noch…. ich hoffe nur ich verpasst nicht alle seine Schritte weil der große mich so ablenkt ;-)

  4. Ich lese deine Texte auch immernoch soooo gerne und kann mich und meinen kleinen Mann auch immer gut wieder finden. Wunderbar!
    Wenn ich dann mal wieder 45 Minuten beim stillen gefesselt bin (der kleine Mann ist auch eher ein Genießer ?) vertreibe ich mir die Zeit wirklich sehr gerne mit deinen Texten!
    Wirklich wunderbar dass du weiter gemacht hast, ich danke dir!?
    Liebe Grüße und noch eine schöne Adventszeit

  5. Hach, dein Text macht mir Hoffnung. So schön geschrieben! Und es stimmt, beim 2. Kind rast die Zeit vorbei, weil die Mutti einfach nicht nur um dieses Kind herum tanzt, sondern auch noch Nr. 1 bespaßen muss. Wir sind inzwischen auch zu 4. und gespannt, wie sich das in den kommenden Wochen entwickeln wird. Ich kasteie mich allerdings nicht selbst, ich halte mich fern von jeder Waage^^

    LG Karen mit Maus und Burschi (heute 2 Wochen)