Rabenmutter 2.0

Die beliebtesten Guten Vorsätze für 2017 … und ihre Mutti-Kompatibilität

Zugegeben: Ich befasse mich etwas spät mit Silvester und den (bei den meisten Menschen) damit verbundenen Guten Vorsätzen für die nächsten 12 Monate. Allerdings kann ich meines Erachtens ganz ausgezeichnet das Krümelchen dafür verantwortlich machen, das mir jegliches Zeitgefühl sowie die Grundmotivation, mir selbst irgendeine große Aufgabe für 2017 zu stellen, die mehr Überwindung von mir verlangt, als der nächtliche Gang zur Toilette, obwohl das Baby endlich mal schläft und ich eigentlich nur eines will: liegen bleiben. Abgesehen von diesen Mängeln meines Allgemeinbefindens, ist mein aktuelles Gedächtnis kaum seines Namen würdig … soll heißen: Ich habe vergessen, mir Gute Vorsätze zu überlegen. Naja, kann passieren. Silvester kommt halt auch immer so plötzlich :D .

Da ich davon ausgehe, nicht die einzige Mama zu sein, die diese Vorsatz-Nummer aufgrund von Familien-Wahnsinn verpeilt hat, habe ich mich mal für uns alle schlau gemacht, was dieses Jahr so „angesagt“ ist in Sachen Verbesserungspotenzial des eigenen Lebenswandels und die beliebtesten Guten Vorsätze für 2017 (die Liste ist nicht besonders überraschend, was aber gut ist, denn dann können wir sie gleich schon für 2018 abspeichern :D ) auf Mutti-Tauglichkeit geprüft. Es soll ja schließlich nicht zu anstrengend werden, zu große Komfort-Einbußen mit sich bringen oder uns in irgendeiner Form teuer zu stehen kommen. Für all das haben wir schließlich schon die Kinder ;) . Also dann …

Die neun beliebtesten Guten Vorsätze für 2017 – und ihre Mutti-Kompatibilität

Platz 9: Weniger vor der Glotze hängen
Noch vor wenigen Jahren hätte ich – als bekennender TV-Junkie – dazu gesagt: „Never! Nehm ich mir gar nicht erst vor, weil ich das nicht mal eine Woche durchhalten würde!“ Heute jedoch sieht das ganz anders aus. Da wäre dieser Vorsatz bei mir albern, weil ich dank der niemals schlafenden Brut so lange nicht mehr entspannt vor der Glotze gesessen habe, dass ich längst vergessen habe, wie unser Exemplar davon überhaupt angeht. Dafür weiß ich natürlich durchaus ein iPad zu bedienen … und Netflix zu starten. Aber darum geht’s hier ja nicht :D .
Von anderen Mamis weiß ich aber, dass sie es durchaus abends nochmal OHNE Kinder am Rockzipfel auf die Couch und vor den Fernseher schaffen. Und dann muss ich sagen: Mädels, ihr habt euch jede Minute Filmchen gucken mehr als verdient! Da wird nix gekürzt! Ihr braucht das!

Platz 8: Weniger Zeit im Internet verplempern
Mist, hat ja nicht lange gedauert, bis es DARUM geht ;) .
Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass hier und da mal kurz aufs Handy gucken selbst im Beisein der Kinder nicht schlimmer für unseren Nachwuchs sein kann, als dass UNSERE Eltern in UNSEREM Beisein Zeitung oder Bücher gelesen haben. Allerdings muss ich gestehen, dass bei mir persönlich dennoch Kürzungsbedarf besteht. Dabei meine ich natürlich NICHT meine ausschweifenden Aufenthalte am frühen Abend bei Netflix und Konsorten, wenn beide Kinder schon zuckersüß neben mir schlummern, ich aber noch nicht GANZ hinüber bin und mir deshalb noch etwas visuellen Schwachsinn zu Gemüte führe. Ich denke da eher an diese unzähligen Stippvisiten bei Facebook oder Amazon oder so. DA könnte ich echt was wegkürzen. Sollte ich auch. Ich versuche es mal ;)!

Platz 7: Sparsamer sein
Mega guter Vorsatz. Wenn man keine Kinder hat. Denn die sind – und das meine ich keinesfalls böse oder als Argument gegen Kinder, sondern schlicht und ergreifend so, wie es nun mal ist – schließlich so etwas wie ein schwarzes Loch für potenzielles Sparguthaben. Allein die Kohle, die wir Eltern in Windeln investieren, würde in einem anderen Leben zum Einzug in ein kuscheliges kleines Eigenheim führen. Oder Kinderschuhe!? Winzig, nur ca. 3 Wochen brauchbar und schneller im Arsch als man „Kauf neu!“ sagen kann, doch trotzdem teurer als Schuhe für Erwachsene. Das ist übrigens der Grund dafür, warum manche Mamis kurz davor stehen, in Tränen auszubrechen, wenn ihre Kinder mit gerade eben erstandenen Schühchen beherzt in eine Pfütze springen.
Klar, man könnte öfter mal zum Discounter gehen … aber wenn der Marken-Laden näher am Rückweg von der Kita liegt, dann geht man eben dahin. Ich zumindest. Und mal ehrlich: So ein bisschen Faulheit muss auch Mamis erlaubt sein!

Platz 6: Abnehmen UND Platz 5: Gesündere Ernährung
Diese beiden Klassiker unter den Guten Vorsätzen schmeiße ich mal kackfrech zusammen in einen Topf, weil sie ja eh immer in einem Atemzug genannt werden. Zum Beispiel so: „Du willst abnehmen? Dann stell doch EINFACH deine Ernährung um! Gesund sollte es sein, ganz regelmäßig und ausgewogen.“ Da möchte ich immer antworten: „Oh, vielen Dank für diesen sehr aufschlussreichen Tipp! Aber nur mal so nebenbei gefragt: Hast du schon mal mit einem Kleinkind zusammengelebt? Und ein paar Jahre auf Schlaf verzichtet? Den ganzen Tag ein schreiendes Baby rumgeschleppt? Und eine to do Liste im Kopf gehabt, in die man ganz locker ein Auto einwickeln könnte, bis es nicht mehr zu sehen ist? Nein? Dann …. SCHNAUZE!“
Denn: Im Alltag mit Kindern auf eine regelmäßige, gesunde und ausgewogene Kost für die Mama zu achten ist gar nicht mal so leicht. Gerade mit sehr kleinen Kindern ist man oft viel zu eingespannt, abgelenkt oder auch einfach zu kaputt, etwas wirklich tolles zu kochen. Und wenn zumindest das oder die größeren Kinder schon in die Kita gehen und dort gesund versorgt werden, dann kann es durchaus passieren, dass Mutti tagsüber nur Kuchen und Schokoriegel isst. Warum? Weil die schneller auszupacken sind, als man den Herd anmachen kann … und weil sie gut für die Seele sind! SO IST ES EINFACH! Und das ist gerade in Baby-Zeiten genauso wichtig wie Vitamine (gibt’s ja auch in Tablettenform ;) ) Nur leider ist Gemüse besser für die schlanke Linie. Naja, man kann nicht alles haben :D .

Platz 4: Mehr Zeit für sich selbst nehmen
Mir persönlich treibt diese Idee für einen Guten Vorsatz ja beinahe die Lachtränen (der Verzweiflung) in die Augen, da das Krümelchen aktuell fast rund um die Uhr an mir hängt (und ich meine das nicht im übertragenen Sinn … sondern im tragenden :D ) und „mehr Zeit für mich“ schon erreicht ist, wenn ich am Wochenende mal alleine aufs Klo gehen darf, weil das Baby den Papa wenigstens als kurzfristigen Mama-Ersatz akzeptiert.
Aber dank der GROßEN Mausemaus weiß ich: Irgendwann erlaubt selbst das Mutti-Fixierteste Kind mal wieder etwas Freiraum. Und der ist dann wahrhaft köstlich! Außer man hat sich ein weiteres Kind angeschafft … dann … war das ein Satz mit x – das war wohl nix ;) .

Platz 3: Endlich mehr Sport machen
Bekanntermaßen bin ich der unsportlichste Mensch auf der Welt mit geradezu null Motivation oder Talent in diesem Bereich ausgestattet, wodurch dieser Vorsatz für mich selbst an Lachhaftigkeit kaum zu überbieten ist. Eigentlich. Uneigentlich würde mir (mehr) Sport natürlich trotzdem gut tun … wenn es irgendwas sanftes wäre, wie zum Beispiel Wassergymnastik für Senioren oder so ;) . Zu einer Zeit, in der ich wach bin und nicht von Kindern umlagert. Also nie. Womit wir wieder am Anfang wären, wo ich über diesen Vorsatz lache.
Grundsätzlich finde ich aber ja eh, dass wir Mamis eine ganze Menge Sport machen. Nur eben nicht in Kursen oder Studios. Stattdessen schleppen wir pausenlos Babys rum und machen mit ihnen auf dem Arm auch noch den Haushalt oder arbeiten sonst irgendwie, wir „turnen“ mit Krabbelkindern am Boden, halten sie mit stundenlang nach oben gereckten Armen auf Klettergerüsten fest, rennen mit ihnen um die Wette (und verlieren, weil die echt früh schneller sind als Mama), transportieren Tonnen von Einkäufen heim und latschen mit oder ohne geschulterten Gewichten bis zu 10 Kilometern am Tag durch die Gegend. Wir MACHEN Sport! Nur ziehen wir uns dafür keine bunten Leggins an. Außer alles andere ist in der Wäsche :D .

Platz 2: Mehr Zeit für die Familie nehmen
Ich glaube, die meisten Eltern nehmen sich so viel Zeit für die Familie und insbesondere für ihre Kinder, wie es ihnen überhaupt nur möglich ist. Die Doppel- und Dreifachbelastungen allerdings, denen wir alle heute oftmals ausgesetzt sind, schränken die Umsetzung dieses Wunsches jedoch hart ein. Somit ist dieser Vorsatz nur brauchbar für jene, die Zeit übrig haben, die sie womöglich – mehr als für das Familienleben gut ist – mit langwierigen Hobbys verplempern. In dem Fall ist dieser Vorsatz ein echt guter und schöner … denn wir alle wissen: Die Zeit rast und die Kinder werden schneller groß und sind an unserer Aufmerksamkeit nur noch so semi interessiert, als uns lieb ist.

Platz 1: Stress vermeiden
Hm, viel Stress hat man als Mutter ja schon. Den etwas zu reduzieren, wäre daher echt super. Aber vermeiden? Dazu müssten wir unsere Kleinkinder in der Trotzphase wohl darum bitten, auszuziehen. Vom Nachwuchs in der Pubertät mal ganz zu schweigen. Scheint mir allerdings keine Option zu sein – gerade wenn man doch laut dem Vorsatz auf Platz 2 MEHR Zeit mit der Familie verbringen soll :D . Aber vielleicht kann man ja selbst als Mama irgendwo ein bisschen Stress abknapsen. Vielleicht indem man der Schwiegermutter eine lange Reise schenkt (eine laaaaange Kur für sie tuts natürlich auch und ist nicht so teuer ;) ) oder den Mutter-Kind-Kurs streicht, in dem einem Über-Muttis den letzten Nerv rauben (wenn’s NUR dem Zwerg Freude macht, ist es das Geld nicht wert) oder jede Woche drei Aufgaben von der to do List streichen (nicht verschieben, sondern echt streichen!) oder sich einen Zettel neben den Spiegel hängen auf dem steht: „Du musst keine perfekte Mutter sein, um glückliche Kinder zu haben – und selbst glücklich zu sein!“. So etwas können wir tun. Aber Stress komplett vermeiden zu wollen, erscheint mir ein unmögliches Ziel. Wahrscheinlich schafft das niemand.

Puhhh, ich glaube, ich nehme mir für 2017 einfach wieder die selben Guten Vorsätze wie in den letzten drei Jahren – seit der Geburt der Mausemaus – vor:
1. Ich werde tapfer bleiben und jede Entwicklungs-„Phase“ der Kinder nach der anderen durchstehen, ohne (oft) zu heulen!
2. Ich werde meine Kinder weiter lieben, auch wenn sie mir auf den Keks gehen!
3. Ich werde meinen Mann weiter lieben, auch wenn er mir auf den Keks geht!

Wird schon werden, ne?! ;)

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4 Kommentare für “Die beliebtesten Guten Vorsätze für 2017 … und ihre Mutti-Kompatibilität

  1. Ach ja, die Vorsätze….

    Ich will abnehmen > “Gib mir Schokolade! Ich BRAUCH das jetzt!”
    Ich will gesund kochen > “Tütenmilchreis. Geht schnell!”
    Ich will Sport machen > “Ich kann so schon nicht mehr ….das war nur das Aufwärmen?”
    Ich will geduldig, liebevoll usw mit den Kindern sein > “Wenn du so weitermachst, du kleine Bestie, marschierst du ins Bett, egal ob es erst 10 Uhr morgens ist!”

    Zum Glück gibts noch 2018, denn ich habe bereits bei jedem Vorsatz versagt^^