Krümel-Chroniken

Krümel-Chroniken: 16. (Lebens-)Monat

Vor einigen Tagen sagte der Mann zu mir: “Schon krass, wenn man bedenkt, dass der Krümel in 8 Wochen schon anderthalb Jahre alt ist!” Darauf sagte ich: “So ein Quatsch … der ist doch noch ein Baby! Das kann nicht sein. Hm, oh … doch.” Jaaaaa, die Zeit rennt schneller, als mein Mama-Herz verkraftet. IRRE wie groß der kleine Mann schon ist, was er schon alles kann und wie toll er uns schon in den Wahnsinn treiben kann! 😀 Oh man, es geht wirklich alles schneller beim zweiten Kind!!!

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BABY-STATUS:

Körperchen: 11,3 Kilo. Huch, wo kommt denn dieses neue Kilo so plötzlich her, dachte ich, als ich das Ergebnis des Krümel-Wiegens auf der Waage ablas. Da hat der Baby-Sohn wochenlang kaum zugenommen, nur um jetzt mal eben „Plöpp“ zu machen?! Tja, das erklärt natürlich auch, warum ich die Tragerei auf einmal SCHWER finde. Liegt ganz offenbar daran, dass JEMAND gewichtstechnisch ordentlich gewachsen ist … und ich bin es nicht! 😀
Können/Verhalten: Seit ein paar Wochen läuft der kleine Mann nicht mehr nur ausschließlich an meiner Hand, sondern tatsächlich bevorzugt an der seiner Schwester. Und ich schmelze JEDES mal dahin … sie übrigens auch. Die Mausemaus ist so stolz darauf, dass ihr Bruder sie dermaßen vergöttert, dass sie jedem seine Zuneigung vorführen muss. „Guck mal, er küsst mich auch!“ tönt sie ständig und der Krümel tut ihr begeistert den Gefallen und rückt mit kussbereitem Schnütchen an. Ey, mehr süß geht ja wohl nicht! <3
Vom zauberhaft sein mal abgesehen, entwickelt der Sohn langsam einen starken eigenen Willen. Läuft irgendetwas nicht nach seinem Gusto, wird gebrüllt … und zwar schrill. So auch, wenn ich der Meinung bin, dass er sich mit gerade mal 16 Monaten durchaus noch füttern lassen könnte (also die drei Lebensmittel, die er denn als Alternative zur Muttermilch akzeptiert 😉 ) . Lieber isst der „feine Herr“ seinen Joghurt aber alleine. Mit dem Löffel. Falsch herum. Oh man, ich muss immer wegsehen, damit ich nicht konstant das Bedürfnis habe, mit einem Lappen die gröbsten Schlabbereien zu entfernen. Spricht eigentlich irgendwas dagegen, Kinder einfach in der Badewanne essen zu lassen? Nö, oder? 😉
Schlaf-Elend: Das Grauen in Tüten! Echt jetzt … langsam spüre ich den Schlafentzug. Vor allem, weil es ja immer nur ganz kurze Verbesserungen gibt, die dann im Prinzip augenblicklich wieder vom Tisch gefegt werden von einer neuen Version von „Schlafen kannst du, wenn ich groß bin!“ Kaum war das neue Jahr angebrochen, entschied das Söhnchen, dass man ja auch durchaus mal wieder AUF der Mama oder wenigstens in ihrem Arm schlafen könnte. Immer. Jede Nacht. Und Mutti hat keine Ahnung warum?! Zahnen? Sehr wahrscheinlich, denn bisher ist nur der vermaledeite 5. Zahn endlich vor die Tür getreten, der uns ja nun völlig fertig gemacht hat. Von den anderen 15 Beißerchen sehe ich aktuell nur geschwollene Kauleisten. Der arme Floh. ABER auch arme Mama, denn ich kann ihn nachts wirklich nicht mehr ablegen bzw. so weit von mir wegschieben (in sein Bettchen), dass ich mal ENTSPANNT liegen könnte. Ist gerade leider einfach nicht drin. Tja, Pech … warten wir halt auf die nächste „Phase“! 😉

MAMA-STATUS:

Gewicht: 60,5 Kilo … oder so. Es schwankt ein bisschen rauf und runter, aber nicht gravierend. Der Magen-Darm-Infekt vor Weihnachten war wirklich erstaunlich hilfreich und das Ergebnis ist angenehm haltbar, OBWOHL ich definitiv so gut wie nie auf meine abendliche Chips-Ration verzichten kann. Ich bin echt so ein Gewohnheitstierchen. Und an dieses Chips essen am Abend HABE ich mich gewöhnt. Das muss also bleiben. Allerdings sollte ich an meiner Tages-Ernährung arbeiten. Die ist gerade wieder völlig unterirdisch. Naja, ich kompensiere meinen Winter- und Regenfrust halt mit zuviel Schokolade und zu wenig Obst … und noch weniger Gemüse. Verdammt.
Und sonst so: Och, soweit ist alles im Lack. Ich bin oft sehr müde und dann tatsächlich auch mal ein oder zwei Tage völlig antriebslos. Aber meist bekrabbel ich mich schnell wieder und starte neu durch. Ich denke, so langsam fehlt mir etwas Sonne und angenehmere Temperaturen, denn bei dem ständigen Piss-Wetter bekomm ich den Arsch nicht dazu hoch, mit den Kindern mal auf den Spielplatz zu gehen. Also manchmal natürlich schon, aber eben nicht so oft wie sonst. Das fehlt dann nicht nur dem Nachwuchs – vor allem dem Krümel; die Mausemaus geht ja auch in der Kita raus zum Spielen – sondern auch mir. Natürlich nicht das doof in der Gegend rumstehen ansich, aber doch das Quatschen mit den anderen doof in der Gegend rumstehenden Mamis. So richtig gesellig ist der Winter ja nicht. NOCH ein Grund, den Sommer lieber zu mögen 😀 .

Wir denken darüber nach, den Baby-Sohn noch umzubenennen. Der Name Karl ist zwar nach wie vor zauberhaft, aber ÖDIPUS würde wahrscheinlich besser passen 😉 . Nein, dass ist ein Scherz … also so halb zumindest 😀 . Denn der kleine Mann haftet tatsächlich wie ein Kaugummi im Haar an mir. So sehr, dass der Mann manchmal schon eifersüchtig ist und ich ein winziges bisschen genervt bin. Klar liebe ich es, mein Kind an meiner Seite zu haben, ihn zu tragen, zu kuscheln, zu knutschen und im Arm zu wiegen. NATÜRLICH! Allerdings würde ich auch voll gerne – zumindest am Wochenende, wenn der Vater des Krümels anwesend und spielbereit ist – mal alleine auf Klo gehen oder (Gottbewahre) sogar alleine DUSCHEN GEHEN! Aktuell verhält es sich allerdings wie folgt: Ich flüstere das Wort „Badezimmer“ und der Baby-Sohn bricht augenblicklich ab, was ihn gerade beschäftigte, und RENNT Richtung Toilette. Oft ist er sogar vor mir drinnen, obwohl ich eigentlich näher dran stand 😀 .
Da kann man aber meiner Meinung nach noch drüber lachen. Was ich jedoch nicht mehr ganz so ulkig finde, ist der Umstand, dass ich nie mal etwas länger im Bett liegen bleiben und dem Mann die Kinder aufs Auge drücken kann. Könnte ich nach so ganz unterirdischen Nächten ja durchaus mal gebrauchen … und soll auch gut tun, habe ich mir von anderen Mamis sagen lassen 😉 . Das Problem ist nur, dass der Krümel schon hysterisch schreit, wenn sein Vater im Bett nur die Arme nach ihm ausstreckt … unabhängig davon, dass sie nur Sekunden zuvor gekuschelt und gespielt haben. DAS geht schließlich. Nur sich von der Mama entfernen lassen, DAS geht nicht. Der Junge riecht augenblicklich, dass er ohne mich den Raum verlassen soll und das ist offenbar überhaupt keine Option für ihn. Tja, der kleine Ödipus fährt da seinen ganz eigenen Stil. Entscheidet ER sich von mir zu entfernen, ist das nämlich gar kein Problem. Allerdings … darf ich mich dann nicht weiter bewegen 😀 .

Das Gute ist: Diese Situation ist uns nicht neu. Mit der Mausemaus lief es in diesem Alter fast exakt genauso ab. Wir hatten nur gehofft, dass es diesmal anders wäre. Aber da die Umstände ja im Prinzip dieselben sind, unter denen auch unser zweites Kind aufwächst – vom Geschwisterkind-Faktor mal abgesehen, den ich LIEBE! – ist es eigentlich nicht überraschend. Der Mann arbeitet viel und ist daher vor allem während der Woche für die Kinder kaum erreichbar. Der Krümel sieht seinen Papa morgens 20 Minuten und das reicht offenbar nicht, um so viel Vertrauen aufzubauen, dass er Samstags und Sonntags ohne Schwierigkeiten die Mama auch mal alleine irgendwas machen lässt. Natürlich üben wir es trotzdem, aber solange er weiß, dass ich da bin, will er eben an meinem Bein kleben. Anders sieht es aus, wenn der Bub das Haus verlässt … mit dem Papa, aber ohne die Mama. DAS geht. Noch. Aus Erfahrung wissen wir, dass wir in diesem Bereich auch noch einen Schlag in den Nacken bekommen könnten, wenn er etwas älter ist. War nämlich bei der Tochter so. Die weigerte sich plötzlich, alleine mit dem Papa rauszugehen – ungefähr zu dem Zeitpunkt, an dem sie EIGENTLICH ihre sehr enge Bindung an mich etwas lockerte. Hm, wenn ich das selber so mitlese, habe ich fast das Gefühl, dass es Sinn ergibt 😀 .
Naja, wir machen uns nicht verrückt. Es ist gerade, wie es ist und es stört uns nichts davon brennend. Vor allem deshalb, weil wir an unserem ersten Kind, der Mausemaus, sehen können, wo dieses Verhalten hinführt: Zu einer sehr eigenständigen, selbstbewussten und frechen kleinen Persönlichkeit, die mutig loszieht, die Welt zu ihrem persönlichen Spielplatz zu machen. Und DAS sind ja eigentlich recht gute Aussichten für den Sohn. Daher hoffen wir, dass der kleine Mann hier gerade bloß in die Fußstapfen seiner Schwester tritt, seine Mama-Nähe-Akkus bis zum Anschlag vollballert und genau wie sein heißgeliebtes Vorbild in einigen Monaten aufsteht und loswackelt. Es mag sein, dass es in anderen Familien anders läuft und das andere Kinder anders sind. Aber meine, sind offenbar so … und das ist völlig in Ordnung <3.

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Dieser Text ist ebenfalls erschienen auf Eltern.de

3 thoughts on “Krümel-Chroniken: 16. (Lebens-)Monat

  1. Bei uns ist es momentan auch so, dass der Satz “ich gehe mal Pippi machen” für unsere Kleine bedeutet “ich komme NIE NIE wieder” 😀 sie macht zwar auch einiges mit ihrem Papa, aber die Mamaakkus werden im Moment immer beim zu Bett gehen aufgeladen, dass soll nämlich immer ich machen. Und so ein “keine Ahnung warum” haben wir auch beim schlafen gehen. Wir hatten sie nach 14 Monaten dann doch liebevoll soweit bekommen, dass sie mit elterlichem Beistand (neben dem Bett sitzend) während des “Spielens” in Ihrem Bett eingeschlafen ist und da auch fast immer die Nacht verbracht hat, das ging 4 Monate ganz gut und von jetzt auf gleich war wieder kuscheln und einschlafen in Mama´s Arm angesagt. Was auch zur Folge hat, dass sie nur noch eine von 10 oder 15 😉 Nächten in Ihrem Bett verbringt und den Großteil der anderen Nächte bei uns 🙂 Aber das wird auch wieder. Hauptsache es geht ihr gut 🙂

  2. Herrlich, deine beiden! Wenn ihr nicht so weit weg wohnen würdet, ich würde die Kinder einpacken und euch heimsuchen – mal sehen, was dann von deiner Behausung noch übrig wäre 😀

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