Krümel-Chroniken

Krümel-Chroniken: 21. (Lebens-)Monat

Des Krümels erster Urlaub ist mein erster Urlaub mit zwei Kindern – irgendwie komisch, dass wir das erst jetzt geschafft haben. Und ebenso ulkig, dass es ihn so gar nicht beeinflusst. Er schläft hier in Dänemark zum Beispiel weder besser noch schlechter als zu Hause, er isst nicht besser oder schlechter und er ist genauso ein kleines Rumpelstilzchen, wenn etwas nicht so läuft wie er will, wie in Köln. Tja, alles wie immer also … und doch ein bisschen schöner, weil zumindest ICH mich freue, wieder mal am Meer zu sein! ;)

BABY-STATUS:

Körperchen: 12,3 Kilo. Ihn zu wiegen ist mittlerweile echt easy. Ich stelle die Waage vor seine Füße und er klettert drauf. Und dann wieder runter. Und dann wieder drauf. Und DANN wieder runter. Offenbar findet er die digitale Anzeige toll ;) . Was das Gewichts-ERGEBNIS angeht, bin ich zufrieden. Er nimmt zu bzw. wächst, obwohl er gefühlt immer noch isst wie ein kleines Vögelchen. Aber gut, seine große Schwester ist jetzt auch nicht der mega-motivierte Esser und wenn ich mich recht erinnere, war ich als Kind ebenfalls so. Und solange alle gesund sind und man als Eltern alles anbietet, was die kleinen Körperchen THEORETISCH brauchen, soll ja angeblich alles gut sein, weil Kinder viel besser wissen, was sie gerade benötigen, als wir Erwachsenen, weil ihr Instinkt noch nicht so versaut ist. Darauf ruhe ich mich gerade ein bisschen aus ;).
Können/Verhalten: Was mich im Moment am meisten fesselt, ist, dem Sohnemann dabei zuzusehen, wie er klettert. Das ist nämlich gerade sein absolutes Steckenpferd! Er klettert einfach auf alles. Mit sehr ernstem, konzentriertem Gesichtsausdruck erobert er wackelige Wippen, Stühle, Gerüste und Rutschen – letztere natürlich von unten nach oben über die glatte Fläche. Schafft er es nicht beim ersten Mal, versucht er es wieder. Er hat in DIESEM Punkt echt Geduld (was mir persönlich ja eher fehlt ;) , weil er es so liebt … aber wehe es geht um etwas anderes als Klettern! Dann ist er keineswegs bereit, etwas Zeit zu investieren, um ans Ziel zu gelangen. Da rastet er schneller aus, als ich bis drei zählen oder zur Hilfe eilen kann – wie ein kleiner Giftzwerg brüllt er dann und springt hektisch auf und ab. Es ist … total lustig :D .
Schlaf-Elend: Aktuell würde ich glatt behaupten, dass es ein wenig besser wird. Ich schätze mal grob (ich befinde mich ja meist eher in einem eher komatösen Zustand), dass der Krümel zwar immer noch alle 2-3 Stunden wach wird und gestillt werden möchte, aber gemessen an dem ansonsten normalen Schlafverhalten, geht das ja schon fast. Zumindest wird es nicht schlimmer, wenn man die Schlaf-Location wechselt wie aktuell im Urlaub. DAS wäre natürlich der Super-Gau gewesen, vor dem ich mich schon arg gefürchtet habe. Aber … es ist wie immer. ;) 

MAMA-STATUS:

Körper: Im Moment sehe ich aus, als würde ich regelmäßig verprügelt werden, denn beim Stillen zwickt mich der Krümel von allen Seiten in die Oberarme, in den Hüftspeck oder – besonders angenehm – in die ACHSELHÖHLE!!! AUA!!! Und wenn er mir nicht gerade auf diese Art blaue Flecken zufügt, verteilt er kichernd Kopfstöße, die dann zur Abwechslung mal deutlich größere Blessuren hinterlassen – zum Beispiel auf den Oberschenkeln. Mir von hinten in die Wade zu beißen wie ein kleiner Kläffer, habe ich ihm glücklicherweise sehr schnell wieder abgewöhnen können; da hörte der Spaß für mich nämlich auf. Grundsätzlich bin ich mir durchaus bewusst, dass er nichts davon macht, um mir weh zu tun und das es sich – wie verdammt noch mal alles – um eine Phase handelt, dennoch überlege ich, entweder seine Birne oder meinen Körper vorübergehend in Watte zu packen. Also in echt, meine ich, nicht als Metapher ;)
Und sonst so: Diese Ausgabe der Krümel-Chroniken schreibe ich in unserem Dänemark-Urlaub, während glückliche Kinder draußen im Wind lachen und die mitreisenden Männer gerade Würstchen auf dem Grill wenden. Es geht mir also AUSGEZEICHNET!!! :D

Die vielleicht größte Veränderung in den letzten paar Wochen ist jene, dass der Sohnemann neuerdings nicht mehr direkt klein beigibt und das Weite bzw. Mamas Arm sucht, wenn jemand gemein zu ihm ist. Die jüngste Tochter meiner engsten Mutti-Freundin, die bisher immer die Oberhand hatte, dem Krümelchen gerne mal was abgenommen oder ihn an den Haaren gezogen hat, erschreckte sich letztens total, als ihr sonst so unterwürfiger Spielgefährte die Schüppe plötzlich NICHT einfach losließ, als sie diese haben wollte und sogar zurückschlug, als sie ihrem Unmut darüber Luft machen wollte. Ich war auch echt baff … und froh! Zwar finde ich es super, dass er unangenehmen Situationen oft einfach aus dem Weg geht und andere Kinder eben NICHT haut, aber zur Wehr setzen sollte er sich meiner Meinung nach schon können und auch wissen, dass er nicht alles abgeben muss, nur weil jemand anderes danach greift.
Sogar seiner Schwester gibt er plötzlich etwas Contra, indem er schreit oder eben mal zwickt, wenn er sich gar nicht anders zu helfen weiß. Zur Regel werden soll DAS aber natürlich jetzt nicht, also müssen wir da ein bisschen üben. Auch die Mausemaus muss nun lernen, anders mit ihrem Bruder umzugehen. Er ist nicht länger bloß ihre „Puppe“ – er hat eine eigene Meinung, die er endlich auch richtig kundtut. Und im Gegensatz zu mir, findet sie es überhaupt nicht so lustig, wenn er zu „Rumpelstilzchen“ mutiert, brüllt und etwas unkontrolliert mit seinen Extremitäten rumfuchtelt. Naja, sie werden sich daran gewöhnen … beide :D .

Die meiste Zeit aber sind die zwei ein Herz und eine Seele. Es wird zusammen getobt, zusammen Hörspiele gehört und zusammen gelesen. Sie spielen gemeinsam Ball, setzten im Team den Balkon unter Wasser oder blockieren für Stunden die Schaukel auf dem Spielplatz, weil die Tochter es so sehr liebt, ihren kleinen Bruder anzuschubsen. Und ich liebe das auch, denn für mich bedeutet das eine sehr gemütliche Zeit auf der Bank! Mein „Jetzt lasst aber auch die anderen Kinder mal schaukeln!“ könnte daher manchmal etwas halbherzig genuschelt daherkommen. Ich fiese Mutti!!! ;)

Ebenfalls absolut großartige finde ich, dass der Krümel gerade den Papa so ganz und gar für sich entdeckt hat. Schon bevor wir in den Urlaub fuhren, suchte das Söhnchen auf einmal viel mehr die Nähe zu ihm, kletterte im Bett ganz „freiwillig“ zum Kuscheln zu ihm rüber, wählte ihn selbst zum Wickeln aus und ließ mich tatsächlich sogar am Wochenende mal 10 Minuten alleine im Bad duschen, bevor er haltlos weinenden an die Tür pochte (die er im übrigen jetzt alleine öffnen kann – Mist!!!). Vielleicht besteht ja noch Hoffnung und ich muss ihn NICHT in Ödipus umbenennen. :D .
Einige mögen es erstaunlich oder sogar etwas traurig finden, dass die Beziehung zwischen Vater und Sohn jetzt erst richtig zu wachsen scheint, aber so war es auch schon bei der Tochter und ist leider den langen Arbeitszeiten des Mannes geschuldet. Umso mehr freue ich mich zu sehen, wie schnell die Distanz gerade schmilzt und wie die Liebe vom kleinen zum großen Mann wächst. Das macht mich schon sehr glücklich … und entlastet mich natürlich an den Wochenende ein bisschen, was mir ebenfalls recht gut gefällt.

Ein kleines Problemchen hat sich hier – in Dänemark – allerdings auch aufgetan: So wie es aussieht, findet der Krümel nicht nur Bade- oder Duschwasser voll kacke, sondern auch das Meer. Er weint und schreit, sobald wir den Strand betreten, will nicht selbst laufen, sondern nur auf den Arm und haut mir wild auf die Schulter, wenn wir den Wellen näher kommen, als wollte er mich wie ein Pferd antreiben, in die entgegengesetzte Richtung „loszutraben“. Ich hoffe sehr, dass es sich hierbei um Ängste handelt, die wir in diesem Urlaub noch ausräumen können, denn ICH liebe das Meer und würde sehr ungern in Zukunft darauf verzichten müssen, meine Füße in Wellenschaum zu stellen. Aktuell versuchen wir es mit täglichen, aber kurzen Besuchen am Strand, da das Wetter eh nur so semi-großartig ist und lange Aufenthalte auch für die beiden anderen Kinder im Schlepp etwas frisch wären (möglicherweise haben wir mit höheren Temperaturen gerechnet und sind NICHT perfekt ausgestattet mit WINTERJACKEN!!! ;) ) Ich hoffe ganz arg auf die zweite Ferien-Woche, auf besseres Wetter und bessere Stimmung beim Söhnchen. Kann doch nicht sein, dass er so einen mega Sandkasten mit unübertrefflichem Matschepampe-Potenzial dauerhaft Scheiße findet! Echt jetzt! Das kann doch nicht sein!!!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.