Krümel-Chroniken Neu

Krümel-Chroniken: 31. (Lebens-)Monat

Gene sind schon echt spaßig; wie sie das Aussehen und die Eigenschaften der beiden Elternteile mischen und bei jedem Kind etwas ganz Neues, aber eben auch Gemeinsamkeiten hervor bringen. Und vor allem WAS manchmal so übertragen wird?! Echt verrückt. Der Krümel jedenfalls kommt in vielerlei Hinsicht mehr nach mir als nach dem Papa. Und das finde ich durchaus irgendwie schön. Meistens jedenfalls. ;)

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KLEINKIND-STATUS:

Körperchen: Aktuell wiegt der gar nicht mehr so kleine Krümel mit Klamotten und medium-voller Windel laut Digital-Waage 14,8 Kilo … und das schön verteilt auf 92 cm. KEIN WUNDER, DASS ICH IHN LANGSAM SCHWER FINDE!!! :D
Irre, er ist einfach ein kleiner Junge – nix mehr mit Baby. Er ist so wahnsinnig groß geworden über den Winter, hat endlich alle Zähne und wird mit jedem Tag selbstständiger. Wahnsinn, wie schnell das geht und aus einem frisch-geschlüpften Säugling (ich habe eben mal die ersten Wochen der Krümel-Chroniken gelesen und es kommt mir vor, als hätte ich sie erst gestern geschrieben) ein großes Kind wird … *schnief* ;)
Können/Verhalten: Das neuste Hobby des Krümelchen ist Laufradfahren. Er hat ungefähr zwei Wochen sehr sporadischen Trainings benötigt, um das schicke, von seiner Schwester geerbte Ding sicher zu beherrschen und hat dann auch direkt den Turbo gefunden. Ergo: Er rast damit jetzt durch Köln und ich renne mit dem Buggy hinterher, denn aktuell sind wir noch in der Phase, in der ich mega schlecht abschätzen kann, welche Strecken er damit packt. Und Kind und Rad zu tragen, ist für mich keine Option. Da bin ich zu faul für. Also kommt der Kinderwagen immer noch als Back up mit, vor allem dann, wenn wir länger unterwegs sind. Irgendwie süß finde ich bei der ganzen Nummer, dass er während der Fahrt entweder „Ihr krieeegt misch nisch!“ brüllt oder – was bei Passanten wirklich ausgenommen gut ankommt – „Isch hab noch niemand umgefaht!“ :D
Er ist wirklich so sehr Zucker, der kleine Floh, dass ich manchmal nicht sofort schalte, wenn er so richtig Mist macht. Aber den macht er … und jetzt gefühlt echt immer öfter. Frech grinsend frisst er irgendetwas aus und freut sich fast ein bisschen, wenn ich dann schimpfe, weil es wie eine Bestätigung für ihn ist, dass er was NEUES (blödes) gemacht hat. Beispiel: Er hat Steine und Stöcke vom Balkon geworfen, während ich einen Blumentopf in die Küche gebracht habe, obwohl er genau weiß, dass er das nicht darf. Wir hatten großes Glück, dass niemand getroffen wurde, aber es war halt echt gefährlich. ICH hatte leider nicht mit dieser extrem doofen Idee gerechnet, weil er 1 Minute zuvor noch so niedlich mit den Steinen spielte. Ab jetzt darf ich AUF SOWAS nicht mehr reinfallen! ;)
Schlaf-Elend: Es kommt vor, dass wir drei Stunden am Stück schlafen. Allerdings so selten, dass ich mir kaum Sorgen mache, den „Zauber“ zu brechen, weil ich es ausspreche. Stattdessen hoffe ich inständig, dass es nun bald einfach grundsätzlich deutlich besser wird, wie bei der Mausemaus damals. Soweit ich mich erinnere, war sie nämlich ungefähr so alt wie der Krümel jetzt, als sie endlich länger am Stück und ruhiger schlief, keine zwei Flaschen pro Nacht mehr wollte und auch sonst etwas entspannter wurde. Vielleicht macht der kleine Bruder es genauso … vielleicht aber auch nicht. ;)

MAMA-STATUS:

Körper: Ich möchte meinem Körper jetzt einfach mal ein Lob aussprechen, denn dafür, dass er ja nicht mehr die allerneuste Version ist, Schlaf seit Jahren nur in kleinen Häppchen serviert erhält und immer noch jeden Mittag in den fragwürdigen Genuss kommt, dass Krümelchen fast eine ganze Stunde in der Trage auszuhalten, schlägt er sich echt wacker. Ich habe nur sehr selten Rückenschmerzen (Hulahoop-sei-dank ;) ), kann mich häufig bis ca. 20 Uhr aufrecht halten UND fühle mich meist zumindest medium-fit. Da kann man nicht meckern, würde ich sagen! :D Wobei sich meine Augenringe und die ausgezeichnet dazu passenden Fältchen in den letzten paar Wochen gefühlt vertausendfacht haben … ist aber sicher Einbildung … wo sollten die denn herkommen?! ;)
Und sonst so: Ich freue mich einfach darüber, dass es endlich wirklich Frühling zu werden scheint. Ich will mehr raus gehen … ohne dicke Jacke und Schal, will mit den Kindern die Nachmittage auf dem Spielplatz verbummeln und – ich wage es kaum auszusprechen – freue mich tatsächlich darauf, die Stadt mit einem Lastenfahrrad unsicher zu machen (falls wir das jetzt echt durchziehen) und damit meinen Bewegungsradius ohne den Einsatz eines Autos oder der nervigen Bahn deutlich zu vergrößern.

ICH bin der Meinung, dass der Krümel und ich uns jetzt mal so langsam mit dem Thema Windel-frei-werden befassen könnten … stehe da allerdings überraschend alleine da. Bisher habe ich die Nummer im Prinzip gar nicht fokussiert, da ich zum Einen dachte, dass der Floh da von selbst drauf kommt (so war’s bei der Großen – die wollte irgendwann mal ausprobieren) und zum Anderen das Frühjahr abwarten wollte, um so wenig Klamotten involviert zu wissen, wie möglich. Ich wasche meines Erachtens nämlich bereits genug und hatte daher keinen Bock, dem Mount Wäscheberg auch noch 5x am Tag vollgepieselte Winterkleidung inklusive Strumpfhose zuzuführen. Nun, wo es wärmer wird, schlage ich hin- und wieder vor, das Klo oder das Töpfchen anstelle einer Windel zu nutzen … und beiße damit auf Granit. „Nein!“ lautet seine Antwort dann, ganz egal ob ich morgens frage, BEVOR er die Windel füllt (nachts macht er nämlich bereits seit locker einem Jahr kein Pipi mehr) oder abends, wenn die Große es so wunderbar vormacht. „Nein!“ Er geht dann auch einfach direkt weg, um mir gar keine Chance zu geben, ihn zu überzeugen. Einfach „Nein!“. Es wundert mich schon sehr, vor allem deshalb, weil er normalerweise wirklich alles machen will, was seine geliebte Schwester ihm vormacht. Außer das. Tja, machste nix. Zwingen kann und werde ich ihn nicht. ABER ich bleibe dran. Muss ich ja. ;)

Davon mal abgesehen, ist und bleibt unser Hauptthema definitiv die Trotzphase. Ich weiß, ich habe eigentlich noch Glück, denn das Söhnchen lässt sich immer einigermaßen zügig besänftigen, ABER dennoch zehrt es langsam an meinen Nerven. Es gibt Tage, da haben wir schon vor 11 Uhr am Vormittag ein Duzend „Anfälle“ hinter uns und die Auslöser sind jedes Mal … sagen wir mal ÜBERRASCHEND unspektakulär. Mal werfe ich den Ball falsch, mal klappt es nicht mit dem alleine Anziehen der Schuhe, mal spielt die Toniebox ein doofes Lied. Egal was die Ungunst des kleinen Mannes auf den Plan ruft, das Ergebnis ist immer gleich: Er wirft sich der Länge nach auf den Boden, mit dem Gesicht nach unten, und brüllt aus Leibeskräften. Es ist ein Träumchen.
Im Gegensatz zur Mausemaus komme ich aktuell jedoch fast ausschließlich drinnen in den Genuss der Trotzerei; warum auch immer scheint er draußen sehr viel entspannter zu sein. Noch. Ich genieße diese Phase, denn schließlich weiß ich aus Erfahrung, dass es nicht so bleiben wird und dass er garantiert schon sehr bald auch vor der Supermarkt-Kasse oder auf dem Spielplatz mit dem Gesicht nach unten auf dem Boden liegen und sein komplettes, sehr beeindruckendes Stimmpotenzial präsentieren wird. Ich bin sozusagen bereits voller Vorfreude! :D

Deutlich witziger als das, was da noch so auf mich bzw. uns zukommen wird, finde ich den Umstand, dass der Krümel in einem Punkt exakt genauso gestrickt ist, wie ich es als Kind war. Er HASST es, wenn seine Hände dreckig sind. Mir fällt das schon lange auf, aber es kommt mir so vor, als würde dieser „Tick“ im Moment sogar noch doller zum Vorschein treten. Ständig muss ich ihm die Hände abwischen. Beim Essen am Tisch sogar zwischendurch. Aber auch, wenn wir unterwegs sind. Der Floh ist nämlich zum Beispiel nicht dazu in der Lage, seine Trinkflasche anzufassen, solange er noch Brötchenkrümel an der Hand hat. Das geht ja mal gar nicht! Krümel! Pfui bah! ;) Und wenn er eine sandige Fläche oder ein Mäuerchen erklimmt, nutzt er nur die Fingerspitzen, um so wenig Hautkontakt mit dem fiesen Dreck zu verursachen wie möglich. Verrückt, wenn man bedenkt, dass seine Schwester in diesem Punkt wirklich das absolute Gegenteil ist … und ihm auch niemand sonst dieses Verhalten vorlebt. Ich bin ja schon froh, wenn ich an das abendliche Kinder-Hände-Waschen denke! :D
Was soll’s … ich weiß ja, dass es weggehen wird, schließlich ist es mir heute durchaus möglich, mit Krümeln an der Hand nach einem Glas zu greifen. Es wird sich also sicher auch bei ihm auswachsen. Irgendwann. Sehr beruhigend! ;)

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7 Kommentare für “Krümel-Chroniken: 31. (Lebens-)Monat

  1. Jaja, das leidige Töpfchenthema. Klappte bei uns ein paar Mal und nun macht Mademoiselle was sie will. In der Kita kriege ich da zurzeit auch keine großartige Unterstützung. Dabei leben wir im Osten…
    Die Wutanfälle unserer No 2 sind auch legendär: Ikea-Parkplatz,mal eben den Kopp auf den Boden hauen, sich wälzen und dann am besten unter einem fremden Auto beleidigt sein (gut, dass ich schneller war…).

  2. Das ist ja cool, mein zweijähriger hat auch den Tick mit den schmutzigen Händen :)
    Allerdings bekommt er auch einen Anfall, wenn nach dem Essen nicht SOFORT die Ärmel wieder runtergekrempelt werden.
    Es ist auch einfach schnuckelig, wie er, trotz sommerlichem Wetter hier in BaWü, auf geschlossene Jacke und Mütze besteht. Sind schon so kleine Neurotiker.

  3. Das mit der trockenen Windel Nachts ist ja super 👍
    Endlich keine Nacht-Binden-Flügel-Windel oder nasse Betten mehr 😁. Und das mit dem Schlafmangel wird bestimmt auch bald noch besser.
    Drück dir ganz fest die Daumen.

  4. Wie wäre es, wenn wir unsere Söhne in einen gummierten Toberaum stecken und nebenan was trinken gehen^^? Ich habe hier scheinbar dasselbe Exemplar, was die “Autonomiephase” angeht. Das größte Elend spielt sich vor dem Bettgehen ab (also mindestens 2x am Tag, wenn die Zeit für Mama eigentlich schon in greifbarer Nähe ist) – weil ich nicht erlaube, dass er seinen kompletten Spielzeugfuhrpark mit ins Bett nimmt….