Rabenmutter 2.0

Wenn Murphy für Mutti die Nacht „verschönert“

Kennt ihr Murphy? Sorry, blöde Frage … klar kennt ihr Murphy. Dem blöden Affenarsch (manchmal muss man es eben sagen, wie es ist) begegnet man ja spätestens als Mutter mehrfach am Tag. Und zwar so ziemlich jedes mal, wenn man etwas geplant hat (und sei es nur der schnöde Gang zum Supermarkt) oder wenn man sagt: „Super, ich freu mich drauf!“ Denn dann spitzt Murphy direkt die Ohren und beginnt, eifrig in seinem verkackten „Law“ zu blättern, um uns mit lustigen ALTERNATIVEN SZENARIEN einen Strich durch die Rechnung zu machen.

Ich persönlich bin ja leider eh schon der eher unflexible Typ und freue mich daher grundsätzlich nicht so besonders über Planänderungen … aber wenn Murphy die Finger im Spiel hat, bin ich GARANTIERT not amused! :D Dem fällt aber auch immer ein Kack ein! Ganz besonders nachts – BOAH, der ist so ein blöder Pupskopf!!! ;)

Wenn Murphy für Mutti die Nacht „verschönert“:

  1. Es ist ca. 19 Uhr und ich bin im Sack. DEFINITIV war dieser Tag mit den Kindern länger als sonst. Wieso sind die eigentlich noch so fit? Und wieso singt die Tochter schon wieder Weihnachtslieder? Boah, Bettgehzeit … bitte JETZT!
  2. Während ich die Kinder in ihre Schlafklamotten manövriere und die Nummer mit dem Zähneputzen sogar einigermaßen glimpflich über die Bühne bekomme, reckt und streckt sich Murphy nach seinem erholsamen Tagesschläfchen und klatscht fit und voller Tatendrang in die Hände!
  3. Ich stecke die Kinder in ihre Betten bzw. in unser Bett und kündige an: „So, ihr zwei, ich lese euch noch eine Geschichte vor und dann wird geschlafen, denn Mutti ist müde!“
  4. Die Kinder lächeln und nicken … was mich schon stutzig machen sollte, da normalerweise schon die Buch-Auswahl zu mittelschweren Rangeleien AUF Mutti führt.
  5. Zehn wenig amüsante Eisköniginnen-Seiten später, knipse ich das Licht aus, sehe in die müden Gesichtchen meiner Kinder und sage seeeeeehr liebevoll: „Gute Nacht, ihr beiden, schlaft gut, träumt was schönes … und lasst mich jetzt in Ruhe!“
  6. Ich höre Murphy leise kichern.
  7. Die Tochter: „Mama, ich glaube nicht, dass ich heute schnell einschlafen kann … ich bin nämlich noch gar nicht müde!“
  8. Ich: „Doch, das bist du bestimmt! Ich sehe es dir an! Mach einfach mal die Augen zu, denk an was Schönes und warte ein bisschen.“
  9. Die Tochter: „Ich denke nicht, dass das geht. Echt nicht! Ich mag lieber noch was singen!“
  10. Ich: „Auf keinen Fall!“
  11. Die Tochter: „Schneeeehhheeeflöckchen, Weißröckchen …“
  12. Das Söhnchen:„Juchuuuuu!“
  13. Ich höre Murphy lauter kichern.
  14. Ich: „Ok, es reicht! Augen zu und Mund am besten auch. Und jetzt zählst du mal sehr, sehr leise bis 25.000!“
  15. Die Tochter: „1, 2, 3 … 20, 21 …“ PENNT! BÄM!!!
  16. Das Söhnchen wirft sich mir jauchzend in den Schoß, will gestillt werden, dreht sich wieder weg, kuschelt mit einem Teddy, schmeißt den Teddy aus dem Bett, heult, sucht den Schnuller, findet den Schnuller, will wieder gestillt werden.
  17. Murphy winkt mir gutgelaunt zu.
  18. EINE Stunde später: Ruhe im Karton! Beide Kinder schlafen, ich freue mich auf einen Film und hole mir Chips.
  19. Ich sitze im Bett, starte meinen Film, öffne den Mund zum glücksbringenden Snacken … und schon richtet sich die Tochter neben mir wieder auf, weil sie auf Klo muss.
  20. Wir gehen aufs Klo.
  21. Sie schläft wieder ein.
  22. Juchuuuu!
  23. Das Söhnchen richtet sich auf und brüllt aus Leibeskräften.
  24. Zehn Minuten Beruhigungsstillen und alles ist wieder Top.
  25. Ich starte wieder meinen Film.
  26. Im 30-Minuten-Takt wird das Söhnchen wach und brüllt. Noch öfter, wenn ich mich erdreiste, dass Schlafzimmer für einen Klogang zu verlassen.
  27. Ich lasse mich nicht beirren und gucke den kompletten Film, obwohl es viel zu spät wird.
  28. Murphy klatscht begeistert Beifall.
  29. Der Mann kommt, um die Tochter aus unserem Bett in ihr Bett zu bringen, damit er auch schlafen gehen kann.
  30. Die Tochter regt sich im Schlaf und schluchzt leise auf.
  31. Murphy hält gespannt die Luft an!
  32. Die Tochter reist plötzlich die Augen auf, strampelt und schreit: „BEI MAMA BLEIBEN! NICHT IN MEIN BETT! BEI MAMA BLEIBEN!“
  33. Wir sehen uns nach der versteckten Kamera um.
  34. Der Mann schnappt sich die Tochter, bringt sie ins Kinderzimmer, deckt die wieder friedlich schlummernde Maus zu und geht selbst ins Bett.
  35. Wir löschen das Licht.
  36. Das Söhnchen wird wach, brüllt wie am Spieß und will gestillt werden.
  37. Ich schiebe ihn zurück in sein Bett, kuschel mich ein und …
  38. Das Babyphone verkündet, dass sich die Tochter im Kinderzimmer übergibt.
  39. Murphy springt auf und jubelt!
  40. Ich spurte LEISE ins andere Zimmer, rette im Anflug den Spielteppich (denke ich zumindest) und stürze mit dem kotzenden Kind ins Bad.
  41. Aha, viel Brause und Wassermelone war wohl doch keine gute Idee.
  42. Der umgehend wieder genesenen Tochter gefällt die nächtliche Dusche – sie singt: „Schneeeehhheeeflöckchen, Weißröckchen …“
  43. Ich gähne und wünsche mir Oropax.
  44. Der Mann gähnt und wünscht sich, dass Kind hätte NICHT aufs Puppenhaus gekotzt.
  45. Murphy klatscht sich lauthals lachend auf die Schenkel.
  46. Die Tochter krabbelt gut gelaunt und seeeeehr wach in ihr frisch bezogenes Bett.
  47. Der Mann und ich schmeißen ein Hörspiel an und taumeln Richtung Bett.
  48. Das Söhnchen wird wach und brüllt.
  49. Beruhigungsstillen hilft NICHT!
  50. Das Söhnchen: „Mama, Ella pielen?“
  51. Ich: „Nix da. Mama schlafen! Ella auch schlafen!“
  52. EINE Stunde lockeres „Geplänkel“ mit einem unangenehm fitten Kleinkind, bis es endlich – quer über mir liegend – wieder einpennt.
  53. Die Tochter übers Babyphone: „Mama, ich muss Pipi!“
  54. Murphy lacht Tränen und klatscht Beifall.
  55. Ich trete nach dem Mann, weil ICH mich nicht bewegen kann.
  56. Er motzt. Ich motze. Das Söhnchen wird wach.
  57. Derweil ist die Tochter mit voller Blase wieder eingeschlafen.
  58. Ich bin so müde, dass ich einfach hoffe.
  59. Murphy wischt sich die Lachtränen aus den Augen … er weiß schon mehr als ich.
  60. Ich nicke ein.
  61. Das Söhnchen macht Pupu … viel Pupu … WIESO NACHTS???
  62. Murphy verschluckt sich vor lauter lachen, wirft mir den Wecker an den Kopf und geht glücklich ins Bett. So eine tolle Nacht!!!

ICH! HASSE! MURPHY!!!!

4 thoughts on “Wenn Murphy für Mutti die Nacht „verschönert“

  1. Hey, kenn ich!!! Aber schön, dass Murphy mal bei Euch war – halt! STOP! Kleinkind, dass gerade am Einschlafen war ruft “Mammmaaaaa” und “ppffrtte”. Und es stinkt…Menno,
    Käffchen wird jetzt kalt. Danke, Murphy, für gar nix!

  2. Oh, ich liege unterm Tisch vor Lachen. Und dabei ist es so wahr! uns erwischen solche Nächte meistens, wenn
    a) wir sehr spät von einem Besuch heimgekommen sind und die Kinder “ja eh im Auto einschlafen”
    b) der Mann am nächsten Morgen besonders früh raus muss und in Anbetracht der anstehenden 12-Stunden-Schicht auch Schlaf verdient hat
    c) der Mann auf Nachtschicht ist, ich diese Nächte quasi alleine bestreite, nur um mir am nächsten Morgen anzuhören, dass ER diese Nacht keine Einsätze und damit ungestörten Nachtschlaf hatte.

    Das ist der Moment, wo Murphy vor Lachen wiehernd zusammenbricht.

  3. Ich musste mich gerade, mit wieder schlafendem Kind neben mir, stark zusammen reißen nicht in schallendes Gelächter auszubrechen.
    Sehr schön!

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