Geburtsberichte
(Leser-)Geburtsberichte

Christin B. erzählt

ET war der 23.09.2018, mir ging es während der gesamten Schwangerschaft sehr gut, von anfänglicher Übelkeit abgesehen. Keine Wassereinlagerungen, kein riesiger Bauch, ich konnte unserer 4 jährigen Tochter also gut gerecht werden. Hatte mich immer viel bewegt, viele Tipps vom Schwangerschaftsyoga mitgenommen und wollte diese Geburt selbstbestimmt erleben. (was mir bei der ersten Geburt nicht gelungen ist)
Es ging auf den ET zu und von Wehen keine Spur.
Ab ET musste ich also umtägig zum CTG, immer im Wechsel zu meiner tollen Hebamme und ins Krankenhaus. Meine Hebamme hat jedes Mal (die von mir gehasste) Akupunktur gemacht. Ich hab zusätzlich eigentlich alles versucht, 3xtgl. Heublumendampfbad, (massenhaft) Himbeereblättertee, Bauchmassagen, Bewegung, Baden, am Schluss sogar Nelkenöltampons! Unserem Krümelchen ging’s super – CTG immer sehr gut, ausreichend Fruchtwasser, Plazenta in Ordnung und das Köpfchen war weit entfernt davon, sich tiefer ins Becken zu senken. Mir ging es auch sehr gut, erst ab ET+7 wurde ich langsam immer genervter. Wehen hatte ich seit Tagen ab und zu, jedoch gingen sie immer wieder weg, egal was ich tat. Außerdem drohte mir nun die Einleitung, spätestens ab ET+14.
Mittlerweile musste ich täglich zum CTG, meine Hebamme untersuchte mich jedes Mal, auch um die Geburt in Gang zu bringen – ohne Erfolg.
In der Nacht zum 04.10.2018 hatte ich regelmäßige Wehen, die aber auch diesmal wieder aufhörten.
Morgens um 10:30 Uhr mussten wir erneut ins Krankenhaus zum CTG. Die große Tochter war dabei, weil sie natürlich krank war und nicht in die Kita konnte. Ich war mittlerweile richtig frustriert. CTG war wieder super, ich wurde erneut untersucht und mir wurde gesagt, dass in spätestens 3 Tagen mit Wehentropf und Aufstechen der Fruchtblase eingeleitet wird – absolute Horrorvorstellung für mich…
Wir sind also wieder los, wollten in einem Einkaufszentrum Mittag essen und noch einige Wege erledigen. Schon auf der Autofahrt dahin bekam ich wieder relativ regelmäßige Wehen, vielleicht in etwa alle  5 Minuten. Beim Essen dann musste ich zur Toilette und hatte eine Blutung. Da ich die Hoffnung auf einen natürlichen Geburtsbeginn nahezu aufgegeben hatte, nahm ich das alles recht gelassen hin. Die Wehen blieben regelmäßig und ich sagte meinem Mann, dass wir jetzt lieber nach Hause fahren. Wir haben aber trotz Allem unsere Einkäufe noch erledigt. Zu Hause angekommen hab ich meine Hebamme angerufen, die Taschen fertig gepackt und gegen 15 Uhr haben wir unsere große Tochter zu meiner Mutter gebracht. Dann nochmal zur Hebamme (ich wollte sicher gehen, dass es kein blinder Alarm ist und ja nicht umsonst und die Klinik!!), regelmäßige Wehen am CTG, ca.alle 3 Minuten, die ich nun auch veratmen musste.
Kein Liegen mehr möglich und sie schickte uns ins Krankenhaus.
Keine Ahnung warum, aber ich sagte zu meinem Mann, dass wir noch zum Bäcker gehen – ich dachte, ich muss mich bewegen, bewegen, bewegen…um die Geburt gut in Gang zu bringen/zu halten. Wehen hatte ich alle 2-3 Minuten, sie waren heftig, ich musste mich immer abstützen und sie veratmen und war sicher ein amüsanter Anblick.
Die 10 minütige Autofahrt verbrachte ich knieend auf dem Boden des Beifahrerbereichs und auch der Weg vom Parkplatz zum Kreißsaal war nicht ohne… ;-)!
Gegen 17 Uhr kamen wir an, der Muttermund war um die 5cm offen. Ich verbrachte die ganze Zeit im Stehen oder bin umhergelaufen.
Wir wurden von einer sehr lieben Hebamme und einer Hebammenschülerin betreut. Sie wollten mir jeden Wunsch erfüllen, womit ich regelrecht überfordert war. Einmal hab ich die arme Schülerin sogar rausgeschickt, ich wollte etwas Ruhe mit meinem Mann.
Dann wurde der Druck nach unten größer. Auf dem Bett, im Vierfüßlerstand, platzte gegen 18:10 Uhr die Fruchtblase. Der Muttermund war offen und die Presswehen begannen.
Ohne Geburtsverletzungen wurde unsere Maus, 18:38 Uhr geboren. Kerngesund, mit 3420g und 49cm, leichter und kleiner als gedacht. Ein Wahnsinnsmoment als ich sie hochnehmen konnte und wir kuscheln konnten.
Ich bin sehr, sehr dankbar, dass ich das so erleben durfte und im Nachhinein hätten wir wohl doch ein wenig eher ins Krankenhaus fahren sollen.;-)
Jetzt sind wir stolze Eltern zweier wundervoller Töchter, die wir über alles lieben.
Vielleicht kann ich manchen Mamas Mut machen, Vertrauen in sich und den eigenen Körper zu haben. <3

Diesen schönen Geburtsbericht hat Christin geschrieben :)

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