Geburtsbericht
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Geburtsbericht: Leserin Sina J. erzählt

Nach einer traumhaft leichten Schwangerschaft, ohne Übelkeit in der ersten Zeit, ohne Schmerzen und ohne Schwangerschaftsvorbereitungskurs etc ging es bei mir ganz schnell mit der Geburt. Ich hatte als einzige Vorbereitung eine Geburtsvorbereitungs-Hypnose, ca 5 Wochen vor dem berechneten Termin- und es war eine sehr gute Entscheidung und meiner Meinung nach auch die einzige Hilfe die ich brauchte. Geburtstermin war auf den 05.06.2015 berechnet. An diesem Tag ging ich mittags um 13.30 h zum Ultraschall ins Krankenhaus und die Ärztin dort war begeistert, alles in bester Ordnung. Sie sagte mir aber, dass es sein kann, dass es noch ein paar Tage dauern würde. Ich ging guter Dinge nach Hause, aber muss gestehen, dass ich zu diesem Zeitpunkt schon ehrlich froh war, dass es nicht mehr lange dauern würde- denn der Bauch war schon etwas anstrengend durch die Gegend zu tragen.
Am Abend fragte mein Mann mich mehrmals, ob ich denke es würde heute noch losgehen, denn er wollte ein, zwei Gläschen Wein trinken, denn es war Freitag und er hatte eine echt anstrengende Woche hinter sich. Ich „erlaubte“ es ihm gerne, denn ich dachte nicht, dass es bald soweit sein würde. Ich blieb lange mit ihm wach, wir haben gelacht und uns gefreut bald unser Töchterchen kennenzulernen.
Um 1h gingen wir ins Bett. Ich habe mir vorsorglich ein großes Handtuch untergelegt, denn man weiss ja nie…
Um punkt 3.30h wurde ich wach- im Traum gab es einen Ruck und ich dachte ich hätte ins Bett gemacht! Aber nein, es war meine Fruchtblase die sich entleert hatte. Die Kleine hat gezappelt, also war mir klar was nun kommen würde. Ich weckte meinen Mann und er meinte nur ganz trocken: „Geh mal zur Toilette, ich glaube nicht, dass es die Fruchtblase war…“ und schnarchte weiter. Ich zur Toilette und wusste aber schon auf dem Weg dahin, was als nächstes kommen würde. Als ich mich etwas saubergemacht und Kleider gewechselt hatte, ging ich zurück ins Bett um den Gatten zu wecken. Ich war ganz ruhig und sehr erfreut über die Tatsache, dass es nun bald soweit sein würde. Mein Mann fragte mich nur, ob es denn weh tue- was ich verneinte, es waren keinerlei Anzeichen von Wehen zu spüren. Er riet mir, mich nochmals hinzulegen und auszuruhen, denn wenn wir im Krankenhaus wären gebe es wahrscheinlich keine Zeit mehr dafür. Ich legte mich nochmals ins Bett und beobachtete die Uhr. Um Punkt 4h gab es die erste leichte Wehe- ich weckte ihn wieder und bestand nun darauf, loszufahren. Das Krankenhaus befindet sich 5 Autominuten von zuhause, daher war nicht wirklich große Hektik angesagt.
Die erste Wehe war um um 4.00h, die zweite kam um 4.06h, die dritte um 4.11h…um 4.26 betraten wir mit gepackter Tasche den Kreißsaal, wo eine gespenstische Ruhe herrschte und die diensthabende Hebamme mich in aller seelenruhe erstmal ausfragte: „Wievielte Geburt? Schwangerschaftsverlauf? Mutterpass?“ Schock! Der Mutterpass lag Zuhause auf der Kommode im Flur! Mein Mann also wieder los, während ich mich nochmal zur Toilette begeben sollte und danach dann zum Wehenschreiber. Ich sagte zu der Hebamme, dass dazu keine Zeit mehr sei, aber die meinte nur, ich solle mich beruhigen, bei der ersten Geburt wird es erfahrungsgemäß „etwas länger dauern“. OK, ich also Pipi machen, umziehen und an den Wehenschreiber. Mittlerweile war es 4.50h, und ich hatte Wehen in regelmäßigen Abständen von 4 Minuten. Lag alleine im Kreißsaal, niemand da ausser der einen Nachthebamme und ich. Diese ließ mich auch alleine, sagte ich solle mal 10 Minuten ruhig atmen, wenn mein Mann wieder da sei komme sie auch wieder rein. Ich beobachtete den Wehenverlauf, trank Wasser und meditierte. Nach 15 Minuten kam mein Mann wieder und die Hebamme schaute auf den Ausdruck, schaute mich ungläubig an und sagte: „Checken wir mal den Muttermund! Achtung, das könnte nun etwas weh tun.“ Sie untersuchte meinen Muttermund und stellte „8 cm“ fest. Sie wurde etwas hektisch, sagte ich solle so schnell es mir möglich sei ins Geburtszimmer gehen- unterwegs fragte sie ob ich in die Badewanne wolle!? Ich sagte, ja, gerne, das wollte ich eh. Auf einmal kamen noch zwei Helferinnen, eine ließ Wasser ein, die andere erklärte mir, dass es für eine PDA nun zu spät sei, was ich lächelnd begrüßte- ich wollte nämlich eh keine.
Mittlerweile war es ca 5.30 und bevor ich ins Wasser durfte, kam die Ärztin von mittags und checkte nochmals meinen Muttermund: „10 cm und alles schön weich.“ Ich spürte beim Einsteigen in die Wanne die erste Presswehe. Mein Mann stand neben mir und musste die ganze Zeit Grinsen und Lachen, was mich auch zum Lachen brachte. Wir waren ein sehr humorvolles Paar 😉
Ich lag in der Wanne und genoss regelrecht die Presswehen, denn vorher wusste ich natürlich nicht, wie sich diese anfühlen würden, und ich war wirklich fasziniert von dem Gefühl, dass mein Körper von ganz alleine eine solch kraftvolle Bewegungsenergie freisetzen konnte. Leider entleerte sich mein Darm dabei ins Wasser- eine unangenehme Erfahrung! Natürlich musste ich dann das Wasser wieder verlassen, bevor meine Kleine da war.
Ich also zwischen zwei Presswehen, gestützt von Hebamme und meinem Mann, raus der Wanne und rauf auf die Geburtsliege. Mir kam das alles wie eine Ewigkeit vor und ich fragte mich im Stillen, wie ich denn die Kraft aufbringen sollte meine Kleine zu gebären…
Ich habe auf der Geburtsliege dann mehrere Positionen ausprobiert, aber im Liegen auf dem Rücken mit angewinkelten Beinen erschien mir am bequemsten. Nach ungefähr 10 Presswehen konnte die Hebamme das Köpfchen sehen und sagte „oh, das hat aber wenig Haare!…und oh, da sind ja auch noch Fingerchen zu sehen! Moment, bitte nicht mehr pressen!“ Das kam mir komisch vor, denn auch ab diesem Punkt tat es dann weh. Die Ärztin kam rein, schaute sich das an und sagte zu mir : „Sie müssen nun genau machen was wir sagen, es ist alles ok, aber wir müssen etwas vorsichtig sein ab jetzt.“ Die nächste Presswehe setzte ein und als ich spürte, dass ich das nicht schaffe, die kleine rauszupressen, wurde es mir schon etwas mulmig und ich sagte auch so etwas wie „ich kann nicht mehr, keine Kraft mehr!“ Auf einmal Hektik, die Ärztin rief den Chefarzt dazu, aber mein Mann wurde ganz andächtig neben mir und sagte zu mir: „Gleich sind wir Eltern.“ Das kam mir absurd vor, denn in diesem Moment, so glaube ich, zählte für mich- wie wahrscheinlich jede gebärende Mutter- nicht mehr was außenrum passiert.
Bevor die nächste Presswehe kam, sagten die Ärztin, die Hebamme und der Chefarzt zu mir, ich solle diese bitte aussetzen, nur Atmen, nicht mitpressen. Ich fragte: „Warum? Stimmt mit der Kleinen was nicht?“ Die alle nur: „Nein, mit dem Kind ist alles gut…“ zu mehr kamen sie nicht, denn die nächste Presswehe kam und ich schrie nur: „Komm jetzt raus!!!“ Und presste…
Alle schauten entsetzt, ich hörte ein sehr lautes Geräusch und spürte dass der Kopf endlich draussen war! Wieder Hektik, angespannte Gesichter, und mein Mann der nur sagte: „Uffff!!!“ Als nächstes grinste mich die Hebamme an und sagte ich solle noch einmal ein bisschen drücken, alles ist gut und gleich vorbei. Nun ja, der Körper kam dann sehr leicht heraus, ohne grosse Schmerzen, und als nächstes bekam ich mein kleines, süßes Wunder auf den Bauch gelegt!
Alle staunten nicht schlecht, der Chefarzt wischte sich die Schweißperlen von der Stirn und gratulierte mir als Erster, bevor er den Damen auf die Schulter klopfte und meinte sie würden das schon gut machen und verschwand.
Ich war voller Glück, niemals zuvor hatte ich ein solches Gefühl von Liebe empfunden wir in diesem Augenblick!
Mein Mann durchtrennte die Nabelschnur und sogleich nahmen die Hebamme und die Ärztin mir das Kind vom Bauch, mit den Worten: gleich wieder da! Ich bekam in diesem Moment etwas Angst, weil die Kleine nicht geschrieben hat, aber mein Mann ging mit zu der Waage, um genau zu sehen was passiert. Ich fragte vorsichtig, ob denn alles OK sei?! Die Hebamme sagte grinsend: „Ja, mit der kleinen ist alles wunderbar, aber du blutest schon ein bisschen arg gerade, bitte ruhig liegenbleiben!“ 😳 Geburtszeitpunkt war 6.56h am 06.06.2015- also von Blasensprung bis zum ersten Atemzug waren gerade Mal 3 Stunden und 26 Minuten vergangen.
Ich bekam die Info, dass ich noch einmal pressen solle, denn die Nachgeburt müsse noch heraus- „um Himmels Willen!“ dachte ich, aber nuja, das war gleich erledigt.
In den folgenden Minuten wurde der „Apgar-Test“ bei der Kleinen gemacht (10 von 10 Punkten), gewogen (2740g), gemessen (51cm, KU 33,5cm) und eingepackt und mir zurück auf die Brust gelegt. Ich durfte ihr gleich die Brust anbieten und das hat auch direkt geklappt ❤️
Während ich so dalag, bekam ich dann aber die Info, dass ich nun genäht werden müsse, nein, kein Dammriss: ich war innerlich aufgerissen, weil ich nicht gewartet hatte, sie wollten nur mein Gewebe retten, als ich die eine Presswehe ausatmen sollte- aber das war mir nicht möglich gewesen, ich wusste ich hätte keine Kraft mehr gehabt.
Grund für dieses Anraten war, dass die Kleine gleich 3 Geburts-Besonderheiten aufwies: sie war ein „Sterngugger“, sie kam also mit Blickrichtung gen Himmel raus (daher die Bemerkung „wenig Haare“, da war ihre Stirn zu sehen, nicht der Hinterkopf), ein „Winker“, ihre linke Hand kam zeitgleich mit dem Kopf heraus, und sie hatte dazu noch die Nabelschnur um den Hals liegen! Aber im Endeffekt war alles gut, sogar super ☺️ Geschrien hatte sie nicht, weil sie gleich kritisch in die Runde geschaut hatte 😅 deswegen verließ auch der Chefarzt gleich wieder das Geschehen, Gefahr gebannt, Kind und Mutter wohlauf.
Das folgende Nähen des 7 cm langen innerlichen Risses empfand ich persönlich als viel schlimmer und schmerzhafter als die ganze Geburt, denn im Endeffekt hatte ich eine Traumgeburt- sehr schnell und unproblematisch.
Das wünsche ich allen werdenden Müttern und Vätern: dass das größte Geschenk im Leben so unproblematisch und schnell ins Leben treten darf und kann. <3
Diesen spannenden Geburtsbericht hat Sina geschrieben :)
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