Geburtsberichte
(Leser-)Geburtsberichte

Leser-Geburtsberichte: Isabelle erzählt

Wo soll ich beginnen? Aliah war und ist ein wunschkind. Ich wurde 2 Monate nach absetzen der Pille irgendwann um den valentinstag/Fasching 2018 schwanger. Im großen und ganzen war die Schwangerschaft Problemlos musste nur ab ca der 20 Woche richtig dicke stützstrümpfe tragen weil ich wahnsinnig viel Wasser Einlagerungen hatte. War bei dem Wetter letzten Sommer echt ne quälerei, habe aber trotzdem bis zum Schluss als Friseurmeisterin gearbeitet (ohne Klimaanlage). Mein Chef und meine Kollegen waren auch echt super lieb und haben viel Rücksicht genommen. Der 09.11.2018 war der ET. Mein Papa hat am 13.11. Geburtstag und hoffte seine erste Enkelin würde mit ihm Geburtstag haben. Mein Schatz hat am 17.11. und hoffte auch das seine Tochter mit ihm Geburtstag haben würde. Tja kurzer Spoiler es haben alle drei ihren eigen ehren Tag. Der ET war ein Freitag den Tag zuvor waren wir noch einmal zu zweit richtig schick in einem sternelokal in unserer Nähe essen. Freitags morgens dann zusammen zur gyn zur Kontrolle. MuMu Fingerkuppen durchlässig keine  Wehen auf dem ctg. Meine Ärztin meinte trotzdem das wir uns nicht mehr sehen ich war mir da nicht so sicher. Am Nachmittag kam meine Hebamme vorbei zur Akupunktur und sagte mir das sie übers Wochenende Nachtdienst in meiner geburtsklinik hätte. Ich hoffte sie dabei zuhaben. Samstags war dann ruhig nix deutete darauf hin das die Maus sich auf den Weg machen wollte. Sonntag Mittag zum Sauerbraten essen bei den Schwiegereltern gewesen und mein Schwiegervater scherzte noch das die Maus bestimmt das nicht mag und gleich rauskommen will. Er sollte recht behalten. Hatte seid Samstag Abend Durchfall und am Sonntag Nachmittag fühlte ich mich wie bei ner beginnenden Erkältung. So ein Mist dachte ich jetzt erst mal noch krank und dann bestimmt ne Einleitung. Sonntag auf Montag Nacht um 02.30 musste ich dringend auf Toilette und wieder Durchfall. Danach begannen noch auf Toilette die Wehen. Zu Beginn wie Perioden Schmerz und gut auszuhalten ( dachte da noch nicht an Wehen)bin noch mal ins Bett aber nach ca. 30 min wieder raus weil ich die Wehen nicht mehr im Liegen ruhig ertragen konnte. Ich verlor auch die ganze Zeit Fruchtwasser aber nicht viel blieb also ruhig. Machte mir im Wohnzimmer den TV an und veratmete die Wehen um 03.30 bin ich zu meinem Freund und hab ihn geweckt. Ich sagte er solle wach bleiben weil ich in die Wanne will um zu schauen ob es echte Wehen sind. Was soll ich sagen er ist sofort wieder eingeschlafen. Nach 30 min ich wieder raus aus der Wanne und ihn nochmal geweckt mit den Worten: Baby es geht los ich habe echte Wehen wir müssen dann ins Krankenhaus!
Und was ist seine Reaktion?!
Okay aber kann ich auch noch Baden bevor wir fahren?
Klar war genug Zeit bis ich mit Wehen veratmen zwischen durch angezogen war hatte er gebadet und zwischen durch die Wehen Abstände gestoppt. Kamen schon alle 3-5 min. Um 5.45 waren wir im Krankenhaus meine Hebamme die liebe Judith hatte bis 06.00 Dienst sie nahm uns in Empfang und schloss mich ans ctg an und untersuchte den MuMu der noch nicht weiter geöffnet war. Judith übergab uns in die Hände der Frühschicht und verabschiedete sich. Die Frühschicht schickte uns spazieren damit sie später kontrollieren konnten ob ich tatsächlich Fruchtwasser verlor. Also 30min spazieren und immer wieder veratmen. Nach der nächsten Untersuchung war klar es ist Fruchtwasser und ich würde da bleiben. Durfte Frühstücken gehen und sollte danach wieder ans ctg. Während des ctg ist mein Freund nochmal heim die Kliniktasche holen gegangen. Als er wieder kam bin ich in die Wanne weil es echt heftige Schmerzen mittlerweile waren. MuMu öffnete sich absolut vorbildlich. Bis dahin sah es nach einer Bilderbuch Geburt aus. Durfte mir dann einen Kreißsaal aussuchen da ich alleine war keine andere war da. Die Hebammen (mittlerweile war es die spätschicht) waren die ganze Zeit bei mir. Die Schülerin fragte mich ob sie mich quasi zum üben für ihr Examen nehmen dürfte weil alles so vorbildlich verläuft. Natürlich durfte sie ich war der festen Überzeugung das alles ohne Probleme klappen würde. Tja da lag ich falsch. Ich bekam gegen 13.30 ein leichtes Schmerzmittel über den Tropf damit ich entspannen konnte bevor die Pressewehen losgingen. Das war herrlich alles war rosa flauschig. Dann begannen die presswehen. Ich presste und brüllte was das Zeug hielt. Es tat echt weh aber ich hatte/habe schiss vor ner PDA. Es ging nix voran dann kam ich an den Wehentropf. Die Schülerin überwachte mich im Alleingang die ältere Hebamme war nur im Hintergrund. Irgendwann sah man wohl immer wieder das Köpfchen aber ging nicht voran. Ich wurde auf die Toilette gesetzt damit ich besser pressen kann aber es half nicht. Zurück im Kreißsaal fragte mich die ältere wo ich schmerzen hätte ich deutete auf das schambein. Da wurden sie nervös das wäre wohl nicht normal wahrscheinlich hat die Maus die Hand vorm Gesicht deswegen wäre es so schwer für mich. Also Ärztin dazu geholt untersucht und weiter pressen mit Hebamme auf meinem Bauch. Es half nix die Maus kam keinen mm weiter raus. Ich presste mittlerweile seid 2,0-2,5 std ich war völlig am Ende meiner Kräfte. Dann hieß es ab aufs kreißbett sie müssen die Maus mit der Saug Glocke holen. Ich muss sagen ich war immer noch ruhig und dachte alles ist gut. Die Ärztin setzte die saugglocke an und das waren furchtbare Schmerzen ich glaube sie haben immer mich mit eingeklemmt ich hab geschrien vor Schmerzen. Mein Freund wurde erst jetzt nervös wie er da am Kopfende stand und merkte das ich schrie weil die mir weh taten und das ich zwischen den Wehen jedesmal fast ohnmächtig wurde. Die saugglocke hielt nicht an ihrem Köpfchen es war zu spitz verformt. Der Chefarzt kam und versuchte es auch einmal und entschied dann das sie mit der Zange geholt werden müsste. Gesagt getan Zange wurde angesetzt die Schülerin und die Ärztin hielten meine Beine die Hebamme lag auf meinem Bauch und mein Freund drückte meinen Oberkörper nach vorne und schwups war sie mit einer letzten wehe da! Und sie schrie sofort Gott sei Dank.Meine Maus kam als Sterngucker mit Hand vorm Gesicht zur Welt. Deswegen kam sie nicht durch den geburtskanal. Die Schülerin muss beim abtasten die Fontanellen vertauscht haben deswegen hat man es erst sehr spät bemerkt. Sie wurde mir gleich auf den Bauch gelegt. Ich war so kaputt und glücklich zugleich. Mein Schatz durchtrennte nach dem auspulsieren die Nabelschnur.
Nach einer Weile kuscheln und dem ersten anlegen wurden wieder alle nervös weil die Nachgeburt nicht kommen wollte also nochmal wehentropf und pressen. Es tat sich nix auch nicht in der Hocke. Die Ärztin zupfte an der Nabelschnur die abriss. Der Chefarzt kam nochmal diesmal schon in Zivilkleidung und entschied das es sofort eine Ausschabung geben würde. Meine Maus wurde mit ihrem Papa zum bonden in ein Wehen Zimmer gesetzt und ihm wurde gesagt in 20min könne er wieder zu mir. Es wurde eine Stunde. Ich hatte nämlich eine geteilte Plazenta und während der Ausschabung viel Blut verloren. Meinen dammriss 3. Grades und der Riss am Schließmuskel wurden gleich mit genäht. Nach dieser Tortur durften wir endlich auf unser Familien Zimmer.
Der Chefarzt besuchte mich 2 Tage nach der Geburt nochmal umzusehen wie es mir ging. Er erklärte mir das ein KS nicht mehr infrage gekommen wäre sie musste auf natürlichem Wege kommen.
Ich habe immer noch jeden 12. im Monat mit den Tränen zu kämpfen weil dieser Tag sehr traumatisch war und die Erkenntnis das Aliah und ich noch vor 100 Jahren gestorben wären ist immer noch Angst einflößend. Mein Freund war die ganze Zeit an meiner Seite und hat sein besten getan um zu helfen.
So kam unsere kleine Aliah Lisa am 12.11.2018 um 17.41 als Sterngucker mit 54cm 3700gr zur Welt. Sie ist trotz der schweren Geburt ein entspanntes Baby von Beginn an und auch das stillen klappte ohne Probleme nie milchstau o.ä.
Ich hoffe es ist nicht zu lange und wirr geworden aber ich kann es nicht kürzer fassen und auch die Abläufe sind mir zum Teil nur verschwommen in Erinnerung. Ich möchte keine Angst machen trotz allem war es das tollste Erlebnis zu sehen was mein Körper kann und aushält. Und Aliah ist die beste Belohnung.

Diesen tollen Geburtsbericht hat Isabelle geschrieben :)

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