Geburtsbericht
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Geburtsbericht: Leserin Steffi erzählt

Alle 3 Geburten waren besonders. Meine erste war eine Beckenendlage, die ich spontan und natürlich geboren habe. Die beiden anderen waren geplante Hausgeburten. Ich würde gerne von meiner 3. und (so Gott will) letzten Geburt berichten. Denn diese war schon mit der Zeugung speziell. Keine Angst, ich werde jetzt nicht auf unsere sexuellen Vorlieben eingehen. Vielmehr ist es so, dass mein Mann und ich uns einig waren, dass unsere Familienplanung nach 2 Kindern im Abstand von 2 Jahren nun abgeschlossen ist. Ich war damals 30  Jahre alt und mein Ziel war erreicht und ich vollkommen zufrieden und ausgelastet. Also ließ sich mein Mann sterilisieren. Doch 1 Jahr danach kam die Überraschung, als ich wegen ausbleibender Periode zu meiner Frauenärztin ging: Tadaaa schwanger! Zum ersten Mal bin ich nicht mit Mutterpass, sondern mit einer ProFamilia Broschüre aus der Praxis raus. Nach einer sehr emotional zerrissenen Schwangerschaft war es am ET dann soweit. Die Wehen setzten ein. Wir ließen die Kinder von den Großeltern abholen und riefen die Hebamme an. Diese kam promt und hat einen wirklich tollen Job gemacht. 12 Stunden lang kamen die Wehen im Abstand von 10-12 Minuten.
Die Abstände wurden einfach nicht kürzer. Also ich kann wohl sagen, dass es ein Gerücht ist, wenn behauptet wird, die dritten kommen schnell und quasi nebenbei. Hatte ich mich doch schon auf eine evtl. Sturzgeburt vorbereitet. Nix da! Nun, nach diesen 12 Stunden fuhr die Hebamme noch mal zur Praxis, um wehenfördernde Mittel zu holen. Kaum war sie aus der Tür, setzte ein Wehensturz bei mir ein, den ich weder erwartet, noch bisher erlebt hatte. Ich konnte nur noch abgestützt vor der Couch stehen. Mein Mann stand relativ hilflos hinter mir. Als ich das Köpfchen spürte, schrie ich zu meinem Mann, was denn mit der Hebamme sei. Sie würde jetzt kommen und gleich da sein, antwortet er. Der folgende Dialog verlief so:
Ich:“Das Baby kommt auch jetzt!“ Er:“ WARTE!“ Ich:“Nein. KOMM SOFORT HIER HIN. DU MUSST ES AUFFANGEN!“ Nach einem prüfenden Blick auf meinen Unterleib, eilte er im Hechtsprung herbei, warf sich unter mich und konnte im rechten Augenblick seine Hände öffnen, um unsere Tochter zu empfangen. Als wir sie ansahen, war unser Erstaunen groß. Sie war noch in der komplett intakten Fruchtblase. Mein Mann riss sie Vorsicht mit seinen Fingern ein und zum Vorschein kam, nach einem Schwall Wasser, unser hübsches Würmchen. Später meinte er, er habe sich an all die Tierdokus erinnert, in denen die Kühe ihre Kälber aus der Fruchtblase geholt haben. Ich war sehr froh, dass er nicht seine Zähne zur Hilfe genommen hatte. So, nun war sie da. Noch mit mir vernabelt. Ich stehend vor der Couch. Mein Mann kniend hinter mir mit dem Baby in den Händen. Ihren Mund hatte er schon mit den Fingern von Wasser und schleim befreit. Sie gab Geräusche von sich. Ganz quirlige zufriedene Geräusche. Schreien kann man das nicht nennen. Und in dem Augenblick, als wir da so standen und knieten, klingelt die Hebamme. Zu erst schien es uns unmöglich die Türe zu öffnen. Doch wir besannen uns, mein Mann legte unsere Tochter durch meine Beine auf die Couch vor mir und ließ die Hebamme rein, die sich sofort um Baby und mich kümmerte, während sie sich 1.000.000 mal entschuldigte.
Ende gut alles gut. Da sind wir über uns hinausgewachsen. Es hat uns als Paar noch mehr zusammengebracht. Ich habe gemerkt, dass ich niemanden gebraucht habe, um mein Kind zugebären. Ich habe mich auf mein Gefühl verlassen. Instinktiv wusste ich, was zu machen ist. Ich habe es einfach passieren lassen. Es war eine wunderschöne und intime Geburt. Im Nachhinein bin ich froh und dankbar, dass es genauso passiert ist. Mein Mann war großartig!
Diesen spannenden Geburtsbericht hat Steffi geschrieben :)
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