(Leser-)Geburtsberichte

Carmen K. erzählt

Rosa-rot mit Zuckerwatte und Streuseln, bitte. So wollte ich gerne die Geburt von meinen Wunschkind, oder besser gesagt, von dem durchgeplantesten Plankind der Welt!

Nach einer stillen Geburt mit 48 Std Wehen und einer Horror Schwangerschaft, wollte ich nicht aufgeben. Ich wollte die Glückseligkeit die in meinen Augen jede “normale” Mutter während der Schwangerschaft und der Geburt erlebt. Ich wünschte mir das volle Programm, gemeinsame Ultraschalle, Bewegungen spüren, Kreissaalbesichtigungen etc.
All das was ich beim letzten mal nicht hatte……..sollte ich dieses mal auch kaum bekommen.

24.09.2018 ich schwinge mich galant wie ein 50 Tonner in die Duschwanne. In der 32 SSW ist selbst duschen manchmal eine Herausforderung, besonders wenn der Sommer einfach mal in den Herbst fällt.
Das kleine Würmchen in meinem Bauch liebt Wärme, fast genau so sehr wie es liebte zu verstecken ob es ein Mädchen oder Junge wird (trotz durchgehender 3D Ultraschalle).

Der Tag ist aufregend geplant. Erst soll es mit dem Manne zum CTG gehen und danach sich eine Klinik anschauen, die erste Besichtigung von vielen !!! (Das Schicksal lacht immer noch leise)
Es ist ein guter Tag, ich habe nur 2 mal dran gedacht wie es bei der toten Schwester des Würmchens in der 32 Woche war, 3 Wochen später war Sie tot….um so aufgeregter bin ich jetzt ! Endlich eine ruhige Schwangerschaft mit “nur” paar Wassereinlagerungen und dem lästigen Sodbrennen.

Apropro, da ist es wieder ! Ich will mich auf den Rand der Duschwanne setzten und durchatmen und dann, SCHRECK !! Ich Tölpe rutsche aus und knicke um, aber zum Glück nur der Fuß….kein Sturz.
Der besorgte Göttergatte überzeugt mich dennoch den dicken Fuß untersuchen zu lassen, und überzeugt den Arzt bitte das Würmchen zu überprüfen er hätte so Angst.

Mama rosarot (Ich) versucht noch felsenfest zu überzeugen, dass ich ja wüsste wenn etwas nicht stimme. Mamas spüren sowas !
Nunja irgendwie war mein Sensor da dezent kaputt…das CTG wurde angelegt und ab dann ging es schnell die Schwester rief eine Ärztin welche besorgt auf das Gerät schaut und sich nochmal versichern lässt in welcher SSW ich den bin.

Es wird entschieden, der nächste freie OP ist für mich. Abnehmende Herztöne ohne Wehentätigkeiten…DING DING DING ! Hauptgewinn Kaiserschnitt ! Und das obwohl ich doch mir meine normale Geurt so schön ausgemalt hatte, mit einem schönen Bad, meiner CD und meinen Mann. Eine Geburt an deren Ende ich mein kleines Regenbogenkind an die Brust anlege und das warme, klebrige Köpfchen streichle….ich wollte das alles nicht aufgeben. Nach 10 min gebettel versprachen mir die Ärzte es erst mal ohne eine Vollnarkose zu versuchen und nach weiteren 10min Belehrung über mögliche Gefahren wurde ich in den OP gerollt. Dort hieß es erstmal hinsetzen, buckeln und sich pieke lassen. Danach kam der Göttergatte im hoch erotischen blauen OP  Kittel rein. Er setzte sich neben mich und versuchte mich zu beruhigen, sagt gleich würde ich mein Kind in den Armen halten. So weit so schön nach einer Gefühlten Ewigkeit sahen wir die Hebamme mit einem kleinem Bündel an uns vorbei rennen….mir wurde ganz anders…wieso schrie das Kind nicht ? Kinder MÜSSEN doch schreien ^!?!
Mein Mann fragte besorgt nach und er durfte zu den Kinderärzten. Kurze Zeit später kam er wieder und sagt ihr hätten eine Tochter, Dahlia Maria. Ihr  ginge es gut und sie würde nur kurz untersucht und gewaschen werden. Es sei alles gut…ich solle mich beruhigen. Und das tat ich dann auch.
Was ich jedoch nicht wusste, mein Mann log. In Wirklichkeit wurde im Hinterzimmer das kleine Wesen intubiert und bereit gemacht zur Verlegung auf die Intensivstation der Uniklinik, 20 km von mir entfernt.
Ich habe meinen kleinen Engel nicht gesehen, nicht ihren warmen Kopf getätschelt…1 Tag nach dem Kaiserschnitt fragte ich nach einer Verlegung zu meinem Kind, es gab jedoch kein freies Bett dort. Ich rief täglich bei der Intensiv Station an, die erste Nacht war kritisch, aber seitdem sie die abgepumpte Muttermilch bekam kommt sie besser mit den Medikamenten klar. Sie kämpft.
Am 2 Tag schwang ich mich mit Ärztlicher Erlaubnis, einer Kühlbox mit abgepumpter Milch und meinem Mann in ein Taxi. Ich durfte meine Tochter sehen, das erste mal !
Schwach auf den Beinen wie man ist nach so einer OP schwankte ich zu dem großen Glasungetüm in dem mein Baby lag und sah sie zum ersten mal 46cm und 2500gramm, mit Beatmungsgerät, Sonde und Monitoren…und trotzdem das Schönste was ich je gesehen habe. Ich durfte sie auf den Arm nehmen und wusste, auch wenn es schwer sein wird, wird es perfekt sein mit ihr !
Diesen schönen Geburtsbericht hat Carmen geschrieben :)

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Ein Kommentar für “Carmen K. erzählt

  1. Wow, ein wirklich berührender Bericht. Wie tapfer du bist! Alles alles Liebe für die Zukunft, die hoffentlich rosarot mit Zuckerwatte und Streuseln wird. Ich musste meine Tochter auch in der 32. SSW per eiligem Kaiserschnitt zur Welt bringen und sie hat sich trotz des schweren Starts in den letzten 2,5 Jahren großartig entwickelt.