WhatsApp-Interviews

WhatsApp-Interview: 18 Fragen an Babyschlaf-Coach Steff – Teil 2

Hier kommt endlich der 2. Teil des LÄCHELN UND WINKEN-WhatsApp-Interview’s mit Steff von Unter einem Dach (da ist sie endlich, die gaaaaanz neue Seite von Steff! 😀 ), die neben vielen anderen Qualifikationen eben auch Babyschlaf-Coach ist und damit die erste Wahl für mich war, EURE an mich gesendeten Fragen zum oftmals etwas mit Verzweiflung gewürztem Thema „Wieso schlafen alle Babys toll, nur meins nicht???“ zu beantworten. Also: Ohne weitere Umwege – dafür sind wir schließlich zu müde 😉 – machen wir jetzt direkt dort weiter, wo Teil 1 des Interviews zu Ende ging: bei …

#Frage 10

[15:13, 19.7.2017] Anke Neckar:
Franziska interessiert: „Schlafen Flaschen-Babys tatsächlich schneller ein und länger durch?“

[15:15, 19.7.2017] Steff Weissengruber:
So in etwa. Ich halte es da ja gerne mit dem kölschen Grundgesetz §1 bis §3: Et es wie et es. Et kütt, wie et kütt. Und: Et hätt noch immer jot jejange (Es ist, wie es ist. Es kommt, wie es kommt. Und: Es ist noch immer gut gegangen).

[15:16, 19.7.2017] Steff Weissengruber:
Muttermilch ist leichter zu verdauen für die Babys und somit ist auch schneller Platz für Neues da, als bei der Flaschenmilch. Aber es ist nicht wirklich belegt, dass ein Baby mit einer „dicken Flasche“ vorm schlafen gehen, auch wirklich besser, sprich länger schläft. Im Gegenteil kann das auch eine Belastung für den Stoffwechsel sein. Es bleibt dabei: Das Schlafverhalten unserer Babys ist sehr individuell und so haben wir Flaschenkinder, die alle 2 Stunden wach werden und Stillkinder, die 5 Stunden am schlafen.

#Frage 11

[15:20, 19.7.2017] Anke Neckar:
Tja, da passt folgende Frage ja ausgezeichnet zu:
„Bekommt mein Sohn tagsüber zu wenig Essen“, fragt sich Nadine (und jetzt auch dich 😉 ), denn seit 2 Wochen braucht er nachts wieder 1-2 Flaschen, obwohl der 16 Monate alte Junge eigentlich bereits auf Wasser umgestellt war. Nun verlangt er jedoch wieder vehement nach Milch.

[15:21, 19.7.2017] Steff Weissengruber:
Nadine kann hier versuchen, tagsüber oder auch abends, z.B. eine Banane zwischendurch anzubieten. Aber ja, es ist durchaus nicht ungewöhnlich, dass die Kinder immer wieder Phasen haben, wo sie uns die Haare vom Kopf fressen. Wenn es für Nadine ok ist, die 2 Flaschen in der Nacht anzubieten, ist nichts dagegen zu sagen. Ansonsten eben schauen, dass das Abendessen vollwertig und sättigend ist. Ich geh mal davon aus, dass kuscheln statt Flasche von ihrem Sohn nicht gewollt war 😉 .

[15:22, 19.7.2017] Anke Neckar:
Ich vermute mal, nein. DAS wäre wohl zu einfach gewesen 😉 .

#Frage 12

[15:24, 19.7.2017] Anke Neckar:
Unabhängig von der Ernährung, haben Nancy und ihr Söhnchen gerade Schwierigkeiten. Der kleine Jonah schlief eigentlich schon fast ein Jahr durch … bis seine Mama zweimal plötzlich ins Krankenhaus musste. Seid dem schläft er weder allein ein, noch länger als vier Stunden am Stück. Gibt es Möglichkeiten, dem Kerlchen zu helfen, seine Ängste, dass Mama wieder verschwindet, zu überwinden? Denn daran liegt es doch wahrscheinlich, oder?

[15:30, 19.7.2017] Steff Weissengruber:
Ja, da bin ich ganz bei dir. Jonah braucht jetzt erst einmal seine Zeit, um wieder das Vertrauen aufzubauen, dass mit Mama alles ok ist und wird jetzt ganz viel Zeit mit ihr einfordern. Das ist dann auch schon die größte Hilfe, die ihr ihm geben könnt. Das Verständnis für seine Situation und ihm die Zeit lassen, die er braucht, um für sich wieder sicher zu sein. Da ist es übrigens ganz egal, wie alt die Kinder sind, da spreche ich aus eigener Erfahrung. Für Kinder ist das ein einschneidendes Erlebnis, wenn plötzlich eine der Hauptbezugspersonen fehlt. Kuschelt ihn, liebt ihn, nehmt ihn mit zu euch ins Bett. Dann wird Jonah auch wieder Vertrauen fassen.

[11:08, 20.7.2017] Anke Neckar:
Ich hatte sowas in der Art auch damals mit der Mausemaus, als ich wegen meiner Fehlgeburt ins Krankenhaus musste. Obwohl ich mich wirklich bemüht habe, sie nicht zu sehr damit zu belasten … Kinder haben da sehr empfindliche Antennen. Manchmal unterschätzt man die, glaube ich …

[11:09, 20.7.2017] Anke Neckar:
Passt eigentlich jetzt gut, dass wir ins nächste Thema starten. Nämlich:
WO und WIE schläft das Baby am besten und sichersten?

#Frage 13

[11:10, 20.7.2017] Anke Neckar:
Mama Michelle fragt: „Gibt es wirklich eine Alters-Obergrenze für den Umzug in Babys eigenes Zimmer? Und schlafen sie dort eher durch? Mir wurde zugetragen, dass es nach dem 9. Monat schwierig werden würde, das Kind aus dem Elternschlafzimmer zu bekommen. Und manchmal habe ich tatsächlich das Gefühl, mein Kleiner wacht wegen uns auf…weil er „die Milch riecht“ oder uns einfach hört.“

[18:26, 21.7.2017] Steff Weissengruber:
Eine Obergrenze gibt es nicht. Und da es Babys gibt, die von Anfang an tatsächlich besser alleine schlafen statt im Elternbett, wohl auch keine wirkliche Untergrenze. Aber ihr habt doch schon einen sehr guten Blick auf euer Baby. Wenn ihr also das Gefühl habt, er wacht wegen euch auf, dann versucht es doch einfach mal mit dem eigenen Zimmer. Einen Versuch könnt ihr doch jederzeit starten. Und wenn es nicht klappt, geht’s eben erst mal wieder zurück zum Gewohnten.

[20:35, 21.7.2017] Anke Neckar:
Also mich würd ja interessieren, wo solche „Weisheiten“ (wie dieses nach dem 9. Monate wird’s schwieriger etc.) immer herkommen. Das schürt doch nur noch zusätzlich das Gefühl in Mamas, irgendwelche gravierenden Fehler zu machen und verhindert eher, dass wir einfach auf unser Bauchgefühl hören bzw. unsere Kinder anschauen und ihr individuelles Verhalten instinktiv (richtig) bewerten. Ziemlich ätzend, eigentlich. Aber weghören kann man als Mutter eben auch nicht 😉 .

#Frage 14

[20:37, 21.7.2017] Anke Neckar:
Genauso wie wenn’s um den plötzlichen Kindstod geht. Wenn dieses Thema zur Sprache kommt, sind wir Mamis alle ganz Ohr, weil wir so Angst haben, etwas falsch zu machen und unser Kind womöglich zu gefährden. Olivia und Hanne zum Beispiel geht es aktuell so: Sie sorgen sich um ihre Babys, da die beiden 5 und 6 Monate alten Krümel für sich entschieden haben, dass jetzt Schluss ist mit der Rückenlage … sie wollen lieber auf der Seite oder gleich auf dem Bauch schlafen. Da diese Position heutzutage aber als eine mögliche Ursache für den plötzlichen Kindstod gilt, würden die Mütter das lieber unterbinden (was ich verstehen kann – mich lässt das auch immernoch schwitzen, obwohl das Karlchen sogar schon älter ist). Nur wie? Und ist die Bauchlage wirklich so gefährlich, wenn an alle anderen Empfehlungen zum Schutz des Babys in der Nacht gedacht wurde?

[17:12, 24.7.2017] Steff Weissengruber:
Natürlich kann ich die Sorgen da durchaus verstehen. Nun muss man aber auch sagen, dass man die genaue Ursache für den plötzlichen Kindstod bis heute nicht genau benennen kann. Sprich, es liegt nicht explizit daran, dass die Kinder auf dem Bauch schlafen. Aber es stimmt schon, nach wie vor gilt die Rückenlage als die sicherste Schlafposition für Babys. Um den 6. Monat sind dann aber viele Babys motorisch so weit, dass es sie nicht mehr auf dem Rücken hält. Dann schaffen sie es aber auch auf dem Bauch zu schlafen und den Kopf selbstständig zur Seite zu drehen. Und wenn so ein kleiner Bauchschläfer partout nicht anders einschlafen möchte, sei es ihm gegönnt 😉 . Dann kann man immer noch versuchen die Futzies sanft auf den Rücken zu drehen, wenn sie fest eingeschlafen sind.

[17:13, 24.7.2017] Steff Weissengruber:
Bei manchen klappt es auch ein kleines Keilkissen als „Rückrollschutz“ zu benutzen. Das ist dann eben auszuprobieren, wie das eigene Kind das so findet.

[20:43, 24.7.2017] Anke Neckar:
Beim meinem hat das super funktioniert … und sogar ziemlich lange! Mittlerweile hält ihn allerdings nichts mehr auf, er wühlt sich wie ein kleines Wildschwein durch mein Bett und bleibt dann mittendrin auf dem Bauch liegen 😀 . Dank dir mache ich mir da aber kaum mehr Sorgen :-* .

#Frage 15

[20:43, 24.7.2017] Anke Neckar:
Natalie hat ein ganz anderes Anliegen und würde gerne wissen: „Wie kann ich sein eigenes Bett für meinen Sohn (9 Monate) attraktiver gestalten … so dass er dort auch über Nacht bleiben will (dort einschlafen ist kein Problem) und ihm gleichzeitig beibringen, sich nachts selbst zu beruhigen (ohne ihn schreien lassen zu müssen)? Gibt’s da Möglichkeiten?“

[16:07, 27.7.2017] Steff Weissengruber:
Das Bett ist den Babys da herzlich egal. Ja bequem und kuschelig darf es sein, aber sicherer Schlaf bedeutet erst mal immer, dass da jemand ist, der auf mich aufpasst. Mit 9 Monaten kann man da noch nicht viel schmackhaft machen 😉 . Selbst wenn er es schafft, dort alleine einzuschlafen, braucht ein Kind noch einige Monate, um zu lernen, nach dem nächtlichen Aufwachen auch wieder alleine in den Schlaf zurückzufinden. Währenddessen brauchen sie also noch unsere Hilfe. Sei es die Hand die kurz auf den Bauch gelegt wird oder ein kurzes „ja ich bin da“.

[20:36, 27.7.2017] Anke Neckar:
… oder in Karlchens Fall: Mamas Brust, die mal kurz in den Mund „gelegt“ wird 😉 . Der Junge hat echt Glück, dass ich so gern stille und die Mausemaus mir Schlafen eh schon abtrainiert hat 😀 😀 😀 .

Zum Schluss gibt’s noch drei Einzelfragen:

#Frage 16

[20:37, 27.7.2017] Anke Neckar:
Apropros Entspannung pur 😉 : Elisabeth fährt bald mit ihrer 7 Monate alten Tochter zum ersten Mal in den Urlaub. Leider schläft die Kleine jedoch weder im Auto noch im Kinderwagen so richtig gut. Hast du vielleicht einen Tipp, wie sie es ihrem Baby leichter machen kann, auf der langen Fahrt ein bisschen zu nickern?

[20:46, 27.7.2017] Steff Weissengruber:
Der beste Tipp für Elisabeth ist es dann, sich Zeit für die Fahrten zu nehmen. Viel Zeit. Denn es wird nicht klappen, ihrer Tochter hier den Autositz schmackhafter zu machen. Stattdessen also schauen, dass man so viel Kilometer wie möglich schafft und dann eine ausgiebige Pause macht, in der die Kleine z.B. im Tuch schlafen kann, während Mama oder Papa sich die Beine vertreten. Grade mit 7 Monaten freuen sich die Futzies über ihre Beweglichkeit, die ist im Maxi Cosi natürlich nicht wirklich möglich. Manche Kinder lassen sich ablenken, wenn Mama hinten neben ihnen sitzt.

[21:26, 27.7.2017] Anke Neckar:
Ach schade, ich – und Elisabeth sicher auch – hatte ein bisschen auf einen Wunder-Tipp gehofft 😉 . Aber wie so oft ist da wahrscheinlich auch wieder vorrangig entscheidend, welchen „Typ“ Baby man im Kindersitz festschnallt: Einige schlafen toll und stundenlang darin, andere brüllen wie am Spieß. Und die meisten hängen irgendwo dazwischen und zwingen uns, die Reisegeschwindigkeit zu drosseln. Ich vermute, so entstand der Spruch: Der Weg ist das Ziel 😀 .

#Frage 17

[21:31, 27.7.2017] Anke Neckar:
Eine der ersten Fragen, die mir zugeschickt wurden, lautete: „Kann ich mein Baby zu sehr verwöhnen, wenn ich es aus dem Bettchen nehme, weil es weint?“ Da musste ich ja schon etwas schlucken, weil ich es so traurig finde, dass Mütter mittlerweile so verunsichert sind, dass sie in diesem Punkt nicht einfach ihrem Instinkt vertrauen. Daher habe ich ihr schon mal – ohne dich einzubeziehen – geantwortet: „Nein, kannst du nicht!“ War das richtig?

[21:47, 27.7.2017] Steff Weissengruber:
Alles richtig gemacht, Anke. Das ist doch auch immer das, was ich dann sage. Verwöhnen und Babys … das geht ja gar nicht. Man verwöhnt doch eher mit materiellen Dingen. Aber Liebe, Zuwendung und Trost sollte nicht dazu zählen. Das sind existenzielle Dinge, die ein Kind braucht, um gesund und geborgen aufwachsen zu können. Schüttet also so viel Liebe in eure Kinder, wie es nur eben geht. Sie werde es euch danken, mit Vertrauen und bedingungsloser Liebe.

[09:45, 28.7.2017] Anke Neckar:
Ach, das hast du schön gesagt :-*

#Frage 18

[09:47, 28.7.2017] Anke Neckar:
Dann kommt hier jetzt die letzte Leserinnen-Frage … und zwar von Stephi: „Kann mein Baby auch zuviel schlafen? Unsere Maus schläft seit sie drei Wochen alt ist durch (hasst mich nicht 😉 ), sie schläft locker 11/12 Stunden. Trotzdem ist sie nach dem aufstehen fast sofort wieder müde. Mit Augenreiben, gähnen und meckern. Seit ca. drei Monaten macht sie einen festen Mittagsschlaf (12- max. 15 Uhr) und da ist es das gleiche. Ihr Blut wurde vom Kinderarzt untersucht – alles ok.
Mache ich es falsch, wenn mein Baby so viel schläft, aber trotzdem müde wirkt/ist?“

[09:59, 28.7.2017] Steff Weissengruber:
Wenn ein Baby mit 3 Wochen so viele Stunden am Stück schläft, ohne trinken zu wollen, ist das tatsächlich eher ungewöhnlich und lässt mich aufhorchen. Denn besonders nachts, wächst das Gehirn und braucht entsprechend Energie dazu. Der Gang zum Kinderarzt war da also schon der richtige Impuls von Stephi. Wenn hier dann aber nichts vorliegt und das Baby trotzdem gut zunimmt, die Windel entsprechend voll ist und sich auch sonst alles gut entwickelt, hat Stephi hier wohl ein kleines Murmeltier erwischt, was erst mal nichts anderes macht als: essen, schlafen und sich währenddessen entwickeln. Jetzt kann ich nicht genau sehen, wie alt genau ihre Maus heute ist, wage es aber zu sagen, dass auch Stephi noch in den „Genuss“ einiger unruhiger Nächte kommt, wenn z.B. um den 6. oder 9. Monat rum einer der großen Entwicklungsschübe ansteht oder das Zahnen einem einen Strich durch die Rechnung macht.

[14:22, 28.7.2017] Anke Neckar:
Wenn der Arzt sagt, alles ist ok, würd ich mich, glaube ich, auch erstmal freuen und es genießen. Aber ich verstehe Stephi – erstmal macht man sich Sorgen, wenn das eigene Kind irgendetwas mehr oder weniger macht als die anderen. Ist ja auch nicht verkehrt, wachsam zu sein 🙂 .

[14:23, 28.7.2017] Steff Weissengruber:
Genau. Die Mischung aus Bauch und Kopf ist da ein guter Begleiter.

[14:24, 28.7.2017] Anke Neckar:
So, liebe Steff, du hast es geschafft! Alle meine bzw. unsere Fragen sind von dir beantwortet worden und werden hoffentlich nicht nur den Mamis weiterhelfen, die sie mir geschickt haben, sondern auch vielen anderen.
Ich danke dir für die ganze Zeit, die du mir geschenkt hast und warne dich höflich vor: Ich komme wieder … ganz bestimmt 😀

[14:39, 28.7.2017] Steff Weissengruber:
Sehr gern geschehen. Was ich allen Mamas noch gerne mitgeben möchte: Helft euch gegenseitig, hört euch zu und verurteilt nicht, was vll. grade nicht in euer Weltbild passt. Es gibt viele Wege zum Schlaf. Sie sind so verschieden, wie unsere Kinder es sind. Und wo die eine Mama nachts schnell wieder mit ihrem Baby einschläft, liegt die andere noch lange wach. Aber im Grunde sitzen wir alle in einem Boot … und dann sollte man es sich doch schön machen, oder? 😉

[19:12, 28.7.2017] Anke Neckar:
Recht hast du :-*

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3 thoughts on “WhatsApp-Interview: 18 Fragen an Babyschlaf-Coach Steff – Teil 2

  1. Wirklich super das Interview! Zum Thema Flaschenkinder schlafen schneller und länger, kann ich nur beisteuern: hab beides gehabt (Still- und Flaschenkind) und beide haben schnell durchgeschlafen, sind schnell in den Schlaf. Et küt wie et küt, man kann es nicht pauschal vorhersagen. Das Stillkind hat sogar schneller durchgeschlafen als das Flaschenkind.

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