Krümel-Chroniken

Krümel-Chroniken: 20. (Lebens-)Monat

Mit riesen Schritten gehen wir bereits auf den zweiten Geburtstag des Krümelchens zu … nur der Sommer trennt uns noch von diesem großen Tag, auf den sich vor allem die Tochter schon jetzt total freut. Keine Ahnung, wieso das so ist – vielleicht weil sie weiß, dass auch ihr nächster Geburtstag dann nicht mehr weit entfernt liegt ;) . Mich jedoch lässt es manchmal ein wenig schlucken. Es ist so unglaublich, wie schnell die Zeit verfleigt, wenn man Kinder hat, denen man dabei zuschaut, wie sie wachsen und sich entwickeln. Mein kleines Baby ist längst ein richtiger Junge – mit einer ausgeprägten Affinität zum Ballsport, die mich das Fürchten lehrt! :D

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BABY-STATUS:

Körperchen: 12 Kilo. Ganz ehrlich: So langsam finde ich den Krümel recht schwer :D . Vor allem, wenn er sich draußen lieber tragen lassen will – so klassisch auf der Hüfte – habe ich schon nach kurzer Zeit das Gefühl, dass mir möglicherweise gleich der Arm abfällt. Ist dem kleinen Mann natürlich völlig wurscht … er LIEBT es genau so!
Dass er größer wird (also auch länger, meine ich) fällt mir irgendwie nur an den Klamotten auf. Die Hosen, die ich über Monate unten umschlagen musste, sind plötzlich etwas kurz und ich durfte bereits eine neue Rutsche „Beinkleider“ bestellen. Gut, dass kurze Hosen länger passen … das macht den Sommer irgendwie günstiger ;) .
Können/Verhalten: Sprachlich macht das Krümelchen irre Fortschritte. Namen spricht er sofort nach und merkt sie sich auch (etwas, dass bei mir ja leider nicht immer klappt ;) , reiht ab und zu sogar schon zwei Worte hintereinander und füllt die ozeangroßen Lücken seines aktuellen Wortschatzes mit so umfassenden Gebrabbel, dass ich mich tatsächlich ein wenig um die Zukunft meines Gehörs sorge. Ich werde ja jetzt schon dauerhaft zugequatscht von seiner Schwester … und so wie es scheint, will auch der Sohnemann eine echte Quasselstrippe werden :D
Doch bevor er mich DAMIT fertig macht, wird er mir von nun an und für laaaaaange Zeit mit Trotzanfällen Freude bereiten ;) . Ich hatte ja eigentlich die Hoffnung, dass es noch etwas dauern würde, aber stattdessen stapfen wir mit großen Schritten Richtung „Autonomie-Phase“. Wenn irgendwas nicht so läuft, wie der Krümel sich das vorstellt, schreit er wütend wie am Spieß und springt bzw. zappelt dabei zur Untermalung seines Ärgers wild herum. Ungefähr so stelle ich mir Rumpelstilzchen vor. Hm, gute Kostüm-Idee für nächstes Jahr … merk ich mir :D .
Schlaf-Elend: Ach, naja, was soll ich sagen … es ist wie es ist und das ist BESCHISSEN! Wie eh und je wird er alle 1,5 – 2 Stunden wach und will an die Brust. Er schläft anschließend zwar direkt weiter, aber nervig ist es schon. Dennoch bin ich nicht bereit, auf die Flasche umzustellen. Die Vorstellung, dass es beim Krümel genauso laufen würde wie damals bei der Mausemaus und ich im Endeffekt dann nachts mehrere Flaschen reichen müsste, schreckt mich ab. Dann doch lieber stillen ;) .  

MAMA-STATUS:

Körper: Tatsächlich denke ich manchmal, dass es eventuell bald an der Zeit sein könnte, den Krümel doch endlich an einen Mittagsschlaf im Bett zu gewöhnen, weil mein Rücken durchaus leichte Ermüdungserscheinungen zeigt. So nach zwei Stunden tragen. Ist ja auch kein Wunder bei 12 Kilo „Baby“-Gewicht. Aber ich finde es soooooo praktisch, wie wir es handhaben. Die Einschlafbegleitung wird durch „gemeinsames“ staubsaugen ersetzt, er pennt einfach in der Trage ein und ich kann – stehend an der Kinderküche – die komplette Schlafenszeit in Ruhe arbeiten. Mal schauen, wie lange ich das noch so durchhalte :D .
Was mein Ich-stille-immernoch-Gewicht angeht, versuche ich ernsthaft etwas lockerer zu werden und meine Ansprüche an mich selbst herunterzuschrauben. Ich schaffe es aktuell weder, auf irgendetwas zu verzichten, noch gesünder zu leben. Ich mag auch einfach nicht, habe keine Nerven, mich darum zu kümmern und bin zu müde, um ohne Schokolade über den Tag zu kommen. Also … lass ich es ;) .
Und sonst so: Hach, ich bin zwar wie gesagt sehr müde, aber auch unheimlich glücklich mit der Gesamtsituation. Ich habe alles, was ich brauche und wovon ich als kleines Mädchen geträumt habe. Ich habe wundervolle Kinder, einen Mann der mich liebt und kann schreiben … was ich will sogar! Wenn ich jetzt noch schlafen dürfte – boah, ich weiß gar nicht, ob ich das verkraften würde :D :D :D

Ich kann eine wirklich gute „Wendung“ verkünden: Der Knoten in Sachen Essen scheint einigermaßen umfassend geplatzt zu sein. Grundsätzlich probiert der Sohnemann im Moment fast alles, isst vor allem gerne und viel Obst UND benutzt sogar Besteck. Leider jedoch nimmt das kaum Einfluss auf sein Still-Bedürfnis. Immer noch will er ziemlich regelmäßig zu bzw. nach den Mahlzeiten an die Brust PLUS einen Spätnachmittags-Still-Snack, den er seiner Meinung nach UNBEDINGT braucht, ganz egal wo wir gerade sind. Ich versuche immer, ihn erst einmal abzulenken oder ihm leckere Alternativen anzubieten, die er oft auch nimmt … dann allerdings trotzdem noch stillen will, nur eben eine halbe Stunde später. Ich gehe daher davon aus, dass es so gut wie nichts mehr mit Hunger oder Durst zu tun hat, sondern nur noch mit seinem Wunsch nach ganz inniger Nähe zur Mama. Und ihm das zu verweigern, bringe ich nicht übers Herz. Also lassen wir es erst einmal so. Man, man, hätte mir vor 1 Jahr jemand gesagt, dass ich heute noch stillen würde – meinen laufenden, schon ein wenig sprechenden Sohn – hätte ich wohl schallend gelacht, den Kopf geschüttelt und „Im Leben NICHT!“ gerufen. Aber so ist das eben mit der Mutterschaft: Nicht nur die Kinder überraschen uns ständig mit Aktionen, Situationen und Verhaltensweisen, die wir uns vorher niemals hätten vorstellen können, sondern auch wir selbst. Echt lustig … meistens ;) .

Was mich persönlich auch ziemlich überrascht, ist die extreme Wasser-Abneigung, mit der mich der Krümel gerade halb in den Wahnsinn treibt. Wobei das zu allgemein formuliert ist, denn wenn ich ihn mit Wasser matschen lasse, ist alles im Lack … sogar dann noch, wenn es ihm ins Gesicht spritzt und er komplett nass wird. Möchte ich ihn jedoch waschen, rastet er total aus und weint ganz arg. Und zwar völlig unabhängig davon wo und wie ich ihn wasche. Ich habe verschiedene „Behälter“ und Wassertemperaturen ausprobiert, mit und ohne Schwester und Spielzeug an seiner Seite, in richtig doll nass und nur mit Waschlappen – alles Jacke wie Hose; der kleine Mann brüllt. Ich weiß, es ist sicher nur eine Phase, aber trotzdem empfinde ich es als anstrengend. Vielleicht besonders, weil ich dieses Verhalten von der Mausemaus eben so gar nicht gewöhnt bin. Sie war schon immer absolut Wasser-begeistert und springt im Grunde in jede Pfütze, um sich darin zu wälzen. Selbst vor dem Meer hat sie null Angst (was eben dann das andere Extrem und auch nicht ganz ohne ist), weil sie sich möglicherweise für einen Fisch hält :D .
Naja, ich hoffe einfach, dass es sich bald ändert und das Krümelchen herausfindet, dass mit Wasser spielen und gewaschen werden durchaus Hand in Hand gehen kann und damit nur noch halb so schlimm ist. Wäre jedenfalls echt gut, wenn ihm das aufgehen würde … denn vor Dreck fürchtet er sich nicht. AUßER an den Händen! DA hat Dreck nämlich nichts zu suchen :D. Wenn er fällt, stützt er sich nur mit der äußersten Handkante ab, damit ja nicht so viel Schmutz an seine Händchen kommt … und die Partikel, die dennoch an der Haut kleben, muss Mutti bitte umgehend entfernen. Ich würde ja herzhaft über dieses Verhalten lachen, darf es aber eigentlich gar nicht, weil ich genauso war als Kind – dieses Etepete-Ding hat er also von mir ;) .

Definitiv NICHT von mir geerbt hat er allerdings seine große Liebe zu Bällen. Ich finde es echt krass, WIE SEHR er auf Bälle und Ballspielen abfährt. Die Tochter hatte da zwar auch schon früh echt Bock drauf – deshalb haben wir eh schon viele hier rumfliegen – aber was der Krümel da an Affinität und Motivation an den Tag legt, lässt mich eine Ballsport-Karriere befürchten. Das klingt jetzt so negativ und als ob ich mich nicht darüber freuen würde, dass mein kleiner Junge schon einen Ball fangen kann und sogar mit Anlauf nehmen in der Lage ist, ihn zu treffen und weit zu schießen. Das Ding ist nur: Ich HASSE Bälle. Ich habe ANGST vor fliegenden Bällen. Und ich erinnere mich mit SCHRECKEN an den Schulsport und die grässlichen Stunden, die ich mit gemeingefährlichen Spielen wie Völkerball oder Brennball verbringen musste. Ich hoffe einfach mal, dass es sich auch hierbei um eine Phase handelt … oder wenn nicht, dass er sich wenigstens für eine Ballsportart entscheidet, in der es legitim ist, wenn auch die Zuschauer Helme tragen. Ansonsten könnte es für ihn peinlich werden! :D

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