Krümel-Chroniken

Krümel-Chroniken: 22. (Lebens-)Monat

Es ist Sommer, das Wetter ist großartig, wir haben Ferien und die Kinder haben sich (bisher) nicht gegenseitig in die Notaufnahme gebracht. Grundsätzlich bin ich mit der Gesamt-Situation also recht zufrieden … und das Krümelchen auch, denke ich. WENN man mal davon absieht, dass er seines Erachtens wahrscheinlich noch etwas schneller lernen könnte. Manchmal sehe ich regelrecht wie es ihn nervt, dass er noch nicht alles sagen kann, was er möchte und genauso wenig alles schafft, was er sich in den Kopf gesetzt hat. Mir ist das aber ganz recht. Er wird eh viel zu schnell groß! <3

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BABY-STATUS:

Körperchen: 11,8 Kilo. Eine Woche Magen-Darm-Infekt hat das Krümelchen fast ein komplettes Pfund gekostet, was auf seine Größe von aktuell 82 cm (wenn ich mich nicht vermessen habe) echt eine ordentliche Packung ist. Ich hab drei Kreuze gemacht, als wir die Nummer hinter uns hatten. Aus vielen Gründen!!!
Können/Verhalten: Vom Gewichtsverlust abgesehen entwickelt sich das Söhnchen meines Erachtens prächtig. Er läuft, rennt und tanzt wie ein richtig großes Kind, schafft es, ohne meine Hilfe Suppe zu essen und hat seine Kletterei soweit perfektioniert, dass ich kaum noch in Angstschweiß ausbreche, wenn er auf dem Spielplatz loslegt. KAUM noch ;) . Ich bin immer noch ganz erstaunt, wie sehr es die Entwicklung eines Kleinkindes bzw. Kindes antreibt, wenn jemand da ist, der bereits ein bisschen weiter ist und somit als Vorbild dient. Jetzt wäre es natürlich toll, wenn des Krümelchens Schwester nicht so eine Rampensau wäre, die dem kleinen Mann ständig dumme Flausen in den Kopf setzt … aber ich vermute, in dieser Richtung kommt noch etwas mehr auf mich zu. Ich jammere also lieber erst später. ;)
Ganz arg Zucker finde ich, dass der Krümel sich jetzt Worte ausdenkt bzw. Abkürzungen für jene bildet, die ihm noch zu schwer zum Aussprechen sind. Zum Beispiel nennt er den Kinderwagen „Kiki“ und sagt anstelle von ALLEINE immer „Lalei“. Beides finden wir alle – inklusive der Mausemaus – so mega süß, dass wir die Worte längst übernommen haben. Ja, das ist falsch. Der Kleine soll es schließlich richtig lernen. Aber was sollen wir denn machen, wenn seine Version einfach schöner ist??? :D
Von den Wortschöpfungen mal abgesehen, scheint ihm sehr viel daran gelegen, mir und allen anderen schon bald einen umfassenden Knopf an die Backe quatschen zu können. Im Moment bildet er verstärkt 4-Wort-Sätze und ich bin jedes mal völlig baff, wenn ich so etwas aus dem Munde meines BABYS höre! Es ist einfach krass, wie rasant diese kleinen Kindergehirne Synapsen verknüpfen und für Feuerwerk in der Hütte sorgen.
Schlaf-Elend: Wenn man mal von der einen Nacht absieht, in der er – offenbar versehentlich – vier Stunden am Stück geschlafen hat, kann ich medium-begeistert verkünden: Er schläft immer noch mies und wird immer noch ständig wach; während meiner normalen Schlafenszeit von ca. 23:00 bis 6:30 Uhr durchschnittlich 4 x. Manchmal öfter. Also von mir aus könnte das jetzt langsam besser werden. ECHT JETZT!!!  

MAMA-STATUS:

Körper: Ich hatte zwar nicht das zweifelhafte Vergnügen, den Magen-Darm-Infekt des Krümelchens mitzunehmen, geschlaucht hat mich die letzte Woche aber dennoch. Ich bin es ja gewohnt, wenig zu schlafen … aber das grenzte über Tage an GAR NICHT und das macht mich dann doch etwas unleidlich. Davon abgesehen hat mir der Umstand, dass ich mich rund um die Uhr sehr, sehr aktiv um des Söhnchens Wohlbefinden kümmern musste, ulkigerweise Verstopfung eingebracht. Ist halt so: Wenn man als Mama keine Zeit hat, aufs Klo zu gehen, dann muss man eben auch nicht. Kennt man ja auch von Festivals, wenn man plötzlich nicht mehr „Groß“ muss, weil die Toiletten-Situation einfach zu widerwärtig ist ;) . Festival-Verstopfung ereilt also auch Mütter. Warum auch nicht?!
Ansonsten geht’s mir aber gut. Überrascht habe ich nach dem Urlaub in Dänemark festgestellt, dass ich so gut wie gar nicht zugenommen habe … und entschied mich offenbar unterbewusst, dass dann eben zu Hause nachzuholen. Ja, Scheiß drauf. Es ist Sommer und der Trend geht zum Oversize-T-Shirts. Passt ausgezeichnet zusammen! :D
Und sonst so: Ich als großer Alltags-Fan versuche es gerade zu verkraften, dass nach dem Urlaub nur zwei Wochen wohlige Gleichtönigkeit herrschten, bevor in der Kita die Ferien „ausbrachen“! Aber ich freue mich natürlich auch total über diese weitere Extra-Familienzeit, die sich uns dadurch bietet, obwohl ich die möglicherweise etwas mehr genießen würde, wenn der Mann an meiner Seite stände, um MIT zu genießen. Aber der mag ja lieber arbeiten ;) .

Je älter der Krümel wird, desto stärker wird sichtbar: Er und seine Schwester sind ein echtes Dream-Team. Ich schmelze wirklich jeden Tag dahin, wenn das noch völlig verknautschte und eigentlich absolut morgen-muffelige Söhnchen plötzlich strahlt, als wäre die Sonne aufgegangen, nur weil ich sage: „Ich glaube, die Ella ist auch schon wach!“ Und dann fallen sie sich in die Arme, als hätten sie sich wochenlang nicht gesehen. Hachz, schöner geht ja wohl kaum. Trotzdem leben wir hier nicht ausschließlich in einer mit Feen-Glitter bestäubten Geschwisterbeziehungssituation, ABER ich habe schon das Gefühl, dass die beiden sich ganz besonders gut verstehen. Die Mausemaus kümmert sich wirklich oft sehr rührend um ihren kleinen Bruder und dessen Bedürfnisse, verzeiht ihm unheimlich schnell, wenn er mal doof war und würde ihn – wenn ich es zuließe – den Großteil des Tages im wahrsten Sinne auf Händen tragen. Und was den Krümel angeht: Er LIEBT sein „Vorbild“, hält sie mit absoluter Sicherheit für eine Göttin und wird höchstwahrscheinlich stinksauer und gleichzeitig sehr betrübt sein, wenn sie nach den Ferien wieder in die Kita geht und deshalb nicht mehr den GANZEN Tag mit ihm spielen kann. Ganz ehrlich: Ich bin unglaublich dankbar dafür, dass sich meine Kinder (noch) so gut verstehen, dass das Konkurrenzdenken (noch) kaum spürbar ist und sie jeden Tag mehr und intensiver GEMEINSAM die Welt entdecken. Genau so wünscht man es sich doch als Eltern, wenn man sich für ein weiteres Kind entscheidet. Deshalb hoffe ich, dass es noch einige Zeit so bleibt, bis sie in den (ebenfalls ganz normalen) Geschwistermodus des sich-gegenseitig-Klötze-an-den-Kopf-werfens rutschen. Von dem, was mich bzw. sie in der Pubertät an „Beziehungs-Tücken“ erwartet, mal abgesehen.

Das witzige an Kindern ist ja, dass sie, in dem Moment wo man sich als Mutter oder Vater mit einem Status Quo angefreundet oder abgefunden hat, auf einmal alles ändern. Nur so zum Spaß, denke ich manchmal, oder schlicht zum Eltern-ärgern. So wird es mit der innigen Geschwisterliebe sein und so WAR es mit dem heftigen Dusch-Hass des Krümels. Denn der ist plötzlich weg. An einem Tag ging er noch unter größtmöglichem Gebrüll dem „Wassertod“ entgegen, nur weil ich SAGTE, dass ich ihn denn jetzt gerne mal waschen würde. Am anderen kommt er nicht schnell genug aus der Windel, um mit der großen Schwester zusammen eine halbe Stunde unter der Brause zu stehen. WIESO??? Seit Monaten haben wir echt alles versucht, um ihm die Nass-Nummer etwas mehr ans Herz zu legen … aber nichts. Er hat uns und die Mausemaus immer abblitzen lassen und empört gegen die Wanne gepinkelt. Doch plötzlich geht es nicht nur, er LIEBT es direkt. Echt, manchmal versteh ich den Kram nicht, der den kleinen Menschlein so durch die Birne wabert! :D

Apropos Birne: Ich habe mich erstmals an seine süßen, weichen Haare gewagt … mit einer Schere. Es musste leider sein, weil der arme Flo kaum mehr was gesehen hat und sich im Nacken die Tentakeln eines Baby-Vokuhila’s breitmachten. Und als mir eine Freundin stolz ihr Söhnchen mit gekürztem Haupthaar präsentierte, dass sie unter Anleitung durch ein YouTube-Video geschnitten hatte, dachte ich (natürlich): DAS kann ich auch. Überraschenderweise war dem dann tatsächlich so :D

Alles in allem läuft es aktuell also recht gut bei uns bzw. beim Krümelchen. Einzig sein Gemütszustand nach dem Mittagsschlaf lässt etwas zu wünschen übrigen, denn der ist wahrlich unterirdisch!!! Der junge Mann pennt, wird wach und brüllt knapp 20 Minuten wie am Spieß. Nur so, ohne erkennbaren Grund. Dann ist es auf einmal vorbei und wir können essen. Tja, manchmal steckt man als Mama nicht drin, kann nur zugucken und abwarten, was als nächstes passiert. Vielleicht sollte ich mich DA langsam mal dran gewöhnen! ;)

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4 Kommentare für “Krümel-Chroniken: 22. (Lebens-)Monat

  1. So schön … unser Murmellinus ist nun auch schon 21 Monate und ich kann vieles nachvollziehen, auch die Wortschöpfungen: bei uns ist es Lola=Nudeln, Mate=Tomate, Lone=Melone und Larli=Charly (unser Kater).