Geburtsberichte
(Leser-)Geburtsberichte

Josy erzählt

ET für meine Tochter war 5.2.2008, ein Dienstag.
Da sie unser erstes Kind ist, lagen wir jungen Menschen am Sonntag davor bis Mittag im Bett.
Beim Aufstehen bemerkte ich die leichte Pfütze unter mir auf der Matratze. Peinlich berührt, aus Angst, die Blase nicht mehr halten zu können, verschwand ich im Bad. Allerdings stoppte das Wasserlassen nicht. Nach kurzem Nachdenken, öffnete ich die Tür und rief, die Fruchtblase sei geplatzt. Kurz darauf stand mein Freund außer Atem mit großen Augen voller Glück und Panik vor mir. Er zog sich an und lief ins Erdgeschoss (wir wohnten im Dachgeschoss seines Elternhauses). Als ich wenig später die Treppe hinunter kam, empfingen mich die Schwiegereltern mit: “Oh, wie schön, es geht los! Jetzt aber schnell ins Krankenhaus!” Den Hormonen sei Dank, entgegnete ich schnell, ich wolle erst duschen und was essen :). So zogen sich die Stunden bis wir loskamen bis in den Nachmittag. Mit dicker Jogginghose und noch dickerem Handtuch in dieser Hose fuhren wir ins 10 km entfernte Krankenhaus. Dort angekommen, rief ich meine Hebamme an. Diese war nur leider auf Familienausflug und würde nicht vor spät Abends zurück sein. Nach Ultraschall und CTG lag ich nun bis in die späten Abendstunden in meinem Zimmer. Muttermund geschlossen, keine Wehen in Aussicht. Der Vater wurde gegen 22.00 Uhr nach Hause geschickt, wenn es losginge, würde er benachrichtigt werden. Ansonsten soll er gegen 7.00 Uhr morgens kommen um bei der Einleitung dabei zu sein. Ich lag also gelangweilt und gleichzeitig aufgeregt in meinem Bett. Morgen würde ich Mama sein. Welch großartiger und gleichzeitig unwirklicher Gedanke. Wow!
Um 01.03 Uhr riss mich eine Wehe aus meinen Gedanken. Die war stark. Das hab ich mir so nicht vorgestellt. Ok, kurz abwarten, die Minuten zählen. Um 01.09 Uhr die nächste. Ok, das sind wirklich Wehen. Ich versuche ruhig zu atmen, stehe auf, lehne mich ans Bett und betätige die Klingel. Als die Nachtschwester ins Zimmer kommt, lehne ich vollkommen außer Atem am Bett. Sie rief sofort die Hebammen (sowohl die diensthabende als auch meine) an und begleitete mich ins Wehenzimmer. Nach kurzer Untersuchung durch die diensthabende Hebamme wurde der Muttermund auf 2 Zentimeter geschätzt. Ob ich zur Schmerzstillung noch in die warme Wanne möchte?! Ja, natürlich! Den Freund telefonisch zwischen zwei Wehen erreicht (nicht, dass er sich Sorgen macht) und eine letzte Kontrolle, während das Wasser bereits in die erhoffte Wanne läuft. Oh, Frau Josephine, der Muttermund ist vollständig geöffnet. Wir gehen jetzt in den Kreißsaal und sie bekommen Ihr Baby.
Moment, so viele Fragen. Wo ist mein Freund? Warum schaffe ich die Wanne nicht mehr? Wo ist meine Hebamme? Ok, eins nach dem anderen. Der Anruf beim Freund ist gerade 5 Minuten her, er kommt gleich. Die Geburt steht unmittelbar bevor, und da ich auf eine Wannengeburt verzichtet habe (wie doof von mir) darf ich zur Geburt nicht herein. In dem Moment kommt meine Hebamme um die Ecke. Puh, ok, wenigstens ein bekanntes Gesicht. Auf dem Weg vom Wehenzimmer zum Kreißsaal hatte ich zwei Wehen. Alle Frauen auf der Station taten mir leid, ich muss grässlich laut gewesen sein. Im Kreißsaal angekommen, wurde ich aufs Bett gelegt. In dem Moment erschien der Vater, sein Glück auch. Nach den Wehen auf dem Flur dürfte jeder seinen Namen kennen. Ich habe ihn nämlich lauthals verflucht weil er so trödelt. Da lag ich nun und presste und presste. Und ich flehte nach Schmerzmitteln. Alles was ich bekommen könnte, würde nicht mehr rechtzeitig wirken. Na danke.
Um 2.23 Uhr war mein Mädchen da. Die Hebamme trug noch ihren schönen, weißen Pulli, denn sie hatte es nicht geschafft, sich umzuziehen. Der Kinderarzt war darüber erstaunt, dass ich “fertig” war, bevor er da war. Alle Fingerchen und Zehen waren da, sie war einfach nur wunderschön. Das erste Mal schrie mein Mädchen, als ihr Vater sie mit eiskalten Händen (es war Februar) badete. Mein Rosenmontagskind ❤️

Diesen schönen Geburtsbericht hat Josy geschrieben :)

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