Neu Rabenmutter 2.0

Ist die Beziehung bereit für ein Kind?

Sind wir bereit für ein Kind? Stimmt unser Umfeld? Ist es der rechte Zeitpunkt, unsere Leben so gänzlich zu verändern? Diese und viele weitere Fragen geistern Paaren im Kopf herum, wenn sie einen gewissen Punkt in ihrer Beziehung erreicht haben … zum Beispiel den, an dem sie sicher sind, dauerhaft zusammen bleiben zu wollen. Oder auch den, an dem das Generve und Gedrängel von Verwandten unüberhörbar wird, wann denn nun endlich der langersehnte und in IHREN Augen zwingend notwendige Nachwuchs auf der Bildfläche erscheint. ODER auch, wenn’s einfach passiert ist – und man sich plötzlich einer Entscheidung gegenüber sieht, die man vielleicht erst viel später (oder auch früher) fürs eigene Leben „eingeplant“ hatte. Egal, wo man gerade steht: Der Schritt, JA zu einem Kind und damit zu der vielleicht größten Veränderung für eine Partnerschaft zu sagen, ist eigentlich keiner, den man mit dem Fokus auf dem Kopf gehen kann (obwohl wir es wohl alle schon mal versucht haben ;) ), sondern einer, der in erster Linie sein GO vom Herzen benötigt. Und wann das kommt, ist manchmal echt eine Überraschung! :D

Du hast keine Lust oder Zeit, zu lesen? Dann scrolle einfach bis zum Ende des Textes runter und hör dir den PODCAST an!  

Manchmal beginnt es ganz unverhofft

Als Kind dachte ich, Babys „ergeben“ sich förmlich, wenn man als Pärchen soweit ist – ein wenig so wie im Märchen, nachdem der Satz UND SIE LEBTEN GLÜCKLICH BIS AN IHR ENDE fiel. Später dann ging ich sehr verkopft an das Thema heran, fragte mich bei jedem Partner, ob DER es wohl sein würde, ob er dauerhaft passen könnte, ob wir genug Geld verdienen und den richtigen (Wohn-)Ort für all das finden würden. Und ehrlich gesagt, stellte ich mir diese Fragen meist ziemlich am Anfang einer Beziehung, weil ich meine Zeit nicht verschwenden und schlimm enttäuscht werden wollte. Wurde ich natürlich trotzdem. Das gehört bei den meisten Menschen eben einfach dazu.

An dem Tag, als ich dann tatsächlich den richtigen Mann traf, hatte ich keine Ahnung. Im Gegenteil. Wir kannten uns schon lange via Internet, da wir uns irgendwann einmal über eine Job-Plattform vernetzt hatten, um ggf. mal zusammen zu arbeiten. Dem „privaten“ Treffen stimmte ich nur zu, weil ich gerade erst wieder Single geworden war und mir jede Ablenkung recht kam. Um die Fronten direkt zu klären bzw. sehr deutlich zu signalisieren, dass ich NICHT an mehr als ein bisschen Party machen interessiert war, nahm ich eine Freundin mit und enthob die Verabredung damit dem Date-Status. Dachte ich jedenfalls. Denn der Mann nahm den Umstand, dass ich noch jemanden mitbrachte, ganz anders auf, als von mir geplant: „Klasse, das wird ein Dreier!“ schoss es ihm durch die bereits angetrunkene Birne, was definitiv nicht das war, was MIR vorschwebte. :D Glücklicherweise behielt er seine „Vorfreude“ aber für sich und amüsierte uns stattdessen mit anderem verbalen Schwachsinn, der meine Freundin beinahe in die Flucht trieb („EY, der ist völlig bescheuert, lass uns abhauen!“), mich aber zum Lachen brachte. Wir blieben also. Und das war unser Anfang – der Abend, an dem der zukünftige Vater meiner Kinder in mein Leben trat. <3

Nachdem er mich liebevoll (und vor allem penetrant) von der Idee überzeugt hatte, dass wir ein gutes Paar abgeben würden, lief es die ersten Monate sehr gut, dann einige Wochen ganz mies (Männer, ey) und dann wieder so ausgezeichnet, dass wir uns daran machten, eine gemeinsame Wohnung zu finden. In Köln ja grundsätzlich gar nicht so einfach; in Kombination mit unseren Erwartungen an das neue Domizil allerdings beinahe unmöglich. Dennoch: Nach ein paar Monaten unaufhörlicher Sucherei, hatten wir endlich die (ziemlich teure) Bude unserer Träume gefunden und bezogen. Und prompt – wie das mit Murphy, dem Affenarsch von Wegbegleiter nun mal so ist – verlor erst der Mann seinen Job und dann ich. ES LIEF HERVORRAGEND!!! Als ich in dieser Phase auch noch erfuhr, dass ich eventuell nie Mutter würde, weil ich bereits mit einem Bein in den Wechseljahren stehen könnte (liegt in der Familie), ging mir der Arsch so dermaßen auf Grundeis, dass ich nur noch heulte – erst im Büro meines Noch-Arbeitgebers, dann durchgehend auf der einstündigen Heimfahrt und zu Hause natürlich genauso.

Panik-Moment als Startschuss

„Himmel, was ist los mit dir? Ist jemand gestorben“, fragte der Mann besorgt, als ich völlig verquollen im Wohnzimmer stand.
„NEIN,“ schluchzte ich, „aber vielleicht kann ich keine Kinder mehr bekommen, weil ich meinen Einsatz verpasst habe und es jetzt schon zu spät ist!“
„Öhm, ok … willst du denn Kinder mit mir?“ fragte er.
„Na klar, du Vollidiot! Was denkst du denn!?“ brüllte ich verzweifelt … und angenervt von so einer selten dämlichen Frage.
„Dann lass es uns einfach versuchen. Jetzt. Setz die Pille ab – wir starten!“
Huch … damit hatte ich nicht gerechnet. Ich war völlig perplex, faselte das klassische Zeug von geplanten Urlauben und verlorenen Jobs und falschen Zeitpunkten. Doch er zuckte nur die Schulter und meinte: „Ach, dass wird schon alles. Ich finde einen neuen Job und Urlaube laufen nicht weg. Außerdem: Was für ein größeres, gemeinsames Abendteuer könnte es geben, als ein Kind zu bekommen. Wir machen das jetzt einfach!“

Und so fiel die Entscheidung, dass wir versuchen wollten eine Familie zu gründen. Frisch zusammengezogen und ohne Jobs in der Tasche. Dafür mit umso mehr Hoffnung, Mut und Liebe im Gepäck. Nie habe ich etwas bekloppteres gestartet, nie habe ich meine Vorbehalte beherzter in den Wind getreten, nie habe ich mich verwegener gefühlt. Es war verrückt … und definitiv einer der besten Momente meines Lebens.

Es hat nur wenige Monate gedauert, bis ich wusste, dass ich NOCH NICHT in den Wechseljahren steckte und kurz danach dann schon tatsächlich schwanger war, doch ich empfand diese Zeit emotional als wahnsinnig stressig. Der Mann jedoch blieb cool. Wie er vorausgesagt hatte, saß er beruflich ziemlich flott wieder im Sattel (er hat da aber auch echt immer Schwein), machte mir Weihnachten sehr aufgeregt einen Heiratsantrag und bettete unsere gesamte Beziehung und Zukunft so mal eben schnell in einigermaßen trockene Tücher. Nie im Leben hätte ich das geahnt, als ich ihn damals das erste Mal traf und er mit seiner manchmal völlig irren Art beinahe meine Freundin vergrault hätte. NIE IM LEBEN!!! Und doch … sind wir jetzt hier … als Paar, als Familie. <3 :D

Was ich mit dieser ganz persönlichen Geschichte sagen will: Alles findet sich, wenn es soweit ist. Es gibt wirklich keinen PERFEKTEN Zeitpunkt für eine Familiengründung und an den Menschen, die wir frisch kennenlernen, klebt leider kein Zettel mit allen Antworten auf die Fragen der eventuell möglichen, gemeinsamen Zukunft. Manchmal brauchen wir Geduld, Hoffnung auf jeden Fall, Mut sowieso und ein bisschen Abenteuerlust wohl auch. Denn wann und mit wem wir im Endeffekt Kinder in die Welt setzen, ist nicht planbar, sondern oftmals eine irre Überraschung. Und mal ganz im Ernst: DAS ist doch wirklich fantastisch so! :D <3

▼ Jetzt den PODCAST anhören!  ▼

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

2 Kommentare für “Ist die Beziehung bereit für ein Kind?

  1. Ach, das ist süß^^
    Aber im Ernst, hätte mir vor Jahren jemand meinen Mann vor die Füße gestellt und gesagt : “Das wird der Vater deiner Nachkommen.” – ich hätte ihn ausgelacht. Lang, laut und unbarmherzig. Aber es kütt, wie es kütt und wo die Liebe hinfällt, wachsen Kinder.