Geburtsberichte
(Leser-)Geburtsberichte

Leser-Geburtsbericht: Valeska erzählt

Kurz zu mir, ich heiße Valeska, bin jetzt 34 Jahre alt und lebe in einer kleinen Stadt in NRW. Die Schwangerschaft mit meiner ersten Tochter verlief schön unspektakulär, alles war bestens. Natürlich wurde ich immer nervöser je näher der errechnete Termin kam, aber ich machte mich auch wegen der bevorstehenden Geburt nicht verrückt. Es würde schon alles gut gehen.
Der ET kam und es tat sich nichts. Also wurde ich engmaschig (alle 2 Tage) beim Gynäkologen überwacht, am achten Tag meinte mein Arzt “Wenn in den nächsten zwei Tagen nichts passiert treffen wir uns im Krankenhaus und leiten ein.” Völlig unbedarft hab ich zugestimmt und mir auch weiter keine Gedanken gemacht. Wir sind nach Hause gefahren, die Krankenhaustasche wurde fertig gepackt und alles war gut.
Doch dann habe ich den großen Fehler gemacht und nach “Geburtseinleitung” gegoogelt. Alles was ich fand waren schreckliche Berichte über Sturzgeburten, Wehenstürme, tagelanges Warten und anschließendem Kaiserschnitt. Es wurde sogar dazu geraten nicht abzuwarten bis man im Krankenhaus eingeleitet wird, sondern zu Hause einen eigenen Wehencocktail zu mixen um der schrecklichen Erfahrung im Krankenhaus aus dem Weg zu gehen. Mein Mann hat mir den Laptop dann kurzerhand weg genommen und ein Googelverbot ausgesprochen – dafür bin ich ihm immernoch sehr dankbar :)
Sonntagsmorgen sind wir dann also ins Wunschkrankenhaus gefahren, ich wurde aufgenommen und schon gab es die erste Tablette zur Einleitung. Alle paar Stunden sollte ich mich im Kreissaal melden um ein CTG zu machen. Die Schwestern und Hebammen waren sehr nett, alles lief ohne Stress ab. Mittags und Abends gabs jeweils noch eine Tablette, mein Mann ist nach Hause gefahren und ich ging schlafen (so gut man im Krankenhaus halt schlafen kann).
Und nachts ging es los. Wann und wie die Wehen einsetzten kann ich gar nicht sagen, ich konnte weder die Länge noch die Abstände messen weil ich zwischen den Wehen immer wieder eingeschlafen bin. Natürlich weder tief noch fest, aber ich fand es überhaupt nicht anstrengend. Es fühlte sich noch gar nicht wirklich nach Wehen an. Zum Frühstück gab es Brot und noch eine Tablette. Die Wehen wurden stärker und kamen schneller, ich telefonierte mit meinem Mann und sagte ihm das es schon ganz schön weh tun würde. Seine charmante Antwort darauf war “das wird noch schlimmer”.
Gegen 9:30 Uhr bin ich zum Kreissaal rüber gegangen (allein und ohne auf der Station bescheid zu geben, es war ja noch nicht so weit und zur Kontrolle ging ich ja auch allein) weil die Wehen und Schmerzen doch schon deutlich mehr wurden. Die diensthabene Hebamme untersuchte mich, fragte ob ich eine Spritze gegen die Schmerzen haben wollte und tastete nach dem Muttermund. Wie weit er schon geöffnet war kann ich gar nicht mehr genau sagen (ich glaube 8 cm), auf jeden Fall wurde ich gefragt wo denn mein Mann sei, der sollte ja dabei sein. Da erst wurde mir bewusst das es jetzt wirklich losging. Also wurde der zukünftige Papa angerufen und er machte sich auf den Weg ( mehr als 50 Minuten Fahrzeit liegen zwischen seiner Arbeitsstätte und dem Krankenhaus, und der Göttergatte hatte auch noch die Ruhe kurz nach Hause zu fahren um sich umzuziehen).
In der nächsten Stunde wurde ich von der netten Hebamme begleitet, bekam eine PDA gelegt die dann doch nicht zum Einsatz kam und habe jedes Mal wenn es an der Kreissaaltür geklingelt hat gehofft mein Mann sei endlich da. Gegen 11 Uhr stand er endlich neben mir. Die Schmerzen waren unbeschreiblich, aber um mich herum war alles ruhig. Keine gestressten Ärzte die von einem Kreissaal in den nächsten geschickt wurden, eine Hebamme die das Kommando übernahm, mein Mann an meiner Seite. Irgendwann sagte der Arzt zu mir “Wenns am meinsten weh tut, dann müssen Sie weiter pressen, sonst sind wir morgen noch hier”. Und dann war unsere Tochter plötzlich einfach da, es war 11:25.
Natürlich weiß ich inzwischen, das ich eine sehr einfache und unproblematische Geburt erlebt habe. Aber ich möchte diese schöne Erfahrung gern mit anderen werdenden Müttern teilen um vielleicht die Angst vor einer Einleitung zu minimieren.
Diesen schönen Geburtsbericht hat Valeksa geschrieben :)

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