Geburtsberichte
Leser*innen-/Geburtsberichte

Leserin-Geburtsbericht: Sandra J. erzählt (2. Geburt)

Geburt in Zeiten von Corona, oder: wieder alles anders als erwartet.
Knapp drei Jahre nach dem ersten hielt ich im September 2019 wieder einen positiven Schwangerschaftstest in der Hand und wir freuten uns riesig auf unser zweites Kind. Im Januar 2020 erfuhren wir, dass es diesmal ein Mädchen wird und die ganze Familie stand Kopf! Die Schwangerschaft war diesmal anstrengender, weil ich einige Male dick erkältet war und weil natürlich trotzdem der Große nicht zu kurz kommen sollte, aber trotz allem wieder schön und alles verlief normal. Doch dann kam „Corona“ und plötzlich war alles anders…
Zum dritten Ultraschall musste ich alleine, da keine Begleitung in die Arztpraxis durfte. Dazu immer neue Einschränkungen und Vorschriften in den Krankenhäusern bzw. völlige Ungewissheit, welche Maßnahmen gelten könnten. Darf mein Mann überhaupt mitkommen? Muss ich während der Entbindung eine Maske tragen (eine Horrorvorstellung für mich!)? Doch dann eine erste Erleichterung: das Vorgespräch im Krankenhaus würde stattfinden! Ich wollte nämlich hebammengeleitet entbinden, also so zu sagen eine Hausgeburt im Krankenhaus. Beim Vorgespräch die nächste Erleichterung: egal, wie die Vorschriften zum Zeitpunkt der Entbindung sein würden, niemand würde mich zwingen eine Maske zu tragen.
Nachdem beim Großen die Geburt so schnell verlief (keine Anzeichen, dass es bald los geht, dann Blasensprung und 3,5 Stunden später war er da) waren wir diesmal darauf vorbereitet, beim kleinsten Anzeichen sofort ins Krankenhaus zu fahren. Außerdem kam er zwei Wochen vor ET, weshalb wir gespannt waren, ob sich die kleine Schwester auch zeitig auf den Weg machen würde. Doch es tat sich… Nichts!
Da der ET ein Feiertag war (ausgerechnet Vatertag) musste ich an dem Tag mittags ins Krankenhaus zur Kontrolle. Alles super, aber kein Anzeichen für eine baldige Geburt. Da inzwischen erste Maßnahmen gelockert worden waren, waren wir abends bei meinen Eltern zum Grillen. Das Essen war gegen 18 Uhr gerade fertig, da macht es Plopp und die Fruchtblase platzt! Also schnell was gegessen, um bei den ersten Wehen sofort ins Krankenhaus fahren zu können (immerhin konnte der Große gleich bei Oma und Opa bleiben). Aber es kamen keine Wehen. Nach 2 Stunden rief ich im Kreißsaal an, um das weitere Vorgehen zu klären und sie wollten, dass ich sofort komme. Aber ohne Wehen durfte mein Mann wegen Corona natürlich nicht mit da bleiben. Und das war eine Situation, die wir beide befürchtet hatten.
Doch im Krankenhaus schickten die Damen vom Empfang meinen Mann ganz entspannt mit zum Kreißsaal, damit er mir die Kliniktasche rauf tragen konnte (er musste natürlich Fieber messen und seine Daten hinterlegen). Im Kreißsaal angekommen waren die Hebammen ebenfalls ganz entspannt und erlaubten ihm zu bleiben, bis sie mich untersucht hätten. Und tatsächlich war der Muttermund schon 3cm geöffnet, was für die Hebammen das Zeichen war, dass die Geburt los ging! Somit durfte mein Mann endgültig bleiben!! Was eine Erleichterung für uns beide! Wurden dann erstmal auf der Station spazieren geschickt (raus durften wir nicht, wegen Corona…) und später durfte ich in die Badewanne. Obwohl die Hebamme dachte, dass die Kleine vielleicht gleicht dort kommt hörten die Wehen plötzlich auf. Also sollten wir erstmal 1-2 Stunden schlafen, es war da schon nach Mitternacht. So viel zum Thema das zweite Kind kommt schneller! Doch kaum im Bett ging es richtig los! Blöderweise waren die Wehen deutlich heftiger als beim ersten Kind, aber mein Mann und die Hebamme unterstützten mich super. Und um 2:34 Uhr war die Kleine da! Kaum lag sie auf mir wollte sie auch schon trinken. Jetzt durften wir ganz viel kuscheln, bevor sie gemessen, gewogen und untersucht wurde. Da alles in Ordnung war, konnten wir wie auch beim großen Bruder vormittags schon wieder nach Hause gehen. Somit war die Geburt trotz Corona so, wie ich sie mir gewünscht habe. Nur lief auch diesmal wieder alles völlig anders, als gedacht: nicht früher, schneller, einfacher, als beim ersten Kind. Aber jede Geburt und jedes Kind sind anders und für mich/uns war es beide male perfekt!
Diesen spannenden Geburtsbericht hat Sandra J. geschrieben :)

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