Geschwister-Chroniken
Geschwister- und Krümel-Chroniken Neu

Geschwister-Chroniken: Teil 1

Ich habe euch gefragt und ihr habt entschieden: Ab jetzt werden die Krümel-Chroniken zu Geschwister-Chroniken, damit ich auch regelmäßig ein bisschen von der Großen, der Mausemaus, erzählen kann. Und natürlich von dem, was diese Geschwister-Nummer eigentlich ausmacht: das Zusammen-Spiel der beiden <3

Du hast keine Lust oder Zeit, zu lesen? Dann scrolle einfach bis zum Ende des Textes runter und hör dir den PODCAST an!  

SÖHNCHEN-STATUS:

Körper: 3 JAHRE 1 MONAT
Das Krümelchen ist jetzt 97 cm groß und wiegt dabei – mit voller Windel ;) – laut meiner zu mir ja immer recht unhöflichen Digital-Waage knapp 16 Kilo. Gerade im Moment fällt mir wieder verstärkt auf, dass sich so gut wie kein Babyspeck mehr an seinem Körperchen befindet und er so langsam ähnliche Formen wie seine Schwester annimmt: Lang und drahtig … mit großen Füßen. Der kleine Mann füllt seinen 28er Schuh nun beinahe komplett aus, was ich schon echt krass finde im Vergleich mit den „Tretern“ seiner Freunde, die oft deutlich kleiner sind. Aber ok – so fällt er wenigstens nicht um. ;)
Können/Verhalten: Man sagt ja immer, dass die Kita bzw. die Fremdbetreuung unter mehreren Kindern den eigenen Nachwuchs verändert. Meist positiv, aber natürlich nicht immer. Ich empfinde es durchaus so, dass er in seiner Entwicklung gerade große Sprünge nach vorn macht: Er wird etwas selbstbewusster und mutiger, öffnet sich auch anderen Menschen und spielt noch intensiver. Aber ich sehe auch, dass er wilder wird, bockiger und lauter, weil er sich plötzlich nicht mehr nur gegen EIN anderes Kind durchsetzen muss, sondern gehen 20. Das ist schon eine enorme Veränderung und so ganz ist er in dieser neuen Situation auch noch nicht angekommen. Er klammert sich vor- und nachher verstärkt an mich – und das nicht im übertragenen Sinn, sondern wirklich … auch nachts. Völlig ok, finde ich, denn ich brauche das irgendwie auch, schließlich ist es auch für mich ein großer Schritt, ihn jeden Tag (für aktuell erst einmal nur drei Stunden) abzugeben. Wir sind also auf einem gemeinsamen Schmuse-Level. <3

TOCHTER-STATUS:

Körper: 6 JAHRE
Ich kann es gar nicht fassen, dass mein erstes Kind nun schon ganze 6 Jahre alt ist. 6!!! Wahnsinn. Wann ist das denn passiert?! Habe ich sie nicht gerade erst frisch geschlüpft im Arm gehalten??? Offenbar nicht, denn meine Mausemaus ist unglaubliche 128 cm groß, wiegt bleischwere 22 Kilo und füllt die Schuhgröße 33. Irre. Ihren ersten Milchzahn hat sie auch bereits verloren, was mich tatsächlich wehmütiger stimmte, als ich dachte. Dieser erste Zahn hat uns damals so viele Nerven gekostet und jetzt ist er einfach weg. Tja, so muss es eben sein. Und es dauert sicher nicht lange, bis die nächsten Zähnchen folgen und mir zeigen: Mein Baby wird nun richtig groß!
Können/Verhalten: All der mit Liebe gefüllten Wehmütigkeit, die ihr 6. Geburtstag bei mir auslöste, steht eines entgegen: Die Wackelzahn-Pubertät. Ich war bis vor kurzem fest davon überzeugt, dass es diese Phase im Leben der 5-7 jährigen gar nicht wirklich gäbe; es sich stattdessen um die Erfindung von verrückten, überforderten Eltern handeln würde. Mittlerweile sehe ich das etwas anders, denn: ES GIBT SIE DOCH, DIE WACKELZAHN-PUBERTÄT. UND SIE MACHT MICH FERTIG!!! :D
Ernsthaft: Wer hat sich denn diese Phase ausgedacht? Mein zuckersüß aussehendes Mädchen geht gefühlt alle halbe Stunde hoch wie eine Atombombe … und das wegen jedem Quatsch. Weil wir erwarten, dass sie BEIDE Arme in die Jacke steckt. Oder dass sie aufs Klo geht, wenn sie Pipi muss. Oder auch – das ist natürlich echt schrecklich – wenn sich mal nicht ALLES um sie dreht. Möglicherweise brauche ich schon sehr bald einen neuen Satz Nerven. Echt, ey!!!
 

MAMA-STATUS:

So alles in Allem: Ich gestehe: Aktuell laufe ich etwas am Limit. Ich habe ein Kind in der Trotzphase und eines in dieser vermaledeiten Wackelzahn-Pubertät. Soll heißen: Einer von beiden brüllt oder heult IMMER! Dazu die echt schwierige Eingewöhnung des Krümels in der Kita, eine Erkältung, die sich etwas in mir festbeißt und drum herum den normalen Alltags- und Arbeits-Wahnsinn.
Ich habe mir sehr lange arge Sorgen um das Söhnchen gemacht, ob das mit der Kita wohl jemals klappen wird und ob es meinem Kind dabei gut geht. Und jede Mama weiß, wie sehr solche Sorgen den Akku leersaugen können. Wenn dann noch mehr drauf kommt – Krankheiten oder Stress oder einfach eine stetig länger werdende to-do-Liste, weil man nix schafft – kann das schon mal zu einem dünnen Nervenkostüm führen, was sich irgendwann sogar in körperlichen Beschwerden äußert. In meinem Fall zum Beispiel eine zwei Wochen andauernde Zwischenblutung, die ich gerade zur Sicherheit noch beim Arzt abklären lasse. Hach ja, einfach mal eine Pause machen zu können, wäre manchmal schon recht nett. ;)

Ganz klar das Highlight unseres Monats war der 6. Geburtstag der Mausemaus, den wir auch tatsächlich mit ihren Freunden am Tag selbst feiern konnten, weil er auf ein Wochenende fiel. Da ich aber, wie gesagt, aktuell schon ordentlich „ausgelastet“ bin, habe ich versucht, den Aufwand dafür etwas in Grenzen zu halten. Wir haben nicht soooo viele Kinder eingeladen wie in den letzten Jahren, ich habe keine umfangreichen Spiele und/oder Schatzsuchen vorbereitet (brauchen die doch eigentlich eh nicht, weil sie lieber gemeinsam die Hütte abreißen ;) ) und mich schon sehr früh in der Planung dafür entschieden, am Abend einfach Pizza zu bestellen, anstatt für einen Haufen Rabauken zu kochen.
Eine Besonderheit gab es trotzdem: Da die Mausemaus gerade absolut im Pferde-Fieber ist (keine Ahnung, wie das passieren konnte!!!), entschied ich mich dafür, mit der Kinderschar Steckenpferde aus Schwimmnudeln zu basteln – mega Idee, wie ich fand, die ich auf Pinterest aufgetan hatte. :D Ich bereitete alles so weit vor, dass die Kinder nur noch Farben auswählen und Kleinigkeiten aneinander kleben müssten und hoffte, dass die Nummer nicht in völligen Wahnsinn ausbrechen würden, wenn wir mit den fertigen Pferdchen dann raus gingen. Es lief … naja … ganz ok zumindest. ;) Und es gab keine Verletzten. Das ist doch schon mal was. :D

Von diesem besonderen Tag mal abgesehen läuft es bei uns gerade etwas holprig. EIGENTLICH liebe ich es ja sehr, wenn unser Alltag sich in geordneten Bahnen bewegt, weil das den Kindern und auch mir ziemlich gut tut. Da die Eingewöhnung des Krümels aber doch etwas länger dauerte und auch emotional noch intensiver ausfiel, als ich geplant bzw. erwartet hatte, hängen wir im Moment etwas in der Luft und rudern uns von einem Tag zum anderen. Ich vermute, dass macht es uns allen nochmal etwas schwerer, mit den jeweiligen „Phasen“ zurecht zu kommen, die auch allein für sich schon ihren Tribut von uns als Familie fordern würden. Das Krümelchen entwickelt immer mehr einen sehr eigenen Kopf und lehnt sich (natürlich berechtigt) gegen die große, doch sehr dominante Schwester auf, was logischerweise ein „leichtes“ Konfliktpotenzial birgt. DAS gepaart mit ihrer Phase, der Wackelzahn-Pubertät, führt dazu, dass es meist schon vor dem Frühstück ordentlich kracht, die Mausemaus schmollend in ihr Zimmer stürmt und die Tür zuknallt, während das Krümelchen daran arbeitet, seine Tobsuchtsanfälle auf das nächste Level zu heben. Zugegebenermaßen empfinde ich diese Kombi vor meinem ersten Kaffee als etwas anstrengend. Aber: Machste nix. Da müssen wir jetzt alle durch. Trotzdem finde ich es schade, dass der Einsatz von Ohropax für Mütter genauso verpönt ist, wie dem Wunsch nachzugeben, selbst mal unter großem Geschrei und wilden Gesten aus dem Raum zu stürmen und sich im Schlafzimmer zu verstecken. Obwohl … eigentlich steht das doch nirgendwo geschrieben, oder? Vielleicht probiere ich das doch mal aus und schaue, wie die kleinen Damen und Herren hier so reagieren! ICH KANN DAS NÄMLICH AUCH!!! ;)

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PS: Wie immer freue ich mich, wenn ihr diese Text teilt! Danke! <3

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2 Kommentare für “Geschwister-Chroniken: Teil 1

  1. Nichts, absolut nichts ist verwerflich daran, in ein seperates Zimmer zu flüchten, die dort gebunkerten Naschi-Vorräte anzutasten, zwei Minuten durchzuatmen und dann zurück aufs Schlachtfeld zu gehen. Und du bist auch keine schwache/schlechte/abgrundtief moralisch verkommene Mutter, wenn du selber einfach mal sagst : Gleich geht mir der Hut hoch! Wir Mütter sind Menschen, unsere Kinder sind Menschen und wo Menschen sind, fallen Späne … oder so ähnlich :D