Chroniken 26
Geschwister-/Krümel-Chroniken

Geschwister-Chroniken: Teil 26

Diese Geschwister-Chroniken sind sozusagen eine Sonder-Edition … genauer gesagt: die Quarantäne-Edition. Denn die Kinder waren nur beide 14 Tage in Quarantäne und wir Erwachsenen aus verschiedenen Gründen mit ihnen zusammen. Um niemanden zu gefährden und natürlich auch, weil man Kinder in diesem Alter nicht einfach alleine zuhause lässt. Ich persönlich hatte große Angst davor, wochenlang mit den Kids nur drinnen zu hocken und ich muss nun sagen: War auch echt kacke!!! :D Aber wir haben es geschafft (vorerst) und hoffen nun, dass sich diese Erfahrung nicht wiederholt. :)

Du hast keine Lust oder Zeit, zu lesen? Dann scrolle einfach bis zum Ende des Textes runter und hör dir den PODCAST an!  

SÖHNCHEN-STATUS:

5 JAHRE, 2 Monate
Ich glaube, ich war noch niemals so dankbar für das grundsätzlich ja eher in sich ruhende Naturell des Söhnchens. Dieser kleine Floh kam und kommt mit Quarantäne-Situationen echt am besten von uns vieren klar. Er liebt es ja eh, mit uns allen zuhause zu sein und einfach so in den Tag zu plätschern, sich nicht richtig anziehen zu müssen und nur so vor sich hinzuspielen. Als wir das erste Mal nur für ein paar Tage drinnen bleiben mussten, fand er das richtig super! Erst nach einigen Tagen während der zweiten Runde – die dann halt auch für ihn fast komplett 14 Tage dauerte – zeichnete sich ab, dass es selbst ihm irgendwann genug war bzw. der kleine Geist und Körper eigentlich dringend mal draußen eine Runde hätte rennen müssen. Es ist eben doch krass Kacke, eine Quarantäne in einer Stadtwohnung ohne Garten auszuhalten … da sollte es für Kinder irgendwie Sonderregelungen geben; keine Ahnung, vielleicht abends eine Runde um den Block flitzen zu dürfen mit Maske und allem von mir aus. Aber eben etwas „Auslauf“.
Der Krümel wurde dünnhäutiger als sonst und weinte bei jedem noch so kleinen Ärgernis heftig oder schimpfte wie ein Rohrspatz. Er tat mir so leid. Während seine große Schwester natürlich schon viel deutlicher ausformulieren konnte, was ihr an der Situation alles auf den Senkel ging, fehlt ihm dafür noch die Reife, mal ganz davon abgesehen, dass er eben schlicht ein anderer Typ als sie ist und auch mit Stress anders umgeht.

Ich konnte also durchaus sehen, dass es anstrengend für ihn war, aber alles in allem hat er es dennoch top gemeistert. Er hat Zocken an der Konsole für sich entdeckt und DAS hat ihm, glaube ich, tatsächlich den kleinen Seelen-Arsch gerettet. UND natürlich seine liebste Spielgefährtin: seine Schwester. <3

TOCHTER-STATUS:

8 JAHRE, 1 Monat
SIE tat mir wirklich schrecklich leid. Die zwar schon große, aber ja immer noch kleine Mausemaus hat – für ein Kind – wirklich monatelang alles gegeben in Sachen Pandemie-Schutzmaßnahmen, hat sogar die Maske weitergetragen, als sie im Prinzip nicht mehr musste und sich auch sonst ohne Murren weiterhin an alle ja längst völlig verinnerlichten Regeln gehalten. Weil es Menschen gibt, die wir, die SIE, schrecklich liebhat und schützen wollte. Und doch hat sie sich dann mit Corona infiziert. Wir gehen davon aus, dass sie sich in der Schule angesteckt hat, weil es mehrere Fälle dort gab und auch einen in ihrer Klasse. Der Pooltest war nur eine Woche nach dem ersten wieder positiv; diesmal ausgelöst durch die Mausemaus. Ihre größte Sorge galt einer Freundin … dass sie diese möglicherweise angesteckt haben könnte. MEINE galt meinem Kind, dass hoch-fiebernd auf der Couch lag, mit starken Hals-, Kopf und Gliederschmerzen, während draußen der 11.11. gefeiert wurde und sogar Blaskapellen unter unserem Balkon entlangliefen. Es war schrecklich skurril und frustrierend, aber – so sieht es zumindest aktuell aus – die Spitze unseres ganz persönlichen Eisberges. Nach zwei Tagen richtig doof krank sein kamen noch ein paar schlappe hinterher, aber dann ging es der Mausemaus wieder besser und sie konnte sich darauf konzentrieren, die Quarantäne kacke zu finden. Und DAS tat sie! Im Gegensatz zu ihrem Bruder kann die Mausemaus nicht gut drinnen bleiben. Schon einen Tag ohne Spielplatz und Playdate ist in ihrer Welt ein verlorener Tag. Doch DAFÜR hat auch sie die Nummer echt krass tapfer durchgestanden. Sie hat viel ferngesehen, ja. Und viel auf der Switch gespielt, ja. Und leider wenig für die Schule getan, auch ja. ABER sie hat deutlich weniger gejammert und geschimpft, als ich erwartet hätte. Sie war unglaublich tapfer und ich bin unsagbar stolz auf dieses mega kluge und zauberhafte Mädchen. <3

MAMA-STATUS:

So alles in Allem: Witziger Typ, dieser Murphy. Ich kann mich da echt nur immer wiederholen. VERDAMMT WITZIGER TYP!!! Kaum sage ich, meine Akkus sind krass leer, holt Murphy tief Luft, lacht irre und schickt mich erstmal mit zwei Kindern und Mann für zwei Wochen in Quarantäne. Wobei … was BESONDERS Doofes ist das ja nicht, es geht schließlich gerade wahnsinnig vielen Familien so. Besser wird es dadurch nur leider nicht. Ich muss echt sagen: Ich liebe es ja normalerweise total in der Stadt zu wohnen, aber wenn man mit Kindern in Quarantäne muss, dann ist so ein kleiner Garten schon gut. Wahrscheinlich. Ich vermute es, denn wir haben ja keinen. ;) Ist echt klasse, was so 14 Tage Indoor mit kleinen Kindern und ihrem Engergie-Potenzial anstellen. Nicht. Muttis Nerven danken; die der Kinder aber natürlich noch mehr!!!

EIGENTLICH wollten wir uns diesen Monat wirklich um die Rückstellung kümmern … also, dass der Krümel nächstes Jahr noch nicht eingeschult wird. Ich habe alles vorbereitet und hatte natürlich auch einen Termin in der Schule zum Einschulungs-Gespräch, bei dem es in unserem Fall ums lieber noch nicht einschulen gehen sollte. Tja. Der erste Termin ist geplatzt, weil der Krümel ein bisschen Husten hatte (PCR negativ getestet) und in der Klasse der Mausemaus zum ersten Mal ein Kind positiv war. Der Ersatz-Termin musste dann aber auch ausfallen, weil zu diesem Zeitpunkt die Mausemaus dann das positive Kind war und wir schon alle in Quarantäne saßen. BÄM. Angeblich muss ich mir aber keine Sorgen machen, wurde mir versichert, es wäre noch Zeit, es gäbe noch eine Einschulungsuntersuchung für Kinder beim Gesundheitsamt, die eben nicht eingeschult werden sollten, und die Entscheidung würde dann ja eh die Schulleitung treffen und die wüsste ja schon ein bisschen, worum es geht. Also … ja nun, muss ich halt einfach abwarten. Die Zeiten sind schlicht chaotisch, nichts ist planbar und mein innerer Kontroll-Monk tanzt schon seit Wochen durchgehend Samba. Sich darüber auch noch verrückt zu machen, hilft jetzt nichts.

GRUNDSÄTZLICH waren die letzten Wochen genau das, wovor ich am meisten Angst hatte. Eines meiner Kinder hat sich mit dem Arschkrempen-Virus infiziert und ich konnte es nicht verhindern, obwohl ich seit 20 Monaten alles dafür getan habe, genau DAS zu tun. Ging aber nicht. Ich mag auch jetzt in diesem Kontext hier gar nicht mit dem Finger in irgendeine Richtung und auf potenziell „Schuldige“ zeigen, weil es zum einen gefühlt in diesen Text einfach nicht hineingehört und wir zum anderen gerade schlicht an einem Punkt der Pandemie stehen, wo sehr, sehr viele Eltern wie ich nur noch verzweifelt versuchen, einen Tag nach dem anderen zu schaffen, nicht durchzudrehen und unsere Kinder in den Arm zu nehmen, wenn der Drops gelutscht wurde und wir plötzlich infiziert in der Bude hocken.

DAS GUTE ist, dass sich niemand bei der Mausemaus angesteckt hat (so sieht es zumindest heute aus, an dem Tag, an dem ich das hier schreibe). Die Impfungen haben gehalten und der kleine Floh scheint auf den Virus zu scheißen. HA! Und: Wir als Familie haben wirklich ein mega Umfeld, auf dass wir zählen können. Menschen, die uns so liebhaben, dass sie im Kalten unter unserem Balkon rumstehen, um ein wenig zu quatschen, die für uns gekocht, gebacken und eingekauft, den Kindern Spielsachen geschenkt und ausgeliehen haben und ihnen immer das Gefühl gaben, nicht allein zu sein! Und on top bin ich ja auch noch in der wirklich außergewöhnlich glücklichen Lage, die weltbeste Online-Community zu haben … die ebenfalls keine Mühen gescheut hat, meinen Kindern, dem Mann und mir die Quarantäne zu erleichtern. Wir haben unzählige Pakete erhalten, liebe Grüße … ja, sogar Chips und Kaffee wurden mir geschickt. Ich bin wirklich dankbar. So sehr, dass ich es kaum in Worte fassen kann. Wir hier haben einfach totales Glück im Unglück gehabt. <3

PS: Wie immer freue ich mich, wenn ihr den Beitrag teilt <3

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2 Kommentare für “Geschwister-Chroniken: Teil 26

  1. Hast du die Infektion deiner Tochter der BG als Schulinfektion gemeldet? Das gibt für den evtl. Fall von Corona Folgen eine viel bessere Absicherung medizinisch und finanziell.

    1. Huhu,
      nein, hab ich nicht, da man ja dafür BEWEISEN muss, dass die Infektion in der Schule stattgefunden hat, was kaum möglich ist. Außerdem hat die Schule auch schon immer betont, man wisse ja nicht, wo sie sich infiziert hätte … obwohl ja ein Kind in der Klasse vorher positiv war. Aber eben nicht der Sitznachbar – und es wurde ja “entschieden”, dass man sich nur noch beim Sitznachbarn anstecken kann ;)