Milch Kälber Titel
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„Mama, was trinken wir eigentlich für eine Milch?“

Werbung / Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie mir irgendwann im Laufe der ersten Schwangerschaft jemand sagte: „Warte mal ab, wenn diese Phase beginnt, in der dein Kind gefühlt eine Frage nach der anderen stellt und du plötzlich zu Google persönlich mutieren musst!“ Damals kicherte ich darüber. Weil es zum einen in meiner Vorstellung eigentlich ganz lustig klang UND weil ich sicher war, diese Phase wäre auf eine bestimmte Zeitspanne begrenzt. Weil das mit den „Phasen“ der Kinder doch nun mal so ist … DACHTE ich eben. Mittlerweile bin ich schlauer; mittlerweile weiß ich, dass DAS nicht für alle Phasen gilt und das die Nummer mit der Fragerei nicht mehr aufhört, wenn sie denn erst einmal begonnen hat. Und das ist ja auch richtig so – Kinder wollen, müssen und dürfen Fragen stellen, denn sie wollen lernen, das Leben entdecken, wachsen … und das nicht nur körperlich. Also alles im Lack mit den ständigen Fragen zu wirklich allem und jedem! Ich bin stets bemüht, Antworten zu liefern und im besten Fall gemeinsam mit meinen Kindern dabei Neues zu erfahren. Denn Fakt ist: Wir Erwachsenen stellen leider oftmals viel zu wenig Fragen und klemmen uns aus eigenem Antrieb vielleicht auch gar nicht mehr so intensiv dahinter, Antworten zu bekommen. Mit liebevoller Penetranz helfen mir meine Kinder dabei, daran zu arbeiten. Mutti dankt. ;) Aber im Ernst: Es ist wirklich super, denn genau aus diesem Grund habe ich mich jetzt endlich mal mit dem Thema Milch beschäftigt und dabei krass viel gelernt! Vor Kurzem saß die Mausemaus nämlich abends mit ihrem Becher Milch auf der Couch, schwenkte die weiße Flüssigkeit sinnierend hin und her und fragte dann: „Mama, was trinken wir eigentlich für eine Milch? Also von Kühen, klar. Aber wie genau kommt die Milch aus der Kuh in meinen Becher? Und wie geht es den Kühen? Wo wohnen die eigentlich? Und ist Milch gesund für mich?“ Es war schon nach 20 Uhr, ich war krass müde und erstmal etwas perplex. So einfach wie früher lassen sich solche Fragen doch gar nicht mehr beantworten. Ich mein‘, heutzutage ploppen beim Wort MILCH doch in unseren Köpfen sofort Wörter wie Unverträglichkeiten, Preis-Leistungs-Verhältnis und sogar Klimakrise auf. Definitiv zu viel, um es mal eben kurz vor dem Schlafengehen mit der 8-Jährigen zu erörtern. ABER ein Thema, das mein Interesse weckte.

Ausflug auf den Milch-Hof

Nadine und Patrick Klein vom Wiersberger Milchhof

Ich liebe meinen Job, den Blog und das ganze Drumherum, ja nicht nur, weil‘s mir Spaß macht, sondern auch, weil ich darüber schon wirklich unglaublich viele spannende Menschen kennengelernt habe. Unter anderem auch solche, die für die Landesvereinigung der Milchwirtschaft NRW arbeiten. BÄM! WAS EIN GLÜCK!!! :D Ich bin nämlich großer Fan vom Prinzip: „Ich frage mal jemanden, der sich damit auskennt!“ und habe deshalb die Fragen der Mausemaus dorthin weitergeleitet. Und das Feedback kam postwendend mit der Idee, dass ich meine Familie einpacke und einen Milch-Hof besuche, um dort den Landwirten Löcher in den Bauch zu fragen. Uhhhhh, da war die Freude mächtig riesig hier; Zack-zack wurden wir Kölner vernetzt mit dem Wiersberger Milchhof, einem Familienbetrieb in vierter Generation. Und nur kurze Zeit später begrüßten uns dort die Inhaber Nadine und Patrick Klein mit ihren beiden Kindern und nahmen sich einen ganzen Nachmittag Zeit, uns herumzuführen und unser Bild von Milch, -Produkten und -Produktion völlig neu zu zeichnen. Mannoman, haben wir viel gelernt! Vor allem, dass Land- und Viehwirtschaft heutzutage wirklich eine mega facettenreiche Branche ist, in der hochmodernes Fachwissen auf krass vielen Ebenen gefragt ist!

Hier sind die Kids aus dem Staunen nicht mehr rausgekommen – so sehr „hinter die Kulissen“ der Milch-Verarbeitung zu schauen, war extrem cool und wahnsinnig spannend. Technik pur.

Wir haben sooooo viel gelernt über die Arbeit auf Milchhöfen!

Bevor ich Nadine und Patrick traf, war mir natürlich durchaus bewusst: Kuhmilch hat heute nicht mehr den tadellosen Ruf von früher. Wir alle wissen, dass es Unverträglichkeiten geben kann und haben wohl auch schon alle mal von der CO2-Belastung durch die Wiederkäuer gehört. Aber … wie so oft kann man auch hier

Milch Kälber Titel
Patrick: „Die Menge an Tieren spielt gar keine Rolle, wichtig ist, dass es dem einzelnen Tier gut geht.“

nicht einfach eine Schublade öffnen, alles zum Thema Milch ungefiltert hineinkippen und ein negatives Etikett draufpappen. Denn wenn man sich als Verbraucher auch nur ein klitzekleines bisschen Zeit nimmt, sich über regionale Betriebe in der eigenen Nähe schlau zu machen und dann BEWUSST einkauft, kann man Milch und Milch-Produkte immer noch mit gutem Gewissen auf den Tisch stellen und genießen. Warum, hat mir Patrick erklärt. Erst so hoch fachkompetent, dass ich ihn und Nadine bitten musste, es für mich als Laien etwas einfacher zu formulieren :D. Und das teile ich hier super gerne, weil ich es wirklich sehr interessant und gut zu wissen finde:

„Zuerst einmal: 1 Kuh produziert im Jahr ca. 12 Tonnen CO2.
1/2 Hektar Wiese bindet im Jahr ca. 90 Tonnen CO2.
Somit ist hier schon mal die CO2 Bilanz positiv, da wir weit mehr als 1/2 Hektar Wiese pro Kuh zur Verfügung haben.

Sobald das Wetter im Frühjahr es zulässt, geht’s für die Kühe auf die Weide.


Eine Kuh frisst ca. 1/2 Hektar Gras/Gras-Silage (vergorenes Gras) im Jahr. Da Gras aber immer wieder nachwächst, ernten wir ungefähr 4-5 mal im Jahr Gras für Gras-Silage.

Kühe sind übrigens Gewohnheitstiere; Veränderungen mögen sie gar nicht. Auch darauf achten die Viehwirte.

Unser Kühe haben in ihrem Futter-Mix 2/3 Gras-Silage, 1/3 Mais-Silage und dann z.B. noch in geringen Mengen Rapsschrot.
Das ist ein Nebenprodukt /Abfallprodukt der Herstellung von Rapsöl, also wird das Abfallprodukt wieder im Kreis zu den Kühen als Futter zurückgeführt.

Kühe fressen zum größten Teil Gras und pflegen somit unsere Wiesen, wie wir sie hier kennen. Denn werden Wiesen nicht gepflegt (beweidet oder gemäht), dann würden sie verwildern und wären nicht mehr nutzbar. Denn man darf nicht einfach aus einer Wiese (Dauergrünland) Acker machen; das ist verboten. Aber wir haben nicht genügend Acker, um die Menschen zu ernähren. Also muss aus den Ackerflächen, die es gibt, der möglichst beste Ertrag rausgeholt werden. Um dies zu schaffen, muss der Acker mit genügend Nährstoffen versorgt sein, z.B. Stickstoff. Zum Beispiel Brotgetreide kann auf ungedüngten Äckern nicht produziert werden. Diesen natürlichen Dünger, den der Acker und die Wiesen benötigen, produzieren unsere Kühe, indem sie zum größten Teil Gras fressen, welches wir Menschen nicht essen können. Und ganz nebenbei produzieren Kühe auch noch Milch, die wir Menschen trinken können.

Eine Kuh – hier an einem modernen Melk-Roboter, der die Kühe erkennt und individuell abfertigt – gibt zwischen 28 und spitze 50 Liter Milch am Tag.

Bei uns ist der Kreislauf bestmöglich ausgenutzt. Unsere Kühe fressen Grass und produzieren dabei 

  1. Milch, die wir ohne Umwege selbst bei uns auf dem Hof weiter verarbeiten zu Lebensmitteln.
  2. produzieren sie Mist und Gülle, die wir nur durch unsere Hof-Biogasanlage (wird nur mit Mist und Gülle betrieben) laufen lassen und so Strom und Wärme gewinnen. Mit dem Strom und der Wärme betreiben wir die Hof-Molkerei und versorgen unser Wohnhaus mit Energie. Ein Nebeneffekt der Vergärung der Gülle/Mist in der Hof-Biogasanlage ist, dass der Methangehalt im Gärrest ca. 1 1/2 Tonnen je Kuh im Jahr geringer ist. Den Gärrest bringen wir auf unseren Wiesen und Äckern als natürlichen Dünger aus. Somit haben wir genügend Futter für unsere Kühe und produzieren auch noch Lebensmittel. Einige natürliche Abfallprodukte, die in der Lebensmittelindustrie anfallen, füttern wir sogar auch wieder unseren Kühen. Und so schließt sich der Kreis.

Milch-Produkte mit einem guten Gefühl kaufen

„Es ist einfach toll, etwas von Anfang bis Ende selbst zu machen. Die Milch von unseren Kühen, die wir von Geburt an großgezogen haben, selbst zu verarbeiten zu leckeren Produkten, die bei dir und mir auf dem Tisch landen. Das macht uns echt stolz.“ Nadine und Patrick sind mit ihrem Wiersberger Milchhof ein hervorragendes Beispiel für moderne Milch-Viehwirtschaft. Sie lieben, was sie tun, und haben in den letzten Jahren (von uns Endverbrauchern oftmals unbemerkt) irre viel verändert, um Produkte in die Regale zu

Nadine und Patrick haben endlose Stunden damit verbracht, die nachhaltigsten Verpackungen für ihre Produkte zu finden.

stellen, die wir wirklich mit einem guten Gefühl kaufen können. WIR werden jetzt verstärkt nach regionalen Anbietern im Supermarkt-Regal Ausschau halten und können das nur allen empfehlen, die ebenfalls gerne Milch trinken bzw. Produkte aus Milch genießen. Regional produzierte Milchprodukte findet man in beinahe jedem Supermarkt – wenn man nicht sogar ein direktes Milchabo abschließen oder in Hofläden einkaufen kann. Allerdings bedarf es manchmal einer einmaligen Eigeninitiative, denn nicht jeder Supermarkt kennzeichnet die regionalen Anbieter schön mit einem roten Fähnchen (leider). Es kann sein, dass man beim ersten Mal nachfragen oder auf den Verpackungen nachlesen muss. Aber dann geht’s easy. UND: Die regionalen Anbieter freuen sich durchaus über nette Mails von interessierten Neukunden; auch Nadine beantwortet sehr gerne Fragen zu den Abläufen auf dem Hof, denn Land- und Viehwirte erzählen sehr gerne, was sie alles dafür tun, damit WIR nicht nur weiterhin köstliche Milch, leckere Puddings, aromatischen Käse und all die anderen Leckereien zur Verfügung haben, sondern zusätzlich immer in der Lage sind, all die Fragen unserer Kinder zum Thema Milch beantworten zu können. Die Mausemaus jedenfalls findet es super, endlich ganz genau zu wissen, was sie abends in ihrem Becher hat! <3

Mehr spannende Infos rund um Kuhmilch gibt’s übrigens hier:

https://www.milch-nrw.de/

https://www.wegedermilch.de

https://www.dialog-milch.de/milchtrinker/

https://wiersbergermilchhof.de

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