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Wie es sich anfühlt mit 37 Mutter einer 20-jährigen zu sein.

“Da war sie… die Erkenntnis! Völlig unerwartet überfiel sich mich gerade! Die Storys von Anke gehören schon lange zu meinem Alltag, ich liebe ihre fröhliche und unbeschwerte kölsche Art. Und dann kam ihre Frage zu dem Ende der Osterferien. Freut ihr euch über den Alltag oder ist es schade, dass die Osterferien um sind? Ich flachste rum, dass mir eine Antwortmöglichkeit fehle … und zwar, dass es mit egal sei, da mein Kind erwachsen ist. Eigentlich wollte ich nur mein Studium prokrastinieren, aber bähm… das auszuschreiben ließ mich ganz plötzlich realisieren: Mein Kind ist erwachsen! Sie ist 20!

Warum mich das schockiert? Tja, ich bin erst 37. Als ich mit gerade mal 16 Jahren unerwartet (oder mal ehrlich … vielleicht auch aus Dummheit) schwanger wurde, musste ich mir viel anhören. Die typischen Sprüche kamen. Von “Wie kann das nur passieren?” über “Deine Jugend ist vorüber!” bis zu “Ach? Weißt du, worauf du dich einlässt?” Trotzig dachte ich damals nur: Als ob das nun noch eine Rolle spielt, denn es ist nun mal passiert.

Ich wusste es dennoch natürlich nicht, was mich erwartet, aber eine Abtreibung kam für mich nicht in Frage, denn da war Leben in mir. Der Kindsvater, der kaum älter war als ich, war mit der Situation vollkommen überfordert und trennte sich. Kontakt herrscht bis heute nicht wirklich. Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, dass alles nur rosarot und ganz toll war. Es war eine harte Zeit, aber ich habe viel Unterstützung von meiner Familie gehabt. Ich konnte meinen Schulabschluss machen, mein Fachabitur und eine Ausbildung. Vormittags Schule und nachmittags Mama. Es funktionierte. Und irgendwann wurde es immer leichter und die Zeit verging. Vor gut 7 Jahren trat dann mein jetziger Mann in unser Leben. Der Anfang war für uns alle eine Umstellung, aber nun sind wir ein untrennbares Team. Sie ist nicht mehr nur mein Kind, sondern UNSER Kind.

Nun ist sie 20 und im letzten Sommer mit ihrem Freund zusammen gezogen. Näher an die Uni, wo sie studiert. Als sie den Wunsch auszuziehen eröffnete, war ich schockiert, aber mein Mann sprach mir Mut zu. Sie war doch mein kleines Mädchen! Wenn ich jetzt sehe, wie sie sich in dieser Zeit entwickelt hat, muss ich zugeben, es war eine gute Idee. Dennoch hat mich vor 20 Jahren keiner darauf vorbereitet, dass ich in so jungen Jahren mit der Familienplanung fertig sein würde. Keiner hat gesagt: “Sei dir im Klaren: Du wirst jung sein, wenn sie auszieht, du wirst alleine sein!” Aber genau dieses Gefühl herrscht gerade vor in mir, nach diesem plötzlichen Erwachen. Ich bin 37 und mein Kind ist erwachsen. Meine Freunde haben kleine Kinder oder werden gerade erst schwanger. Ich fühle mich wie ein Alien … ernte ungläubige Blicke, wenn ich sage, dass mein Kind erwachsen ist. Und wieder Sprüche wie: “Oh, hast du es gut!” Hab ich das denn? Natürlich darf ich schon wieder lange durchschlafen und kann meine Zeit frei bestimmen, aber manchmal würde ich gerne nochmal die Zeit zurückdrehen, um die Kindheit meine Kindes erneut zu erleben, egal wie schwer sie war. Diese Zeit ist etwas Magisches und Unvergessliches! Diese Zeit hat mich zu dem Menschen gemacht der ich heute bin! Eine Mama, die mit 37 Jahren ein erwachsenes Kind hat!”

Diesen sehr berührenden Text hat eine Mutter aus der LÄCHELN UND WINKEN-Community geschrieben, die lieber anonym bleiben möchte. Sie freut sich dennoch über liebes Feedback, denn natürlich liest sie hier und auf allen anderen meiner Kanäle mit. <3

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3 Kommentare für “Wie es sich anfühlt mit 37 Mutter einer 20-jährigen zu sein.

  1. Ich bekomme grade Pipi in die Augen beim lesen dieses Textes. Meine Schwester war 15 kurz vorm 16 Geburtstag als sie Schwanger wurde. Abtreibung kam nie auch nur in den Sinn. Der Vater hat sich auch schnell verpischt.. Damit Sie die Schule beenden konnte haben wir sie auch unterstützt. Mit 28 Hat meine Schwester es dann gewagt nochmals eine Ausbildung zu machen. Heute ist sie 32 hat Sie 3 tolle Kinder einen liebenden Ehemann und hat ihre Ausbildung geschafft. Ich bin so stolz auf sie. Wenn Ich mir ihre 16Jährige Tochter anschaue sehe ich noch immer das kleine Würmchen das ich mit groß gezogen habe.

  2. ich versteh dich gut 😊
    zwar war ich 42 als meine tochter 20 war, und 46 als sie auszog, aber das gefühl die zeit zurückdrehen zu wollen, kenne ich. Auch das alleine-sein in der ersten zeit war übel.
    Du kannst aber froh sein, dass du nicht gleichzeitig in den wechseljahren warst – ich kann dir sagen : das ist richtig shice. 😂
    Fühl dich gedrückt.