Geburtsbericht
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Geburtsbericht: Leserin Julia B. erzählt

Ich bin Julia, und war zum Zeitpunkt der Geburt meiner kleinen Maus 22 Jahre alt. Die Schwangerschaft selbst empfand ich persönlich als nicht so prickelnd. Ich hatte bis in die 22. Woche starke Übelkeit, dann noch eine Plazenta praevia (die sich Gott sei Dank verwuchs) und immer schon das Gefühl, dass mein Zwerg früher kommen würde. So viel zur Vorgeschichte.
Der ET war der 10. August 2017, und ich wollte davor unbedingt noch einmal nach Italien ans Meer fahren. Also haben wir am 24. Juni, um der 33. SSW unsere Sachen gepackt und fuhren zu meinen Eltern nach Kärnten, 400 km von zu Hause weg. Am nächsten Morgen, am Montag, sollte es weiter gehen nach Italien. Doch es kam alles anders.
Sonntag Abend gingen wir noch eine winzige Runde spazieren, wobei ich öfters stehen bleiben musste, da ich Schmerzen im Unterleib hatte. Ich wusste es nicht besser, und dachte es sind Übungswehen oder Senkwehen. Hinterher weiss ich jetzt, es waren RICHTIGE Wehen.
Ich ging relativ bald ins Bett, wollten wir am Morgen doch nach Italien fahren. Gegen 0:30 wurde ich durch Schmerzen im Unterleib geweckt. Eine Wehe. 5 Minuten später die nächste. Und nach weiteren 5 Minuten wieder. Also weckte ich meinen Partner.
Dieser nahm die Situation zuerst gar nicht wahr, ich musste ihn 3x aufwecken. Erst als ich sagte, ich muss ins Krankenhaus, war er wach.
Ich zog mir noch ein Kleid über, und überlegte noch, ob eine Leggin ratsam wäre. Ich entschied mich dann dafür, was sich aber als unnötig herausstellte. Denn als ich aus der Zimmertüre trat, riss meine Blase. Es war mittlerweile kurz vor Ein Uhr nachts.
Ich weckte meine Mama, während mein Freund die Rettung rief, die waren innerhalb von 5 min da. Also mit Blaulicht ins Krankenhaus anstatt mit dem PKW.
Während der Fahrt ins Krankenhaus kamen die Wehen bereits alle 2 Minuten. Auf meinen Wunsch fuhren wir nicht in das KH, wo mich die Rettung hinbringen wollte, sondern ein anderes. In das erste wollte ich nämlich auf keinen Fall!
Dort angekommen, bekam ich gleich mal eine Lungenreife gespritzt. Sollte mir recht sein. Dann würde mir gesagt, sie können mich nicht behalten, da sie keine Neonatologie haben. Also doch in das andere. Ich hörte das, und die Wehen hörten auf. Dabei war mein MuMu schon 2cm auf.
Gut, im Krankenhaus angekommen wurde ein CTG gemacht, und mir wurde erklärt, wie es denn ablaufen würde, wenn das Kind kommt. Ich hätte den zwerg nur zu bestimmten Zeiten gesehen, ansonsten wäre ich auf meinem Zimmer gewesen. Das war Montags.
Ich wollte unbedingt nach Hause. Ich war 3 Tage in dem Krankenhaus, dem ich nicht vertraute. In dieser Zeit wurde jeden Tag nur 1 CTG gemacht, ansonsten wurde ich liegen gelassen. Keine weiteren Untersuchungen oder ähnliches. Ich machte mir Sorgen um mein Kind, die Fruchtwassermenge musste doch zu wenig sein nach dem Schwall den ich verloren hatte. Aber es wurde mir nichts gesagt. Jeden Tag fragte ich, ob ich nach Hause darf.
Mittwochs konnte ich mich dann ENDLICH entscheiden, zwischen einer Einleitung in DIESEM Krankenhaus ODER ich durfte nach Hause in mein Wunschspital fahren. Natürlich fuhr ich Heim in mein KH. Allerdings musste ich versprechen, direkt ins Krankenhaus zu fahren, und nicht zu Hause stehen zu bleiben. Man nannte mir noch die wichtigsten Krankenhäuser mit Neonatologie auf der Strecke, und gegen 14:30 machten wir uns auf den Weg. 6 std Autofahrt später kam ich abends um halb 9 in Zwettl im KH an. Im
Dort hatte man mich schon erwartet, und ich wurde auf mein Zimmer gebracht. Man sagte mir noch, dass ich mich ein wenig ausruhen solle, und am nächsten Morgen würde eingeleitet werden.
Mit dem Wissen, nun in guten Händen zu sein, ging ich entspannt schlafen. Gegen 1:30 fingen die Wehen wieder von alleine an. Morgens um 6 kam ich in den Kreißsaal, die Geburt hatte von alleine (wieder) angefangen. Um 8 wurde der Papa angerufen, dass er kommen sollte, weil es bald so weit sei. Leider steckte meine Maus ein wenig fest (was wir vorher nicht wussten), also wurde ein Dammschnitt gemacht. Da war es ca 10:30. Ich wurde zwar nicht gefragt, aber es störte mich nicht. Ich war generell offen für alles und lehnte nichts ab. Der MuMu war schon bei 10 cm, und die ersten presswehen fingen an. (gegen halb 12 glaube ich) aber ich schaffte es alleine nicht, mein Kind zu gebären. Während der Wehen knickte ich immer weg. Folglich konnte ich nicht genug pressen. Um 11:50 kam eine Ärztin herein, grinste mich an und sagte: So, jetzt bekommen wir ein Baby! Bei der nächsten presswehen schob sie von aussen mit, und um 11:57 hielten wir unsere Maus in den Armen. Bei SSW 34+0, mit 2445g und 45 cm hatte sie es nach fast einer Woche Geburt geschafft das Licht der Welt zu erblicken 😊
Und eine Sache, für die ich heute noch dankbar bin: die ganze Zeit über, als ich im Kreißsaal war, waren mein Partner und eine sehr engerierte Hebammenschülerin bei mir, sie ließen mich nicht alleine. Danke, falls ihr das lest.
Diesen spannenden Geburtsbericht hat Julia geschrieben :)
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