(Leser-)Geburtsberichte

Ida erzählt

Beginn:

3.10.17 22 Uhr

Mein Freund und ich lagen nach einem Ausflug im Bett und kuschelten mit der gestrickten Decke für unser Baby, damit es unseren Geruch annimmt. D. ist eingeschlafen. Ich gucke „die wilden 70ziger“ und merkte, wie es etwas zu feucht zwischen meinen Beinen wurde. 18 vor ET.

Irgendwann wollte ich aufs Klo. Sobald ich die vertikale Position erreicht hatte „Patsch“ ergoss sich das Fruchtwasser in unser Bett. Mir wurde vor Aufregung direkt ganz schwummerig.

Ab ins Krankenhaus 

Ich weckte meinen Freund mit den Worten, wir würden wohl bald unser Kind kennenlernen. Relativ aufgeregt führen wir ins KKH. Dort wurde ich ans CTG angeschlossen und mir wurde blöderweise direkt ein Antibiotikum verabreicht :/

Da wir knapp drei Wochen vor ET waren, wurde ein Ultraschall gemacht, um das Gewicht des Kindes zu schätzen (2500g wurde geschätzt und war genau die Grenze), da es vor Ort keine Neonatologie-Station gab. Ich wollte unbedingt im Josephs entbinden, da man dort selbstbestimmter sein Kind zur Welt bringen kann. Da die Wehen noch nicht stark waren, kam ich auf die Station und mein Freund wurde nochmal nach Hause geschickt…. zum schlafen.

Auf der Station

Es war ca. 00 Uhr und ich hatte gemischte Gefühle. Ich war alleine, hatte etwas Sorgen, ob der kleine stark genug ist und ob es ohne Einleitung los gehen wird (12 h nach blasensprung wird wohl eingeleitet). Dann ging es aber auch schon los. Alle drei Minuten eine Wehe, groß ausruhen war nicht drin. Ich ging unter die Dusche und aß noch das, was ich finden konnte (letztes Essen war 16 Uhr gewesen, ich war müde und hungrig).

Im Nachhinein weiß ich nicht mehr, wie ich die Zeit wirklich verbracht habe.

In der Wanne 

Gegen 5 Uhr waren die Wehen so heftig, dass es in den Kreissaal ging. Endlich nicht mehr alleine sein! D. wurde angerufen und nach Prüfung des MuMu (3cm!!! Yeah) ging es in die Wanne zum entspannen. Endlich konnte ich die Wehen veratmen, ich sang dazu mein Lied „ohhh“ ganz tief, es half mir sehr. Leider war der Wasserzulauf kaputt, es floss kein warmes Wasser. Die Hebamme hat alle 20 Minuten heißes Wasser mit dem Wasserkocher nachgegossen.

Von nun an war es so, wie ich es mir vorgestellt habe. D. gab mir zu Trinken und manchmal seine Hände zum zerquetschen.

Gegen 8 Uhr morgens war der MuMu bei 8cm. Die entspannungswanne hat es echt gebracht.

Endspurt:

Die Herztöne waren ab und zu auffällig, so dass eine Wassergeburt nicht in Frage kam. Der Übergang von den öffnungswehen zu den presswehen war nochmal verrückt. Dieser unglaubliche Drang zu pressen, der wirklich nur durch diese kurzen Ausatemstöße zu stoppen war.

Dann wurde mir erlaubt zu pressen. Ich war schon ziemlich am Ende meiner Kräfte und so müde, dass ich zwischen den Wehen in Sekundenschlaf fiel. Ich presste mit aller Kraft. Das Köpfchen kam laut der Ärzte immer ein Stück raus und ging dann wieder zurück. 5 Wehen in folge… ich bekam einen Blasenkatheter gelegt, was mich wirklich überhaupt nicht gestört hat. Dann wurde mir ein Dammschnitt geraten, ich erinnere mich an kein Gespräch, nur noch daran, dass das Köpfchen ENDLICH da war. Es bewegte sich direkt hin und her, das war wirklich ein abgefahrenes Gefühl! Dann sollte ich nochmal pressen und der restliche Körper kam ganz einfach hinterher. Ich war so erleichtert und froh, es geschafft zu haben.

Der Kleine wurde mir auf den Bauch gelegt, nur bis dahin reichte die Nabelschnur, die sehr kurz war, was ein Grund für die auffälligen Herztöne war. Die Ärztin erklärte mir nochmal , während sie den Schnitt nähte, sehr freundlich wieso sie den Schnitt gemacht hat. Ich war einfach nur dankbar, dass der Prozess beschleunigt wurde :)

Ach ja 11:27 war er draußen.

Mein Freund war ein super Begleiter und die Hebamme war auch großartig. Ich bin sehr zufrieden mit meinem Geburtserlebnis. Mein Satz danach „jetzt hab ich das auch mal erlebt. Aber ich brauche das nicht nochmal.“ mittlerweile denke ich, dass ich es doch nochmal erleben möchte :)

Wenn man in sich hinein spürt und sich nicht gegen den Schmerz wehrt, kann man es aushalten. Und der Hormoncocktail ist wirklich sehr berauschend.

Vertraut auf eure Körper!

Diesen schönen Geburtsbericht hat Ida, 26 Jahre, geschrieben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.