Geburtsbericht
Geburtsberichte

Berit erzählt

Eigentlich hatte ich es schon aufgegeben, nach 10 Jahren nochmal schwanger zu werden. Über ein halbes Jahr tat sich nix. Ich schloss mit dem Thema ab. Mit über 30 wird’s halt schwieriger, dachte ich. Dazu regelmässig Zysten, die gutartigen, die von selber verschwinden. Ich nahm also an, ich hätte wieder eine, als die Periode ausblieb. Auch dem positiven Schwangerschaftstest, den ich nach etlichen Wochen machte, traute ich nicht. Doch als der Frauenarzt die SS bestätigte in der bereits 10. Woche und den ET nannte, musste ich herzhaft lachen. Der 27.1. sollte es sein, wie beim ersten Kind und gleichzeitig der Geburtstag meines Mannes. Mein Mann und ich lachten zusammen und scherzten, ob wir seinen Geburtstag wohl diesmal treffen würden.

Es kam der 27.1. und es tat sich nichts. Es war ein Freitag und selbst am CTG beim Frauenarzt war von baldiger Geburt nichts zu sehen. Die kommenden Tage sollte ich dann zum CTG ins Krankenhaus. Am Samstag vormittag meinte die diensthabende Hebamme, dass wir nachmittags vielleicht wiederkommen, es rührte sich was. Ich merkte davon nix. Am Sonntag waren wir zur selben Zeit im KH bestellt und ich merkte schon beim Frühstück, dass sich nun doch was tat. Ich konnte meinem Sohn und meinem Mann gar nicht mehr richtig konzentriert zuhören. Der Opa kam zur Beaufsichtigung unseres Erstgeborenen und wir machten uns 10:40 Uhr auf den Weg zum KH, mit Kliniktasche. Im Auto musste ich schon veratmen, die 15 min zum KH waren auszuhalten. Vom Parkplatz ins KH musste ich allerdings schon alle paar Meter anhalten um die Wehen zu verschnaufen. In der Geburtsabteilung kam ich dann ans CTG und dann wurde es auch schon heftiger. Ich merkte ein komisches Platschen im Bauch, musste aber schon wieder veratmen. Es war 11:15 Uhr. Irgendwann kam die Hebamme und wollte den Muttermund untersuchen. Ihr fiel die Flüssigkeit auf, scherzte, ob Fruchtwasser oder Urin. Sie machte einen Test und bestätigte, dass es Fruchtwasser war. Der Muttermund war bei 4 cm. Mein Mann kam zurück vom Anmelden und wir durften ins Entbindungszimmer. Erst lief ich noch auf dem Gang entlang, nur irgendwann rollte Wehe nach Wehe an. Ich empfand auch schnell den Drang mitzupressen, aber ich durfte laut Hebamme nicht. So fand ich mich auf dem vorbereiteten Stationsbett auf allen Vieren wieder, mit umherwackelnden Po in der Luft und versuchte dem Drang standzuhalten. Beim dritten Mal, als die Hebamme mal wieder ihren Kopf in die Tür steckte, um nach uns zu sehen, hielt ich es nicht mehr aus und presste nur hervor, dass ich endlich mitpressen müsste, sonst würde ich platzen. Sie schaute widerwillig (nebenan schrie sich eine andere werdende Mutti die Seele aus dem Hals, auch sie durfte noch nicht aktiv werden) nach dem Muttermund und meinte dann etwas überrascht:“Schnecke, Muttermund ist komplett. Du darfst aufs Gebärbett!“ Endlich. Dann ging es ziemlich hektisch zu. Die Ärztin kam sofort und dann ging es auch schon los. Es war weder Zeit für eine PDA ( die ich eh nicht wollte) noch für Schmerzmittel. Als der Kopf zu sehen war, scherzte die Hebamme:“Viel Haare hat er nicht.“ Eine halbe Stunde presste ich und bekam nur noch raus:“Sch….e, brennt das!“ Da war er auch schon da. Mattis, 3650 gr und 52 cm um 13:29 Uhr, wunderschön und vor allem gesund. Er wurde mir sofort auf den Bauch gelegt. Es war ein wunderschöner Moment. Mein Mann konnte mir gar nicht so helfen, wie wir es uns vorgestellt hatten, da alles so schnell ging. Die Plazenta wurde geboren und ich schaute sie mir an. Mein Frauenarzt hatte gesagt, ich solle sie mir ruhig anschauen, sie hat schliesslich unser Kind versorgt. Mattis wurde gewaschen, gewogen, vermessen und angezogen, während ich versorgt wurde. Ein Dammschnitt musste gemacht werden, „sonst hätte er die Kurve nicht geschafft“. Ich lag allerdings noch bis 18 Uhr auf der Entbindungsstation, da die Rückbildung der Gebärmutter nur sehr langsam ging und die Blutung auch nicht aufhören wollte. Ich bekam Infusionen mit Oxytocin und Globuli. Der Kreislauf war dementsprechend. Und diese Nachwehen empfand ich schlimmer als die Geburtswehen. Trotzdem war Mattis Geburt eine so schöne Erfahrung, schon deswegen, weil ich diesmal nicht wie durch einen Schleier die Geburt erlebt habe sondern völlig klar im Kopf war.

Diesen schönen Geburtsbericht hat Berit geschrieben :)

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