Geburtsberichte
(Leser-)Geburtsberichte

Melanie erzählt

Für das 2. Töchterchen Hannah:

Deine ganze Familie freute sich schon so auf dich. Die Schwangerschaft war zum Glück recht unspektakulär, aber deine Mama war so bis kurz vor Schluss so angespannt, da du dich nicht drehen wolltest. Nach einem Sturz über ihre eigenen Beine hast Du ihr den Wunsch dann doch noch kurz vor knapp erfüllt und bis auf eine Wunde an ihrem Knie ist zum Glück nichts passiert. Wir waren also bereit.

Nach einem Fehlalarm, pünktlich zu Kaffee & Kuchen an Papas Geburtstag, sollte es fünf Tage später, am 11.09.2019 dann doch mit Deiner Geburt losgehen. Ab dem Vormittag hatte deine Mama bereits regelmäßig Wehen, was auch ihre Ärztin bei der Routineuntersuchung bestätigte.

Nach dem Termin hat Mama auf der Rückfahrt mit Papa telefoniert und plötzlich wurde es etwas nass auf dem Sitz. Also Zwischenstopp bei Opa, der ums Eck wohnt, aber so richtig schlau wurde deine Mama beim Check auf der Toilette da auch nicht.

Also ab nach Hause und auch Dein Papa packte im Geschäft schon aufgeregt zusammen. Die Wehen waren nun im 6-Minuten-Takt und Mama & Papa warteten auf deine große Schwester Carlotta, sodass sie sich nach dem Kindergarten noch von Mamas großem Bauch verabschieden konnte. Das war sehr emotional für deine Mama und nach vielen heimlich-verdrückten Tränchen durfte Carlotta dann mit Oma mit.

Mama ging erst mal noch duschen und Papa wurde immer hibbeliger. Als die Wehen-App (Ja, Wehen-APP! – Dein Papa ist einfach ein Technikfreak) bei den 5-Minuten-Abständen Alarm schlug, machten wir uns auf den Weg ins Krankenhaus.

Die Wehen waren schon recht stark, doch der Muttermund wollte sich einfach nicht öffnen. Deine Eltern waren den ganzen Nachmittag im Krankenhauspark spazieren, und die Wehen gingen wieder weg.

Dann gings erst mal wieder nach Hause, aber Deine Mama wollte unbedingt noch einen Abstecher in der Dönerbude machen und einen spaß- und stinkfreien Döner essen. Gerade ins Auto eingestiegen wurden die Wehen dann so stark, dass deine Mama sie veratmen musste. Also wurde der Döner Zuhause auf dem Sofa verzehrt, obwohl Papa am Liebsten schon wieder ins Krankenhaus umgedreht wäre.

Die Wehen waren so stark, dass Mama die ganze Zeit um den Küchenblock tigerte. Die Wehen, nun schon im 3-Minuten-Takt mussten richtig veratmet werden. Plötzlich machte es „Wuschhhhhh“ und das gefühlt ganze Fruchtwasser schoss nur so raus. Das war dann mal ein filmreifer Blasensprung und deine Mama musste vor Erleichterung nur noch lachen. Es ging endlich los, du machst dich auf den Weg. Papa versuchte noch, die Wasserbombe mit Zewa in den Griff zu bekommen und dann ging es eineinhalb Stunden später schon wieder zurück ins Krankenhaus.

Hebamme und Ärztin vom Nachmittag lachten, als sie uns sahen und nach der Untersuchung war der Muttermund bereits 3 cm geöffnet. Nach CTG und Hebammen-Schichtwechsel kam kurz vor Mitternacht der Umzug in den Kreißsaal. Es war eine tolle Hebamme, die mit Mama in den Wehenpausen ein Schwätzchen hielt. Papa musste gefühlt mehr leiden, da er während den Wehen Mamas Hand gehalten hat und diese ganz ganz fest zudrücken kann. Mama hing ziemlich in den Seilen und irgendwann sollte sie sich hinlegen, da der Muttermund nicht weich wurde. Dann gab es, fast gegen ihren Willen, Buscopan zur Entspannung. Deine Mama hatte aufgrund der starken Wehen und der Müdigkeit, die nach dem langen Tag kam, keine Kraft mehr und zitterte ununterbrochen am ganzen Leib.

Kurz vor 1:00 Uhr stellte die Hebamme fest, dass der Muttermund erst 5 cm offen war und dein Köpfchen mit einem Teil der Fruchtblase verdeckt war. Diese wurde aufgepiekst und plötzlich ging alles ganz schnell. Laut Aussage deines Papas schrie Mama den Urwald-Schrei: „Darf ich jetzt pressen?“ Auf die Antwort „Nein“ der Hebamme schrie sie weiter: „Ich muss jetzt pressen!“ und drei Wehen später warst Du da.

Deinen Start ins Leben begann mit einem wunderbaren Schrei und du kamst, so nass und glitschig wie du warst, sofort zu deiner Mama in die Arme. Deine Eltern waren so gerührt, stolz und dankbar, dass du gesund angekommen bist. Und im Gegensatz zu deiner großen Schwester hast du nicht gleich ans Essen gedacht sondern erst noch mit deinen neugierigen Äuglein deine Eltern angeschaut. Erst dann hat dich Mama zum 1. Mal gestillt. Die Hebamme zog sich erst mal zurück, sodass wir Drei die Zeit ganz für uns hatten. Erst, als wir ihr Bescheid gegeben haben wurdest du im Beisein deines Papas gemessen, gewogen und durchgecheckt.

HANNAH

12.09.2017

1:34 UHR

51 CM

3.550 GRAMM

Dein Geburtstag ist ein toller Tag. Bereits dein Uropas Josef hat an diesem Tag Geburtstag feiern dürfen und deine Eltern haben heute ihren 18. Jahrestag.

… Und als deine große Schwester am Morgen erfuhr, dass du angekommen bist hat sie gleich ganz aufgeregt im Kindergarten erzählt: „Meine Hannah ist jetzt endlich da. Sie ist einfach so aus der Mama rausgeflutscht.“ Schön, oder? ;-)

Diesen tollen Geburtsbericht hat Melanie geschrieben :)

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