Geburtsbericht
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Geburtsbericht: Leserin Julia Wi. erzählt

9 Tage vor ET saß ich zuhause im Sessel, als ich plötzlich ein leises ploppen wahrnahm, mich dann kurz wunderte und dann lief das Fruchtwasser…. Am Morgen war das ctg bei meiner Frauenärztin noch „nicht verwertbar“ gewesen, deshalb sollte ich am nächsten morgen wieder kommen. Das hatte sich dann wohl erledigt.
Die Großeltern waren ausgerechnet an diesem Morgen an die Ostsee gefahren, um den 80. Geburtstag meiner Mutter am nächsten Tag entspannt am Meer zu feiern und wollten dann zum ET wieder da sein- mein großer Sohn hatte sich schließlich auch 7 Tage Zeit über den EET gelassen. Also schnell einen Freund ranorganisiert, das große Kind geduscht, corona- Test für den nächsten Tag für die Schule gemacht und dann mal dick mit allem, was ich an binden und Unterlagen gefunden habe, eingepackt und ab ins Krankenhaus. Hat natürlich nicht dicht gehalten, so dass ich dort einmal komplett durchnässt ankam.
Dort erfolgte vor allem anderen als erstes ein corona- Test, erst dann kam man zum wesentlichen. Da der Muttermund erst bei 1 cm war und ich nur zarte Wehen hatte, musste mein Mann wieder gehen. Da lag ich also alleine in einer Kabine mit Vorhängen auf einer unbequemen liege und ohne eine Klingel. Die Hebamme schaute regelmäßig nach mir, versorgte mich mit Schmerzmitteln. Am frühen Morgen ohne eine Minute Schlaf und ohne Abendbrot am Vorabend setzten dann presswehen ein, aber wie sollte ich mich bemerkbar machen ohne Klingel?? Irgendwie habe ich es geschafft, mich auf alle viere zu wuchten und dann habe ich einfach um Hilfe gerufen. Nach einer gefühlten Ewigkeit kam dann auch jemand. Meine Wehen waren offensichtlich nicht nur für mich eindrucksvoll, sondern auch wirksam:  Muttermund vollständig eröffnet. Und dann wurde es kurz hektisch, weil man offensichtlich befürchtete, dass ich meine Tochter in dieser ollen Kabine entbinden würde. Also wurde ich links und rechts untergehakt, auf eine rollbare trage buchsiert und dann ging es im Galopp los in den Kreißsaal. Die Hebamme – und ich auch- war sich sicher, dass es jetzt schnell gehen würde, weshalb wir meinen Mann nicht anriefen, der mindestens 30 min gebraucht hätte. Falsch gedacht… meine Tochter war eine Sternenguckerin und der Weg nach draußen ein schweres, zwei Stunden dauerndes Stückchen Arbeit. Zu spät für eine pda, so dass ich in das Vergnügen von Lachgas kam, was tatsächlich kurzzeitig immer Linderung brachte. Irgendwann rief mein Mann an und fragte, wie es mir gehe. Die Antwort „Ich bin im Kreißsaal“ veranlasste ihn, quasi ins Krankenhaus geflogen zu kommen.
Als er eintraf, hing die Oberärztin von oben auf meinem Bauch, um mich beim pressen zu unterstützen, weil ich nach der langen Nacht und vollkommen unterzuckert keine Kraft mehr hatte, und unten hockte die Hebamme. Und als hätte unser Mädchen nur auf den papa gewartet, brauchte es noch zwei Züge Lachgas und zweimal mit Unterstützung pressen und unser kleines Wunder war da. „Das war ja ne schnelle Geburt“ waren die lakonischen  Worte meines Mannes. Hatte der ein Glück, dass ich schon damit beschäftigt war, meine kleine Sternenguckerin  anzuhimmeln <3
Die Geburt hätte sicher schöner und nicht im Einzelkampf  laufen können, aber da ich als Ärztin mit viel Krankenhauserfahrung weiß, dass es meist eh nicht wie im Fernsehen ist und ich mit meinem kleinen Mädchen  belohnt wurde, nehme ich es so hin und bin dankbar, mein zweites Wunder -nach zwei Fehlgeburten nach der Geburt meines Sohnes sechs Jahre zuvor- in den Armen halten zu können. Eine besondere Freude haben wir meiner Mutter gemacht, denn als nicht- topbares Geschenk zum 80.Geburtstag wurde  ihre Enkeltochter geboren, die wir ihr zu Ehren  mit zweitem Namen nach der Oma benannten.

Diesen schönen Geburtsbericht hat Julia geschrieben <3

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