Geburtsbericht
Geburtsberichte

Geburtsbericht: Leserin Sabrina erzählt.

Meine Schwangerschaft war absolut toll – die ersten 12 Wochen zwar Übelkeit, aber das war auszuhalten. Dann hab ich alles genossen, einen schönen dicken Bauch bekommen und mich einfach wohl gefühlt und auf meinen Jungen gefreut. Bis ich in Woche 32 beim Routine CTG vor den Kopf gestoßen wurde. Die Herztöne waren unregelmäßig, beim Ultraschall war aber alles ok..also bat meine Gyn mich, ins Krankenhaus zu fahren. Mittags, Langzeit CTG über 90 Minuten. Mein Mann war ca 500km entfernt auf Dienstreise, gerade auf der Autobahn auf dem Weg nach Haus, als ich ihn angerufen habe.

CTG war gut, also zur Mittagspause nach Haus mit genauen Instruktionen, wie ich mich bewegen und hinlegen soll. 16 Uhr sollte es noch eine Runde Kontrolle geben.

Ich bin gut gelaunt rein ins KH, habe auf dem Weg noch mit meinem Mann gequatscht, der nur noch 40km vor sich hatte. Die Hebamme nahm mich in Empfang, wir scherzen, gehen ins CTG Zimmer..dann wurde alles anders. Die Hebamme verzieht das Gesicht und ruft die Oberärztin, welche mit mobilem Ultraschall reingerannt kommt. Auch sie direkt nervös und ruft weitere Menschen, inkl Chefarzt. 7-8 Schwestern, Hebammen und Ärzte im Zimmer, drehen mich auf die Seite und legen einen Zugang, spritzen mir ein Mittel, welches meinen Puls in die Höhe jagt. Dadurch wird auch dem Baby das Herz abgestupst. Es wird mir jeder Schritt erklärt und Hebamme oder Ärztin halten dauerhaft meine Hand (oder haben eine Hand auf meinem Bein liegen). Dennoch bin ich wie im Film..alles zieht an mir vorbei und ich frage immer nur, ob ich bitte meinen Mann anrufen darf. Das ging natürlich erst, als das Baby wieder stabil war. Ich also meinen Mann angerufen und gesagt, dass er kommen soll, weil ich am Tropf hänge und da bleiben muss. Er brauchte noch 20 Minuten bis zum KH..

Als ich aufgelegt hatte, setzt die Ärztin sich zu mir, nimmt meine Hand und sagte: „Ok, dann kläre ich Sie jetzt auf. Wir müssen einen Kaiserschnitt machen“. Panik. Angst. Ich war sicher, der Kleine würde es nicht schaffen (vorweg: alles gut;) ). Es wurde ein Not OP im Kreißsaal aufgebaut, weil ich nicht mehr transportiert werden durfte. Notärzte-Team der Uniklinik war unterwegs. Glück im Unglück – es konnte eine Spinalanästhesie gelegt werden, weil das Medikament gut angeschlagen hat. So war ich wenigstens wach. Der Kleine wurde rausgeholt, mir ganz kurz gezeigt (er schrie direkt) und dann aber zu den Notärzten gebracht. Mein Mann kam, als der Kleine 2 Minuten da war. Für ihn war es ein riesen Schock, er dachte ja ich liege „nur“ am Tropf.

Danach? Junior wurde nochmal kurz zu mir gebracht, bevor es für ihn in die Uniklinik ging.. Ich war 4 Tage im Krankenhaus und hatte zur Verwunderung aller unfassbar viel Milch :D ich bin dem Team unendlich dankbar – ich musste ja alles alleine schaffen. Dennoch habe ich mich nie alleine gefühlt, weil ich so umsorgt und „bemuttert“ wurde, dass es einfach eine wahnsinns Leistung der Ärztin und Hebammen war! Ich habe den Kleinen dann 24 Stunden später erst richtig gesehen. Die erste Woche war verbunden mit viel Angst und Unsicherheit (auf Details gehe ich hier jetzt nicht ein). Das Team auf der Intensiv war aber mega toll – ich durfte ganz viel kuscheln mit nacktem Oberkörper, war 2 mal täglich bei ihm. Auf „normaler“ Station bin ich dann mit in die Uni eingezogen. Mit ganz viel kuscheln und kämpfen haben wir es nach 4.5 Wochen geschafft, pünktlich zu Weihnachten nach Hause zu fahren <3 er ist ein großartiger Kämpfer mit starkem Willen und heute (4 Jahre später) würde nie jemand ahnen, dass er einen so harten Start ins Leben hatte <3

3 Jahre später wurde ich wieder schwanger. Wieder ein Junge :) 5 Monate Übelkeit, Corona Lockdown, also Kleinkind zu Hause..yayyy ;) aber auch diese Schwangerschaft habe ich genossen :) rund um die Geburtswoche des Großen war ich nervös..aber ich habe eine sehr tolle Frauenärztin, die mich sehr gut begleitet hat :)

An Tag 39+0 ist nachts der Pfropf abgegangen. Ich hab morgens meine Mama mit leichten Wehen angerufen, dass sie kommen soll..sie sollte beim Großen bleiben, wenn es los geht. Die Wehen wurden ab mittags so deutlich, dass ich sie veratmen musste. Ich bin nochmal duschen gegangen. Nachmittags sind wir ne kleine Runde spazieren gegangen. So der Plan – 3 Häuser weiter hat mich eine heftige Wehe erreicht und ich hab gesagt, dass ich losfahren will. Also ab. Alleine ins KH, weil ja Corona war..das war echt kacke. CTG, Untersuchung.

Mein Mann „durfte“ wieder nach Haus fahren, ich sollte auf Station, weil MuMu erst bei 2cm..das würde noch lang dauern. Puh. Wehen kamen ohne wirkliche Ankündigung plötzlich alle 4-5 Minuten, leider nicht wirksam. Ich bekam einen Tropf mit einem homöopathischen Schmerzmittel. Das sollte ich noch im Kreißsaal bekommen. Da war es 18:30 Uhr. Eine Hebammenschülerin war bei mir und hat mich mit verschiedenen Maßnahmen begleitet, die heftigen Wehen zu schaffen. Um 19 Uhr kam die leitende Hebamme und sagte, dass ich meinen Mann rufen soll, ich bleibe im KS. Badewanne? Oh ja – ich teste alles, was helfen konnte, so verzweifelt war ich vom Wehenschmerz. Das Mittel lief nicht durch und die haben es gegen Kochsalz getauscht, weil ich Flüssigkeit brauchte :D Badewanne ging nicht, weil Baby zu nervös war von den heftigen Wehen. Also PDA gerufen. Mein Mann war um 19:30 Uhr da, dann sind wir zum Bett rüber. MuMu bei 4cm (waaaaaas?? Bitte nicht *heul* ;) )..mein Mann hat von der Hebamme Anweisungen bekommen, wie er mich unterstützen soll, weil ich die Atmung einfach nicht hinbekommen hab (ok, weil ich nur am jammern – äh schreien – war, dass ich nicht mehr kann und nicht mehr will das nicht geht, haha). Das hat dann gut geklappt. Und dann gings Schlag auf Schlag. MuMu hat sich irre schnell ganz geöffnet, ich durfte pressen. Mini hing fest, also Schnitt. Und dann lag da dieses kleine, klebrige süße Popöchen auf meiner Brust – 19:55 Uhr. Dass das Team es nicht mehr geschafft hat, mir ne PDA zu legen, brauch ich glaub ich nicht erwähnen :D Ein wahnsinns Ritt, viel zu schnell – aber ich hab es ohne Schmerzmittel gerockt ;)

Fazit – zwei Geburten, komplett unterschiedlich und beide kein „Traum“. Aber am Ende habe ich nun zwei gesunde, tolle Jungs und das ist die Hauptsache :)

Diesen schönen Geburtsbericht hat Sabrina geschrieben :)

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