Geburtsberichte
(Leser-)Geburtsberichte

Claudia R.

Es war Sonntag der 20.03.2016, errechneter ET der Maus. Die ganze Zeit dachte ich sie würde eher kommen, obwohl sie bei allen Untersuchungen als „zu klein“ gemessen wurde. Meine Ärztin meinte wir sollten am ET einleiten lassen, da die Plazenta so verkalkt wäre, doch in der Klinik am Freitag zuvor wurde beschlossen noch eine Woche zu warten.

Naja, es war Sonntag und morgens im Bett dachte ich noch dass heute eh nix passiert. Nach dem Mittagessen sagte ich plötzlich zu meinem Mann „wir gehen dann mal spazieren“ – irgendwie wusste ich es auf einmal. Auf dem Heimweg machte es plötzlich ´Plop´ und ich dachte schon die Fruchtblase wäre gesprungen. Daheim angekommen, zur Toilette – Schleimpfropf – ahh ok.

Um 16 Uhr begannen die Wehen, nicht schlimm aber in regelmäßigen 10-15min Abständen. Also machten wir es uns noch ein wenig auf der Couch bequem, bis wir um 22 Uhr zu Bett gingen, bis dahin keine Veränderung.

Um 23 Uhr stand ich wieder auf, da die Wehen so schmerzhaft waren und ich nicht mehr liegen konnte. Also ging´s los, durchs Haus tigern, atmen, duschen, atmen, Einlauf, atmen, laufen, laufen, laufen… Halb 1 den Mann geweckt und ab in die Klinik, die Wehen kamen jetzt in Abständen von 3-5 Minuten und wir mussten noch 20min fahren.

Im Kreissaal waren die Schmerzen auch schon ganz schön ordentlich. Nach der Untersuchung sagte die Hebamme Mumu 2cm (WAAAASS? ), ganz motiviert sagte ich noch zu der wirklich sehr freundlichen Ärztin das wir das ja wohl bis 7 Uhr schaffen :D. In die Wanne und wieder raus und noch ein bisschen laufen.

Plötzlich waren die Schmerzen so stark, das ich nicht mehr gehen konnte, fast ausschließlich in den Beinen! Ständig wollte die Hebamme ein CTG schreiben aber ich konnte einfach nicht liegen – das war echt nervig.

Das Einzige was ich mir aus dem Vorbereitungskurs gemerkt hatte war ´wenn wir den Kiefer locker lassen, entspannt sich auch das Becken – also immer ahh oder ohhh und nicht verkrampfen` hmm ok, also stöhnte und schrie ich vor mich hin.

Nach ein paar Stunden war der Mumu immer noch erst bei 5cm oder so, jetzt war ich echt frustriert, inzwischen waren die Schmerzen so stark das ich ausschließlich über dem Kopfteil des Bettes hing und mein Mann mich tapfer motivierte.

Um 9 Uhr platzte plötzlich die Fruchtblase und nun bekam ich auch einen Wehentropf um das mal bissl zu beschleunigen! Irgendwann sagte die Hebamme ich solle nicht mehr Schreien sondern Pressen und siehe da… Die Presswehen waren echt das Beste (!) an der ganzen Geschichte. :D

Am Montag um 10.59 Uhr war die kleine Maus nach (offiziell) 10.5 Std da! Mit zarten 46cm und 2470g war sie top fit. (PS: die Plazenta war natürlich kein Stückchen verkalkt)

2 Jahre später durfte ich es noch einmal erleben.

10 Monate kotzte ich mir wieder jeden Morgen die Seele aus dem Leib aber sonst verlief auch diese Schwangerschaft sehr entspannt und problemlos.

Jeder sagte mir, das zweite Kind und dazu ein Junge kommt mit Sicherheit eher. Ich selbst hatte allerdings auch dieses Gefühl… Ab der 37. SSW war ich bereit und der Kleine durfte jederzeit kommen. Eine Freundin sagte noch zu mir, sei nicht frustriert wenn er später kommt aber ich dachte ach was… Seit 3 Wochen hatte ich bereits jeden Abend Wehen und früh war plötzlich alles wieder verschwunden. Ich ging täglich spazieren, baden, trank Zimt Milch, ein Glas Rotwein und und und, einige Feste kamen und gingen aber der kleine Herr hatte keinen Bock sich zu bequemen ?.

Eine Woche nach ET war ich so frustriert, das ich meinen Mann anheuerte. ? Als wir abends zu Bett gingen spürte ich um 21.30Uhr einen plötzlichen `buff` im Bauch und dachte erst die Große hätte mich versehentlich getreten, da sie immer noch zwischen uns schlief.

Also bin ich erstmal aufgestanden und auf die Toilette, danach wieder ins Bett aber nach 5min wieder raus. Bis heute weiß ich nicht ob das nun ein Blasensprung war ….

Während der ganzen Schwangerschaft nahm ich mir vor, diesmal länger daheim zu bleiben da mich die Stunden im Kreißsaal echt genervt hatten. Allerdings musste ich jetzt bereits nach 30min meinen Mann wecken, da die Schmerzen so stark waren und ich einfach was dagegen haben wollte. Er rief die Oma an, damit sie auf die Große aufpasste.

Um ca. 22.45 Uhr waren wir in der Klinik und ich kam vor lauter Wehen kaum bis in den Kreißsaal. Nach der Untersuchung sagte die Hebamme Mumu 8(!)cm. Witziger weise dachte ich kurz, es würde sicher trotzdem noch 3-5 Stunden dauern. Ich wollte nochmal zur Toilette was mir die Hebamme direkt untersagte und das mit dem Schmerzmittel war´s dann jetzt auch, NA TOLL!!!

Das einzige was ich mir „erkämpfte“ war Lachgas . 2016 gab es das noch nicht in unserer Klinik und ich wollte es gern ausprobieren. Das war echt toll! Das Einzige was man vermeiden sollte, ist in die Maske zu `hyperventilieren´ denn dann wird einem echt schlecht :D . Allerdings war mir der „Spaß“ nur ca. 30min vergönnt denn da begannen auch schon die Presswehen, die ich diesmal selbst spürte.

Dieses Mal waren die allerdings echt sch… Es tat alles einfach nur höllisch weh und brannte wie Feuer. Außerdem hing ich irgendwie komisch auf dem Bett und hatte immer das Gefühl runterzufallen.

Um 0.06 Uhr war der kleine Krümel, nach 2,5 Stunden da! Er wog 3240g bei 49cm und schrie sich 2 Stunden lang die Seele aus dem Leib.

Seitdem ist er aber wirklich sehr, sehr lieb und entspannt und wird von seiner großen Schwester vergöttert.

PS: Beide zwei ziemlich identischen Schwangerschaften verliefen die Entbindungen völlig unterschiedlich. Und auch meine zwei Montagskinder könnten in Sachen Wachstum und „Schreifrequenz“ unterschiedlicher nicht sein.

Diese beiden schönen Geburtsberichte hat Claudia geschrieben. :)

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