Geschwister-Chroniken Teil 5
Geschwister- und Krümel-Chroniken

Geschwister-Chroniken: Teil 5

Was ich mich aktuell am häufigsten frage: Ist es wirklich so schlimm und verpönt, wenn Eltern hin und wieder Ohrstöpsel tragen, um den durch die Kinder verursachten Dauer-Lautstärke-Pegel für das eigene Wohlbefinden so ein kleines bisschen zu dimmen? Oder ist es vielleicht doch erlaubt … wenn man die “Stopfen” unter den Haaren verbirgt und den Kids nett zulächelt? ;)

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SÖHNCHEN-STATUS:

Körper: 3 JAHRE 5 MONATE
EIGENTLICH ist er maximal einen Zentimeter gewachsen in den letzten Wochen, aber offenbar war es der letzte Zentimeter, den seine Bodys noch erlaubten. :D Gefühlt platzt der Floh aus allen Nähten und ich müsste dringend eine neue Rutsche Bodys kaufen, aber ich hoffe darauf, dass es bald etwas wärmer wird und wir auf normale Shirts umsteigen können. Im Moment bin ich noch froh, dass er die Dinger mit den Knöpfchen trägt, denn dann weiß ich sicher, dass er auch in der Kita draußen nicht mit nacktem Bauch rumhüpft. Aber zu eng ist halt auch Mist. Naja, ich gebe dem Frühling noch eine kurze Zeit, bis er GEFÄLLIGST anrückt!!! ;)
Können/Verhalten: Ich habe ja schon fast nicht mehr daran geglaubt, aber … der kleine Floh schläft endlich VIEL besser. Ich würde sogar wagen, es „durchschlafen“ zu nennen, denn tatsächlich wird er kaum mehr richtig war. Er kommt zwar jede Nacht irgendwann von seinem Beistellbett in meins gekrabbelt, aber er wird nicht wach, sondern sucht einfach meine Nähe. Ich bin gespannt, wann er den nächsten Schritt unternehmen und ins Kinderzimmer umziehen möchte. Aktuell können wir uns das beide noch nicht vorstellen, weil wir die Nähe noch sehr genießen und er immer noch wach wird, wenn ich nicht neben ihm liege. Aber die Zeitspanne, bis er mein Aufstehen bemerkt, verlängert sich. Ich darf durchaus mal ein bisschen auf der Couch rumsitzen oder morgens alleine duschen gehen, während er noch pennt. Aber nicht immer. Macht aber nichts. Es wird ja besser!
Von dieser doch durchaus sehr erfreulichen Veränderung abgesehen, bleibt er seinem Status treu. Er lebt seine „Autonomie-Phase“ ganz hervorragend umfassend aus, raubt mir zeitweise ernsthaft den letzten Nerv UND wird richtig zickig zu seiner großen Schwester. Grundsätzlich würde ich behaupten, dass sein Wille und sein Bewusstsein, dass er auch prima selber Entscheidungen treffen und die mit einem ordentlichen Dickkopf (der eventuell in der Familie liegt), durchsetzen kann, exponentiell wächst. Macht Freude. Macht so richtig Freude! ;)

TOCHTER-STATUS:

Körper: 6 JAHRE 4 MONAT
Mein Lulatsch-Kind nenne ich sie manchmal und sie kichert dann, weil sie es so cool findet, groß zu sein. Ich finde, nicht nur Arme und Beine sind in letzter Zeit wirklich wieder länger geworden, sondern dass sich auch ihr kleines Gesicht immer deutlicher verändert. So sehr, dass sogar ich als Mama es sehen kann, obwohl ich sie ja ständig vor der Nase habe und das den Blick bekanntlich etwas verschleiert. Ich sehe, wie mein erstes Baby ein richtig großes Mädchen wird und zum Teil schon eine Aussicht auf das bietet, was aus ihr werden wird als Teenie und junge Frau. Hach, dass man als Mama auch direkt so melancholisch wird, wenn man darüber nachdenkt. Verrückt!!!
Können/Verhalten: Auch mental rüstet die kleine Madam auf. Es ist der Wahnsinn, was ihr alles so durch den Kopf geht, welche Gespräche wir führen und wie clever sie geworden ist … auch wenn sie das nur allzu gerne GEGEN Mama und Papa verwendet ;) . Trotzdem glaube ich mittlerweile, dass sie richtig Spaß haben wird in der Schule. Sie freut sich jedenfalls einen Keks, dass es im Sommer losgeht und sie endlich ein GROSSES Schulkind wird. Ihr Plan ist, ab da im Grunde so ziemlich alles alleine zu machen – und ich bin schon sehr gespannt darauf. ;) Grundsätzlich muss ich gestehen, dass es mir nicht immer leichtfällt, sie „ziehen“ zu lassen, ihr mehr Freiheiten zu gewähren und auch mehr zuzutrauen. Aber: Sie will und es ist richtig so!

MAMA-STATUS:

So alles in Allem: Im Prinzip müsste ich jetzt sagen, dass es mir viel besser geht, weil ich doch mehr schlafen darf. LEIDER bin ich aber ein Idiot und schlafe immer noch zu wenig … nun aber selbstverschuldet, weil ich es so sehr genieße, abends mehr Zeit für mich zu haben. Naja, ich werde mich dennoch bemühen, etwas früher ins Bett zu kommen und auch zu schlafen, weil ich vermute, dass das meine Tendenz zu Dauer-Kopfschmerzen sicher reduzieren würde. Vom Kopf mal abgesehen geht’s mir körperlich aber sehr gut im Moment. Mein Immunsystem schlägt sich sehr tapfer und den Rest von mir habe ich in der letzten Zeit endlich mal wieder richtig durchchecken lassen – inklusive eines Besuches beim Brust-Ultraschall. Keine Ahnung warum, aber ich habe mir um mich selbst Sorgen gemacht. Das MUSS ja nichts bedeuten, aber sollte in jedem Fall ein Grund sein, mal ein paar Termine zu vereinbaren und dann auch hinzugehen. Es ist alles ok mit mir und das zu hören hat mich sehr erleichtert. Jetzt brauche ich nur noch mehr Sonne und es geht richtig aufwärts, denke ich! :D

Ich finde es im Moment etwas laut bei uns. Und das ist höflich untertrieben. ;) Offenbar haben die Kinder einen Lautstärke-Contest laufen und starten schon vor dem Frühstück damit, sich gegenseitig übertrumpfen zu wollen. Dabei wird gar nicht nur gestritten – da geht’s tatsächlich eigentlich noch – sondern unheimlich viel gesungen, gegröhlt und einfach sehr laut gespielt. Dazu kommt dann die SCHLECHTE Musik, für die sich die beiden neuerdings gemeinsam begeistern. Dank der in Köln üblichen, sehr umfassenden Karnevalsvorbereitungen wurden ihre beiden Gehirnchen wirklich sehr erfolgreich mit für meine Ohren eher schmerzhaftem „Stuff“ gefüllt. Wir hören also schon beim ersten Kaffee „Ich hab ne Zwiebel auf dem Kopf, ich bin ein Döner“ oder „Wenn das Trömmelche jeht!“ oder wahllos alles von Kasalla. Und nicht zu vergessen die FANTASTISCHEN Mix-Versionen des Bibi-und-Tina-Titelsongs. Es ist ein Träumchen. ;) Natürlich könnte ich das unterbinden, aber meist versuche ich ihnen den Spaß zu lassen, weil sie diese Songs echt mega heftig abfeiern und zusammen tanzen, als gäb‘s kein Morgen mehr. Dann übrigens BEIDE in kleinen rosa Röckchen – wie so oft gilt halt auch hierbei: Was die große Schwester hat, muss auch der kleine Bruder haben. <3

Diese Nummer mit dem „Ich will das auch!“ findet bei uns echt sehr ausgeprägt statt. Vielleicht weil beide Kinder bisher auf geschlechtsspezifische Interessen scheißen bzw. sich wirklich keinen Kopf darum machen, ob das nun mehr für Jungs oder für Mädchen „gedacht“ ist. Beide finden alles toll, was der andere auch toll findet. Also tragen beide mal einen Rock, lackieren die Nägel, spielen wild Fußball, lassen Kampfkreisel zerbersten und gehen mit Stöcken auf die Jagd. Vieles kaufe ich direkt im Doppelpack, weil ich keine Lust auf den mit Garantie ausbrechenden Streit um einen bunten Plastik-Armreif habe. Pädagogisch wertvoll ist das sicher kaum. Allerdings nicht, weil man kleinen Jungs keinen blinkenden Schmuck oder kleinen Mädchen keine Bay Blades geben sollte (über derlei Klischees sind ja glücklicherweise viele Menschen mittlerweile hinweg), sondern weil die Kinder durchaus lernen müssen, dass manches eben der Schwester oder dem Bruder gehört. Sie sollen ja auch teilen und abwechseln lernen. Bei größeren Sachen zieh ich das auch tapfer durch, aber bei kleineren beuge ich dem Streit vor und schenke beiden das Gleiche, um meine Ruhe zu haben. Tja. ;)

Aber sie sind sich natürlich auch nicht immer einig oder „grün“. Neuerdings findet der Krümel es zum Beispiel ganz hervorragend, wenn die Mausemaus etwas ausgefressen hat und ich sie deswegen ausschimpfe. Er kommt dann extra zu mir gerannt, um nochmal zu betonen, dass ER das nicht gemacht hat. Nicht zuletzt deswegen, weil es ihm so gar nicht schmeckt, wenn ich mal mit IHM schimpfe. Sobald ich auch nur im Ansatz die Stimme erhebe, nur strenger als sonst klinge, fängt er an zu weinen und hört erst wieder auf, wenn ich einlenke. Aber ich mag es halt nicht, wenn er Müll auf den Boden schmeißt, irgendwohin spuckt, draußen Stühle ableckt oder sich weigert, Bonbons im Supermarkt wieder ins Regal zurückzulegen. Es bieten sich täglich unzählige Situationen, die ich durchaus mit Regeln, klaren Worten und Konsequenz händeln muss, die aber in erster Linie in Tränen enden. Ziemlich frustrierend für uns beide. Aber … wir arbeiten daran. Es ist ja nur eine Phase. NUR eine Phase!!! ;)

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