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Persönliche Corona-Updates aus aller Welt: Teil 22

In den letzten Wochen wurde der Wunsch unter den LÄCHELN UND WINKEN-Leser*innen wieder lauter, doch nochmal um ein Update bei unseren “Korrespondenten“ aus den verschiedensten Ländern zu bitten. Das habe ich getan und freue mich, nun die Antworten von Nadine aus Italien, Rike aus Australien und Anke aus England veröffentlichen zu dürfen!

Wie immer gilt: Es ist den Autoren der Updates selbst überlassen, was genau sie erzählen möchten; sie gewähren uns einfach einen ganz persönlichen kleinen Einblick in ihre aktuelle Situation während der Corona-Krise. Es geht nicht um Politik oder Zahlen … es geht rein um die persönlichen Eindrücke und Familien.

Corona-Updates

…aus Italien:

Ciao aus Italia! Mein Name ist Nadine und ich wohne mit meiner Familie in Mittelitalien. Die Situation hier ist irgendwie “merkwürdig”. Wir haben aktuell weit über zwei Millionen Infizierte im Land (das bedeutet, dass mehr als jeder 30. in Italien aktuell infiziert ist – und die Dunkelziffer kommt natürlich noch hinzu) und Inzidenzen zwischen 480 (Sardinien) und mehr als 2700 (Aostatal und Lombardei). Bei uns gilt seit Wochen wieder eine Maskenpflicht im ganzen Land – und das auch im Freien. Urlauber kommen dennoch weiterhin ins Land (für Ungeimpfte ist allerdings nach Einreise eine fünftägige Quarantäne erforderlich), viele Italiener waren zudem in den Weihnachtsferien im Skiurlaub. Bis Oktober hatten wir so etwas wie Normalität, seitdem sind viele Regeln aufgrund der steigenden Infektionszahlen wieder verschärft worden. Seit Anfang dieser Woche dürfen etwa Hotels und Restaurants nur noch von vollständig Geimpften und Genesenen besucht werden, auch für Skilifte und die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln gilt 2G. Der Notstand ist bis Ende März verlängert worden, die Dauer des “Green Passes” wird zudem ab dem 1. Februar 2022 von aktuell noch neun Monaten auf sechs Monate verkürzt. Das jedoch, was einfach weiterläuft, sind die Schulen. Ganz gleich, wie hoch auch die Inzidenzen sind: Schulen und Kindergärten sind aktuell alle geöffnet und sollen auch nicht geschlossen werden. Es gibt eine generelle Maskenpflicht für alle Kinder ab sechs Jahren – und doch steigen gerade auch unter Kindern die Fallzahlen enorm. Wir haben eine Erstklässlerin. Das Schuljahr ist am 7. Januar wieder gestartet – mit acht Schülerinnen und Schülern statt der eigentlich 16 Kinder, die die Klasse besuchen. Die Kinder waren entweder positiv, in Quarantäne oder aber noch im Skiurlaub. Ganz entgegengesetzte Welten. Während ein Mädchen aus der Klasse mit seiner Familie gerade erst vom Skifahren zurück ist, ist der Vater eines anderen Kindes seit Tagen intubiert und kämpft ums Überleben. Getestet werden die Kinder in den meisten Schulen nicht, die Kontaktverfolgung klappt bei zuletzt um die 200.000 Fällen täglich kaum noch. Uns Eltern etwa hat eine Quarantäneanordnung eine Woche nach dem positiven Kontakt in der Schule erreicht. Dazwischen lagen die Weihnachtstage. Als die Anordnung kam, hatten fast alle Kinder ihre Großeltern getroffen, einige waren im Urlaub. Leider haben die Eltern des positiv getesteten Kindes niemanden vorgewarnt. Auch das zeigt sich hier leider. Während viele sehr offen kommunizieren, dass sie positiv oder in Quarantäne sind, gibt es einige, die einfach schweigen. Uns steht hier vermutlich noch ein harter Winter bevor…

…aus Australien:

G’Day Mates! Ich bin Rike und wohne mit meinem Mann und meinen zwei Kindern (6 und 9 Jahre) in Sydney/Australien.

Einige können sich vielleicht noch an mein Corona-Update-Special vom letzten Jahr erinnern. Tja, wir sind nicht mehr im strengen Lockdown. Was aber nicht bedeutet, dass es uns jetzt unbedingt besser geht. Die Regierung hier hat zwischendurch gewechselt. Jetzt haben wir keine Frau mehr an der Macht, der es wichtig ist, dass alle hier ordentlich durch kommen. Jetzt haben wir einen Mann vorgesetzt bekommen, der meint, dass die Wirtschaft wieder angekurbelt werden muss. Und welche Wirtschaft beschäftigt die Australier? Klar. Alles was mit Reisen zu tun hat. Also wurden Grenzen geöffnet und Restriktionen gecancelt wo nur ging. Und so sind wir jetzt von 200 Fällen pro Tag auf über 20.000 Fälle pro Tag rauf. Denn auch der Neue meinte, dass die Eigenverantwortung groß geschrieben werden kann. Tja, kann ich euch sagen: Stimmt nicht. Viele gehen davon aus, dass die Dunkelziffer an Fällen weit höher ist. Viele Menschen haben um Weihnachten und Silvester herum sich nicht testen lassen, weil die Testzentren überlaufen waren. Bis zu 8 Stunden haben Menschen angestanden. Und dann kamen die Ergebnisse nicht zeitnah zurück oder sogar falsch.

So, was beschäftigt uns also gerade? Ich fasse einfach mal kurz zusammen:

Mitte Dezember sind hier in die Sommerferien gestartet. Bedeutet: Jeder wollte reisen. Blöd für uns, denn wir haben wieder alles abgesagt. Uns war das zu heiß. Einfach, weil hier alles drunter und drüber ging.

Die Ferienbetreuungen sind wie leer gefegt. Kaum einer bringt seine Kids dahin. Jeder hat jetzt Angst, dass man sich ansteckt oder man ist schon längst infiziert. Unser Kinder sind frustriert, weil sie keinen Kontakt mehr mit ihren Freunden haben und jeder wieder sein eigenes Süppchen kocht. In Deutschland wird man das anders sehen, aber uns wurde ja 2 Jahre lang erzählt, dass es wichtig ist seine Lieben zu schützen und bei den kleinsten Anzeichen einen PCR zu machen. Jetzt ist alles umgeworfen und ich blicke gerade nicht durch. Auch kann ich nicht einfach einen RAT machen. Wenn man Glück hat, bekommt man einen für 10 Dollar das Stück. Nach Steuern verdiene ich aber nur 20 Dollar/Stunde. Ich muss also schon eine halbe Stunde arbeiten, damit ich mich überhaupt testen lassen kann. Vorausgesetzt ich finde einen Test. Die sind nämlich genauso wie Klopapier wieder zur Schwarzmarktwährung geworden.

Wir haben hier teilweise leere Supermarktregale, weil sich keine Lieferanten mehr finden, die die LKWs fahren können. Somit müssen wir wieder improvisieren. Kein Fleisch, kein Obst, kein Klopapier…. die Liste ist lang.

Immerhin können wir nun unsere Kinder seit dem 10. Januar impfen lassen. Die erste Impfung haben unsere schon. Wir sind jetzt entspannter. Aber trotzdem reisen wir nicht.

Von den neuen Quarantäneregeln fange ich gar nicht erst an. Damit befasse ich mich, wenn wir tatsächlich Covid haben.

Wie wird also das Jahr aussehen, das vor uns liegt? Wir gehen davon aus, dass die Kids immer mal wieder in die Schule können. Zur Zeit wird diskutiert, ob die Schule nicht 2 Wochen später anfangen soll. Keine Ahnung warum. Bringen wird das meiner Meinung nach nix. Ich habe vorsorglich meine Arbeitszeit reduziert, damit ich die Kids zu Hause abfangen kann und nicht wieder alles an meinem Mann im Homeoffice hängen bleibt. Der ist nämlich auch schon seit vor Weihnachten wieder zu Hause, weil das Gebäude geschlossen ist. Somit habe ich keinen festen Arbeitsplatz mehr sondern arbeite wieder casual und muss hoffen, dass ich Stunden zugeschrieben bekomme. Das ärgert mich, ist aber anders nicht zu machen.

Es ist zum Mäuse melken. Trotzdem wünsche ich euch allen da draußen einen guten Start in das neue Jahr. Passt auf euch und eure Lieben auf. Stay safe everyone!

…aus England:

Hallo von Anke aus England.
Wie ihr bestimmt gehört habt, sind die Regeln hier sehr locker: Maskenpflicht wurde im Juli fast vollständig aufgehoben und nur ein paar Supermarkt-Ketten sprachen sich weiterhin dafür aus, als ein Beispiel. Seit Omicron die Runde macht und das ja nicht gerade wenig mit über 100,000 Neuinfektionen pro Tag, zeitweise mit fast 200,000, gibt es wieder mehr Regeln, aber fast alles ist ohne Impfnachweis möglich. 2G/3G wird hier nicht diskutiert, obwohl viele zwei- wenn nicht sogar dreifach geimpft sind und es möglich waere. In Räumen müssen jetzt wieder Masken- oder Visier getragen werden, aber von der Strenge wie in Deutschland, dass das eine FFP2 oder OP-Maske sein muss, sind wir hier weit entfernt.
Gerade bange ich, weil die Parallelklasse meines ältesten Kindes 7 Fälle hat und die nicht-positiv getesteten Kinder weiterhin in die Schule gehen können. Soweit ich weiss, gab es keine oder kaum Symptome für die Kinder, die positive Tests hatten und es gibt keine Pool-Tests, also fällt es nur auf, wenn Eltern ihre Kinder von sich aus regelmässig testen. Schnelltests sind ab und an Mangelware, so kann es also gut sein, dass es mehr Fälle gibt oder in Wellen die Klasse erfasst wird. Die Information, dass die meisten Infektionen in dem Alter kaum schwere Erkrankungen sind, sind ja nur solange beruhigend, bis ein Kind scheinbar ohne Vorerkrankung schwerer krank wird.
Mein Kleiner hatte im Dezember zum Beispiel so etwas wie RSV und das war nicht toll, da möchte ich keinen Coronafall in der Familie haben und ‘ausprobieren’, ob er dann wieder Probleme mit der Sauerstoffsättigung hat oder nicht. Zwar hatte er sich 2020 bereits einmal infiziert, aber es ist ja nicht so, dass es viele Studien gibt, die Ergebnisse zu Zweit/Drittinfektionen und deren Schwere untersuchen. Dafür ist das alles ja noch ein bisschen zu neu.

Wir jedenfalls bleiben vorsichtig, treffen Freunde nur in kleinen Gruppen und draussen, bleiben in der Klassengruppe, um nicht noch mehr Kontakte in unseren Kreis einzuschliessen. Das ist oft hart, ich würde gerne endlich mal wieder eine Massage für meine Schultern haben, aber Maske tragend auf der Liege wird schwierig und dann kann ich mich nicht entspannen. Geöffnet aber ist alles, egal ob zum Beispiel die Kosmetikanwendung am Gesicht mit Maske gar nicht möglich ist.

Klar ist, dass ich viele kenne, die seit der Pandemie ängstlicher sind und mehr für sich tun müssen, damit sie mental gesund bleiben. Auch scheint das Thema der mentalen Gesundheit mehr in den Mittelpunkt gerückt und auch unter Kollegen reden wir mehr darüber. Das war vor zwei Jahren nur in Einzelfällen so und da hat sich bei meinem Arbeitgeber viel positives getan.

Stay safe, healthy und alles Gute!
Anke

 

 

Ich danke allen, die ihr sich die Zeit genommen habt, mitzumachen!!! Fühlt euch alle gedrückt … egal, wo ihr seid!!! <3

PS: Wie immer freue ich mich, wenn ihr diesen Text teilt! :-*

 

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