gestresst sein
Neu Rabenmutter 2.0

Jede Mama hat das recht, sich gestresst zu fühlen!

Ich habe Glück. Ganz großes sogar! Ich habe auf zwei Plattformen wunderbare Communitys und wirklich nur sehr selten Probleme mit Trollen oder Hatern oder – wie ich sie am liebsten nenne – schlecht gelaunten „Profil-Touristen“. Menschen, die sich irgendwie zu mir verirren, meine Seite/n und mich dann nicht mögen, aber dennoch nicht sofort „den Absprung“ schaffen, sondern sich stattdessen dazu hinreißen lassen, abwertend, beleidigend oder schlicht sehr unpassend zu kommentieren. Um mich zu verletzten oder wenigstens zu nerven. Das ist natürlich ganz allgemein betrachtet nicht schön und definitiv ein großes Problem auf Social Media Plattformen, doch trotzdem für mich ok, sofern sich ihr Frust dann nur gegen mich richtet; meines Erachtens NICHT ok ist es, wenn andere angegriffen werden, die gar nichts für meine Postings oder Formulierungen können.

Du hast keine Lust oder Zeit, zu lesen? Dann scrolle einfach bis zum Ende des Textes runter und hör dir den PODCAST an!  

Grundsätzlich reagiere ich auf solche Kommentare – sofern ich das Gefühl habe, Feedback von mir hätte überhaupt einen Nutzen – ruhig und höflich. Öl ins Feuer gießen hilft schließlich nie. Nutzer blockieren und Kommentare löschen, mache ich nur selten. Meist gehen sie ja von alleine wieder. (Aktuell habe ich allerdings das Problem, auf Facebook oft nicht reagieren zu KÖNNEN, weil meine Kommentare von FB als SPAM eingestuft werden; ich arbeite an der Lösung. ;))

Nicht jeder hat das Recht, sich gestresst zu fühlen? Ach …

Letztens jedenfalls fand sich plötzlich ein Kommentar unter einem meines Erachtens absolut harmlosem Posting, der mir nachhaltig bitter aufstieß. Folgendes war mein Posting-Text zum aktuellen Wochenende-in-Bildern-Link:

„Nachdem ich letztes Wochenende ja mit dem Wochenende in Bildern einmal ausgesetzt habe, weil ich einfach zu sehr im Stress war, nehme ich euch diesmal wieder mit. Und wohin? Na, auf jeden Fall (unter anderem) in das frühlingshafte Köln, dass mir wirklich gerade täglich ein Lächeln ins Gesicht zaubert … egal, was wir machen!“

Und dazu schrieb dann ein Profil-Tourist* folgendes ins Kommentar-Feldchen: „Im Stress? Eine Hausfrau und Mutter im Stress? Was sollen die voll berufstätigen Hausfrauen und Mütter jetzt sagen? Die müssten jetzt eigentlich beleidigt sein…“

Doppel-Moppel-Beleidigungen liebe ich besonders.

Wow, dachte ich, mehrfach WOW sogar! Zum einen: Ich BIN ja voll berufstätig. Wusste die Person aber nicht, da eben nicht Teil meiner Community und „nur mal eben vorbeigekommen“. Viel schlimmer fand ich aber, dass dieser Kommentar – mal wieder – Müttern, die gerade nicht für ihre viele Arbeit bezahlt werden, das Recht abspricht, im Stress zu sein, sich be- oder sogar überlastet zu fühlen. Ja, es wird im Moment versucht, mit der Begrifflichkeit Care-Arbeit etwas an den alten Denkstrukturen zu rütteln und auch jenen Frauen, die sich 24/7 um kleine und große Menschen, Haushalt, Zeitpläne, Abläufe und Organisation mehrerer Leben kümmern, etwas den Rücken zu stärken, aber da ist noch sehr viel zu tun. Denn dieser Kommentar fühlte sich schmerzlich wie ein Spiegel der Gesellschaft an. Bist du NUR Mama, hast du eigentlich den ganzen Tag frei. BÄM! Nicht gemerkt? Im Stress? Zu viele Baustellen, zu viele Belastungen, zu wenig Austausch, zu viel ARBEIT im Alltag, die aber niemand bezahlt und die deshalb nicht wirklich WERTgeschätzt wird? Dein Problem, Mutti. Wenn DU dich gestresst davon fühlst, hast du nicht nur unrecht, sondern beleidigst auch noch jene, die als Mama arbeiten gehen. Boah, NEIN!!! Nein, nein, nein! Wir müssen echt aufhören, Menschen so zu bewerten, sie in Schubladen zu stecken und ihnen Gefühle abzuschreiben, nur weil es anderen VERMEINDLICH noch schlechter geht.

NUR Mama und Hausfrau zu sein ist ein krasser Fulltime-Job! Punkt! Es IST anstrengend! Es ist wunderschön! Aber es ist faktisch ein sehr vielschichtiger, emotional und körperlich kräftezehrender rund-um-die-Uhr-Job, der endlich entsprechend ANGESEHEN sein sollte!

Wie stressig (oder anstrengend) die eigene Lebenssituation für jemanden ist, lässt sich außerdem nicht so easy-peasy für alle über einen Kamm scheren – das gilt für jene Mütter, die gerade NICHT parallel ihrem gelernten Beruf nachgehen genauso wie für jene, die es tun – denn wirklich unzählige Faktoren spielen dabei eine Rolle, die alle teilhaben daran, WIE STRESSIG es gerade für die individuelle Person ist.

Warum Schubladen einfach nicht passen.

Ich könnte jetzt bergeweise Faktoren aufzählen … von ganz unterschiedlicher Unterstützung in den Familien, von ganz unterschiedlichen Strukturen, von ganz unterschiedlichen Partnerschaften, unterschiedlichen emotionalen Voraussetzungen, Lebensumständen, Kindern, Menschen ect. ABER das brauchen wir doch gar nicht, denn wir alle wissen es eigentlich längst: Dieses Schubladendenken ist Mist. Es passt so gut wie nie, verletzt dafür krass oft und bringt wirklich niemanden vorwärts. Ich wünsche mir echt von Herzen, dass dieses nacheinander treten, dieses Missgönnen von nicht mal schönen Dingen – echt jetzt, das Recht auf Stress absprechen ist doch voll blöd! – und dieses Mum-Bashing UNTEREINANDER endlich aufhört. Oder dass es zumindest „gängig“ wird, erstmal nachzuFRAGEN, bevor eine Beurteilung vorgenommen oder eine Schublade geöffnet wird. „Du warst am Wochenende doll gestresst? Was ist passiert? Erzähl doch mal!“ kostet auch nicht mehr Atmen als ein: „Pffft, wovon bist du denn gestresst?! Andere haben viel mehr zu tun und jammern nicht so rum.“ ODER … wenn sonst nix geht … einfach mal wieder öfter LÄCHELN UND WINKEN … ich habe mir von meinem 5-Jährigen sagen lassen, dass das hilft. Und ich glaube, er hat recht! ;)

*Ich könnte namentlich zitieren, mache ich aber zum Schutz der Person nicht.

PS: Wie immer freue ich mich, wenn ihr den Beitrag teilt! <3

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4 Kommentare für “Jede Mama hat das recht, sich gestresst zu fühlen!

  1. Wow… Ja diese „Profil-Touristen“ kenne ich leider auch und frage mich jedes Mal, WARUM? Warum schreibt man sowas ? Warum folgt man einem Profil, wenn der Inhalt ja so „Kacke“ ist ?

    Danke liebe Anke für diesen Artikel.